Wie Sonne und Mond entstanden und Sterne an den Himmel fanden

Es ward eine Zeit in der nur das Feuer Licht auf Erden brachte. Man unterschied nicht zwischen Tag und Nacht, nicht zwischen hell und dunkel. Denn nur dort, wo das Feuer sich erbarmte zu lodern, wurde die Dunkelheit durchbrochen. War es an dieser besonderen Stellen nun auch noch ein See ,wurde das Licht gebrochen und eine kurzen Augenblick war es auf dieser großen Fläche nicht mehr düster. Die Erde fühlte sich unwohl in dieser ewigen Dunkelheit und die ewige Einsamkeit bereitete ihr große Probleme. Eines Tages kam ihr beim Betrachten ihres Spiegelbildes eine großartige Idee, und sie rief sogleich den Wind, das Feuer und das Wasser herbei. Sie bat das Feuer um Licht und um dessen flackernden Flammen versammelt, legte sie ihren Verbündeten ihren Vorschlag dar: „Meine Freunde“, ihre Stimme war rau vom langen Schweigen, „Ich will nicht länger meine Zeit alleine verbringen. Deshalb möchte ich einen von euch bitten sich mir als mein Gefährte anzuschließen. Ihm würde auch ein Teil meiner Macht zustehen...“
Auf ihre Wort folgte langes Schweigen.Zuerst ergriff der Wind das Wort: „Ich, meine treue Freundin möchte nicht an einen festen Ort gebunden sein, noch steht es mir zu dich zu meiner Gefährtin zu machen, da mein Geist zu unruhig für dich ist. Doch ich werde euer Treiben von außen beiwohnen“. Von der Präsenz des Windes war nach nur einem Augenblick nicht mehr zu erahnen, wie der Windhauch an den Holunderblüten verriet. Erneut legte sich Stille über das Land. Eine andere Stimme räusperte sich. Sie war hell und klar, wie es nur die des Wassers zu sein vermag. „Ich werde um deine Hand anhalten, liebe Erde, denn meine Schönheit und Beständigkeit ist nicht zu übertreffen“. Das Wasser kräuselte sich und ein herzförmiger Kreisel trat an die Oberfläche. Nun ergriff das Feuer das Wort. Seine Stimme war viel rauer und tiefer wie die des Wassers. Meine liebe Freundin, auch ich möchte um deine Hand anhalten, denn dein geliebtes Licht kann nur ich dir geben.“ Als Bekräftigung schlugen dessen Flammen hoch aus und erleuchteten die fünffache Fläche ihres eigentlichen Radius. Auch das Wasser begann erneut, sich zu kräuseln und ein weiteres Herz trat an die Oberfläche. Die Erde fand auch das Herz sehr hübsch, doch das Feuer lachte nur höhnisch und eine Flammenzunge fuhr gen Himmel empor, höher als es je gereicht hatte. Auch dies beeindruckte die Erde sehr und sie erfreute sich an dem warmen Licht, dass die Flammen verbreiteten. Ein heftiger Windstoß fuhr über den See und das Feuer und verwischte das Herz so wie die Feuersäule. Mit tosender, lauter Stimme sprach der Wind erneut zu den drein: „ Wenn es so weiter geht wird es nie zu einem Ende kommen. Ich schlage vor, dass sowohl dass Feuer wie das Wasser in einem Wettkampf um die Hand der Erde zu treten. Jeder von euch hat einen Versuch die Erde zu beeindrucken.“. Begeistert von dieser Idee, stimmte die Erde zu und sie vereinbarten sich wieder zusammen zu finden, wenn der Wind die erde fünf mal umrundete hatte.
Zu dieser Zeit fanden sich die Erde, das Feuer und das Wasser erneut an dem See ein und der Wind bildete eine Kuppel um den gesamten See so wie um einen ebenso großen Teil an Land.
Das Feuer bat beginnen zu dürfen und das Wasser stimmte nur zu gern zu. Gespannt wartete die Erde und wurde doch von einer Explosion an Lichtlein und Feuerfunken restlos überrascht, wie auch verzaubert. Dieses Feuerwerk erstreckte sich über der gesamten Landfläche, die vom Wind umschlossen worden war. Nun trat das Wasser hervor. Zuerst kräuselte sich seine Oberfläche nur und das Feuer begann höhnisch zu knistern, als auf einmal eine meilenhohe Fontäne in den Himmel stieg und als endloser Wasserfall in der Form eines Herzens wieder auf die Erde fiel.
Des Wassers Schönheit beeindruckte die Erde erneut sehr. Als der Brunnen ein Ende gefunden hatte, erhob der Wind erneut die Stimme: „Dies soll nun der Wettbewerb gewesen sein! Nun liegt es an dir teure Freundin, wen wirst du wähle?“ Es verstrich kaum ein Augenblick und die Erde hatte ihre Entscheidung getroffen: „Eure beiden Werke waren wunderbar, doch was ich mir am meisten wünsche kann nur einer von euch mir geben. Deshalb möchte ich dich, Feuer bitten, um meine Hand anzuhalten.“ „Natürlich nehme ich an, meine Liebe“, ertönte darauf die tiefe Stimme des Feuers. Das Wasser schien für einen Augenblick vollkommen bewegungslos zu sein. Und eine ahnungsvolle Stille legte sich über die Welt. Mit den Worten:„So möge es sein, ab heute sei das Feuer der Begleiter der Erde. Möget euer Glücke lange wären“, verschwand der Wind, und wieder verriet nur das rascheln entfernter Blätter, dass der Wind anwesend gewesen war. Mit einem letzten , traurigen Blick verschwand das Wasser im See und am Horizont konnte man die Umrisse dunkler Regenwolken vernehmen. „Und was nun, meine Liebe? Was gedenkst du zu tun?“ mit diesen Worten riss das Feuer die Erde aus ihren Gedanken. Sie begann mit dem Feuer über alles und nichts zu reden, über Gott und die Welt, nur um des Redens Willen. Doch vor allem sprach sie über die ewige Dunkelheit, die so schwer auf ihr gelastet hatte.
Das Gespräch wurde immer leidenschaftlicher und bald schon wurde aus der Unterhaltung mehr...
Unerwartet erhellte sich der Himmel und ein strahlendes Licht in Form einer riesigen Kugel, hell gelb-scheinend, erhob sich an den Himmel.

Und so ward die Sonne geboren, ein Kind der Erde und des Feuers.

Dieses Kind zog über den Himmel und bald ließen sich Rhythmen erkennen. Die Zeit in der die Sonne zu sehen war nannte man Tag die Zeit der noch immer die erdrückende Dunkelheit herrschte wurde Nacht genannt. Einige Zeit war die Erde überglücklich über die Sonne sie Tag für Tag Licht und Wärme auf die Welt brachte. Auch gewöhnte sie sich an sie Nacht, doch wohl war ihr dabei immer noch nicht.
Das Feuer begann bevorzugt mit mit der Sonne zu reisen und erhellte somit nur noch selten die finstere Nacht. Da geschah es, dass sich Erde und Feuer immer weiter von einander entfernten, Nacht für Nacht, Tag für Tag. Erneut überkam die Erde das verhasste Gefühl der Einsamkeit und so bat sie eines Nachts das Wasser zu sich. Natürlich Stimmte das Wasser zu und aus einem Treffen wurden tägliche Verabredungen, die immer in tiefster Nacht in Abwesenheit des Feuers statt fanden. In diesen täglichen Gesprächen mit dem Wasser fühlte sich die Erde verstanden, ernst genommen, und nicht mehr allein. Nach etlichen Treffen wurde auch aus diesen Unterhaltungen mehr.
Als sich nun Wasser und Erde vereinigten erhellte ein erneuter Lichtblitz die dunkle Nacht. Er war selbst nicht golden, sondern vielmehr war die entsandte Kugel so schön und anmutig, wie das Bestandteil des Wassers war. Die blieb jedoch auch dem Feuer nicht verborgen, und in rasender Wut, über das Erzeugnis der Erde und des Wassers, befahl er seinen Flammen, alles zu zerstören was der Erden´ Hand entsprungen. So geschah es, dass die Flammen, die davor harmlos über Gräser, Blätter und Bäume gezüngelt waren ohne Schaden anzurichten, zerfraßen nun alles was sie erreichen konnten. Die Erde musstet tatenlos zusehen, wie die Flammen das auffraßen, was in mühevoller Arbeit von ihr geschaffen worden war. Das Wasser wollte nun nicht nur tatenlos dabei zusehen, wie die Erde verletzt wurde und fing an riesige Regenwolken auszusenden, um die Brände zu bannen. Auch verfolgte es das Feuer bis zu dem See an dem alles begann.
Das Feuer, noch immer in rasender Wut baute es sich in einer gewaltigen Feuermauer um den gesamten See auf und die Feuerzungen loderten heller, heißer und höher als je zuvor. Das eingeschlossenen Wasser fing an zu verdampfen. Verzweifelt im Angesicht dieser Höllentat, nahm das Wasser seine gesamte Kraft zusammen und ließ eine gigantische Wellenwand aus dem See steigen und vor der Feuer aufbauen. Im nächsten Augenblick stießen Wasser und Feuer in einem ohrenbetäubenden Knall und mit undenkbaren Kräften zusammen. Die glühenden Funken und Feuerbälle wurden, wie durch ein Wunder, mit gewaltiger Macht gegen den nächtlichen Himmel geschleudert und verteilten sich dort in allen Dimensionen.

Und es waren die Sterne entstanden.

Dies konnte geschehen, nachdem genau im Moment des Zusammenpralls, der Wind seine mächtigste Böe aussandte und diese die Feuer und Wasserwand und somit auch die die Feuerbälle gen Himmel und dadurch weg von der Erde stieß. Als die Böe nun auch die letzten Feuerzungen in das Unendliche geschleudert hatte, standen sich das Wasser und das Feuer, noch immer voll Zorn gegen den jeweils andren, aber auch bis auf den letzten Funken Kraft erschöpft gegenüber und die Erde ergriff mit zitternder Stimme das Wort: „ So kann und soll es nicht weitergehen...“ sie sprach in einem traurigen aber ebenso entschlossenen Tonfall, „meine Gefährten, ich habe mich zu sehr in euch beide verliebt, dass ich mich zwischen euch entscheiden kann. Deshalb habe ich nun schweren Herzens beschlossen wieder alleine auf meinen ewigen Pfaden zu schreiten.“ Kaum waren diese Worte gesprochen, zeichneten sich feuchte Tränen auf den Wangen der Erde ab. Sowohl das Feuer wie auch das Wasser waren fassungslos über diese Entscheidung, doch bevor sie die Stimmen erheben konnten, fegte eine von Wut und Missbilligung prickelnde Stimme in einer donnernden Windschwade über die gesamte Welt. „Ihr habt euch benommen wie törichte Kinder! Wie könnt ihr es wagen, euch gegenseitig so gewaltsam anzugreifen? Und du, Erde, hättest es schon früher Wissen müsse! Es ist nur recht und billig, wenn ihr von nun an getrennte Wege geht. Diese meine Worte mögen auf ewig bindend sein, um die größte aller Gefahren von der Erdenwelt fern zu halte! Ab heute sollt ihr zur Strafe für eure törichten Entscheidungen, nur noch an bestimmten Tagen miteinander in Kontakt treten können! Diese sollen die Tage des Vollen und des Neuen Mondes sein!
Jedoch auch dann, soll es euch nicht möglich sein euch im Angesicht zu unterhalten. So soll das nur über mich als Mittler gestattet sein!! Dies waren meine letzten Worte und sie mögen ab dem heutigen Tage bis in alle Ewigkeit nicht an Gültigkeit verlieren!“. Es tat einen letzten, endgültigem Knall und es ward wie der Wind es gesagt.

Wenn es nun auf Erden regnet, handelt es sich hierbei um die Tränen des Wassers, die es noch immer über seine verlorene Liebe weint. Wenn nun Feuer, Holz und Blätter nieder brennt, ist dies auf immerwährende Wut des Feuers selbst, über den Verrat der Erde .


Dies war die Geschicht', wie Sonne und Mond entstanden und die Sterne an den Himmel fanden.