Thema: Por? no!

  1. #1
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    Por? no!

    Leicht über den Stuhl gelehnt,
    sucht mich deine Hand.
    Wir wollen uns aneinander schmiegen, wollen kuscheln,
    Doch du musst wissen, ich kann auch verdammt rau sein,
    je nachdem wie ich behandelt werde.
    Und so, wie du mich gerade behandelst, zeigt es mir,
    dass ich im Grunde doch nur so ein überdimensionierter Waschlappen für dich bin.
    Ok, ich scheine dir manchmal zu schlapp.
    Dafür bin ich im Grunde so ein ganz einfach gestrickter Typ,
    der zu hundertfünfzig Prozent pflegeleicht ist, glaubs mir,
    und ich versprühe obendrein stets gute Laune.


    Und ja doch, ich habe es langsam verstanden.
    Ich bin jederzeit austauschbar. Das gibst du mir in letzter Zeit jedenfalls oft zu verstehen.
    Und du lässt auch immer wieder andere ran. Gestern erst.
    Meinetwegen, aber das macht mir nichts,
    denn jetzt für diesen Augenblick ist mein Auftritt gekommen.
    Ich wische eine Locke aus deinem Gesicht
    und fahre dir langsam, aber bestimmt über den Kopf.
    Ich wühle. Ich wühle und werde fester.
    Eigentlich werde ich gewühlt, weil du dich die ganze Zeit fest an mich klammerst,
    und mich an deinen nackten Körper drückst.

    Weißt du überhaupt, wie schön sich deine schwarzen Haare anfühlen?
    Tropfen stehen dir auf der Stirne
    Einzeln nehme ich mir jede Strähne und jeden Tropfen vor. Welch zarter Glanz!
    Ich taste dich vorsichtig ab.
    Noch zart begegne ich dir in deiner Ohrmuschel und im Nacken,
    Hier willst du es immer ganz vorsichtig haben, denn am Hals bist du empfindlich.
    Kannst du haben! Ja, ich bin dein Diener, und ich bin es gerne, na und?
    Das wird für mich auch immer so bleiben.

    Du hast wieder Gänsehaut.
    Nenne mich ruhig kleinkariert, aber unser kleines Spiel muss sein,
    pünktlich Montag abends um acht und Hauptsache kleinkariert.
    Nächste Woche sind es genau zwei Jahre her, weiß du das?
    Wie ein Geschenk lage ich vor dir, und du hast mir sofort alles heruntergerissen...
    Du hast dich gefreut wie eine Schneekönigin...
    Spürst du, wie feucht du bist,
    du tropfst mittlerweile auf den Boden.

    Ich fasse deine Schultern, eng und fest,
    In wohliger Erwartung werden deine Brustnippel hart
    Du hältst mich umschlungen mit beiden Händen,
    und wiegst dich in deinen Hüften, das machst du immer, wenn du gute Laune hast.
    Schon bald folgt dein vertrautes, rhythmisches Reiben,
    ja, komm, mach, mach schnell, schneller, energiegeladen, wild und hart.
    Ich kann es doch spüren, du willst es hart, und fest.
    Es lässt mich ebenfalls feucht werden, mach weiter!.
    Du magst es, wenn ich deine Feuchtigkeit in mich einsauge, das spüre ich doch!
    und mit jeder meiner Faser reibe ich mich tiefer in deinen breitbeinigen Schritt hinein
    zwischen deine aufreizenden Pobacken.
    und nochmals zurück, langsam zwischen zwei gespreizte Schenkel.

    Du bückst dich, und stöhnst leise.
    Ich weiß nicht wie alles geschieht, ich lasse mich gehen.
    Denn alles passiert fast automatisch wie in Trance
    mit deinen ungemein geschickten und flinken Handgriffen.
    Schamhaare kleben an mir wie kleine Trophäen.
    Ich lasse mich gänzlich von dir führen, denn nur du weißt,
    was gut tut, und wo es lang geht.
    Nur noch die Schwerkraft und deine warmen Händen leiten das Geschehen.
    Ich bin willenlos.

    Deine Haut ist schon bald aufgerubbelt und leicht gerötet, wie nach einem Sonnenbad,
    doch du strahlst und duftest nach Aufgüssen von Jasmin, wie eine Göttin.
    Ich werde zunehmend feuchter,
    sauge jedes deiner Tröpfchen gierig in mich hinein.
    Und immer wieder führst du mich hinab in deine Ritze,
    zwischen deine sanften Schamlippen.
    Ich streife deinen festen Apfelpo,
    und deine Hände ziehen mich zu deiner Brust.

    Ich schlinge mich um deine Beine,
    taste mich schließlich vor zu deinen Zehen.
    Gleichzeitig, wirbelst mich herum,
    schleuderst mich hin und her.
    Ich bin dir ausgeliefert, ergeben, will dir vollkommen dienen,
    Leg mich nur irgendwo ab, lass mich liegen,
    ich warte auf dich, irgendwo, tagelang, und wenn es sein muss wochenlang,

    Und plötzlich, wir kennen unser Spiel,
    plötzlich wirfst du mich hin,
    schmeißt mich vor dich auf den kalten Boden,
    wo ich im Grunde auch hingehöre, weil ich dir gehöre.
    Stelle ruhig deine Füße auf mich, ich kenne deine Füße, ich kenne dein Gewicht.
    Mich zieht es mittlerweile längst hin zu deiner dreckigen, verschwitzen Wäsche.

    Irgendwo erzählt jemand etwas über Pornographie, und wir lassen sie schwätzen!.
    Klar bin ich für so etwas käuflich, dreißig Euro, um genau zu sein, soll hier jeder wissen,
    doch ich lächele dir dafür stets mit meinem kleinen Mädchengesicht entgegen.
    Liebe ist... habe ich auf mir vermerken lassen.
    Das sitzt tief in mir drin, und geht auch nie mehr ab.
    Jeder soll es wissen, jeder soll die Botschaft lesen.
    Liebe ist … den anderen ordentlich abzurubbeln, wenn er nass ist.
    Schmeiß mich nun zu deinen Höschen,
    und dann wasch mich rein, mein Leben braucht den Schleudergang
    sonst fühle ich mich schlapp, gefaltet, zusammengelegt und irgendwie tot!

    Will dir gleich nächste Woche wieder
    ein frisches, duftendes, kleinkariertes Frotteehandtuch sein.
    Wie jeden Montag nach deiner Sauna.
    Geändert von Anjulaenga (02.09.2016 um 11:25 Uhr)

  2. #2
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    Ich kenne "die andere Seite" nicht, aber die eine reicht mir, um neidisch zu sein auf Idee und Umsetzung.
    (Und bleich zu werden beim Gedanken, du hättest das nicht in Prosa schreiben wollen...)
    Mit bewundernden Grüssen
    w27

    P.S. Die "Anspielung" auf die Schwätzer müsste nicht sein. Der Text wäre noch besser ohne dieses kurze "Achtung Aufnahme!"-Schildchen.

  3. #3
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    Liebe/r asnfkjahsdfkjsaf,

    danke für dein freundliches feedback. Die Idee zu dieser Handtuchgeschichte ist in der Auseinandersetzung und Definition von Pornographie entstanden ( auf allen Vieren von Sickness unter Erotik) In der Regel versuche ich mich an anderen Themen, die ich von außen in das Forum hereintrage, damit nicht zuviel im eigenen Saft geschmort und replikt wird.
    Ähnlich wie die Burkadiskussion sind es Themen, bei welcher u.U. die eigene Positionierung gefordert sein mag, was für mich und meine eigene Meinungsbildung auch wichtig ist. Obwohl es Diskussionen sind, welche bisweilen bis an die Grenzen der Absurdität gehen, sehe ich keine verrückten Dichter/innen vor mir. Denen wird es wohl möglich ähnlich ergehen, wenn sie mit Themen konfrontiert werden.
    Manche( mich eingeschlossen ) hängen vielleicht zu sehr in diesem Forum ab, und dabei entsteht manche Maßlosigkeit. Es wird zu viel, zu spät, zu lange, und zu oft gebrütet.
    Mich springen darüber hinaus Klugscheißerei, Arroganz, Eitelkeit, Koketterien, Dummheit, Voreingenommenheit, Halsstarrigkeit etc. enorm an. ,,Das alles spiegelt nur meine eigenen Anteile wieder", würde mir vielleicht sofort mancher Psycho- Profi voreilig konstatieren. Das ist dann aber auch schon alles, und ich lasse es so stehen. es geht mir dabei nicht um eine Hähnchenjagd, sonderen darum, mich dem anderen mitzuteilen. Schließlich ist das ein Quell meines Schaffens. Ich bewundere die Gelassenheit vieler (vermutlich älterer ) Forumsteilnehmer/innen, und manchmal geht mir deren Anteilnahmslosigkeit und Neutralität gleichermaßen auf den Senkel. Wie du siehst, nähere ich mich dem anderen nie ohne Emotion, und bei dir ist das offensichtlich genauso.
    Ich gehe davon aus, dass jeder weibliche und männliche Anteile in sich trägt. Darüberhinaus liegt die Herausforderung eines ambivalenten Avatars für mich darin, mich auf die männliche, bzw. weibliche Seite zu begeben. Eine meiner Grundmotivationen zu Schreiben besteht u.a. darin, das andere Geschlecht besser zu verstehen, was für mich oft mühsam ist ( übrigens in beide Richtungen).
    L.G.A.

    Liebe wilma27,

    in der Tat wollte ich diesen Text zuerst lyrisch umsetzen, doch das Handtuch wurde immer länger. Dass ich es dem einen oder anderen Schwätzer als feuchten Lappen um die Ohren hauen wollte, stimmt natürlich auch. In neutraler Runde hätte ich das Ende etwas anderes gestaltet. Hier passt es schon Danke für deine Rückmeldung, L.G.A.

  4. #4
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    Lieber asnfkjahsdfkjsaf,

    du outest dich als Mann, wobei du uns den Beweis wohl immer schuldig bleiben wirst, und wobei diese Tatsache mit meinem Handtuch- Gedicht nicht das Geringsten zu tun haben wird. Von daher ist es mir in der Diskussion hier zu 100% egal, und ich will dir abnehmen, dass du ein Prachtkerl von einem Mann bist. Es mag vielleicht in der Rollenauffassung interessant sein, wie ein Mann, bzw. wie eine Frau auf dieses Por? No! Thema anspringt, und ob es da eventuelle Unterschiede gibt zwischen Handtüchern und Waschlappen. Wir wären bestimmt einige Male überrascht, wenn wir uns 1:1 gegenüber säßen, und das gleiche nochmals äußern sollten. Da dem nicht so ist und es sehr wahrscheinlich nie dazu kommen wird, können wir hier nach Herzenslust unsere Alter Egos bemühen, auf große Hose machen, die Zähne zeigen, oder Wunsch- Rollen durchdeklinieren, egal wie durchgeknallt uns danach das Gegenüber erscheinen mag.
    Das mag dich nerven, ermöglicht dem einzelnen vielleicht aber auch, sein Repertoire auf Tabuthemen oder schwierigere Themen auszuweiten, um spielerisch mit dem umzugehen, was einem der innere Zensor im normalen Alltagsleben verbietet.
    Von daher sind mir offensichtliche Kunstfiguren, welche hier auf Bad Guy machen, oder den arroganten Oberlehrer spielen auf eine Weise vertraut und abstoßend zugleich. Es ermöglicht zumindest aber auch, in die Zwischenetagen der Kommunikation zu rutschen, je nachdem, wie interessant sich der Dialog gestaltet. Das ist natürlich oft auch eine Frage der Chemie, ob es zünden will oder nicht, und welches Bild wir uns vom Gegegnüber machen wollen. Die eigentliche nüchterne Gruppenbeurteilung von Gedichten ist für mich genauso langweilig, wie pädagogisch bemühtes Loben oder oberflächliches Facebook- Gequatsche, welches offensichtlich Langeweile vertreiben soll; von dem ich aber nach drei Sekunden vergessen habe, worum es hier eigentlich geht. Danke für deine Rückmeldung, deinen ,,Transenhinweis" konnte ich nicht direkt verwerten. Aber auch dort erfüllen die Handtücher ähnliche Funktionen, wie ich von mir selbst weiß . L.G.A.

  5. #5
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    Lieber asnfkjahsdfkjsa

    aber da gehen wir doch völlig d'accord. Das ist kein Porno und Punkt. Der Text war ja auch viel mehr dazu angedacht, die ,,Pornofraktion" zu ärgern, und Frau wilma hatte es anscheinend auch so verstanden.

    Das Cave - Gedicht gehört an anderer Stelle abgehandelt, dort, wo ich es eingestellt hatte.

    Ob du es outen, behaupten, oder sagen nennst, bedeutet für mich gleichermaßen, dass ich im Ergebnis nur annehmen kann , dass du ein Mann bist. Und da habe ich mittlerweile auch nicht mehr die geringsten Zweifel dran.
    Wenn für dich eine große Notwendigkeit zur Darstellung der ,,wahren" Identität besteht, empfehle ich dir einen entsprechenden Wohnzimmer- Faden zu eröffnen, denn meinen Beitrag sehe ich hierbei thematisch nicht weiter fortgeführt. Wenn es jemandem wichtig erscheint, kann er sich ja Else oder Gustav nennen, um dem anderen zu signalisieren, mit welchem Geschlecht er/sie angesprochen werden möchte. Deine Buchstabenkombination sind im übrigen ja auch nicht gerade sehr aufschlussreich. Viel interessanter wäre für mich z.B. das Alter, der soziale Kontext, ggf. auch der Beruf des/ r Autoren / in. Es gibt etliche Frauen, die schreiben wie Männer und umgekehrt. Hinter anamolie hatte ich jahrelang eine Frauenfigur vermutet, während sie einem Freund von mir eindeutig als Mann identifiziert wurde.
    Was solls, solche unbekannten Größen werde ich mir in den meisten Fällen in meiner Black Box zurecht denken müssen. Ich will mich ja schließlich auch ein Stückchen vom Autor /in befreien, um das Werk anzuschauen. Im übrigen lassen sich gerade beim professionellen Schreiben etliche Beispiele von Pseudonymen finden, durch welche die Identität bedeckt gehalten wurde. Das ist m.Ea. auch völlig legitim, und kein Fall von Vampirismus, Zoo oder gar Hölle, musse jetzt einfach mal 'n bisschen aushalten können. L.G.A.

  6. #6
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    Lieber asnfkjahsdfkjsaf,

    danke für deine intensive Beschäftigung mit dem Text. Ich hatte die Mann / Frau - Problematik nicht so leicht erkennen können. L.G.A.

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