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Thema: Immerzu

  1. #16
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    Du gehst nicht auf mein Hauptargument ein. Es ist nicht gestattet, öffentlich und ungenehmigt einen werkgebunden Text auszutauschen. Ein Gesetz muss ja so formuliert sein, dass es für viele mögliche Streitfälle anwendbar ist. Das Urheberbearbeitungsrecht spricht eine klare Sprache. Das Prinzip der Werkgebundenheit ist wohl nicht unumstritten. Ich gehöre zu den Befürwortern, obwohl ich deshalb auf die Verlffentlichung schöne Texte verzichten musste, für die ich aus den unterschiedlichsten Gründen keine Genehmigung erhielt.

    Es geht doch gar nicht darum, dass die Musik nicht gespielt wurde. Ich wette, fast alle Besucher dieses Threads haben sich Donna Donna angehört, um Watsis Textergeschick besser einschätzen zu können. Die Musik war garantiert fast immer anwesend.

    Und was hören sie? Eine wunderbare Musik, auf der fast jeder metrisch passenden Text funktioniert. Aber wie kommt "Donna Donna" überhaupt ins Internet? Ich behaupte mal, weil es einen wunderbaren Text hat, der damals Millionen Menschen berührte. Und diesen Erfolgs-Text sollte man nach Belieben ändern oder gar austauschen dürfen? Oder anders gesagt: Jeder darf ungefragt auf seiner Erfolgswelle mitschwimmen dürfen? Da streiten sich Gerichte um Firmennamen, aber als Texter darf man am "Donna Donna" Erfollg partizipieren, ohne den Originaltexter zu fragen?

    Nein, sagt das Urheberbearbeitungsrecht. Ein Werk darf nicht ohne Genehmigung verändert werden! Jedenfalls nicht öffentlich. Man darf es covern. Man darf mit dem Arrangement experimentieren. Aber eine prinzipielle Veränderung ist genehmigungspflichtig. Zu den klarsten Veränderungen zählen natürlich Nachdichtung ODER völlig neue Texte, sogenannte Spezialtexte.

    So ist aus meiner nicht ganz praxisfremden Sicht die Rechtslage. Watsi hätte ihren Text nicht als Spezialtext von "Donna Donna" kenntlich machen dürfen.

    Möglich sind wohl nur, wie ich von Kollegen weiß, Karrikaturen eines Werkes. Ob Spezialtext oder Karrikatur, darüber entscheiden vermutlich meistens Gerichte.

    Wohlbemerkt: ich mach hier kein Fass auf. Obwohl jeder auf der Welt meine Bedenken lesen kann. Genauso wie Watsis Text. Mir geht es um die Diskussion. Wer weiß, vielleicht stößt mal ein Jurist auf unsere Diskussion...

    --------

    OT:

    ich hab hab es schon mal irgendwo geschrieben: ich war mal als Texter an einem relativ bekannten bekannten Titel beteiligt. Jahre später habe ich selber vertont und bin mit dieser Version aufgetreten. Daraufhin schrieb mir der Originalkomponist: "das beleidigt mich jetzt aber, denn das wirkt ja so, als wäre meine Musik nicht gut genug für deinen Text. Soll ich jetzt als Antwort meine Musik neu betexten? " - Wir wandten uns an einen Urheberechts-Anwalt. Und so erfuhr ich vom Prinzip der Werkgebundenheit und der damit verbundenen Geltung des Urheberbearbeitungsrechtes.
    Ich verzichtete auf meine Komposition - und hab zum Lohn noch einige schöne Cds mit dem Komponisten veröffentlichen dürfen.
    Geändert von Artname (08.01.2017 um 21:06 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  2. #17
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    das klingt nach einer schönen geschichte, in der du eine rolle spielst.

    den vorliegenden fall sehe ich leicht von dem geschilderten verschieden. ob dazu das gesetz klare aussagen macht, weiss ich nicht.

    mir kommen da szenen in den sinn, wo zum beispiel ein bräutigam vor zweihundert hochzeitsgästen "marmor, stein und eisen bricht" klampft und singt. sein lohn sind das glück und die braut. vielleicht ein kleiner auftrag für die hochzeit eines freundes?

    oder eine trauergemeinde in der kirche lauscht, wie eine gute bekannte des verstorbenen einen dylan-song vorträgt und dafür ein essen, wein und einen büchergutschein über fünzig franken bekommt?

    "profitieren" die von der arbeit der komponisten und texter?

    wo in diesem graubereich ist watsis bearbeitung zu suchen? gibt es für "zugänglichkeit" und "verwertbarkeit" von internet-postings kategorien oder wird alles über einen kamm geschoren?

    eigentlich setzen sich ja unsere mods mitsolchen fragen ab und zu auseinander. vielleicht kann jemand von ihnen zu watsis "vergehen oder nicht vergehen" stellung nehmen?

    w27

  3. #18
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    Mönnich wilma, ich dachte, dir wäre der Unterschied zwischen Verwertungsrecht und Urheberpersönlichkeitsrecht klar. Das Verwertungsrecht regelt die Vergütung der Nutzung eines UNVERÄNDERTEN Werkes . Für die Nutzung von Lieder zahlt der Nutzer in der Regel Tantiemen an die Autoren. Zur unveränderten Nutzung eines Werkes ist im Prinzip jeder berechtigt! In der Musik heißt dieser Nutzungs-Prozeß "Covern". Darum geht es aber in KEINEM meiner Beiträge!!!

    Im Gegensatz dazu dient das Urheberpersönlichkeitsrecht (Urheberbearbeitungsrecht) dem inhaltlichen Schutz des Werkes. Unter anderem ist da geregelt, dass alle Werkänderungen von der Zustimmung des Urhebers abhängig sind. Darum und nur darum geht es in meinen Beiträgen

    1. "Marmorstein..." auf Hochzeit = Coversong = Verwertungsrecht (nicht von der Zustimmung der Autors abhängig)
    2. Dylansong auf Trauerfeier = Coversong
    3. Spezialtext für Donna Donna = Songbearbeitung = Urheberbearbeitungrecht ( von der Zustimmung des Urhebers abhängig)

    Ich wollte mich eben nicht an die Mods wenden, da sie aus meiner Sicht den Sachverhalt einer Werkbearbeitung sehen müßten und deshalb den Donna-Bezug löschen müßten. Dann können sie aber auch gleich den ganzen Thread löschen. Daran ist mir nicht gelegen. Ich wollte diskutieren und auch ein wenig informieren. Aber nicht löschen lassen.

    Also ziehe ich mich zu den schlafenden Hunden zurück.

    ciao
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  4. #19
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    Hallo ihr,

    mit Freude lese ich (auch) eure Auseinandersetzung mit dem Text. Wie ich es gleich zu Beginn anmerkte, wilma, deine Kritk war hilfreich. Ich wusste, dass mich etwas störte, hätte es aber nicht benennen können.
    Flocke, deine Beiträge haben mir verdeutlicht, was an der Verbindung mit der vorgegebenen Melodie stören kann; andererseits hat mir dein wohlwollender Blick auf Textteile Mut gemacht, nicht alles "in die Tonne zu kloppen", deine weitergehenden Präzisierungen, wilma, schließlich auch.

    Lieber Artname, seit du das mit den Rechten erwähntest, glaube ich, ein Missverständnis aufklären zu müssen.
    Ich sehe meinen Text nicht als "Nachdichtung" zu "Donna, donna", ich sehe meinen Text in keinster Weise in Zusammenhang zum Text dieses Liedes.
    Ich schreibe gerne auch Liedtexte. Zum einen, weil ich gerne singe, zum anderen weil ich Lieder als Träger von Botschaften schätze, und deren ritualisierte Wiederholung an Festtagen diese bereichern können. Ich bin außerdem Agnostikerin und seit 7 Jahren verantwortlich für das Konzept, die Ausführung und Herausgabe des "Gottlosen Feiertagskalenders". In diesem werden die üblichen christlichen Feiertage durch von mir so benannte weltlichen Feiertage ersetzt. "Buß- und Bet-Tag" wird zum Beispiel zum "Tag der Selbstliebe", die drei Weihnachtsfeiertage werden zu den "Glückstagen", konkret zum "Tag des Genusses", dem "Tag der Selbstverwirklichung" und dem "Tag der höheren Aufgabe".
    Wer mehr wissen möchte, kann sich zum Stichwort "dergottlosefeiertagskalender" im Internet schlau machen oder auch gerne per PN nachfragen.

    Leider bin ich keine Musikerin. Ich schreibe und erfinde also mal nicht eben grade so eine gute Melodie. Also setze ich auf den Bekanntheitsgrad einigermaßen bekannter Melodien und lege darüber meine Texte. Ich erwähne zwar den Namen der Liedmelodien (z.B. "Ihr Kinderlein kommet", "Oh Tannenbaum", "Oh du Fröhliche", "Großer Gott wir loben dich" (ich glaube, das sind übrigens alles Melodien, die als "gemeinfrei" gelten, und die ich dann wahrscheinlich sogar als Noten mit abdrucken dürfte), aber eben auch "Die Gedanken sind frei" oder "Donna, donna"), aber wenn den LeserInnen diese Vorgabe nicht bekannt ist, bekommen sie zumindest von mir keinerlei Hilfe in die Hand, diese Melodie mit meinem Text zusammen zu bringen.

    Ich bin also durch Veröffentlichung meiner Texte im Kalender plus der Namensnennung der dazu passenden Melodie Nutznießerin der Bekanntheit der gewählten Melodien, aber voll und ganz auf das Gedächtnis der Lesenden angewiesen. Ich dachte, damit wäre ich auf der sicheren Seite.

    Für mich ist also "Donna, donna" auch ein sehr schönes, ergreifendes Lied und ebenfalls mit besonderen Erinnerungen gekoppelt, allerdings weniger mit den tragischen, die viele damit verbinden, sondern mit relativ unbeschwerter Jugendzeit, Gitarren am Lagerfeuer und gemeinsames fröhliches Singen trotz des dramatischen Textes und der leicht melancholischen Melodie.

    Ich kann deshalb auch einen Text wie "Immerzu" ohne Probleme auf eine solche Melodie legen und das Lied entsprechend seines Inhalts leicht und luftig, "sanft schwebend" und sinnenfroh interpretierend singen.

    Aber der Text:
    ich denke, ich sehe jetzt schon seine Schwächen.
    Lieber Wilma, ich bin nicht mit jedem aufgezählten Punkt einverstanden, z.B. dass du das "so endet sanftes Schweben nie", also das "so" speziell als pädagogisierend ansiehst, da will ich dir nicht folgen.
    Anders sieht es mit Wörter wie "Frust", "Job", vielleicht auch "Energie" aus. Die erscheinen mir inzwischen auch von einer unpassenden Sprachebene hereingerutscht zu sein. Da muss ich mir wohl was anderes einfallen lassen. Bin aber durchaus für konkrete Ersatzvorschläge dankbar.

    Ich melde mich gerne wieder, wenn mir Änderungen geglückt zu haben scheinen.

    ("....geglückt zu haben scheinen."? Ist das noch deutsch? Oder ists dafür zu spät? Und hab ich jetzt schlafende Hunde geweckt? Fragen über Fragen. Ich geh schlafen.)
    Bis später

    Grüße
    watsi
    Geändert von watsi (09.01.2017 um 06:44 Uhr)
    Lass kommen...

  5. #20
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    ULiebe Watsi,

    da du (leider) von dir aus wieder das Thema aufnimmst: ich schrieb doch ganz eindeutig, dass auch ich den Text natürlich nicht für eine Nachdichtung halte! Ein neuer Text auf ein Lied heißt SPEZALTEXT. Aber auch der muss vom Originaltexter genehmigt werden. Das sieht das Urheberrecht und hier wieder das Urheberbearbeitungsrecht so vor.

    Du schreibst explizit: "Nach der Melodie von "Donna Donna". Das erfüllt mMn völlig den Tatbestand des Spezialtextes. Würdest du das in den Kredits weglassen und statt dessen irgendwo in den Kommentaren (falls dann eine Diskussion überhaupt entstünde) auf den Enstehungsprozess verweisen, wäre das mMn völlig legitim. So aber wirbst du wie ein asiatisches Unternehmen mit einen Markennamen, für den du keinerlei Vertretungsrecht besitzt. Du nennst es verharmlosend "auf den Bekanntheitsgrad des Liedes setzen"....

    Früher, wo auf Schallplatte häufig Spezialtexte in dt. Sprache veröffentlicht wurden, gab es mMn selten Gerichtsprozesse wegen ungenehmigter Veröffentlichung. Meistens bekamen es die Originalautoren schlicht und einfach nicht mit!

    Das hat sich in Zeiten des Internets geändert. Die Verlage, die das Original verlegten, brauchen heute nur das Stichwort "Donna Donna" und "lyrics" oder "Text" einzugeben... und schon kommen sie auch auf die ungenehmigten Spezialtexte. Mir hat eine deutsche Subverlegerin vor 3 Jahren mal erzählt, dass ihre amerikanischen Originalverlage sie beauftragten, nach derartigen ungenehmigten Spezialtexten zu suchen. Warum auch immer, es gibt momentan auffällig wenig Songveröffentlichungen mit Nachdichtungen oder Spezialtexten. Daran wird die Genehmigungspraxis einen Anteil haben.

    Man muß recherchieren, wer die Autoren sind. Dafür reicht normalerweise die Datenbank auf der Gema-Website. Dort findet man auch die Verlage. An die muß der Antrag gestellt werden. Der muss eine Rückübersetzung des deutschen Textes ins Englische beinhalten, damit die Autoren entscheiden können, ob der Inhalt des Spezialtextes in ihrem Sinne ist oder nicht.

    Nun könnte man einwenden: Auf youtube gibt es tausende solcher (garantiert ungenehmigten) Spezialtexte. Das dürfte ja beweisen, dass sich die Zeiten geändert haben.
    Darauf möchte ich einerseits erwidern, dass alle Insider angeblich die Praxis der Autohersteller kannten, den Schadstoffaustoß zu manipulieren. Man hatte das wohl als geduldete Rechtstoleranz eingeschätzt. Bis, ja bis die Amis gegenüber VW den Stein ins Rollen brachten. Und andererseits finde ich es eben auch gut, dass Autoren noch (!) das Recht haben, ihre Originalurheberschaft so mächtig gegen Mißbrauch zu schützen.

    Letztlich zeigt mir diese Diskussion, wie (scheinbar?) naiv einige Dichter damit umgehen, dass sie Urheber mit mächtigen juristerablen Rechten, aber auch Pflichten sind. Das Urheberrecht ist in Musikerforen ein Dauerbrenner.

    So liebe Watsi, mach was du willst. Ich bin Realist. Ob dich meine moralischen und rechtlichen Bedenken überzeugen, liegt nicht mehr in meiner Hand.

    Lg

    EDIT: Oops, ich hatte glatt überlesen, dass du ja durchaus darauf achtest, was "gemeinfrei" - oder sagen wir mal "urheberrechtsfrei" ist! Und was eventuell nicht. Ja, nach deutschem Recht erlöschen die Rechte des Urhebers 70 Jahre nach seinem Tod. So gesehen, ist natürlich auch "die Gedanken sind frei" frei für jegliche Bearbeitung. Aber garantiert nicht Donna Donna"

    Bei Noten mußt man wiederum vorsichtig sein. Wenn du ungenehmigt das Notenbild eines Musikverlages veröffentlichst, kann der rechtlich gegen dich vorgehen, weil sein spezieller Notdruck ebenfalls rechtlich geschützt ist. Selbst wenn das Lied hunderte Jahre alt ist - die Rechte für das spezielle Notenbild sind es nicht. Es gibt wirklich Verlage, die so etwas abmahnen. Ich las das kürzlich bei Kollegen. Also entweder Genehmigung einholen oder sich für ein Trinkgeld (mit Quittung) von einem Musiker notieren lassen.
    Geändert von Artname (09.01.2017 um 13:58 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  6. #21
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    Danke, artname, für deine Recherche. Ich werde dem sicher nachgehen. Die Logik mit dem "Spezialtext" will mir noch immer nicht einleuchten; auch andere Befragte äußerten sich eher verwundert darüber, dass das Erwähnen einer möglichen (bekannten) Melodie den darauf folgenden Text erst interessant und lesenswert machen soll. Einer meinte, dass es hoffentlich in einem Gedichte-Forum keinen Hinweis auf Inspirationen, Ähnlichkeiten mit anderen Gedichten oder Verehrung anderer AutorInnen brauche, damit ein Gedicht die Chance hat, interessiert gelesen zu werden.
    Sicher lese ich hier nicht alles, wähle zum Beispiel nach Genre und AutorIn aus. Aber ein Hinweis für eine wie auch immer geartete Beziehung zu Goethe und Konsorten könnte mich jetzt nicht von vorne herein mehr anziehen, als es das Gedicht als solches auch ohne diesen Hinweis schaffen würde.

    Wo du mich gepackt hast, ist dein Hinweis auf die Moral, oder besser mein vorhandenes Bewusstsein hinsichtlich einer anzuerkennenden Ethik.
    Es ist ganz klar, dass ich eine Melodie brauchte, um den Text verfassen zu können. Ohne eine feststehende, immer wieder zu wiederholende Melodie gäbe es diesen Text, so wie er da steht (auch wenn er verbesserungswürdig ist) nicht. Ich habe also die Arbeit eines/einer Komponisten/Kompomistin genutzt. Als Teil meines Kalenders aber macht er vielleicht ein hundertstel aus. Potenziert mit der eher geringen Auflage, kann ich aus dem Gebrauch max. 1,50€ verdienen. Wenn ich offiziell Gebühren zahlen müsste, von welchem Bereich, welcher Größenordnung sprechen wir da überhaupt? Ich wäre durchaus bereit, einen kleinen Obulus zu bezahlen, auch wenn es offiziell kein Anrecht des Autors, der Autorin gäbe........Mal sehen, was meine Nachforschungen ergeben.....

    Hier noch der leicht veränderte Refrain, 1. und 2. Strophe, jeweils mit dem Text der Erst-Fassung zum direkten schnellen Vergleich:


    (alte Version kursiv)

    (Frust zu Hause, ja, auch im Job kein Lob, wie soll es mir da schon geh'n?
    Hab zu fast nichts Lust, fühl mich ganz allein, träumte, es wäre einfach schön
    wenn ich viele Plätze hätt, wo jemand Wärme gibt
    wo Trost und Freude mich umfängt, wo es nur heißt: Kommt! Liebt!)

    1.
    Meine Welt zeigt sich leer und kalt und krank, kann nicht mehr so weiter geh'n,
    fühl mich ganz allein, träume vor mich hin, ach es wär einfach wunderschön
    wenn die Wolken Wiesen wär'n, wo es nur Wärme gibt
    wo Trost und Freude mich umfängt, und es dort heißt: "Kommt! Liebt!"


    (Immerzu nur Lust und Zärtlichkeit, Leidenschaft und mehr Energie
    Immerzu nur „komm ich halte dich“, so endet sanftes Schweben nie.)

    Refrain:
    Immerzu nur Lust und Zärtlichkeit, Berührung, Wärme, Symphonie
    Immerzu nur "Komm! Ich halte dich!", so endet sanftes Schweben nie.


    (Müsst nichts Festes sein, will nichts ganz allein, spreche keine Bedingung aus
    Worte braucht es nicht, oder nicht sehr viel, uns're Lust jagt den Frust hinaus
    ich sag hallo und schau dich an, du schaust ganz tief zurück
    dann schenkst du mir und dir nur Zeit für Gier und Haut und Glück)


    2.
    Nichts muss immer sein, will nchts ganz allein, spreche keine Bedingung aus.
    Worte nähren uns, Stille tut es auch, schließen Kälte und Ängste aus.
    Augenblicke reichen tief, Gier wogt und führt uns dann;
    Tränen werden aufgelöst, das Lachen steigt heran

    Refrain:
    Immerzu nur Lust und Zärtlichkeit, Berührung, Wärme, Symphonie
    Immerzu nur "Komm! Ich halte dich!", so endet sanftes Schweben nie.


    Besser?

    Grüße

    watsi
    Geändert von watsi (12.01.2017 um 01:10 Uhr)
    Lass kommen...

  7. #22
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    Hallo Watsi,

    zum letzten Male: Ich "recherchiere" dieses Thema nicht! Ich habe seit vielen Jahren sehr praktischen Umgang mit diesem Thema, einen Ordner voller schriftlicher Genehmigungen und Verträge.

    Dass du hier als Rechtfertigung anonyme Bekannte zitierst, spricht aus meiner Sicht nicht gerade für einen seriösen Umgang mit dem Thema!!!

    Im Netz findest du das "Urheberrecht" und viele Kommentare. Von der GEMA bis hin zu Anwälten. Ich empfehle beispielsweise den Artikel "Urheberrechte und deine Rechte – Übersetzen von Liedtexten" von zwei bekannten Urheberrechtsanwälten. Da geht es nicht etwa nur um Übersetzung, sondern um JEDE Veröffentlichung von Bearbeitungen. Vielleicht wendest dich mal schriftlich an sie. Oder du stellst in der Rechtsecke eines Musikerforums die Frage (z.B. Recoding.de...Forum...Musikrecht). Da kommentieren teilweise (!) erfahrene Praktiker bzw. oder im Glücksfalle gar Anwälte.

    Zitat Zitat von Urheberrechte und deine Rechte – Übersetzen von Liedtexten
    Fazit
    Die Abgrenzung zwischen zulässiger freier Benutzung und erlaubnispflichtiger Bearbeitung ist im Einzelfall schwierig. Nur dann, wenn es sich zweifelsfrei um eine bloße „freie Benutzung“ im Sinne des § 24 UrhG handelt, bedarf es keinerlei Erlaubnis des Urhebers des Werkes, das als Anregung bzw. Inspiration gedient hat, sofern dieses im neu geschaffenen, eigenständigen Werk verblasst. Dies dürfte aber selten eindeutig der Fall sein. Wer rechtlich auf der sicheren Seite sein möchte, um ein von ihm unter Verwendung eines vorbestehenden Werkes geschaffenes Werk veröffentlichen und auswerten zu dürfen, sollte sich daher im Vorfeld um die Klärung der Rechte bemühen.
    Da ich mich immer um die Rechte bemühe, wenn ich auf Originale verweise, war ich noch nie gezwungen, über Paragraph 24 UHG nachzudenken. Aber ich schließe mich dem letzten Satz des Zitates ausdrücklich an.

    Viel Glück und Ende

    P.S. Sollte der Text auf Grund des Hinweises auf die Melodie genehmigungspflichtig sein, ist folgendes momentan übliche Praxis:

    1. Du erhältst zwar die Genehmigung zur Veröffentlichung
    2. Aber vermutlich keinerlei Verwertungsrechte. Alle entsprechenden Einnahmen gehen an die Originalautoren. Was ja in Deinem Fälle vermutlich schwer verifizierbar ist.

    Deshalb würde ICH den Hinweis auf Donna Donna weglassen. Es sei denn, es greift in diesem Falle tatsächlich Paragraf 24 Urhg.
    Geändert von Artname (12.01.2017 um 10:27 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  8. #23
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    hallo watsi
    die erste strophe klingt schon mal tausendmal schöner als zuvor. der refrain haut rhythmisch und klanglich noch nicht hin, da ist bestimmt noch vieles möglich. vielleicht mal komplett anders, einfach mal um die optik zu öffnen?
    an strophe zwei müsste man mmn nicht so radikal rumbasteln. ein wenig schaum abschöpfen würde schon reichen.


    danke, artname,
    für die erläuterungen und das zitat. damit kann man schon etwas anfangen.

    watsi kann aber unmöglich den hinweis auf die musik löschen, weil der text mit der musik zusammen ein ganz anderer ist als ohne, stimmiger als ganzes. (obwohl im refrain "mehr energie" und "sanftes schweben" mit der musik noch scheusslicher klingen als ohne...)

    den gerichtsspruch im falle von watsis donna donna fällst du gleich selber, und er klingt realistisch. also alles o.k.
    dennoch ist dein hinweis auf ein mögliches vorgehen wertvoll und ist hoffentlich so oder ähnlich auch im moderationsteil dieses forums zu finden.

    ich persönlich habe zum beispiel eine "erlkönig"-version hier im forum. ist goethe ein fall für die gema?
    im gleichen rahmen habe ich ausserdem drei "homagen", in welchen man durchaus "zitate" (teils noch lebender autoren) sehen könnte.
    hätte ich in jedem dieser fälle die gema informieren sollen? hätte das nicht einen gewissen ressourcenverschleiss bedeutet, da das ergebnis der bürokratischen abklärungen eh so herausgekommen wäre, wie du es in watsis fall voraussiehst? vielleicht ist dir nicht klar, dass wir hobbydichter hier nicht im gleichen teich schwimmen wie du als bezahlter texter.

    schönen tag euch
    w27
    Geändert von kaspar praetorius (12.01.2017 um 11:17 Uhr)

  9. #24
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    Hallo Wilma,

    nicht urheberrechtspflichtig sind (in Deutschland) alle Werke, deren Autor mindestens 71 Jahren tot ist. Umkehrschluß: Das künstlerische Werk ist bis zum 70. Todestag des Autors geschützt. In den USA gelten meines Wissens 50 Jahre.

    Gilt für alle künstlerischen Werke. Nicht nur für Musik.

    Gema ist quasi nur ein Inkassounternehmen für Musiker und Musiktexter. Hat ca 63.000 Mitglieder. Viele junge Komponisten sind nicht bei der Gema gemeldet. Deshalb ist Formulierung "Fall für die GEMA" nur für Songs relevant, aber zu kurz gegriffen.

    Die Gema würde von Komponisten und Musikdichter gegründet, um die Verwertung ihrer Kunstwerke zu kontrollieren und zu organisieren. Dafür beschließen bzw. modifizieren die sogenannten "ordentlichen" Mitglieder ( ca 1000) jedes Jahr einen Verteilungplan, der festlegt, was für live, Tonträger oder mediale Aufführungen gezahlt werden muß. Tantiemen sind prozentuale Beteiligungen. Sagen wir mal 3 Cent pro Text und tonträger. Nicht zu verwechseln mit Lizenzvereinbarungen. Die dritte Alternative sind einmalige Honorare.

    Für Dichter und Schriftsteller gibt es die VG Wort. Wie das da läuft, ist mir nicht geläufig. Aber die VG Wort ist vermutlich nicht so einnahmestark und deshalb auch nicht so wirkungsstark. Deshalb läuft die Vergütung von veröffentlichter Lyrik vermutlich eher über Lizensen und einmalige Honorare.

    Aber Leute, das Urheberrecht ist nicht nur Kohle. Das Urheberrecht schützt uns vor Mißbrauch und Verunglimpfung unserer Werke! Nicht zu unterschätzen!

    Wilma, die GEMA bzw die AG Wort sind nur zuständig dafür, Geld einzutreiben. Wenn du Zitate im Text benutzt, mußt du das im Zweifelsfall mit den Originalautoren oder deren Verlagen klären. Wobei Karrikaturen nicht genehmigungspflichtig sind.

    Prinzipell gilt natürlich: Wo kein Kläger, da kein Richter. Vermutlich haben Musik und Film mehr Anwälte in der Spur als Dichterverlage.

    so, Fokus auf Watsis Text. Nachfragen zum Urheberrecht bitte per PN.

    Lg
    Geändert von Artname (12.01.2017 um 12:42 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  10. #25
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    Ich hatte ja geschrieben, dass ich mich an den Text nochmal dran mache; hier das Ergebnis:



    Immerzu


    1.
    Welt um mich herum zeigt sich kalt und krank, kann nicht mehr so weiter geh'n,
    fühl mich ganz allein, träume vor mich hin, ach es wär einfach wunderschön
    wenn die Wolken Wiesen wär'n, wo es nur Wärme gibt
    wo Kraft und Freude mich umfängt, und es dort heißt: "Kommt! Liebt!"

    Ref.:
    Überall und immer Zärtlichkeit,
    Lust und Schauder, Trost immerzu
    Überall die Nähe die uns trägt
    in Wolken weich das ich und du

    2.
    Müsst nichts Festes sein, will nichts ganz allein, spreche keine Bedingung aus
    Worte braucht es nicht, Stille tut es auch, aus den Augen schaut Mut heraus
    ich sag hallo und seh dich an, dein Blick trifft tief zurück
    dann schenkst du mir und dir viel Zeit für Gier und Haut und Glück


    Ref.:
    Überall und immer Zärtlichkeit,
    Lust und Schauder, Trost immerzu
    Überall die Nähe die uns trägt
    in Wolken weich das ich und du



    (c) watsi 2018
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