Thema: Gewissen

  1. #1
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    Gewissen



    Gewitterwissensbisse
    (So schnell, wie sie kamen schon wieder von dannen gespült)



    Die Arbeit hinter mir und ich im Wagen.

    Getöse, klatschend Wasser auf den Scheiben.

    Bedrückte Autolichter schleichen wacker

    Durch braunen Tümpel. Grimmig wacht er. Plötzlich:

    Gewalten knallen! Blitzend sprühen Funken!

    Und alle Herzen pochen, aufgerüttelt

    - Passieren darf nur einer nach dem andern!

    Der Wasserschlamm schluckt fast schon meine Reifen.

    Instinkte werden wach, droht mir ein Unheil?

    Ein Schulterblick zum Wald - welch Wasserströme.

    Erinnern mich an Kinderaugen... Traurig...

    So traurig wie die Gründe, nämlich Ohnmacht.

    Zerstörte Häuser, scharfe Bleche treiben

    Zum Waisenkind. Es riecht nach Tod und Elend.


    Es riecht dort drüben immer nur nach Elend.


    Bin gleich Zuhaus. - Die Wäsche! - Welch ein Elend.




    Hallo, Leute!

    Ich wurde heute von einem Gewitter, durch das ich mit dem Auto musste, zu diesem Gedicht inspiriert. Den Blitzeinschlag und den Tümpel habe ich wirklich erlebt, das war vielleicht ein Erlebnis!

    Ich habe mich nochmal an dem Blankvers geübt, mein letztes Gedicht "Das Tale" war ja gar kein Blankvers sondern ein Endecassilabo, wie ich heute festgestellt habe. Naja, jetzt habe ich mir zumindest gemerkt, was ein Blankvers ist! Man darf nicht reimen! Und es ist ein fünfhebiger Jambus. Soviel weiß ich jetzt. Und die Kadenzen dürfen unterschiedlich sein, aber das habe ich erst nach dem Gedichtschreiben gelesen, ich dachte bis eben, sie müssten weiblich sein.

    Außerdem habe ich versucht, es möglichst kurz zu halten und deshalb habe ich auch das Stilmittel der Ellipse (auch für dramaturgische Zwecke) verwendet. Ich glaube aber, es geht noch kürzer mit derselben Wirkung! Wer kann mir ein Beispiel geben, und das Gedicht vielleicht nochmal ordentlich zusammenstauchen?

    Mag mir wer sagen, was er allgemein von dem Gedicht hält? Was löst es in euch aus?
    Was würdet ihr ändern, um Dramatik zu erzeugen oder jemanden in eine nachdenkliche Stimmung zu bringen?
    Ich bin offen für alles, immer her damit!
    Geändert von Versumunikat (09.07.2017 um 00:35 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Versumunikat

    Blankvers hin oder her - das sollte dich nicht wirklich interessieren - "richtig" oder "falsch"...das ist das Urteil des Lehrers, aber nicht das Maß des Dichters.

    Auf mich wirkt dein Text - und da wir in der Werkstatt sind...sage ich: Nichts zu beanstanden...Tüv-Plakette erhalten.

    Naja...einen kleinen "Makel" habe ich dann doch entdeckt..."nämlich Ohnmacht"

    Nämlich ist ja schon im wahren Leben unsexy...und hier entlyritisierend. Greife lieber zum Adjektiv..."tiefe Ohnmacht"...oder etwas in dieser Art.

    Gruß, A.D.
    Der Abschied entziffert die Handschrift einer Begegnung

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