Es gab einmal einen Mann der hatte einen Schalter erfunden. Er brachte ihn kunstfertig an seinem Körper an, aber er erzählte niemandem davon. Es war ein Glücksschalter, wenn er ihn drückte verschwand alle Traurigkeit oder Angst und er fühlte sich zufrieden und glücklich. Eine tolle Erfindung!

An einem Morgen ging der Mann durch die Straßen seiner Stadt um in seiner Lieblingskneipe ausgiebig zu frühstücken. Es zogen dunkle Wolken auf aber das war ja nicht so wichtig. Der Mann drückte einfach seinen Schalter und es ging alles sehr gut. Das ist das Leben, dachte er, ich weiß jetzt daß ich das Leben gefunden habe. Man muß einfach nur glücklich sein, dann geht alles!

Er erreichte das Lokal und betrat es durch die neue Tür aus Glas und Stahl. Es war eigentlich eine einfache Kneipe aber die Tür machte viel her. Irgendwie sah die Kneipe so international aus, wie ein wichtiges und gutbesuchtes Cafe. Dem war aber nicht so wenn man das Interieur betrachtete. Aber gut besucht war die Kneipe trotzdem. Die Handballmannschaft war da und feierte immer noch, wenn die Gesten und lauten Gespräche auch schon morgendlich lahm waren.

Der Mann setzte sich an seinen Tisch und betätigte heimlich mehrmals seinen Schalter. Er war sehr sehr glücklich. Ich nehme 5 Glas Bier, sagte er zum herbeigeeilten Keller, und sagen sie bitte der Carmelia daß sie sich nicht zu mir setzen soll. Der Kellner war verdutzt und fragte nach, wollen sie wirklich 5 Glas Bier trinken? Ja, sagte der Mann und setzte grimmig dazu, das brauche ich jetzt. Aber warum denn, fragte der Kellner, ein Glas reicht doch aus? Naja, sagte der Mann, ich verstehe jetzt wie es ist glücklich zu sein. Das muß ich mit 5 Glas Bier feiern, nicht bloß mit einem.

Der Kellner eilte davon. Der Mann lächelte. Das muß Leben sein, Glück und viel Bier. Irgendwie merkte er einen leichten Rausch in sich und drückte noch einmal auf seinen Schalter. Glück ist wichtig!

Eine Viertelstunde später stand Carmelia auf und näherte sich dem Mann. Hallo, sagte sie, wir reden doch sonst immer miteinander wenn du vorbeikommst? Was ist denn los mit dir?

Der Mann sagte, es ist nicht so wichtig. Ich habe ein Rätsel gelöst. Ich bin ein anderer Mensch geworden.

Carmelia seufzte tief, und fragte, was ist denn mit dir nun auf einmal los? Welches Rätsel hast du gelöst?

Der Mann nahm einen tiefen Schluck aus seinem Bierglas. Er sagte, ich weiß jetzt wie ich auch einmal sehr glücklich sein kann. Ich brauche nichts mehr. Du wirst das nicht verstehen.

Carmelia fragte, hast du dich verliebt? So siehst du aber gar nicht aus!

Der Mann antwortete leise, ich habe etwas besseres gefunden als die Liebe. Die Liebe spielt nur, jetzt habe ich den Ernst gefunden. Und er nahm einen weiteren großen Schluck. Und weil ihn Carmelia irgendwie nervte drückte er heimlich noch einmal feste auf den Schalter.

Carmelia, du mußt nun gehen. Ich weiß schon. Ich weiß schon. Ich bitte dich aber zu gehen. Du hast mich früher immer verstanden, und ich dich, aber das ist nun nicht so wichtig.

Unten in der Hölle bemerkte der Teufel ein Ruckeln in seinem metaphysischen Sinn. Er wußte, irgendjemand hatte die Liebe verraten und wollte nun alles anders machen als früher. Der Teufel freute sich sehr und schickte seinen Unterteufel Hans auf die Spur. Solche Menschen waren ja eine Freude für die Teufel!

Oben bemerkte der Mann plötzlich einen unangenehm stechenden Geruch, und er griff in seine Tasche und drückte mehrmals auf seinen Schalter. Mann war der Geruch angenehm. Ihn störte nicht einmal das traurige Lied was da eben spielte in seiner Kneipe, und daß Carmelia ganz mitgenommen am Tresen saß störte ihn auch nicht. Er hatte den Schalter so gebaut daß er die Wirkung hatte auch das Unglück anderer Menschen anders zu deuten. Carmelia erschien dem Mann also auch sehr glücklich.

Hans der Teufel fühlte sich gleich in seinem Element. Er schnippte mit den Fingern und hatte plötzlich einen schwarzen Anzug an. Und damit ging er auch gleich in die Kneipe.

Der Mann mußte gerade lachen. Er trank gerade sein viertes Bier. Da bemerkte er Hans der in die Kneipe eintrat und gleich stracks auf ihn zuging. Guten Tag, sagte der Teufel verschmitzt. Guten Tag, sagte der Mann und drückte schnell auf den Schalter. Er wollte bei jedem Gespräch gleich glücklich sein um nicht zu vergessen das er glücklich war. Er würde immer glücklich sei, und er fühlte sich bei diesem Gedanken sehr wohl.

Hans sagte, nun, werter Mann, wollen sie einmal mit mir kommen? Der Mann sagte, wozu denn? Der Teufel sagte, ich kann dir zeigen wie es nach dem Tod aussieht. Der Mann bekam einen Schreck und griff in die Tasche und drückte mehrmals seinen Schalter. Da ging es wieder. Der Tod, sagte der Mann lachend, der Tod interessiert mich nicht. Bestellen sie sich ein Bier.

Ein Bier kann aber nicht machen daß sie nicht auch einmal sterben werden, sagte Hans. Sie müssen schon wissen was nach dem Tod geschieht.

Da sagte der Mann, ich werde dann glücklich sein denn ich weiß was ich tun muß. Sie wissen aber gar nicht was dann ist, sagte der Teufel. Machen sie nicht so einen Dunst, sagte der Mann.

Hmm, dachte der Teufel, dieser Mann ist etwas schwierig, aber eigentlich gehört er schon zu uns. Plötzlich sackte er aber wie vom Blitz getroffen zusammen. Hinter ihm stand Carmelia mit einer großen Bratpfanne in der Hand. Und der Koch Erwin.

Der Mann wußte nicht was er sagen sollte. Carmelia sagte, ich wußte gleich was los war als ich diesen Geruch wahrnahm. Du bist betrunken. Erwin schafft dich nach Hause.

Der Mann griff in die Tasche und drückte seinen Schalter tief hinein. Er sprang auf den Tisch und begann zu singen, ich weiß was du bist, liebes Schicksal. Du bist alles Gute und du bist mein mein mein. Und ich bin dein dein dein. Plötzlich sackte auch er zusammen. Hinter ihm stand Carmelia wieder mit der Bratpfanne.

Los Erwin, mein Freund ist irgendwie krank. Wir leben in einer Stadt des Wissens, da werden wir herausfinden was los ist.

(to be continued)