Guten Morgen, Sitges, Spanien, 8.Januar
Ich seh den Himmel rosè-bläulich einfach wunderbar
Der unberührte Tag schaut mich durchs Fenster an
In mir erwacht der Schlendrian
Bis hierher war es gar kein schlechtes Neues Jahr

Ich blinzle träge, drehe mich am liebsten nochmal um
In meinem Kopfe, da formen sich die Verse stumm
Schluss mit der Ruhe und dieser Tag wird angefangen
Ich hab nach Leben noch so ein tiefes inneres Verlangen
Die Müdigkeit, die Nacht verschwinden jetzt im Vakuum

Ach, wenn doch alle Tage Urlaub wären
Ich fühl mich frei, ich kann es nicht erklären
Ein Stückchen dieses Urlaubs nehm ich mit nach Haus
Dort geht es auf den Alltag los und macht ihm den Garaus
Dann kann der Alltag Urlaub mir gebären

Ich gebe zu das Wetter spielt schon eine Rolle
Doch auch die Ruhe ist nicht allein das wundervolle
Zauberwort, das Urlaub so zum Urlaub macht
Mir selber ist es zugedacht
Empfindungen, die wenden alles Übliche ins Tolle

Doch in mir drin, da hör ich trotzdem noch ein bisschen trauern
Der Urlaub könnte doch ein kleines Wenig länger dauern

Sitges, Spanien, 08.01.1990