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Thema: Immerzu

  1. #1
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    Immerzu

    Immerzu
    (nach der Melodie von „Donna donna“)

    1.
    Frust zu Hause, ja, auch im Job kein Lob, wie soll es mir da schon geh'n?
    Hab zu fast nichts Lust, fühl mich ganz allein, träumte, es wäre einfach schön
    wenn ich viele Plätze hätt, wo jemand Wärme gibt
    wo Trost und Freude mich umfängt, wo es nur heißt: Kommt! Liebt!

    Refrain:
    Immerzu nur Lust und Zärtlichkeit, Leidenschaft und mehr Energie
    Immerzu nur „komm ich halte dich“, so endet sanftes Schweben nie.

    2.
    Müsst nichts Festes sein, will nichts ganz allein, spreche keine Bedingung aus
    Worte braucht es nicht, oder nicht sehr viel, uns're Lust jagt den Frust hinaus
    ich sag hallo und schau dich an, du schaust ganz tief zurück
    dann schenkst du mir und dir nur Zeit für Gier und Haut und Glück

    Refrain:
    Immerzu nur Lust und Zärtlichkeit, Leidenschaft und mehr Energie
    Immerzu nur „komm ich halte dich“, so endet sanftes Schweben nie.

    3.
    Wenn ich dann weggeh, sind wir angefüllt, voll von Freude und Leichtigkeit
    Nichts war falsch und schwer, nichts war kompliziert, reiner Guss aus Zufriedenheit
    du brauchst mich nicht, ich brauch dich nicht, das Leben geht voran
    doch tun wir uns manchmal sehr gut, verschmelzen dann und wann

    Refrain:
    Immerzu nur Lust und Zärtlichkeit, Leidenschaft und mehr Energie
    Immerzu nur „komm ich halte dich“, so endet sanftes Schweben nie.

    4.
    Ach, wär es doch wahr, überall für uns, ja ganz einfach und leicht und klar
    wär sovieles dann heller und entspannt, Leben wär einfach wunderbar
    Sag, was hält uns davon ab, Erziehung? Konvention?
    Ich werf sie weit weit hinter mich, wähl Sinnenrebellion

    Refrain:
    Immerzu nur Lust und Zärtlichkeit, Leidenschaft und mehr Energie
    Immerzu nur „komm ich halte dich“, so endet sanftes Schweben nie.


    Text: watsi © watsis 2015 ff
    Geändert von watsi (02.01.2017 um 02:55 Uhr)
    Lass kommen...

  2. #2
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    hallo watsi

    ich interessiere mich sehr für gedichte, die eine musik transportieren.
    deine art, auf donna donna einen text zu legen, ist originell, du kopierst nicht einfach, sondern schaffst durch den neuen text eine neue musik. das spricht mich sehr an.

    aber, ein grosses aber: dein text ist in sich weder poetisch noch irgendwas, sondern eine geschwätzige, redundante aneinanderreihung von plumpen wörtern, die dir etwas sagen mögen, mir aber nur lesearbeit bedeuten.
    also musik und text tun sich hier nur rhythmisch gut. inhaltlich findet keine verschmelzung statt.

    schönen tag dir
    w27

    p.s. möglich, dass mir auch sauer aufstösst, wenn ich deinen text mit dem original vergleiche....

  3. #3
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    Aua, wilma, die Ohrfeige tut weh, ist aber wohl berechtigt. Ich habe keine Ahnung, ob ich es hinkriege, das positiv zu verändern, danke dir aber ausdrücklich für deine differenzierte Kritik, da ich bisher nur ein vages Gefühl von Verbesserungswürdigkeit hatte, aber den Finger nicht hätte eindeutig auf die richtige wunde Stelle legen können.
    Im Gegensatz zu Gedichten, die sehr dichte Sprache enthalten kann (hm, was bedeutet eigentlich dichte Sprache für mich? Mit Hilfe von beschriebenen Bildern Fakten, Gefühle, Atmosphäre, Unaussprechliches, also auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig mir Wichtiges darstellen, ausdrücken? So in etwa?) wollte ich in Liedern, die eine Botschaft transportieren sollen (und das sollen bisher alle meine Liedtexte) nicht reine Gedichttexte nutzen. Die Botschaft soll beim Singen verstanden werden können. Anders als bei Gedichten sollen sie nicht erst "erarbeitet" werden müssen.
    Nichtsdestotrotz sind weite Teile meiner Liedertexte in Alltagssprache geschrieben, selten dass Poesie drin steckt. Es ist dem Bedürfnis geschuldet, die "message" auf alle Fälle rüber bringen zu wollen, nicht zu verklausuliert zu schreiben und das Thema nicht zu treffen. Von daher ist es eine schwierige Aufgabe mMn. Aber, vielleicht kommen mir Ideen, vielleicht küsst mich bald die Muse.
    Ich werde auf sie warten.....
    Wilma, da wir gerade ein neues Jahr begonnen haben, wünsche ich mir jetzt einfach, dass es dir weiterhin Spaß macht, deine Eindrücke mitzuteilen, und dass du andererseits meiner und anderen Seelchen zuliebe deinen Spaß daran entdeckst, Kritik deutlich aber trotzdem sanft und streichelnd loszuwerden. Ist wahrscheinlich auch schwer.....
    Gruß
    watsi
    Lass kommen...

  4. #4
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    ohrfeige?

    na hör mal!
    ich habe wohl selten einen kommentar so begeistert eingeleitet. dafür könnte man ja auch danke sagen.

    und botschaften? messages? die, liebe(r) watsi. kannst du dir sonst wohin stecken. denkst du wirklich, ich verbringe fast siebzig jahre auf diesem planeten, um mir deine messages abzuholen?

    mit zucker und honig übergossene ohrfeigen, wie du sie mir samt smiley (!!!) verabreichst, sind nach meiner erfahrung genau so gewaltvoll wie offen ausgeprochene. nur weniger ehrlich.

    schönes jahr dir!
    w27

  5. #5
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    Hallo Watsi,

    Wow, ein Liedtext. Das freut mich schon mal unbesehen sehr. Kenne ja selber nur zu gut dieses wundervolle Spiel mit Tönen und Wörtern...ähm... Worten. Manchmal verstehe ich das Wunder. Meistens nicht. Und gar nicht selten ist es am nächsten Tag für immer verduftet. Naja, wie Wunder hält sind Danke für die Erinnerung an dieses wundervolle Lied. Ich hab es in meiner Jugend nur gemocht ... und liebe es soeben.

    Zitat Zitat von watsi Beitrag anzeigen
    Im Gegensatz zu Gedichten, die sehr dichte Sprache enthalten kann (hm, was bedeutet eigentlich dichte Sprache für mich? Mit Hilfe von beschriebenen Bildern Fakten, Gefühle, Atmosphäre, Unaussprechliches, also auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig mir Wichtiges darstellen, ausdrücken? So in etwa?)
    Ich finde deine Frage toll! Ja, was ist dichte Sprache? Ich würde sagen, dichte Sprache hat etwas mit der Idee oder gar nur dem Motiv des jeweiligen Textes zu tun. Dichte Sprache konzentriert sich darauf - und nur darauf. Worauf verzichtet dann also dichte Sprache? Ich würde sagen: auf alle stimmungsbedingten Assoziationen, die von der Idee wegführen. Das klingt für dich vielleicht immer noch ziemlich nichtssagend.

    Neuer Versuch: wenn ich eine gute Idee habe ( muss zwingend in EINEM Satz formulierbar sein), erkenne ich sofort Unwesentliches, Abzweigendes. Oder umgekehrt: wenn alles was mir gerade einfällt, zu meiner Idee passen könnte, hab ich garantiert keine. Aber bevor ich jetzt zu theoretisch werde: das originale "Donna Donna" hat mMn eine großartige Idee!

    Ein Kälbchen wird gefesselt zum Schlächter gefahren. Am Himmel fliegt eine Schwalbe. Der Bauer spottet: Tja, du bist halt nur ein Kälbchen.... und während dieser unheimlichen Szenerie lacht unentwegt der Wind. Im Refrain nur ein Wort: Donna. Bzw. das jiddische Donnaj=Gott. Ich verstehe diesen Refrain halb als gequältes Stöhnen, halb als Gebet: Gott o Gott!
    Wenn man jetzt noch die Entstehungszeit des Textes bedenkt: 1940/41... Judenverfolgung.... dann wird, mir jedenfalls, klar, dass diese wenigen Worte ein ganzes Leben bzw. Restleben erzählen.

    Fast möchte ich behaupten, dass extreme oder gar unlösbare Konflikte irgendwie zwangsläufig in Bilder oder Metaphern münden müssen. Beide sind ja eben der Versuch, Unerklärliches anschaulich zu machen.

    Gleichzeitig denke ich, dass verdichtetes Schreiben eben auch eine zugespitze Lebensituation voraussetzt, wo es (gefühlt) um alles geht. Im Gegensatz zu Zeiten, die scheinbar ereignislos oder wie im Flug vergehen.

    wollte ich in Liedern, die eine Botschaft transportieren sollen (und das sollen bisher alle meine Liedtexte) nicht reine Gedichttexte nutzen. Die Botschaft soll beim Singen verstanden werden können. Anders als bei Gedichten sollen sie nicht erst "erarbeitet" werden müssen.
    ich glaube, dass der Originaltext leichter zu verstehen ist als dein Text! Was du über Gedichte schreibst, ist mir zu allgemein. Viele Volkslieder sind Vertonungen von Texten bekannter Dichter. Und keins dieser Lieder muss ich mir "erarbeiten". Aber auch die poetischen Texte einer Judith Holofernes oder Lina Maly finde ich nicht anstrengend. Nein, anstrengend nicht. Poetische Lieder wollen nicht drängeln. Sie sind oft in einer Sprache geschrieben, die ich nicht VERSTEHEN muss!!! Es reicht, wenn mich ihr Tonfall leise führt. Irgendwohin, wo ich mich wohl fühle.

    So gesehen habe ich (auf den ersten Blick) Probleme mit deinen Strophen. In den originalen gibt es viele gebundene Worte:
    On a wa-ha-gon, bound for ma-ha-rket usw. Du hast allen diesen durchgeschliffenen Vokale eigene Silben zugeordnet. Dadurch hat die Strophe gefühlt zu viele Silben, was ihr spürbar die Leichtigkeit nimmt.
    Probleme auch im Refrain. Der originale wiederholt nur ein einziges Wort:Gott! Wiederholungen haben vor allem einen Vorzug: Sie prägen sich ein!!! Du hast, etwas salopp gesagt, statt dessen den Refrain zugelabert.

    Nichtsdestotrotz sind weite Teile meiner Liedertexte in Alltagssprache geschrieben, selten dass Poesie drin steckt. Es ist dem Bedürfnis geschuldet, die "message" auf alle Fälle rüber bringen zu wollen, nicht zu verklausuliert zu schreiben und das Thema nicht zu treffen. Von daher ist es eine schwierige Aufgabe mMn. Aber, vielleicht kommen mir Ideen, vielleicht küsst mich bald die Muse.
    Ich werde auf sie warten.....
    Kommt darauf an, was man unter "Poesie" versteht. Meine private Definition laut: Poetisch sind Gedanken, wenn ich zwischen ihnen viel Platz zum wandern habe. Diesen Raum bietet mir der originale Text. Deinem Text muss ich, sorry, bis zur Erschöpfung hinterher hecheln.

    Und deine Message? Ich erkenne sie, ehrlich gesagt, nicht. Wie lautet sie, in einem Satz gesagt? Im Originaltext lautet mMn die Message "Freiheit braucht Flügel". Was ist daran verklausuliert? Was geht da am Thema vorbei?

    Liebe Watsi. Meine Kritik liest sich eventuell härter, als ich sie meine. Idee, Thema, Motiv, Poesie - Über jedes dieser Stichworte kann man Bücher schreiben. Vielleicht will ich dir nur sagen, dass Teile deiner Begründung in meinen Ohren klingen, als würdest du mit Spatzen auf Kanonen schießen

    Dichtung, so leicht sie sich manchmal auch anfühlt, ist für mich sehr kompliziert. Mit der Aufforderung "schreib einfach, wie du dich fühlst" geht man als Autor noch lange nicht Banalitäten aus dem Weg. Leider...

    Alles Gute für 2017
    lg
    Geändert von Artname (03.01.2017 um 18:50 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  6. #6
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    Lieber wilma,

    sieht ganz so aus, als ticken wir da verdammt unterschiedlich. Muss mensch wohl so hinnehmen.
    Also mal der Reihe nach.
    Ja, du hast deinen Beitrag so begeistert eingeleitet, wie ich es tatsächlich noch nie von dir lesen konnte, mit der Wirkung, dass die darauf folgende Kritik umso satter saß.

    Du nennst diese Art der Kritik ehrlicher als mit smiley verzierte. Dann bin ich etwas ratlos.
    Ich kann dann nicht mehr machen, als dir meine Empfindungen schildern und darum bitten, möglichst darauf Rücksicht zu nehmen. Wenn diese Art Rücksichtnahme für dich unter "mit Zucker und Honig übergossen" und "unehrlich" fällt, hilft natürlich alles Bitten nichts. Das kann ich nachvollziehen.

    Gut, das Problem bleibt aber, dass es bei mir, in dieser Form gepostet, nach wie vor wie 'ne Ohrfeige reinhaut. Wenn ich nicht schon selbst ein gewisses nicht genauer zu beschreibendes Unbehagen bei der Sprache meiner Liedtexte gehabt hätte und wenn du bei mir nicht durch den ein oder anderen Beitrag (sowohl wenn du selbst kreativ wurdest als auch wenn du kritisiertest) dir einen positiven Namen gemacht gehabt hättest, wäre deine Kritik bei mir unter "an der Grenze zu beleidigend" gelandet und in die Schublade "muss-ich-mir-nicht-antun" einsortiert worden.

    Meine Reaktion übrigens, das "Danke" für die Begeisterung in der Einleitung zu vergessen und hauptsächlich auf den Stil der Kritik abzuheben, kann so ungewöhnlich nicht sein, da du in deiner Reaktion darauf doch genauso reflexartig auf den Ausdruck "Ohrfeige" anspringst und völlg überlesen zu haben scheinst, dass ich mich trotz des monierten Stils ausdrücklich für den Inhalt der Kritik bedankte.

    Du bist Wortakrobat, einige mehr sind das hier ebenso. Es mag nicht einfach sein, eine Kritik zu formulieren, die es inhaltlich trifft, also klar und ehrlich ist, und trotzdem dem oder der Kritisierten nicht das Gefühl gibt, er/sie habe bisher kläglich versagt.

    Satzanhängsel wie "....oder irgendwas...", Worte wie "geschwätzig" und "plump" sind mAn nicht geeignet, um eine sachliche Kritik ehrlich auszusprechen, sondern die abschätzige Meinung über das Kritisierte und den/die Kritisierte ehrlich zu bekunden. Diese Art von Ehrlichkeit soll, so denke ich, nicht weiterhelfen, sondern verletzen, kleiner machen.
    Wilma, ich gehe NICHT davon aus, dass du verletzen und herabwürdigen wolltest, ich gehe davon aus, dass deine Absicht durchaus die war, mir zu Erkenntnis und Verbesserung zu verhelfen.
    Erkenntnis hat es gebracht, dafür nach wie vor mein Dank.
    Trotzdem wehre ich mich weiterhin dagegen, deinen gewählten Stil als optimal anzuerkennen. Es scheint, nicht nur für dich, wahrscheinlich aufgrund entsprechender Sozialisation und einhergehender Abhärtung auch für Wortakrobaten nahezu unmöglich zu sein, Kritik so zu verfassen, dass sie ehrlich UND gut annehmbar ist.

    Ich will nicht ausschließen, dass ich da schlicht zu empfindlich bin und mit meinen 54 Jahren zu jung, um zu verstehen, dass das Leben eben kein Ponyhof ist. (Sorry, alberner Scheeeerz!). Aber genauso wie ich versuche, mir in meinem fortgeschrittenen Alter meine Empfindsamkeit, was verletzend sein könnte oder nicht, zu erhalten, so hoffe ich auch darauf, lieber wilma, dass du trotz deines Methusalem-Status, den du dir bescheinigst, den Satz mit dem "...um mir deine messages abzuholen:.." nochmal gründlich überdenkst. Denn was spricht dagegen, sich bis ans Ende unserer Tage insoweit ernsthaft mit anderen "messages" zu beschäftigen, dass sie zumindest die Chance erhalten, als bereichernd erkannt und übernommen werden zu können? Welch ein Verlust, wenn schon die Beschäftigung von vorne herein ausgeschlossen werden würde!



    Lieber Artname, deine Kritik habe ich nur in Teilen verstanden. Welche dies sind und bei welchen ich noch Klärungsbedarf habe, muss ich später ausführen. Soviel nur vorweg: ich habe mich trotz fehlender positiver Anteile NICHT als hoffnungslosen Fall beschrieben gesehen.


    Euch beiden aber, unabhängig von Übereinstimmung zum Thema:

    herzliche Grüße und auch der Wunsch, dass ihr ein intensives, positiv geprägtes Jahr vor euch haben möget.

    watsi
    Lass kommen...

  7. #7
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    Hallo Watsi,

    kein Mensch ist ein hoffnungsloser Fall. - Aber glaube mir, keiner der von mir angesprochenen Mängel blieb (und bleibt) mir erspart.
    Und: ich schrieb ein Gesprächsangebot. Keine abschließende Kritik.
    Geändert von Artname (03.01.2017 um 18:47 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  8. #8
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    Hi artname; das mit dem Gesprächsangebot habe ich auch so verstanden. Komme ich schnellstmöglichst drauf zurück.. Danke dir und bis bald!

    watsi
    Lass kommen...

  9. #9
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    Hallo watsi, hallo ihr,

    "Donna, Donna" habe ich meiner Tochter - so gut ich konnte - vorgesummt, als sie noch Baby war. Ich mag das Lied sehr.
    Gerade habe ich mir auf YouTube mehrere Interpretationen angehört, u.a. auch Instrumentalversionen von Accordion Klezmer: "Donna Dona Donaj - dos Kelbl" oder in anders getönter Stimmung gespielt von Martina Eisenreich & Lauschgold. Allein die Melodie ist zart, scharf und traurig. (Allerdings gibt es auch wirklich grässliche Versionen, z.B. von Klayderman.)
    Der Orginaltext ist jiddisch, Artname hat ja schon auf die Entstehungsgeschichte verwiesen, Judenverfolgung, Ghetto, Krieg. Und dann findet sich im Lied eine „einfache“ Geschichte von einem klagenden Kalb und einem Bauern, begleitet von einem Chorus, der von Freiheit und Lachen singt.

    "Shrayt dos kelbl, zogt der poyer (ungefähr, "schreit das Kälbchen, da spricht der Bauer")
    'Ver zhe heyst dikh zayn a kalb?'" (ungefähr, "'wer heißt dich denn, ein Kalb zu sein?'")
    heißt es im Orginal! Und weiter:
    "Un men shlept zey un men shekht." ("und man schleppt sie und man schlachtet sie".)
    Wieviel Möglichkeiten zur Freiheit verbleiben, wenn man zur Schlachtbank geführt wird?

    Warum erzähl ich das? Mein Empfinden ist: dieses Lied ist einem so mächtigen Kontext von Krieg, Leid und Wahnsinn gebettet, dass fast jede Adaption dem Orginal nicht mehr gerecht werden kann. "Frust zu Hause" das ist das erste Wort, "Sinnenrebellion" das letzte Wort deiner Strophen, watsi.
    Und dein Refrain lautet:
    "Immerzu nur Lust und Zärtlichkeit, Leidenschaft und mehr Energie
    Immerzu nur 'komm ich halte dich', so endet sanftes Schweben nie."

    Angesichts des Orginals kommt mir das Feiern von „Lust und Zärtlichkeit“ als recht leichtes Thema vor. Mag sein, dass ich zu ehrfurchtsvoll bin, vielleicht bin ich zu unbeweglich in meiner Sicht. Ich erzähl mal von früher. Vielleicht erklärt das mein Unbehagen.
    Als Student nahm ich in den 70-igern an einer Demo gegen die Neuregelung der BAFöG-Gesetze teil. Die gute Stimmung ging mir gänzlich verloren, als auf einmal das Lied „Wir sind die Moorsoldaten“ angestimmt und mit Inbrunst gesungen wurde, einem Lied, das im KZ Börgermoor geschrieben und aufgeführt wurde. Ich schämte mich, wir arme, BAFöG geschädigte Studenten stellten uns auf eine Ebene mit KZ-Opfern. Ich bin vorzeitig gegangen.


    Liebe Grüße Flocke

  10. #10
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    hallo watsi

    jetzt hast du zweifach erzählt bekommen, wie emotionsbeladen so eine einfache, eingängige musik wie donna, donna oder die moorsoldaten sein kann.

    ausgerechnet einen derart beladenen song wählst du aus, um den menschen "deine botschaft" zu verkünden. welche - da sehe ich mich mit artnames und flockes kritik einig, wenn ich das behaupte - ziemlich wie ein patchwork von schlagwörtern aus der hobbylyrikszene wirkt. Von "Frust zu Hause" bis "Sinnenrebellion".
    edit: trotzdem ist deine (simple) botschaft einfach, kurz und leicht zu verstehen. "Friede - Freude - Eierkuchen" oder "Love, Sex & Rock'n Roll" heissen auf Hippiedeutsch "Gier -Haut - Glück". Das klingt nach prallem Leben, wird aber in trockene schlagwörter zerlegt (s.o.)

    aber zurück zu donna, donna: man muss ja nicht unbedingt den originaltext im kopf haben, um deinen text zu kritisieren:

    ich bleibe dabei: formal hast du mit deiner umarbeitung der text-musik-verbindung etwas originelles geschaffen, kreativ, wie man so sagt, und ich schätze das und spreche dir gerne meinen respekt für diese formale idee aus.

    dass diese formale idee von der wortreichen leere des textes erdrückt wird, kann man schlecht mit süssen worten sagen. artname hat es ein wenig auf die nette art versucht und wird nicht verstanden, flocke lässt persönliche erinnerungen folgen (die für dich vielleicht auch wieder beleidigend sind, weil du deine message höher ansiedelst als jene der bafög-kritiker?).

    ich habe einerseits eine einfache message: "ich finde diesen text als text schlecht, redundant, sprachlich öde".

    und eine message an flocke und artname: danke.

    gute nacht alle drei
    w27



    liebe watsi
    du schreibst ironisch ungefähr, dass du nicht belehrt werden möchtest darüber, dass das leben kein ponyhof sei.
    das will ja doch auch keiner. ich versuche deshalb nochmals, dir an beispielen zu zeigen, was an deinem text für mich "plump" oder "geschwätzig" ist. gegen ende des textes ändert sich das nicht wirklich.
    schön, dass du nicht annimmst, dass ich ein grausamkeitslüsterner kollegenverletzer bin. (hast du aber bedacht, welche vielen schlimmen möglichkeiten du damit nicht ausgeschlossen hast? dass ich im auftrag von erdogan handle? dass ich nur an jenen tagen im forum harsche kritik übe, an denen ich kein unschuldiges kind erdrosselt habe? dass ich mir eure gedichte auf zigarettenpapier drucke und damit was drehe?)


    Frust zu Hause, ja, auch im Job kein Lob, wie soll es mir da schon geh'n?
    Hab zu fast nichts Lust, fühl mich ganz allein, träumte, es wäre einfach schön
    wenn ich viele Plätze hätt, wo jemand Wärme gibt
    wo Trost und Freude mich umfängt, wo es nur heißt: Kommt! Liebt!
    Die erste Strophe ist ganz schön konkret und sprachlich kohärent, bis es dann in Zeile 4 schillernd-mystisch wird, wenn "Trost und Freude" seinen (ihren?) Auftritt hat und auch "es", welches den grossartigen Satz spricht: "Kommt, liebt!"

    Refrain:
    Immerzu nur Lust und Zärtlichkeit, Leidenschaft und mehr Energie
    Immerzu nur „komm ich halte dich“, so endet sanftes Schweben nie.
    Im Refrain reihen sich Schlagwörter ohne echten Bezug aneinander (besonders lustig das "Mehr Energie", besonders ärgerlich das "Sanfte Schweben"). Dem mystischen "es" aus Zeile 4 folgt hier als noch rätselhaftere Götterfigur dieses "So", welches den unvorbereiteten Leser wie eine erzieherische (also gut gemeinte) Ohrfeige trifft.


    Müsst nichts Festes sein, will nichts ganz allein, spreche keine Bedingung aus
    Worte braucht es nicht, oder nicht sehr viel, uns're Lust jagt den Frust hinaus
    ich sag hallo und schau dich an, du schaust ganz tief zurück
    dann schenkst du mir und dir nur Zeit für Gier und Haut und Glück
    "unsre Lust jagt den Frust hinaus" klingt in Stil und Aussage nicht nach 53 Jahren Leben "auf dem Ponyhof", sondern ... naja, nach Ponyhof eben.
    "du schaust ganz tief zurück" ist echt witzig, wenn man sich fragt: "wohin?"
    Und dann kommt wieder die göttliche Macht über den Ponyhof, wenn eines der Pferdchen Herr über die Zeit wird, sie verschenken kann. (Dass das Geschenk zweckgebunden ist und für das Dreigestirn "Gier - Haut - Glück" verwendet wird, ist bei "Ponys" wohl der courant normal.)
    Geändert von kaspar praetorius (04.01.2017 um 08:37 Uhr) Grund: beseitigung einiger aufgefallener zweideutigkeiten

  11. #11
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    Hallo ihr,


    ich finde mich nicht in wilmas heftiger Kritik wieder. Watsi hat nun wirklich kein schlechtes Lied geschrieben. Es muss sich nur - aus meiner Sicht - gegen einen wahnsinnig kräftigen, gefühlsbetonten Hintergrund von Massenmord, Nazis und Krieg behaupten, in dem das Orginal wurzelt – das war mein Kritikpunkt. Und ich reagiere darauf aus verschiedenen Gründen empfindlich. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass andere, die nichts über das Orginal wissen, meine Betroffenheit nicht teilen und das Lied ganz anders genießen können.
    Ich will diesmal den Fokus auf den Text selbst richten.
    Ich teile auch nicht wilmas Polemik, es fände sich hier ein „patchwork von schlagwörtern aus der hobbylyrikszene“. Die Formulierungen: „Gier und Haut und Glück“ z.B. finde ich kräftig, der Neologismus „Sinnenrebellion“ ist kein Kitsch.
    Den Text besitzt einen ähnlichen Aufforderungs- und Mitmachcharakter wie er auch "Kampfliedern" eigen ist. "Kommt! Liebt!" steht in der ersten Strophe, "Überall für uns" in der letzten. Er zeigt viel eigene Überzeugung und Engagement. Natürlich neigen solche Texte, weil sie andere mitnehmen wollen, zu verbindlicheren Formulierungen und zu Wiederholungen, sie brauchen/müssen vielleicht nicht so „dicht“ sein wie andere „eigentliche“ Gedichte. Sie sollen verbinden und stärken.
    Das Lied ist ein Aufruf Zur Sinnen- ,zur Sinnlichkeitsfreude“

    Die Strophen zeigen einen klaren Aufbau und eine Entwicklung
    1) Die erste Strophe gibt einen Ausgangsbefund „Frust“, Einsamkeit, kein „Trost“, keine „Wärme“;
    2) Der Weg zur Veränderung geht über eine offene („Müsst nichts Festes sein“) und vor allen Dingen eine sinnlichkeitsbetonte Beziehung;
    3) Dann wäre das Leben angefüllt mit „Freude und Leichtigkeit);
    4) Die letzte Strophe trägt den allgemeinen Aufruf zur „Sinnenrebellion“
    Der Refrain formuliert programmatisch das Anliegen des Textes: „Immerzu nur Lust und Leichtigkeit …“

    Es ist ein also ein Text, der auf den ersten Blick die Sinnenfreude als Mittel feiert, dem Alltagstrott zu entgehen und der eine Alternative zum sinn(en)entleeren konventionellen Leben zeichnen möchte.
    Er verspricht „viele Plätze“ voll von „Wärme“, „Trost und Freude“, es muss „nicht festes“ sein, „verschmelzen dann und wann“ und das Leben wäre einfach, Sinnenrebellion das Primat im Leben.
    Doch der Refrain zeigt (gewollt?) eine Gegenbewegung, die das Lied für mich richtig interessant macht. Schon der Titel nimmt das Wort vorweg, das ich zentral finde: „Immerzu“ heißt es dort, und dann sogar: „immerzu nur 'komm ich halte dich', so endet sanftes Schweben nie.“

    Mir scheint hier die zutiefst romantisch Idee von Unvergänglichkeit aufzutauchen. Nur das was sonst im romantischen Kontext Seelenverbundenheit heißt, wird jetzt „Lust“ + „Leidenschaft“genannt. Wie bei jedem romantischen Aufruf, "ach wär das schön und wärs doch ewig" und „Komm ich halte dich“ dräut im Hintergrund die Realität. Und hinter der Ecke wartet doch wieder Einsamkeit, Eifersucht und Not, die Kraft rauben.
    Das angesprochene „sanfte Schweben“, dieses Bild meint genau, was es sagt: verbindet sich das Primat der Sinnlichkeit mit der Sehnsucht, dem Wunsch nach dem Immerwährenden, stehen wir nicht mehr auf dem Boden, egal ob wir uns auf ewig dabei anschmachten oder körperlich greifen.
    Zum Schluss komme ich doch wieder zu der Musik. Im Original hält sie eine kaum mögliche Balance: dem Tod auf der Schlachtbank und andererseits dem Wunsch (ent)fliegen und lebendig sein zu können. Sie trägt beides. Und so ist sie tieftraurig und dennoch berührend lebendig.

    Auch watsis Lied trägt den starken Wunsch und die Kraft zur Leidenschaft. Aber weil die Melodie, auch wenn sie geschmettert werden sollte, diesen traurigen Akzent in sich trägt, lässt uns das Lied dennoch ahnen, wie fragil das Glücksversprechen ihrer „Sinnenrebellion“ ist. Und das ohne, dass das Brüchige explizit formuliert werden musste.

    Liebe Grüße Flocke



    Hallo watsi,

    ich bin unglücklich mit dem Verlauf der Diskussion hier im thread und mit meinem Posting # 9 in diesem thread im besonderen. Ich habe erst, nachdem ich dann wilmas Text # 10 las, die Konsequenzen von dem realisiert, was ich gerade am Schluss über das Moorsoldatenlied geschrieben habe.
    Eigentlich (eigentlich?) wollte ich nur meine Empfindlichkeit, mein Unbehagen, was dein Lied angeht, erklären. Dass ich damit aber dir und anderen die Interpretation nahegelegt habe, du solltest dich ob deines Liedes schämen, hab ich viel zu spät gemerkt. So ein Urteil steht mir nicht zu. Es geht zwar beide Male um Lieder aus dem gleichen belastenden historischen Umfeld. Du hast aber eben nicht, das orginale „Donna-Donna-Lied“ in einem falschen Kontext gesungen und missbraucht. Du hast einen neuen Text geschaffen; dir ging es um einen menschlicheren Lebensentwurf, um etwas, wofür du mit deinem Herzblut stehst. Das weiß ich! Ich habe das bei meinem Posting vergessen. Deine Liedadaption hat nichts mit Anmaßung zu tun, meine Kritik dagegen schon.

    Es tut mir leid.

    Flocke



    _______________________________________________________________
    Geändert von Flocke 11 (06.01.2017 um 00:16 Uhr)

  12. #12
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    Hallo Flocke 11,

    eigentlich ist das Ganze rechtlich geregelt. Ich habe viele Nachdichtungen auf Tonträgern veröffentlicht. Dafür mussten ich ( bzw. die Beteiligten Label) die Genehmigung der Originalautoren einholen. Die haben wir bis auf wenige Ausnahmen erhalten. Mit strengen Auflagen. So wurde mir in einigen Fällen sogar schriftlich vorgeschrieben, eine Extragenehmigung einholen zu müssen, falls ich meine eigenen deutschen Nachdichtungen im Netz veröffentlichen möchte.
    (Tantiemen für meine dt. Texte bekomme nicht ich, sondern nur die amerikanischen Texter. Alternativ musste ich Lizenzen am Tonträgerverkauf aushandeln.)

    Was ich damit sagen will: es gibt nach Meinung vieler Juristen eine Werkgebundenheit von Text und Musik. Die folgt der Überlegung, dass der originale Text ja (genauso wie die Musik) für den Welterfolg gesorgt hat. Und es gibt das Urheberbearbeitungsrecht. Beides setzt eben die Genehmigung des originalen Urhebers voraus.

    Hat man die Genehmigung des Texters, kann man sich als Nachdichter bzw. Spezialdichter darauf berufen. Und der Rest ist persönlicher Geschmack.

    In in diesem Falle gibt es sehr wahrscheinlich keine Genehmigung. Und DAS ist aus meiner Sicht das Problem!

    -----------

    Nun wird Watsi sicher einwenden, so eine Forenveröffentlichung sei doch gar keine Verlffentlichung und sie würde doch gar kein Geld damit verdienen wollen. Und das würde ich ihr auch gern glauben. Aber mal ehrlich: Was wäre ohne den Verweis auf "Donna Donna" geschehen? Ich vermute: Nichts! Watsi "profitiert" (sicher unbewußt) von der Werbung mit dem Titel "Donna Donna". Und hieran entzündete sich die Diskussion.

    Wir leben n einer Zeit moralischen Verfalls. YouTube und Konsorten pulverisieren scheinbar jegliche Urheberrechte. Aber NOCH gibt es sie...wie ich unschwer an den Auflagen der amerikanischen Verlage und dt. Subverlage erkennen konnte.

    ciao
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  13. #13
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    Hallo Flocke
    Erst mal danke dir dafür, dass du Hilfe leistest, von den Empfindlichkeiten hin zur Sachlichkeit zu finden.

    Zitat Flocke: "Die Formulierung: „Gier und Haut und Glück“ z.B. finde ich kräftig, der Neologismus „Sinnenrebellion“ ist kein Kitsch." - Diese Meinung teile ich hundertprozentig. Aber woir können das ja auch mit Blick aufs Ganze betrachten, nicht wahr?

    Zitat Flocke: "ähnlicher Aufforderungscharakter, wie er Kampfliedern eigen ist" - Würdest du den vorliegenden Text denn als "Kampflied" bezeichnen wollen? Oder würdest du zumindest die Rezepte, welche er ausbreitet, als für jede/jeden nachkochbar bezeichnen?

    Zitat Flocke: "Das Lied ist ein Aufruf zur Sinnenfreude" - Ja, sehe ich auch so, aber ein Aufruf an das Lyrische Du, mit dem Lyrischen Ich zusammen dessen Probleme (Frust im Alltag beispielsweise") wegzuvögeln, bzw. wegzuknutschen. Und sehe es doch wieder gar nicht so. Weil nämlich die "Sinnenfreude" der Sprache (sorry, ich bin als Leser hier, nicht als Liebhaber) an etlichen Stellen leicht angesäuert, tiefgefroren und geraspelt (als Granita di Limone, sozusagen) daherkommt. Dieser Widerspruch wird des Autors sinnenfreudigem Umgang mit Melodie und Rhythmus, den man zugleich beobachten kann, nicht gerecht.

    Zitat Flocke: "Doch der Refrain zeigt (gewollt?) eine Gegenbewegung, die das Lied für mich richtig interessant macht. Schon der Titel nimmt das Wort vorweg, das ich zentral finde: „Immerzu“ heißt es dort, und dann sogar: „immerzu nur 'komm ich halte dich', so endet sanftes Schweben nie.“ - Für mich ist es auf mindestens vier Arten zu verstehen, wie du, Flocke, dieses "so endet sanftes Schweben nie" verstehst. Gut, ein refrain soll verkürzen, soll die message mitgrölbar an Mann und Frau bringen. Aber kann ich den Refrain mitsingen, wenn er komplett rätselhaft formuliert ist? Nun, du erklärst ja dann, worauf du das "sanfte schweben" beziehst. Aber muss oder kann man das nicht genau gegenteilig zu dir verstehen? Und das in einem "Kampflied"? Unklare Fronten gewollt?? Neene...

    Zitat Flocke: "weil die Melodie, auch wenn sie geschmettert werden sollte, diesen traurigen Akzent in sich trägt" - Wie bitte? Man braucht nichts "zu schmettern", man braucht nur Watsis Text auf die Melodie zu legen, und es bleibt an vielen Stellen nichts übrig von "diesem traurigen Akzent", im Gegenteil. Beispiele gefällig?
    Strophe: "Wenn ich dann weggeh, sind wir angefüllt, voll von Freude und Leichtigkeit" (XxxXX/ XXxxX // XXXxxXXX)
    Refrain: "Immerzu nur Lust und Zärtlichkeit, Leidenschaft und mehr Energie" (XxxxXXXXX / Xxxx XxxX)
    (Wem die Xen nicht helfen, der soll selbst die Wort auf die Melodie singen.)

    Nochmals danke dir, dass du einen Schritt zur Sachlichkeit getan hast. Die Sachfrage ist aber: Ist es Watsi gelungen, den Text so zu gestalten, dass er das aussagt, was du ihm andichtest? Ich denke, es ist ihm/ihr nur ansatzweise gelungen, einiges an Ballast hängt ihm an. "Zu viel und zu abgehackt" und "zu wenig subtil im Ausdruck" - darf man da so nennen (anstatt "plump" und "geschwätzig")?

    hallo artname
    sollte watsi tatsächlich "profitieren" von "donna donna" (wie du in den Raum stellst und wie ich bezweifle), dann könnte man auch über solches kritik üben. aber ich glaube nicht, dass das zur diskussion steht. mag sie/er den song dem lyrischen du vorsingen und danach knutschen, diese art von profit müssen wir ihr/ihm gönnen mögen. wir hatte dafür den spass am kritisieren.

    allen einen schönen abend, keinenn frust am tag und abends viel sinnenrebellion
    wünscht
    w27



    hallo watsi
    dein pn-eingan ist voll.
    deshalb meine nachricht an dich gleich hier:


    ist doch richtig, dass du dich wehrst, wenn ich dir zu nahe trete mit einer kritik. umgekehrt erlaube ich mir, darauf hinzuweisen, wo ich eine antwort "übergriffig" finde.
    ich erwarte von dir eigentlich keine weitere stellungnahme im faden. aber wenn du selber das nötig findest, werde ich sie gerne lesen.
    aus deinem textgerüst und mit einer eigenständigen komposition würde sich garantiert ein echt guter song machen lassen!
    bleib dran!
    w27

  14. #14
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    sollte watsi tatsächlich "profitieren" von "donna donna" (wie du in den Raum stellst und wie ich bezweifle), dann könnte man auch über solches kritik üben. aber ich glaube nicht, dass das zur diskussion steht. mag sie/er den song dem lyrischen du vorsingen und danach knutschen, diese art von profit müssen wir ihr/ihm gönnen mögen. wir hatte dafür den spass am kritisieren.
    Naja, lieber Wilma, dann könnten wir das Urheberbearbeitungsrecht doch gleich abschaffen? - Ich frage noch mal, wen hätte das Gedicht interessiert, wenn es nicht als Spezialtext von "Donna Donna" veröffentlicht worden wäre?

    Die Crux ist, das ungenehmigte Internetveröffentlichungen von den Meisten gar nicht mehr als Veröffentlichungen wahrgenommen werden. Ein saublöder Irrrtum, der einerseits vielen Künstlern die Selbstständigkeit kostet und andererseits Plattformen, die von der ungenehmigten Veröffentlichung von Kunstwerken profitieren, zu mächtigen Globalplayern machen!

    Hast du dir mal überlegt, warum man hier nicht nach außen verlinken darf? Weil jede große Plattform das Recht mit Argusaugen verfolgt. Man will nicht abgemahnt werden, aber auch keine Nutzer verlieren.

    Ich will hier kein Faß aufmachen! Bin auch zu diesem Thema eher an einem Meinungsaustausch interessiert. - Aber das Urheberrecht ist sehr, sehr wichtig! Es schützt sowohl die finanziellen wie auch die künstlerischen Interessen der Autoren. Von seiner heimlichen Abschaffung profitieren letztlich nur eiskalte Geschäftsleute! Die professionellen Künstler hingegen müssen heute 70-80 Stunden pro Woche arbeiten, um sich von ihrer Arbeit halbwegs noch ernähren zu können. Es stimmt mich jedesmal traurig, wenn sich Autoren in Diskussionen unüberlegt zu Handlangern der Feinde des Urheberrechtes machen lassen.





    Geändert von Artname (08.01.2017 um 19:19 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  15. #15
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    o.k.
    ich bin nicht autor. damit auch nicht "handlanger der feinde des urheberrechtes", bitte.

    und ich bin selbstverständlich im konkreten fall normalerweise für dessen einhaltung.

    hier wurde aber diese musik niemals gespielt!!! nur ihr titel im "vorspann" erwähnt. und da greift kein urheberrecht.
    ich kann ein bild malen, in dem hundert mal steht "freude, schöner götterfunke". da wird es dann vielleicht ein wenig enger, weil das originalzitat für jedermann sichtbar ein wichtiger bestandteil meines bidles ist. trotzdem wird das kein klarer fall für das urheberrecht.

    nun profititert also deiner meinung nach watsi vom kleinen "vorspännchen" unter dem neutralen titel? indem mehr leser als erhofft den text anklicken und lesen? das ist ein nicht messbarer "profit" und niemals in franken und rappen ausdrückbar. allerhöchstens verschaffte es ihr ein bisschen befriedigung.

    also auch hier: grundsätzlich deiner meinung, im konkreten fall hier allerdings überhaupt nicht.

    gute nacht
    w27

    wird watsi den song auf die bühne bringen? und eintrittsgeld erheben? dann sprechen wir wieder darüber. ich glaub's aber nicht.

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