1. #1
    Registriert seit
    Jan 2007
    Ort
    .
    Beiträge
    2.092

    Boris Grebenschikow und Aquarium/Wölfe und Raaben

    Vielleicht ist es Gott, vielleicht richt diese Nacht einfach nach Weihrauch.
    Und überall ist ein hoher Wald, dunkel und muffig.
    Ob es eine Gottesgnade ist, ob es doch ein Hinterhalt für uns ist;
    Fröhlich ist es durch die Berührung, doch es zieht die Seele durch.

    Da gehen sie mit Abbildern - mit unbekannten Abbildern,
    Und leuchten die Öllampen unter dunklem Wasser für sie;
    Ich erinnere mich nicht, wie wir aufstanden und aus dem Zimmer gegangen sind,
    Nur an eins erinnere mich, dass wir bis zum warmen Stern gehen...

    Nun steht ein Tempel, hoch ist der, und die Dunkelheit ist unter der Kuppel.
    Durch alle Augen sahen wir durch, doch es ist nichts zu sehen.
    Ich würde eine Kerze anzünden, doch alle Kerzen sind gekauft.
    Ich würde Spiritus auf der Hand brennen lassen - doch wo holt man den her?

    Überall liegt Schnee - auf allen Himmelsrichtungen.
    Barfuß ist es leicht auf dem Schnee zu gehen, wenn die Seelen rein sind.
    Wir würden untergehen, wenn nicht die Wölfe und die Raaben;
    Sie fragten:"Wo geht ihr hin? Bestimmt bis zu dem warmen Stern?"...

    Man vergoldete alle Kreuze, steckte überall rein;
    Und tauschte auf Wein den Einen um, den Einen, der gegeben war.
    Und verkatert gingen morgens zum Fluss, zum Wasser hin,
    Dort, statt des Wassers, war Mongol Schuudan.

    Wir wollten doch bloß einen fröhlichen Zeichen den Engeln geben,
    Doch verloren die aus der Sicht beim Verwischen der Spuren.
    So wäre es auch gekommen, jedem für seine Taten,
    Wenn nicht das Licht des reinen Sterns gewesen wär.

    Und was sollen wir tuen, wie sollen wir singen, wenn nicht wegen der leeren Hand?
    Und wenn nicht singen, so verbrennen in der Leere;
    Und singen und nicht zu ende zu singen - so kommen die Wächtervögel her;
    Mit den weißen Augen und auf dem wirren Wasser.

    Doch sollen sie kommen, ich bin selbst ein schwarzer Vogel,
    Schau doch , ich habe keinen Ausweg, nur noch ein Meter - und Eis;
    So werde ich euch decken und ihr mich, Wölfe und Raaben,
    Damit es jemand schaft bis zu diesem reinem Stern...

    Und was ist davon, das die Dunkelheit unter der Kuppel ist,
    Was ist davon, das man nichts sieht?
    Was ist davon, das alle Kerzen schon verkauft sind,
    Wenn es kein Feuer gibt, wissen wir, wo es zu holen ist;

    Vielleicht ist es Wahr, das es keinen anderen Weg, außer dem ausgetretenem, gibt,
    Und es gibt keine Hände für Wunder, außer den, die rein sind.
    Und trotz dem allen nach haben uns nur Wölfe und Raaben gewärmt,
    Und segneten uns bis zu dem reinen Stern.
    Geändert von Unum (18.02.2017 um 17:44 Uhr)
    ...
    Herz ist nicht mit mir.
    Herz ist nicht mit dir.
    Herz ist weit weg. V.Butusov *Das Lied "aus dem Fluss"

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Boris Grebenschikow/Herrin
    Von Unum im Forum Übersetzungen
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 24.02.2017, 14:54
  2. Aquarium
    Von robbi im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 26.07.2016, 13:24
  3. Aquarium
    Von Dante im Forum Gesellschaft
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 01.08.2015, 08:51
  4. Aquarium leckt
    Von Perry im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 10.02.2008, 19:00
  5. ES SCHREIBT, die im Aquarium gestrandete
    Von profond im Forum Diverse
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 09.04.2003, 11:58

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden