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  1. #1
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    Die Limerickschmiede - ein Trainingsraum

    Die Limerickschmiede
    für Anfänger, Unsichere, Fortgeschrittene
    Hier schmieden wir fünf Verse, solange [bis] sie heiß sind.

    Ein Motto gibt es auch schon:

    Ernst Todt war als Dichter zufrieden:
    „Humor hab ich immer vermieden.
    Stets schmolz ich die Damen
    mit Liebesschmerzdramen.
    Drum bin ich erst achtmal geschieden.“


    ___________________________________________________________________________

    Was sind die Prämissen der Limerickschmiede?

    1. Limericks können süchtig machen. Punkt.
    2. Wer das albern findet, macht die Tür beim Verlassen der Schmiede bitte trotzdem leise zu.
    3. Einigermaßen gute Limericks kann man schon mit ein bisschen Theorie und ein wenig Training in kurzer Zeit schmieden.
    4. An einem richtig guten Limerick kann man tagelang feilen. Aber dann ist er ein Geschenk.

    Warum Limericks?

    Das muss jeder Junkie für sich selbst beantworten. Für mich liegt der Reiz darin, einen Gag in ein so enges Schema zu pressen. Klingt absurd, oder? Spaß an der Selbstbegrenzung – wie bescheuert ist das denn? Vielleicht kann man es so erklären:

    Du hast eine gute Idee, eine lustige Pointe, benötigst aber meist Platz zum Erzählen, denn die Reime müssen ja auch passen und es ist ja so leicht, hier und da noch einen Vers einzuschieben, und plötzlich hat das Ding vier Strophen und 16 Verse (oft viel mehr) und am Ende ist da nur diese eine Pointe. Und dann willst du den Limerick, und du streichst raus, was nichtssagend, was selbstverständlich ist, fasst Wortgruppen in einem Ausdruck zusammen, schaffst Bilder mit zwei Substantiven, suchst Synonyme mit geringerer Silbenzahl, aber den Gag - den Gag musst du erhalten, und am Ende hast du eine Essenz. Und da ist dann nichts mehr drin, was du streichen könntest, ohne dass dein Konstrukt zusammenbricht. Und das Ding ist dann dein Lohn. Also, ich finde das super.

    Wie soll das hier laufen?

    Naja, hier im ersten Beitrag würde ich gern ganz übersichtlich den Rahmen erläutern, den die Theorie uns Limerickschmieden steckt.*
    Und sonst - ja, weiß ich auch nicht so genau. Sag du’s mir! Wie hättest du es gern?

    - Spielend? Nenne z. B. drei Nomen – wir basteln einen Limerick daraus.
    - Übend? Trainiere deinen Limerickrhytmus mit sinnfreien Versen.
    - Prüfend? Poste deinen Entwurf. Wir nehmen ihn richtig auseinander – und setzen ihn ordentlich wieder zusammen.
    - Konstruktiv? Du hast eine Pointe – wir formen sie gemeinsam.
    - ...?

    Oder wie auch immer. Nur keine Fragen zurückhalten.

    Herzlich Willkommen
    VC

    Die formalen Zwänge
    Sie verleihen dem Limerick seinen ganz unverwechselbaren Klang. Und hier trainieren wir ihn, bis ihr gar nicht mehr anders denken könnt.
    Vorweg, weil der Einwand irgendwann sowieso kommt: Wirklich erfahrene Limerickschmiede wagen auch Experimente außerhalb des hier vorgestellten Rahmens für deutsche Limericks. Dafür haben sie in der Regel einen guten Grund. Der Grund sollte niemals sein, dass sich gerade (vermeintlich) kein metrisch passenderes Wort fand oder ein, zwei zusätzliche Wörter (scheibar) nötig wären. Sondern, dass der Stilbruch dem Witz unbedingt förderlich ist, bzw. ihn erst auslöst.

    1. Der Limerick besteht aus genau fünf Versen - keiner mehr, keiner weniger.
    2. Das Reimschema ist aabba. Es reimen sich also Vers 1, 2 und 5; sowie 3 und 4 aufeinander.
    Bis hierher besteht selten Diskussionsbedarf.
    3. Die Verse 1, 2 und 5 haben genau drei Hebungen. Die Verse 3 und 4 genau zwei. Dazwischen befinden sich jeweils zwei Senkungen (dazu weiter unten mehr)
    4. Die Versanfänge und -ausklänge können (um eine Senkung) verkürzt werden.
    5. Die kleine Geschichte erhält in Vers 5 eine unerwartete Wendung (Pointe).

    Das metrische Schema sieht also so aus:

    (x)xXxxXxxX(x)(x) a
    (x)xXxxXxxX(x)(x) a
    (x)xXxxX(x)(x) b
    (x)xXxxX(x)(x) b
    (x)xXxxXxxX(x)(x) a

    Die eingeklammerten Silben sind optional. Achtet aber unbedingt darauf, dass die Kürzungen möglichst in allen sich reimenden Versen gleich sind.

    Hebungen und Senkungen

    Ich will eure Motivation nicht senken - aber hier müssen Anfänger durch. Möge euch ein erhebendes Gefühl dafür belohnen:

    In der (deutschen) Metrik geht es letztlich (und vereinfacht ausgedrückt) nur um die Verteilung von betonten Silben (Hebung) und unbetonten Silben (Senkung). Mehrsilbige Wörter haben meistens eine natürlich (durch Sprachgewohnheit) festgelegte Betonung, die sich in einem Text nicht (oder manchmal mit viel Geschick) ändern lässt.

    Beispiele: Abend - Xx, Advent - xX

    Wenn dir das bisher noch nicht völlig bewusst ist, schreib einfach wahllos eine Liste mehrsilbiger Wörter (alles, was du um dich herum siehst oder denkst), lies sie dir laut vor. Unterstreiche alle betonten Silben. Ein sicheres Gefühl für Betonungen brauchst du auch für alle anderen Gedichtformen - die sind aber nicht so wichtig!

    Ein nicht ganz unbegabter Limerickfreund namens plotzn** hat diese Vorgaben einmal in diesem hübschen Beispiel zusammengefasst:

    Ein Limerickdichter aus Schlitz
    beherrschte den richtigen Sitz
    von Senkung und Hebung,
    doch war die Bestrebung
    vergebens - es fehlte der Witz.

    xXxxXxxX
    xXxxXxxX
    xXxxXx
    xXxxXx
    xXxxXxxX

    Man erkennt hier, dass sich plotzn für einen einheitlichen Auftakt in allen fünf Versen, aber für eine Variation bei den Endungen entschieden hat. Die sich reimenden Verse enden jeweils gleich. Männlich-stumpf (1,2,5) bzw. weiblich-klingend (3, 4)


    * wird fortgesetzt
    ** das Einverständnis des Autors für das Zitieren des Limericks liegt vor
    Geändert von Verbalcarpaccio (17.04.2017 um 20:07 Uhr)
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  2. #2
    Liara ist offline free flying butterfly
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    Liebe VC, eine toller Gedanke,
    dann sag ich mal danke

    Gut, dann stell ich hier mal mein gelösches Gedicht von heute Morgen ein - habe aber auch selbst nochmal nachgebessert:

    ein zwergenmann tanzt in der nacht
    hat's elfchen zum weinen gebracht
    es stellt ihm ein bein
    er fällt in den wein
    es tanzt um das weinfass und lacht
    Geändert von Liara (18.04.2017 um 08:28 Uhr)

  3. #3
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    Hallo Liara,

    da du keine konkrete Frage zum Text gestellt hast, nehme ich an, dass du ein allgemeines Feedback wünschst.
    Formal, also metrisch und reimtechnisch, ist der Lim doch in Ordnung. In V3 und V5 müsste es aber "es" heißen (das Elfchen).

    Ich selbst finde Zeichensetzung (vor allem bei komplizierteren Limericks mit mehreren Zeilensprüngen) sehr wichtig, damit sich dem Leser Sinnzusammenhänge leichter erschließen. Hier geht's zur Not auch ohne.

    Falls du unzufrieden mit der Pointe bist - das kann ich verstehen. Sie kommt zu früh. Im Prinzip ja schon in Vers 3. An dieser Stelle solltest du das Ding überarbeiten. Ich komme erst heute Abend wieder dazu. Kannst die Werkstatt aber solang nutzen.

    Fortsetzung:
    Um das Ding zu bearbeiten, ohne dass es meins wird, könntest du dir mal zu folgenden Fragen Gedanken machen:
    - Ist das Zusammenspiel "Wein-weinen" bewusst gewählt, um damit zu spielen?
    - Steckt hinter der Wahl der Fabelwesen als Protagonisten eine Absicht oder haben sie sich einfach reingedrängelt?
    - Bist du bei der Pointe auf die von dir gewählte fixiert (Mann macht sich auf Kosten der Frau lustig, sie zahlt es ihm heim - wer zuletzt lacht...) oder ist die Pointe flexibel?

    Man könnte an deinem Beispiel (Vers 1) auch gut die Tücken der Metrik beleuchten. Ungeübte Leser könnten hier nämlich auch jambisch zu lesen anfangen. Aber ich will nicht zu viel auf einmal auf den Amboss legen.

    lg VC
    Geändert von Verbalcarpaccio (16.04.2017 um 18:25 Uhr)
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  4. #4
    Liara ist offline free flying butterfly
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    liebe VC, da bin auch ich wieder,

    wein-weinen ist absicht
    ebenso erst tanzt er - dann sie
    ich hatte zuerst keine fabelwesen, die sind beim tippen aufgetaucht, haben sich aber inzwischen mit mir angefreundet,
    die aussage der pointe war auch absicht: dein zitat: "Mann macht sich auf Kosten der Frau lustig, sie zahlt es ihm heim - wer zuletzt lacht...", wenn sich allerdings ein viel besser auftut, klebe ich nicht daran

    du hast oben aufgeführt, dass das beinstellen eigentlich die pointe wäre, (zitat: "Sie kommt zu früh. Im Prinzip ja schon in Vers 3")aber ich fand ich eigentlich eben das lachen, aber sicher bin ich mir nicht und ich lasse mich gerne eines besseren belehren
    ehrlich gesagt, so ganz genau, weiß ich eigentlich im moment noch nicht, was mich an dem limerick stört

    zitat: "Man könnte an deinem Beispiel (Vers 1) auch gut die Tücken der Metrik beleuchten. Ungeübte Leser könnten hier nämlich auch jambisch zu lesen anfangen."
    Kein Problem, kannst du gerne machen.

    viele grüße
    Liara
    Geändert von Liara (16.04.2017 um 19:52 Uhr)

  5. #5
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    Feiner Faden!

    Aber auch reine Daktylen sind möglich:

    XxxXxxXx (8) = Limricks in reinen Daktylen
    XxxXxxXx (8) = können das Metrum auch füllen.
    XxxXx (5) = Rythmisch zum Walzer-
    XxxXx (5) = takte die Schnalzer
    XxxXxxXx (8) = tanzen die Leser. Zum Brüllen.

    Rumpelpoeten aus Bayern
    können beim Reimen nur leiern,
    nennen sich Dichter!
    Aber wir Richter
    sagen: Ertränken in Weihern!

    Österliche Grüße
    von Friedhelm

  6. #6
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    Okay Liara, das ist doch schon mal was.
    wein-weinen ist absicht
    Habe ich mir gedacht. Eignet sich auch zum Wortspiel. Hier erschließt sich mir bisher aber noch kein Mehrwert für den Limerick. Das müsste man noch irgendwie ausarbeiten (oder darauf verzichten, man kann nicht alles in einen Lim packen).
    ebenso erst tanzt er - dann sie
    Das hat mir schon beim ersten Lesen gut gefallen. Darauf solltest du nicht verzichten. Vielleicht sollte ihr Tanz eine Steigerung zu seinem Tanz bieten. Z. B. dass sie auch noch am Morgen tanzt. Dann hättest du diesen "werzuletzttanzt...-Effekt" drin. Man muss schauen, ob man das reinkriegt.
    fabelwesen, die sind beim tippen aufgetaucht, haben sich aber inzwischen mit mir angefreundet,
    Das ist okay - mir geht das fast immer so. Wenn sich aber nun Fabelwesen hier tummeln könnten sie vielleicht gerade auch etwas Fabelhaftes tun - da ist tanzen fast zu banal. Was das sein könnte, weiß ich jetzt auch nicht.
    das beinstellen eigentlich die pointe wäre, (zitat: "Sie kommt zu früh. Im Prinzip ja schon in Vers 3")aber ich fand ich eigentlich eben das lachen,
    Wo genau die Pointe liegt, ist vielleicht Betrachtungssache. Aber die Wende der Geschichte passiert in Vers 3. Im Moment des Beinstellens sind auch schon die Weichen gestellt, was das Ziel der Reise betrifft. Es sei denn, du drehst das Ding in V5 nochmal in eine ganz andere Richtung. Das wäre genial, aber nur, wenn die Wendung logisch nachvollziehbar ist.

    Wir können ja auf dieser Basis mal unabhängig voneinander eine Überarbeitung starten. Ergebnisoffen - manchmal wird's auch nix.

    Zur Sache mit dem zweideutigen Metrum:
    Deins ist, wie gesagt, sauber.

    ein zwergenmann tanzt in der nacht xXxxXxxX
    hat's elfchen zum weinen gebracht xXxxXxxX

    Wer aber mit Limericks nicht vertraut ist oder ihn nicht gleich als solchen erkannt hat, könnte V1 zunächst auch so lesen:

    ein zwergenmann tanzt in der nacht xXxXxXxX

    Allerdings kommt er dann bei V2 ins Stocken, weil er dann "weinen" auf der zweiten Silbe betonen müsste. Also fängt er wieder von vorn an. Ein erfahrener Leser probiert es dann gleich mit daktylischem Lesen, ein unerfahrener stolpert weiter.

    Durch geschickte Wortwahl kann man den Leser (gleich im ersten Vers!) in den gewünschten Leserhytmus pressen. Allerdings sehe ich das nicht als vordergründige Aufgabe des Autors an, der ich andere Dinge unterordnen würde, sondern nur als Bonus, falls es möglich ist.

    Zur Verdeutlichung: Ein Zwerg tanzt den "Tango der Nacht". xXxxXxxX Das kann man gar nicht alternierend, also xXxXxXxX lesen, weil da Hebungen auf "den" und "go" fielen. Auf dem Artikel wäre die Hebung noch möglich, wenn das folgende Nomen xX betont wäre. Aber Tango scheidet völlig aus.

    lg VC
    Geändert von Verbalcarpaccio (16.04.2017 um 20:47 Uhr)
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  7. #7
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    Hä? Ach so geht das:

    Ein Rumpelversdichter aus München
    will Friedhelms Geschwätz übertünchen.
    Die Buchstaben kleben
    daktylisch am Leben.
    Da hilft nur noch eins: einfach lynchen!


    Hallo liebe VC, unsere Posts haben sich überschnitten. aber ich konnte den Angriff eines Österreichers nicht unbeantwortet lassen.

    Ja, danke für deinen ausführlichen Kommetar. Ich werde mir Gedanken dazu machen. Ganz am Anfang habe ich ihm die Elfe auf seiner Nase rumtanzen lassen. aber ich habs dann nicht mehr in einen korrekt metrischen Vers gebracht. So habe ich das der Ordnung geopfert.

    Es macht Spaß sich mit dieser Gedichtform auseinanderzusetzen.

    VG Liara
    Geändert von Liara (16.04.2017 um 20:54 Uhr)

  8. #8
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    Lieber Friedhelm,

    danke für dein Feedback. Glaub's oder nicht, aber über genau diesen Punkt habe ich mich vor zwei Stunden mit Claudi ausgetauscht. In meiner Einleitung hatte ich diese Variante noch drin, hab sie dann aber (vorläufig) außen vorgelassen, weil ich keine Quellen für diesen Gebrauch, der mir auch bekannt ist, finden konnte. Danke für die Ergänzung.

    Liebe Liara,

    jetzt fang aber nicht an, schlampig mit den Versanfängen umzugehen. So hat dir Friedhelm das aber nicht gezeigt. Den kriegst du gleich geixt um die Ohren:

    Ein Rumpeldichter aus München
    will Friedhelms Geschwätz übertünchen.
    Die Buchstaben kleben
    am daktylischem Leben.
    Da hilft nur noch eins: einfach lynchen!

    XxxXxxXx (entweder Verse 2 und 5 auch ohne Auftakt, oder V1 mit Auftakt)
    xXxxXxxXx
    xXxxXx
    xxXxxXx (den doppelten Auftakt kriegst du weg mit: daktylisch am Leben)
    xXxxXxxXx

    lg VC
    Geändert von Verbalcarpaccio (16.04.2017 um 20:52 Uhr)
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  9. #9
    Liara ist offline free flying butterfly
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    Habs doch selbst gemerkt und gleich geändert. Jetzt stimmts aber.
    Wieder überschnitten. Dein Komm kam zu spät. Ätsch!
    So langsam bekomme ichs in den Griff.
    Geändert von Liara (16.04.2017 um 21:18 Uhr)

  10. #10
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    Congratulations!

    Die Idee, dass sie ihm auf der Nase herumtanzt hat auch was. Warum nicht?
    Ich hab inzwischen auch ein bisschen gebastelt, bin aber noch nicht zufrieden. Im Moment muss der Zwerg sterben, aber den Tanz des Elfchens habe ich noch nicht reinbekommen.
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  11. #11
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    Lieber VC,

    Ich war mir so sicher, dass ich mit folgendem Lim richtig liege, dass ich ihn direkt unter den Lim-Faden eingestellt habe, bin mir aber jetzt nicht mehr sicher.

    Ein Tuareg hatte Gelüste xXxxXxxXx
    betastete stets fremde Brüste. xXxxXxxXx
    Da sprach seine Frau: Mann! xXxxXx
    wenn du nicht schon hierwärst, dann xXxxXxx
    schickte ich dich in die Wüste! XxxXxxXx

    Du schreibst oben, dass man beim Kürzen der Optionen darauf achten soll, dass die Kürzungen "möglichst" gleich sein sollen. Also kein Muss? Sie sind es nämlich bei mir nicht. Kannst du meinen Lim mal auseinandernehmen? Ich würde ihn dann unter der anderen Rubrik löschen. Vielen Dank LG
    Geändert von Richmodis (16.04.2017 um 21:51 Uhr)

  12. #12
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    Hallo Delaine,

    das ist ein sehr gutes Beispiel für das Erklären von "möglichst".

    Der Wegfall des Auftakts in V5 ist deutlich unauffälliger als das Desaster der Endungen in V3 und V4 (sorry). Mit ersterem könnte ich leben, wenn es gar nicht lösbar wäre (ist es aber in diesem Fall sehr wahrscheinlich).
    Beim Variieren der Endungen jedoch kriegst du die Quittung sofort in Form der Reimkeule. Reimen kannst du nur auf betonte Silben (in Kombination mit darauf folgenden unbetonten). In deinem Fall klingt entweder der Reim nicht, oder du betonst "dann" meiner Meinung nach stärker und hättest diesem Fall eine 4. Hebung - geht nicht!

    Ixen müsste man deine Lesart eigentlich so:
    Da sprach seine Frau: Mann! xXxxXx (Claudi würde es sogar so notieren: xXxxXX)
    wenn du nicht schon hierwärst, dann xXxxXxX

    Reimtechnisch möglich wäre diese Lösung:
    da sprach seine Frau: Mann!
    Hier fängt wohl ein Traum an?
    (ohne, dass das jetzt inhaltlich passt)

    Oder so:

    Sein Weib sprach: "Mensch Biermann,
    wärst du nicht längst hier, dann
    verschickte ich dich in die Wüste.
    Wobei Biermann auch nicht der typische Tuaregname ist...

    Hilft dir das weiter?

    lg VC

    P.S.: Witz hat er übrigens.
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  13. #13
    Sneaker Guest
    Es sprach Gott der Herr "'s werde lichte
    auf Erden, nun schleich dich und dichte
    nur Limericks Wicht."
    Das wollte ich nicht.
    Nun grauts mir vorm jüngsten Gerichte.

  14. #14
    Liara ist offline free flying butterfly
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    Guten Morgen, Friedhelm,
    ich könnte schwören, wenn ich nicht die totalen Halunkinationen hatte, ich hätte das Wort Österreich an der Seite deines Kommentars gelesen.
    Na ja, vielleicht träumte es mir ja nur.

    Aber ich hätte auch eine Bitte an dich. Wenn du schon noch weitere Metrikvariationen hier aufführst, könntest du bitte noch exemplarische x-Versionen mit Hebungen dazustellen. Für nachmacherwillige Lerner.

    Frohe Ostern noch mit vielen Grüßen
    Liara
    Geändert von Liara (18.04.2017 um 08:33 Uhr)

  15. #15
    Registriert seit
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    Hallo Sneaker,

    noch ein Limerickfan, also. Und ein sehr sicherer dazu, wie mir scheint. Willkommen hier in der Schmiede.
    Dieser Faden soll vor allem eine Art Übungswerkstatt sein. Hast du eine Frage zu deinem Lim?

    Das Ding ist knackig und witzig. Mir scheint nur, dass in V3 das "nur" viel lieber ein "nun" sein würde. Ein Tippfehler? Oder verstehst du den Text anders als ich? Die Wortwiederholung könnte man durch ein "jetzt" in V2 auflösen.

    Hallo Friedhelm,

    klar geht es auch anapästisch. Dieses Schema wird in der Einleitung ja auch mit eingeschlossen. Man muss sich nur die entsprechenden optionalen Silben nehmen bzw. weglassen.

    Hier das Schema für Liara:
    Friedhelm beginnt seinen Don Quixote-Lim durchgängig mit zwei unbetonten Silben.

    xxXxxXxxXx
    xxXxxXxxXx
    xxXxxXx
    xxXxxXx
    xxXxxXxxXx

    lg VC
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

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