1. #1
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    Für Claudi u.a. ein Zitat zum Urheberrecht

    Zitat:

    Das Urheberrecht schützt die Schöpfer/innen von Kunstwerken. Kunst ist hierbei weit zu verstehen; auch das Design von Stühlen kann geschützt sein ...
    Nicht geschützt sind ...(wie z. B. Spielregeln oder Kochrezepte).


    Wo liegt die Grenze zwischen unseren Gedichten und einem Kochrezept? Ich meine, das ist eine nicht endgültig geklärte Frage.

    w27

  2. #2
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    Hallo wilma27,

    versuchst du dich wirklich aus deinem erneuten Urheberrechtsverstoß herausreden, nachdem du dich auf dünnes Eis begeben hast, statt zuvor abzuklären, ob es erlaubt ist? Schwach.
    Aber zu deiner Frage:
    Es geht um Kunstwerke. Das sagt dein Zitat, von wem auch immer, ebenfalls. Das deutsche Urheberrecht formuliert das wie folgt:
    § 1 Allgemeines

    Die Urheber von Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst genießen für ihre Werke Schutz nach Maßgabe dieses Gesetzes.

    § 2 Geschützte Werke

    (1) Zu den geschützten Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst gehören insbesondere:
    1.
    Sprachwerke, wie Schriftwerke, Reden und Computerprogramme;
    2.
    Werke der Musik;
    3.
    pantomimische Werke einschließlich der Werke der Tanzkunst;
    4.
    Werke der bildenden Künste einschließlich der Werke der Baukunst und der angewandten Kunst und Entwürfe solcher Werke;
    5.
    Lichtbildwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Lichtbildwerke geschaffen werden;
    6.
    Filmwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Filmwerke geschaffen werden;
    7.
    Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art, wie Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen.
    (2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen.
    Festgelegt ist, dass Ideen nicht geschützt werden können, lediglich deren Darstellung. Du darfst also "Herr der Ringe" nacherzählen, aber nicht das gesamte Werk kopieren. Du darfst, wenn ich dir erzähle, ich schreibe demnächst ein Gedicht über Urheberrechtsverstöße, mir "zuvorkommen", aber wenn ich dir mein Gedicht zeige, darfst du es nicht verwenden. Ein Gedicht über Urheberrechtsverstöße darfst du dennoch schreiben. Weil Idee und nicht Kunstwerk. Und nur Kunstwerke sind geschützt. Siehe oben. Dein Zitat ist aber ziemlich inakkurat. Denn Kochrezepte sind auf ihre Art und Weise, wie auch die Spielregeln, geschützt. Allerdings nicht als Rühreier, die aus zwei Eiern, Salz, einer Pfanne und Handarbeit bestehen, sondern in der Darstellung. Wenn ich also schreibe "Zwei Eiern nehmen, aufschlagen, zerpanschen in eine Ölgetränkte Pfanne schmeißen, Salz und andere Gewürze nach bedarf draufkippen, immer wieder drehen, dass keine Eikohle entsteht und wenn fertig rausholen." dann ist das geschützt, weil ein literarisches Werk. Wenn meine Oma das aus dem Kochbuch abschreibt, dann darf sie
    -Zwei Eier
    -Salz
    -Eierverrühren und nach bedarf Würzen
    schreiben und veröffentlichen. Für den privaten Gebrauch darf sie es auch kopieren, aber das spielt hier keine Rolle, da du es in einem öffentlichen Forum für alle lesbar gepostet hat und da von einen privaten Rahmen keine Rede sein kann.

    Ebenso bei den Spielregeln. Ein Spiel mit 32 Karten, bei denen manche Sperren, die Richtung ändern, man Karten ziehen und Farben wechseln kann, darf man machen, aber die Spezialkarten von Uno oder die wörtlichen offiziellen Regeln von Uno darfst du dennoch nicht kopieren, weil sie Sprachwerke sind. Ob das auch Maumau betrifft ist eine andere Frage, da der Erfinder nicht überliefert ist und das Spiel aus den 1930ern stammt. Als Uno entwickelt wurde, gab es allerdings eigene, selbstformulierte Regeln. Also einen eigenen Text, weswegen auch das unbekannte Urheberrecht (weil der Verfasser unbekannt war, nicht weil unbekannt war, ob es besteht) nicht verletzt wurde.
    Wie dein Zitat auch schon sagt, gilt das Prinzip der kleinen Münze. Also sind auch Stümpergedichte geschützt, falls du darauf mit deiner Frage nach dem Unterschied des Gedichts zum Kochrezept heraus wolltest, da eine schöpferische Tiefe vorliegt, egal ob du die erkennst/erkennen willst oder nicht.

    Du siehst, wenn man sich etwas damit auseinandersetzt, ist es gar nicht soooo schwer herauszufinden, was der Unterschied zwischen Kochrezepten und Gedichten ist.
    Damit hast du dir Sucharbeit und/oder ca. 300 € Beratungskosten bei einem Anwalt gespart. Es wäre schön, wenn du diese Spenden würdest. Gerne für Flüchtlinge oder politische Aufklärung gegen Rechts. Aussteigerprogramme gehen auch. Aber grundsätzlich lasse ich dir die freie Wahl. Bitte die Spendenquittung kopieren/einscannen und mir eine digitale Version davon zuschicken. (Keine Angst, die werde ich nicht bei der Steuer einreichen. Das darfst du gerne selbst machen.) Wenn du deine Adresse nicht schwärzt hat das dann den Vorteil, dass wir bei deinem nächsten Urheberrechtsverstoß Abmahngebühren direkt an dich weiterleiten könnten, sollten sie entstehen.

    Völlig unabhängig davon sagen die Nutzungsbedingungen von Gedichte.com folgendes:
    Zitat Zitat von kurushio Beitrag anzeigen
    3. Urheberrecht
    [...]

    Es ist nicht gestattet Gedichte zu posten, deren Autor fremde oder andere Personen sind. Ausgenommen ist das Posten von Gedichten, deren Autor bereits 70 Jahre tot ist, unter Quellen- und Autorenangabe in der Rubrik "Bibliothek". Hierzu bitte auch den Informationsfaden "Urheberrecht" lesen und beachten. Verstöße gegen diese Grundregeln nach einmaliger Aufforderung führen zur sofortigen Verbannung von Gedichte.com.
    Da Nutzungsbedingungen enger gefasst werden dürfen, als die bestehenden Gesetzte gefasst wurden, gelten diese. Und unsere Regeln verbieten ausdrücklich das Posten fremder Texte, wenn deren Autor noch keine 70 Jahre tot ist. Wenn du jetzt anzweifeln willst, dass es sich bei dem kopierten Text um ein Gedicht handelt, bekommen wir zwei beide ein wirkliches Problem. (Unabhängig davon, dass du gegen das Gesetzt verstoßen hast, denn das gilt dennoch, neben und als Ergänzung zu den Forenregeln.)

    Gruß
    Nachteule
    -Moderator-

  3. #3
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    Nein, will ich bestimmt nicht.
    Damit du nicht mit mir darüber streiten musst, welche "Gedichte" eher unter Kunst und welche eher unter Kochrezept fallen, sperre ich mich vorsichtshalber gleich selbst.
    Aus der Verbannung grüsst
    w27

  4. #4
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    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob du dir darüber im Klaren bist, dass sowas ziemlich teuer werden kann und ein ganzes Forum in den Ruin treiben kann. Nur weil einer dachte, er könnte jemanden ärgern, indem er seine Texte als Schund bezeichnet. Das Urheberrecht ist keine Schikane von uns. Dass sowas teuer wird wurde dir aber mindestens zwei mal gesagt. Du solltest es also wissen.

  5. #5
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    Lieber Nachtuhl

    Die Frage, ob ein Gedicht von mir oder dir oder "jemand", das der Autor selbst in ein öffentliches Forum gestellt hat, tatsächlich eher den Kochrezepten oder der Kunst zugerechnet werden muss, ist meines Wissens durchaus offen, obwohl es im Zusammenhang mit Urheberrecht Urteile gibt (die aber mit "meinem" Fall nicht direkt vergleichbar sind, denke ich).

    Sollte ich z.B. von "jemand" ein Gedicht weiterverbreiten, das jener bisher nur in einem öffentlichen Forum veröffentlicht hat, ohne Bereicherungsabsicht, kenne ich keinen vergleichbaren Fall, der gerichtlich geregelt worden wäre. Du vielleicht?

    Sollte aber tatsächlich in so einem Fall Verletzung des Urheberrechtes eingeklagt werden, ist das Forum (Bzw. seine Moderation) kaum belangbar, weil ich als user klar gegen die Nutzungsbestimmungen verstoßen habe, wie du selbst in dankenswerter Weise belegst.

    Trotzdem ist es besser, wenn die Moderation den Faden, in dem ich so gehandelt habe, löscht. Für mich, für euch, aber auch für die Gesamtheit der "Kochrezeptschreiber"? Dass "jemand", der im ganzen ein feiner Kerl ist, wie man gerade gestern in seiner Entgegnung an einen seiner Verehrer lesen konnte, sich überhaupt solche Urheberrechtsfragen überlegt, bezweifle ich.

    Würde ich an deiner Stelle wie du handeln? Ja, unbedingt. Aber vielleicht würde ich mich als "Moderator" im Sinne des Wortes jeglicher Wertung der Handlung und der Person des "Vergehers" enthalten. Aber damit kann ich leben.

    Also geniess deinen Tag und schreib mir bitte, wenn du ein auf meinen "Fall" passendes Urteil siehst.

    MfG
    wilma27
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  6. #6
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    Hallo wilma27,

    ob das Gedicht Kunst ist, spielt überhaupt keine Rolle, da es 1. eine schöpferische Tiefe enthält und 2. in dem Zitat sowohl des 1. als auch des 2. Paragraphen des Urheberrechts von "Literatur, Wissenschaft und Kunst" gesprochen wird und somit die Literatur enthalten ist. Die Kunst ist der Zusatz. So lässt sich auch das Urheberrecht auf Fotografie, Gemälde und Architektur begründen und nicht nur Texte, egal ob mündlich oder schriftlich.

    Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, ein Urteil zu suchen, da ich gegen das Urheberrecht aus Prinzip nicht verstoße. Darum ist mir auch die Zeit dazu zu schade. Da der besagt User aber gerne mal seine Texte zwischen zwei Pappdeckel pressen lässt, ist irrelevant, wie es im Moment ist. Dass mit einer Veröffentlichung ein finanzieller Nutzen verbunden sein muss, wäre mir aber neu. Und darum ist das Gesetz anzuwenden. Kann kein Schaden ermittelt werden, wird ein fiktiver Wert angesetzt, der als Grundlage für das Gehalt deines und des gegnerischen Anwalts angenommen wird, die du als Unterlegener natürlich beide bezahlen musst, wie das immer ist. Außerdem vermutlich die Kosten für die Erhebung deiner Identität über die Staatsanwaltschaft, solltet du sie im Zweifelsfall nicht selbst bekannt geben. Das sind in Summe sicherlich einige hundert Euro, wenn nicht sogar mehr. Einklarbar wird es aber sicher sein. Eben weil mit einer Veröffentlichung kein Nutzen verbunden sein muss. Weder für dich als "Störer" noch für den Urheber, da der private Gebrauch nicht gegeben ist, wenn es jeder lesen kann.

    Zwar bist du dafür in erster Linie haftbar, aber wenn deine Identität nicht ermittelbar ist, geht es an Gedichte.com. Ob du statt über einen eigenen Anschluss über den freien Wlan-Anschluss des Cafes unter deinem Haus oder deines Nachbars online bist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass wir alles dafür tun, dass Gedichte.com von solchen (immer) unnötigen Urheberrechtsverstößen frei bleibt und dass du Wiederholungstäter bist, also eigentlich hättest wissen können, dass wir es nicht dulden und dass es nicht nur auf Gedichte.com, verboten ist, sondern auch durch die Gesetzte aller deutschsprachigen Länder. Ob der betroffene Klagen würde oder nicht, ist mir nicht bekannt, da ich, wie gesagt, die Rechte der anderen achte und hier alles sobald wir davon Kenntnis erlangen, gelöscht wird. Auf Vermutungen geben wir dabei nicht viel. Darum kann es mir ziemlich egal sein. Und wo bei sonstigen Foren, Blogs und andersartigen Webseiten geklagt wird, habe ich keinen Zugriff.

    Gruß
    Nachteule

  7. #7
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    hallo nachteule
    das sind sehr interessante ausführungen, die du da machst.
    ich, obwohl satirisch interessierter mensch, knicke vor dem "Literatur, Wissenschaft und Kunst" in die Knie.
    nein, dagegen komme ich nun nicht mehr an, diese mauer ist zu hoch.
    so wird das nun also das vernünftige ende meines satireversuchs?
    ich denke schon. denn vernunft ist ein übermächtiger gegner.
    ich klopfe dir das sägemehl vom rücken und gehe ein bier trinken.
    schönen sonntag!
    w27

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