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Ein Summen schwirrt durch die Luft; der Geruch vom Flieder (dem violetten) und auf der Zunge eine Ahnung von Zimtbirnen: Die Tür fiel ins Schloß, als Du gingst, und ich denke darüber nach, dass keiner Aufwiedersehen sagte? Unverhofft vertraut krümmt sich der Abend zur Sonne empor, atmet auf, da das Endlich sich einschleicht ins allzu Vertraute.
Morgen wieder ein Tag.

Ich soll mich kümmern, hast Du gesagt; mich darum kümmern, dass sie nichts tun, als Dich sterben zu lassen. Soll mich sorgen, Deinen Abend zum Nichts führen zu lassen. Wie die Sonne vergeht, willst Du gehen - heute.
Morgen wieder ein Tag.

Wein mag ich heute nicht und greif nach dem Leerem im Glas. Weil nichts sein wird, weil alles war (so unwahscheinlich wahr, dass es im Kino auf Leinwand zur Story getaugt hätte?) und Du übergelebt hast seit Wochen.
Und nur für mich ist dann morgen wohl wieder ein Tag.

Ich durchschlurfe die Stunden, bis der Anruf kommt: "Nein", sag ich dann. Wir haben's geübt dieses nein. Wir haben solange geübt, dass ich es nicht stottern muss, dieses Nein; unzaudernd Nein. Und wenn es für alles und jeden tausend, ja abertausende Namen gibt und für Dich keinen, der beschrieb, was Du mir -, aber ein Nein heisst nur nein.
Morgen wieder ein Tag.

Zimtbirnen und irgendwas Violettes, mein ich zu riechen, zu schmecken; und da sirrt oder summt noch was; und ich weiß nichts von Fairness oder Güte und verstehe auch gar nichts vom Hoffen. Weil morgen ist wieder ein Tag.
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