1. #1
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    Tropfen auf das heiße Sein

    Das Mein verliert sich tief im Dein,
    wir wissen nicht mehr ein noch aus,
    liebtrunken, wie von süßem Wein,
    taumeln wir zwischen Rein und Raus.

    Die schwüle Nacht im Kerzenschein,
    lässt uns den Schmelz der Sterne fühlen;
    Wachstropfen auf das heiße Sein,
    wollen, was in uns lodert, kühlen.





    den verfliXten Regeln geschuldete Nebenversion

    Das Mein verliert sich tief im Dein,
    wir wissen nicht mehr ein noch aus,
    liebtrunken, wie von süßem Wein,
    wir taumeln zwischen Rein und Raus.

    Die schwüle Nacht im Kerzenschein,
    lässt uns den Schmelz der Sterne fühlen;
    Wachstropfen auf das heiße Sein,
    die woll'n, was in uns lodert, kühlen.
    Geändert von Frank Reich (19.06.2017 um 09:26 Uhr)
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  2. #2
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    Grüß Dich Frank,

    das "Mein" würde ich groß schreiben. Wenn man sich tief in was verliert, ist man eigentlich drin, hat also reingfunden. Da finde ich die zweite Zeile schon aus diesem Grund ein wenig inhaltlich holperig. Wenn man dann noch auf die Rubrik schaut, die Erotik und wenn die erste Zeile versteckt sexuelle Aktivität beschreibt, dann finde ich das "ein und aus" fast ein wenig satirisch *g* Wenn zwei beim Rein und Raus taumeln, sind sie vermutlich entweder noch völlig neu auf dem Gebiet, oder arg betrunken?

    Wachstropfen auf das heiße Sein ist eine schöne Schöpfung, dass diese etwas wollen lässt diese Tropfen aber zu real werden. Da wäre ich vorsichtig mit. Wachstropfen sind zudem ziemlich heiß - man kann sich dran verbrennen sogar. Dass die was kühlen können, ist also sehr unrealistisch; das gilt auch für ein heißes Sein.

    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    XxxXxXxX => taumeln wird in jedem Fall auf der ersten Silbe betont. Da taumeln also nicht nur die zwei Prots, sondern auch Dein Leser. Gewollt?

    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX Wachstropfen find ich metrisch interessant, da eigentlich die erste Silbe betont ist (was für ein Tropfen? Wachs!)
    XxxXxXxXx => hier wiederholt sich das Taumeln aus S1, da auch wollen in der ersten Silbe betont ist. Inhaltlich leider nicht so begründet, wie beim ersten Mal und darum für mich etwas ungelenk. Wenn man Unregelmässigkeiten einbaut, dann muss man das nicht regelmässig tun Zumindest ist das meine Meinung.

    Auf "Schmelz der Sterne" mag ich auch noch kurz eingehen: Für mich passt das nicht, aber das will sicherlich keine gemeingültige Aussage sein. Für mich sind Sterne sehr klar, licht, und aber auch kalt. Schmelz hingegen ist vom Gefühl her etwas Warmes.

    Ich freu mich, dass Du in den Zeilen sehr bedeckt geblieben bist. Sehr direkte erotische Sachen machen mich meist nicht an und in dieser Hinsicht hast Du also schon für meinen Geschmack geschrieben.

    Liebe Grüße
    Nina
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  3. #3
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    Hallo Nina,

    ich danke Dir recht herzlich für Deinen Kommentar, Deine Textarbeit und Deine Anregungen. Macht wohl Sinn das Kleinmein zu majuskulieren - werde das nachträglich ändern. Was die zweite Zeile anbetrifft, die würde ich schon gerne so stehen lassen, weil man sich im Labyrinth der Liebe schon manchmal verlieren kann, auch wenn man mittendrin ist. Hatte das ein/aus-Rein/Raus in seiner satirisch abgedroschenen "fertig ist der kleine Klaus"-Manier eigentlich schon bewußt verwendet, um dem an für sich einfachen, monotonen sexuellen Akt eine phantasievollere Kulisse gegenüberzustellen. Das die Betrachtungsweisen diesbezüglich immer subjektiv bleiben werden, versteht sich von selbst und das ist auch gut so.
    Was das "taumeln" angeht, denke ich halt, dass wir im Idealfall wahrscheinlich schon berauscht werden, von der Macht unserer Gefühle, die einer an alle Sinne appelierenden Leidenschaft nur ihre "basic insticts" entgegenzusetzen hat.
    Müssen wir neu auf einem Gebiet sein um stets aufs Neue neu zu erfahren? Meiner Meinung nach nicht. Würde das mit einer Fahrt (das gäbe "erfahren" seinen Sinn) vergleichen. Wir können durchaus täglich von A nach B fahren und dennoch stets andere Wege nehmen, uns zu einer anderen Tages/Nachtzeit fortbewegen, zu jeweils anderen Jahreszeiten und Wetterlagen reisen. Werden wir dabei nicht immer wieder mit anderen Situationen, Überraschungen und Wundern konfrontiert?
    Zwischen dem Zauber eines eisblumengeschmückten Wintersonnenwendentags und dem berrauschenden Reiz einer lindenblütenparfümierten Sommersonnenwendennacht liegen wunderbare Welten. Und über ihnen verläuft die Milchstraße mit ihren kalten Sternen, welche manch schwüle Sommernacht, mit dem zuckersüßen Kakaopulver ihrer Finsternis, zur heißen Zartbitterschockolade schmelzen läßt.
    Alles unrealistisch und darf auch so bleiben. Warme Wachstropfen können nicht kühlen was ungekühlt bleiben soll. Sie zischen nur wie Sternschnuppen in einer romantischen Nacht bei Wein und Kerzenschein. Und selbst die lassen zu wünschen übrig.

    Werde versuchen den konstatierten Unregelmäßigkeiten mit Wortdoktorspielen beizukommen. Mal sehen ob das dann besser fließt.

    Liebe Grüße
    Frank Reich
    Geändert von Frank Reich (19.06.2017 um 11:44 Uhr)
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  4. #4
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    Lieber Frank,

    danke, dass Du die erste Antwort gestrichen hast *g*. Die zweite gefällt mir besser und mit der verlixten Nebenversion kann ich persönlich in der Tat nun mehr anfangen, lächel. Vielleicht bin ich zu einfach gestrickt, wobei ich immerhin die Stolpersteine nicht so arg verteufelte, wie es Dir vielleicht schien?

    So kann es meinethalben stehen bleiben. Erotik freichlich - aber ich denke, das geht Dir ähnlich - macht noch ein wenig mehr Zanuber und hätte tiefer eingeflochten werden müssen. Was unterscheidet den Sex mit dem geliebten Wesen von dem, mit einer Hure?

    Herzlich
    Nina
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