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    Panikattacken der Liebe IIi

    02.03.17

    Ihr vorzutäuschen, einen Aids-Test gemacht zu haben?
    Es geht mir diese Übervorsicht der Angst vor dieser Krankheit am A... vorbei. Müsste sie sich nicht längst angesteckt haben, wenn ich es hätte? Nein, sie sei äidsfrei! Also, das letzte Mal haben wir vor cirka einem halben Jahr frei miteinander geschlafen und sie hat sich nicht angesteckt, was nur heißen kann, dass ich nicht aids-infiziert bin. Wie lange geht die Inkubationszeit von Aids? Zeitraum der Infektions- und Krankheitserscheinung zwischen 5 Tagen und 3 Monaten, in der Regel zwischen zwei und vier Wochen.

    Also, ich entschließe mich vorzutäuschen, ich hätte einen Aids-Test gemacht, nur, damit wir wieder so miteinander schlafen, dass sie ein Kind bekommen kann. Sie sagte, sie habe einen gemacht. Ich weiß nicht, dass und ob es stimmt. Ich sage das Gleiche jetzt. Sie sagt, sie sei doch noch fruchtbar. Wenn ich sage, keinen Aids-Test gemacht zu haben, bin ich verpflichtet, das Kondom zu nehmen. Also muss sie sich nicht darum kümmern, kein Kind zu bekommen. Sage ich, ich habe den Test gemacht, muss sie sich selber um die Verhütung kümmern: dann ist die zukünftige Existenz des Kindes in ihren Händen, in ihr Schicksal gelegt.

    „Wenn Du erst schwanger bist, heirate ich Dich!“ Nachdem wir wieder nach Monaten miteinander geschlafen haben. Sie lacht. „Ich will nicht schwanger werden!“ Sie steht auf: „Ich muss einmal aufs Klo! Als sie wieder kommt, sage ich: „Das war gerade ohne Scheiß gesagt!“ „Ich bekomme eine Panikattacke! Damit muss ich ruhig sein. Ich verhalte mich entsprechend. Ich muss mich niederlegen, wenn ich so etwas bekomme!“ „Okay! Ich lege mich auch nieder.“ Sie raucht aber noch eine. Als sie ins Bett steigt, sich neben mich niederlegt, streichelt sie mich, sagte liebevoll „Gute Nacht!“ Aber nach einigen Minuten streicht sie erneut über meinen Körper und sagt: „Gute Nacht!“
    Es mag Zufall sein, wenn es denn einen gibt, dass sie zu diesem Moment, in diesem Zusammenhang eine Panikattacke bekam. Tatsache ist, sie bekommt auch welche, wenn sie in anderen Umständen sich befindet.

    05.03. 2017 Sonntag,

    Stimmt es: Du musst lernen zu stehlen, zu lügen und zu töten, während du lächelst? So komme ich mir vor.
    Vorgestern am Freitag zu ihr gegangen und dann bis Samstag nachmittags geblieben.
    „Wann hattest Du Deinen Aids-Test?“ Ich habe noch keinen Termin. Zwar habe ich angerufen beim Gesundheitsamt, aber an Aschermittwoch, nach der Faschingszeit, da war nur eine Frau am Telefon und versprach zurückzurufen. Bis heute nichts und niemand hat sich gerührt.
    „Am Montag!“
    „Okay!“
    Ich habe mir doch vorgenommen zu sagen: „Ja, der Test hat bereits am Donnerstag stattgefunden, wir müssen nur noch bis Montag warten. Dann wird man uns das Ergebnis mitteilen.“
    „Was so schnell? Hast Du nicht von einer Woche gesprochen!“
    „Ja, normalerweise. Aber, Du verstehst das, nach Fasching, so hat die Verwaltungsfrau gesagt, da kommen sehr viele zum Aids-Test und da haben sie mehr Befunde und da lohnt es sich, schnell eine Auswertung zu machen. Weil sie brauchen immer eine gewisse Anzahl von Tests, damit sich die Auswertung lohnt. Fällt in kurzer Zeit viel an, können sie schneller auf Auswertung bestehen.“
    „Ja, das ist logisch!“
    „Aber kannst Du heute nicht einmal so ein chemisches Zeug nehmen anstelle dass ich mir ein Kondom überpellen muss. Das ist näher, intensiver. Das wäre angebrachter. Nach dem wir uns jetzt wieder versöhnt haben, würde ich dich gerne wieder mal ganz nahe spüren.“
    Sie nickte verständnisvoll.
    Es kam auch zum Koitus, nach langem Drängen von mir, wie immer und sie wollte, aber hatte sich natürlich kein Zäpfchen reingestopft. Vielleicht auch lag es daran, dass wir an diesem Abend wieder einmal Wein getrunken hatten? Sie nimmt Tabletten, da ist Alkohol nicht gut. Aber die Suchtberatung hat ihr es gewährt: Ab und an dürfe sie schon etwas Alkohol zu sich nehmen.
    Jedenfalls, ich spürte es gar nicht, habe ich mich in sie ergossen. Ich merkte es so sehr nicht, dass ich danach darauf bestand, noch einmal mit Gummi zu dürfen, weil, wenn ich einschliefe, würde ich bald wieder aufwachen mit einem Ständer und dann konnte ich nicht wieder einschlafen und sie wecken würde ich nicht dürfen und können und wäre auch nicht angebracht. Also, lass es uns sofort hinter uns bringen. Nachdem ich den Gummi übergezogen hatte, stand er mir nicht und nichts wurde daraus. Später, einen Tag später etwa, wurde mir klar, ich musste schon eine Ejakulation in ihr gehabt haben. Aber in diesem Moment spürte ich es nicht, ich spürte ja nur, wie ich nicht mehr konnte und das führte ich auf mein Schuldgefühl, mein immer wieder auftauchendes und allgegenwärtiges Schuldgefühl ihr gegenüber zurück. Dieses hatte mir ja oft schon einen Streich gespielt, oft schon bekam ich einfach keinen hoch, weil sie lamentierte, ach, ich bekomme ein Kind, ach, das wäre zu gefährlich undsoweiter.
    „Du bist halt sensibel!“, hatte sie mir beschwichtigend, tröstend und verständnisvoll noch mit der Hand über meinen Körper gestrichen, die Hände nach rückwärts und ihren Körper gegen die Wand gewandt, um einzuschlafen. Das tröstete mich in meiner verwundeten Männlichkeit, keinen richtig mehr hochgekriegt zu haben und andauern einen zu frühzeitig abgehen lassen zu müssen.

    09.03.2017

    17 Uhr

    Schuldgefühle über das was, was ich für richtig halte zu tun, weil ich damit Louis täusche. Aber es ist doch richtig. Es schadet ihr nicht, sondern vermehrt unsere Freude und Lust. Also! (Aber doch!) Du musst tun, was richtig ist! Keine Rücksicht auf übertriebene Befindlichkeiten! Sei Du der Vernünftige! Übernehme die Verantwortung!
    Das Kind wird es mir danken?
    Wenn es existiert, wird es sich sagen, ich existiere, weil er das gemacht hat, auch wenn der Vater die Mutter getäuscht hat.
    Das Leben siegt immer!

    19 Uhr

    Louis hat wieder abgesagt, wie gestern: „Ich bin noch im Schlafanzug“, sprich nicht es geschafft, mich überhaupt anzuziehen. Gestern, obwohl gesagt worden ist, dass es heute Abend nicht klappt, und obwohl ich gerne zu ihr gekommen wäre, da Aschermittwoch war und die Aschermittwochs-Stammtisch-Reportagen im TV angesehen hätte, der einzige Tag und Abend im Jahr, wo ich Lust habe, fernzusehen, hat sie um 22 Uhr noch einmal angerufen, aber ich saß im Keller, um über Internet (Fernsehgerät besitze ich nicht) dieser Lust zu frönen, nämlich diese Aufzeichnungen zu sehen, und ich habe es klingeln hören, aber mich nicht dazu aufraffen können, das im Keller stehende Telefon abzunehmen. „Ist nicht so schlimm, dass Du nicht da bist!“, hatte sie auf dem AB gesprochen, als ich es um 24 Uhr abhörte, sowie ich in die obere Wohnung hinaufgegangen war, um zu schlafen. Heute also wieder Absage, Aufschub auf morgen, denn tagtäglich das selbe Spiel, Ritual, Prozedere – doch bin ich wohlweislich unterwegs, habe ich mit so etwas doch gerechnet – ich bin halt „krank“. Das ist ihr Freifahrschein, sich alles erlauben zu dürfen! Aber, Du weißt, worauf Du Dich einlässt! Dies sage ich mir. Weißt Du es wirklich?

    10.03.2017

    AIDS-Test: „Hast Du das Ergebnis des Aids-Tests?“
    „Negativ!“
    „Gut“, sagte sie befriedigt. „Trotzdem müssen wir uns Gedanken machen darüber, wie wir verhüten. Ich habe keine Lust, noch ein Kind zu kriegen.“ „Aber ich!“ „Erstens bin ich schon zu alt.“ „Fühlst Du Dich.“ „Ich bin 50.“ „Na und?“ „Zweitens, mit meiner Biographie.“ „Biographie?“ (Als wär’s ein Fremdwort.) Drogen, äh, Medikamente, die stärksten Psychopharmaka, die auf dem Markt erhältlich sind.“ „Ja und?“ „Und außerdem, wenn ich das sagen darf, bist Du nicht mehr der Jüngste.“ „Darfst du aber nicht sagen. Ich erlaube es Dir nicht.“ „Schwamm drüber!
    Dieser Dialog hat am Telefon stattgefunden. Im Hintergrund habe ich Genia gehört, die wohl alles mitgehört hat.

    Als ich wieder mit ihr zusammen bin, sagt sie: „Das Ergebnis kam aber schnell.“ Ich schütze mein Gesicht in ihrem Arm. Nachdem wir geschlafen hatten – ungewöhnlicherweise lag sie bereits im Bett, bevor wir endgültig einschlafen und uns also zur endgültigen Nachtruhe begeben wollen – ich saß im Dunkeln auf einem der Sitze, den anderen Fuß auf den anderen Stuhl ausgebreitet und rauchte genüsslich eine Zigarette. Es war die blaue Stunde zwischen nachts und frühmorgens, Ruhe herrschte auf der ansonsten stark frequentierten Straße vor dem Haus und ich nahm mir fest vor: „Du holst den Aids-Test noch nach.“ Ich hatte zwischenzeitlich auf einer Webseite in Erfahrung gebracht und gelesen, dass in einer weiten, nicht allzu weiten Kleinstadt angesichts meiner Monatskarte, da kein Aufwand des Erreichens, die Möglichkeit bestand, unangemeldet jeden Donnerstag vormittags beim dortigen Gesundheitsamt im Zimmer X des Stockwerks Y einen kostenlosen, doch nur 10 Euro veranschlagten Aids-Test durchführen zu lassen. Das wollte ich nachholen, ganz bestimmt!

    11.03.2017

    Bei ihr übernachtet. Mit Präservativen und Zäpfchen ist Mademoiselle Vorsicht zugange.
    Okay, jetzt Kondome und Chemie. Warum? Chemie sei unsicher. Könnte sie aber nicht sich nach ihrem Zyklus richten? Nein, weil, ins Klimakterium gekommen, dieser verrückt spielt und völlig unregelmäßig vonstatten liefe. Somit kann sie beliebig entscheiden, was sie von mir will, wann, wie und soweiter. Ist doch die perfekte Regierung über mich und meinen Bedürfnissen.
    (Ich habe gelesen: Der Mann ist der Gefangene seines Schwanzes.)
    So stecke ich in der Sackgasse oder Zwickmühle, Mademoiselle Vorsicht hat mich in ihrer Zwinge.
    Es hat sich nichts gelockert, seitdem ich den Aids-Test gemacht habe, im Gegenteil, gab es doch vorher schöne, intensive Begegnungen ohne Kondome, die viel nachhaltiger in meiner Erinnerung gespeichert sind und so verklärt wunderbar-schön auftauchen, dass ich mich danach zu sehnen beginne. Jüngste sexuelle Begegnungen dabei hinterlassen kaum Spuren.
    Aber jetzt mit Chemie sowie mit Kondom und das ist ätzend, das ist ein Folter für IHN daunten.
    (Ist der Mann der Gefangene seines Schwanzes, dann ist er damit aber der Gefangene der Frau! - Keinen Ständer zu haben heißt: vor ihr weichzuwerden, in die Knie gehen, kapitulieren und im wahrsten Sinne des Wortes „Vor ihr den Schwanz einziehen.“ - ER hat sich in die hinterste, dunkelste Ecke seines Gefängnisses vor ihr verkrochen!)
    „Ich bin noch nicht bereit für eine Beziehung...“ Das ist das andere. Dabei ist es nicht nur ihr LP, obwohl der stets virulent ist, wie sie sagt: „Beherrscht er immer meine andere Gehirnhälfte, oder mein Herz.“ (Oder Dich.)
    „Ich kann, traue mich nicht auf eine Beziehung einlassen, weil ich Angst habe...“
    Angst vor..., Phrasen, Sprüche, Floskeln, die der Mann schon tausendmal gehört hat, aber immer wieder frisch sind und neu klingen und sich auftischen lassen muss, um sie zu schlucken und zu speisen. (So dass ihm speiübel wird!)
    Außerdem müsse sie sich noch auf sich selbst besinnen, zu sich selber kommen, sie ist doch erst seit einem Jahr von ihrem Partner getrennt, lebt in einer völlig anderen Stadt, obwohl die vorherige nur 30 Kilometer entfernt ist, aber freilich, ich verstehe sie, es ist keine Großstadt, ein kleines, überschaubares, eben mit anderen Werten, Menschen und Bestandteilen durchsetztes neues Umfeld.
    Ich kapiere, sie braucht ihren Freiraum. Vorerst einmal. Sie ist noch mit sich selbst zu sehr beschäftigt. Sie ist ja auch psychisch krank, die sind da vielleicht fragiler, sensibler, so flexibel, brauchen längere Zeit, um sich auf eine neue Situation in ihrem Leben einzustellen, das kennt man ja von solchen Menschen, wenn sie umziehen müssen, wenn ein Bekannter in ihrem Freundes- oder Verwandtenkreis stirbt, dass das ihnen mehr als zuträglich und länger als anderen normalen Menschen nachgeht, sie erst alles verarbeiten und damit zurechtkommen müssen.
    Aber da steht ein großer Wort über uns. Das muss heruntergehängt und auf den Boden gestellt worden, sonst erschlägt es uns.
    „Beziehung! Vermeide das Wort, das ist zu groß!“ – und damit ist alles offen.
    Weil dieses Wort wie eine Heiratsurkunde wirkt, mit allen Pflichten, die damit verbunden sind. Offene Beziehung, so ein Modewort aus den Sechzigern, soll es auch nicht sein, das ist mir zuwider, damit verbinde ich, dass man auch einmal mit einem anderen in die Koje springt, das ist mir zu gefährlich. Ich will Monogamie. Ich bin zu eifersüchtig. Sie will es ja auch.
    „Aber ich kann mich noch nicht öffnen! Weißt Du!?“ So einigt man sich darauf: „Schauen wir halt einmal!“

    COPYRIGHT WERNER PENTZ

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    Panikattacken der Liebe IV

    Vierter Anlauf

    20.03.2017

    Ich sage, ich mache mich zum unsichtbaren Menschen.
    „Schau, ich habe eine Tarnkappe auf! Siehst Du, sie ist so gut getarnt, die Tarnkappe, dass Du sie siehst.“
    Sie lacht kaum wahrnehmbar und also verhalten. Schön wäre es, wenn sie richtig lachen würde, denn es gibt nichts zu lachen, wenig zu lachen zwischen uns. Ich sage aber: „Louis, fühle Dich nicht durch meine Anwesenheit beeinträchtigt. Ich bin wie ein unsichtbarer Mensch.“
    Dabei fahre ich beide Hände aus, die Handflächen nach außen senkrecht gerechtwinkelt. „Ist schon gut!“, sagt sie, doch etwas lächelnd dabei, scheint mir.

    Ich denke, ich bin zu eifersüchtig, alle Besucher machen mich mehr oder weniger kirre. Mich mehr zurückhalten, muss ich mich. Aber meisten macht mich der Freund ihres Freundes nervös, der typische Trittbrettfahrer: macht sich an die ehemalige Freundin seines Freundes ran, was die Abstaubermentalität offenbart, die Kleinlichkeit der Perspektive, der beschränkte Charakter und Mensch, der nicht imstande ist, sich selbst eine Freundin zu suchen, zu finden, zu erobern, zu umwerben undsoweiter

    „Ich habe schlecht geschlafen.“, fährt sie morgens in die Höhe aus ihrem dichtbelegten Bettbezug, als ich ihr den Frühstückskaffee auf einem Tablett von unten aus der Küche herauf kredenze und auffahre.

    Ich streichle über die Wölbungen mit der Hand fahrend, beschreibend, die ihr Körper macht von der Schulter über die Tallie, über den Berg ihrer linken Hälfte – diesen erklommen, verharrte ich mit der flachen Hand darauf ruhend – es ist Morgen, Vögel zwitschern am Anfang des Frühlings. Mir fallen die Verse eines Gedichtes ein, ich feile, schmiede, werkle an den Worten, aber, oje! Aufschrei?!
    Im Nachhinein ist das nicht mehr eindeutig bestimmbar, den über die Ruhe bricht jetzt Hektik, Nervosität, Aufbruchstimmung herein – auf dem Stuhl sitzend, zittert ihr Fußballen, ich streichle ihm beruhigen wollend, aber sie steht abrupt auf mit den Worte auf den Lippen Des-Aufs-Klo-Gehen-Müssens. Inzwischen hat sie sich schon eine Zigarette angezündet. Sie geht sogar mit dieser im Mund aufs Klo. Dieses Verhalten habe ich überhaupt noch nicht an ihr gesehen. Ich glaube auch, dass dieses absolut tabu ist in dieser Wohngemeinschaft.

    Vorgestern wollte ich nicht alleine den Sonntag Abend verbringen: „Ich hätte Dich gerne einmal wieder getroffen“, simste ich, wonach sofort Rückruf erfolgte. „Es liegt in – Deiner Hand.“ Gestern Abend hat sie angerufen, gesagt, nicht geschlafen zu haben, berichtet, was die den Tag über gemacht, es war erst 20 Uhr, aber sie fühlte sich so müde, dass sie, nicht einmal noch sich duschen wollend, einfach ins Bett bereits gegangen ist. Beim Gespräch fiel ein Satz von ihr: „O Mann, war der Tag heute öd“, aus dem Zusammenhang, dazwischengeworfen, so dass ich nicht direkt darauf eingehen und antworten kann, aber nach dem Anruf ist es genau dieser Satz, der von dem Gespräch hängengeblieben ist. Schuldgefühle plagen mich, weil ich mich aufgedrängt hatte, unbedingt den Sonntag Abend mit ihr verbringen zu wollen.
    Es war mein Wunsch, ja. Bei ihren Wunsch springe ich, ja! Aber sie ist ja so sensibel oder wie oder was?

    Als ich im Zug nach Hause fahre von ihr, male ich sie aus der mich nachfolgenden Erinnerung wie einen Chinesen oder Mongolen.

    Aber seit wir so etwas wie eine Beziehung unter Vorbehalt und definiert haben, macht mir der Sex, kann man „körperliche Berührungen“ sagen?, nicht mehr so viel Spaß. Reizte ihr Widerspruch, ihre Widerspenstigkeit, Hexerei?
    „Kein Stress!“ Immer wieder: „Kein Stress!“ um nichts zu verderben.
    Dann kam sie mir anderseits wie einen Chinese oder eher Mongole vor, mit einem runden Gesicht, großen Augen, die kaum ein Augenlid bedeckte, und etwas nadelstichartige klare Augen, die tief in ihren Augenhöhlen verborgen waren. Runden Backen eines Mongoloiden, hatte sie nicht, eher hochstehende Backenknochen einer Indianerin. Aber vielleicht war mir das Bild nur deshalb vor Augen gekommen, weil sie mir irgendwie fremd und abweisend erschien.
    Mir kam es auch so vor, als ob sie stets auf Distanz hielt,

    Wieder ihre herausstehenden Zähne. Er fragte sich bereits, ob das etwas zu bedeuten hatte in seinem Verhältnis von ihm zu ihr. Diese Zähne erinnerten an einen Nager, einem Eichhörnchen, die Nüsse zwischen ihre Pfoten hielt, währen sie mit ihren Zähnen die harten Schalen damit knackten. Natürlich, weil sie häufig verwendet werden, bilden sich diese zwei Hacker vorne besonders stark heraus, sie standen auch deutlich vor. Warum aber hatte sie denn welche, es war weder anzunehmen, dass sie oft Nüsse aß, geschweige denn dann selbst mit ihren Zähnen knackte und nicht mit einem dafür vorbereiteten Gerät, einen Nussknacker, typisches Bild, ein Soldat, und überhaupt, weshalb sie übermäßigen Nusskonsum frönen sollte?
    Irgendwie fühlte er sich von ihr in eine Kältezone katapultiert, die eisig war.
    Ihm kam es so vor, als versuche sie stets auf Distanz zu gehen und ihn zu halten, wie bei einem Katz-und-Maus- oder Blinde-Kuh-Spiel. Immer, wenn er glaubte, ihr jetzt nahe gekommen zu sein, entwischte sie ihm doch, stets mit berechtigten Argumenten und Fakten. Zum einen das Präservativ, welches ihm nur bis zu einem bestimmten Punkt an sie herankommen ließ, bis dann einfach ein Eiserne Vorhang aufgezogen war und er sich den Kopf einschlug.
    Jetzt kam das neue Telefon hinzu. Sie stellte die Freischalttaste ein, sie sagte, danach befragt, um nicht das Handy zu nah am Ohr halten zu müssen, und ihre Stimme klang damit unnatürlich, künstlich und blechern. Natürlich, künstlich und blechern. Wie ein Roboter. Ein Wesen von einer anderen Galaxie. Dann verzögerte sich stets ihre Antwort um eine Zentelsekunde. Dadurch war die Dynamik heraus aus ihrem Gespräch. Jede emotionale Reaktion ihrerseits, die ihre Glaubwürdigkeit, Spontanietät und Emotionalität, das Beteiligtsein ihres wahren Herzens bewiesen, wenigstens erahnen ließen, war verschwunden, ein Riegel vorgeschoben.
    Es schlich sich stets ein Misstrauen ein bei mir spätestens nach dem Gespräch. Diese hinterließ einen klaffendes Loche.
    Warum hatte sie lange gezögert, gerade bei dieser Frage, die ihm wichtig erschienen war?
    Weil sie vielleicht überlegt hatte, was muss ich jetzt sagen müsse, damit es glaubwürdig und richtig erscheine?
    Sie war ihm, seit er mit ihr so etwas wie eine Vereinbarung getroffen hatte, so etwas wie ein annäherndes, gutes Wort, sich annähernde Beziehung zu beginnen, weiter weg noch als zuvor, wo sie sich bekämpften, wo er sich bedrängte, übertölpelte und verführte nach den ihm zu Gebote stehenden Mitteln des Strich und Fadens.

    19.04.2017-05-08

    Louis macht mich impotent.
    Als sie bei mir übernachtet hatte, hat sie gesagt: „Ich habe geträumt, in Deinem Zimmer seien viele Verwandte von dir gekommen. „Hast Du Dich gefreut!“ „Ja!“ Ich konnte in der Nacht nicht, so sagte ich: „Familie macht impotent!“ Sie lachte darauf.
    ‚Die Impotenz geht so weit, dass ich nur mit Müh’ und Not noch onanieren kann, aber hier in Budapest füllt ER sich immerhin wieder. Besonders nach der Kunstausstellung geht es mir wieder gut, schon währenddessen sind mir neue Ideen gekommen bezüglich des Malens. Davor hatten wir Streit und Auseinandersetzung übers Kinderkriegen ( nur eins, stelle ich mir schön vor, eins im Leben sollte man haben, dazu hat jeder Mensch ein Recht)
    „Wenn ich schwanger wäre, würde ich das Rauchen aufgeben.“
    „Man soll das Fell nicht verteilen, bevor nicht der Bär erledigt worden ist.“
    „Mein Bruder hat mitgeteilt, dass unsere Mutter von ihrer Rente in einem Seniorenheim leben können wird, so dass nichts von unserem Erbe von ihr angerechnet und uns abgezogen werden wird und wenn auch das Geld nicht reichen sollte späterhin, lebe ich wieder vom Essen von der Tafel (für ausländische Leser: Tafelessen gilt als Essen von Aristokraten, also das denkbar üppigste, abwechslungsreichste und beste Essen. In diesem hier vorliegendem Fall ist es aber Armenspeise, Essen kurz vor dem Verfallsdatum, wie ein gesetzlich vorbestimmt ist.
    „Es ist gut, (noch) nicht verdorben.“
    Ich frage: „Kann man nicht eigentlich von Zuckerersatz, sprich statt Zucker Gelee, statt Semmeln aufgebackene Brötchen vom Fließband extra in China hergestellt, statt Fisch Rindfleisch und Gemüsefleisch nur von Schweinefleisch leben? Wahrscheinlich kann man unter der Angst, die Zähne langsam, aber sicher herausfallen zu sehen, immer dicker und fetter zu werden leben. Unter Verfettungserscheinung und –symptomen zu leiden, wie Atemnot, Kuratmigkeit, dicke Fußsohlen zu kriegen wie bei Diabetikern und auch anderweitige Deprivationen, von den wir Laien keine Ahnung haben, uns kein Bild machen können.
    Geändert von pentzw (22.09.2017 um 09:48 Uhr)

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