1. #1
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    antispastisches Vollochsgebox

    Prächtig geschmückte, trainierte und willige Pfingstochsen
    wollten es wissen und einmal im Leben im Ring boxen.
    „Ochsengeboxe!“, so schrieben sie auf die Plakatsäulen.

    Ach, wer da kam! Sie konnten vor Glück in der Tat heulen:
    Mächtig entzückte, studierte und chillige Märzkühe
    rollten herbei. Aber gaben sich doch nur zum Scherz Mühe.



    vgl. https://www.gedichte.com/showthread....ch%C3%BCttlern, #7
    Geändert von Michael Domas (16.07.2017 um 16:44 Uhr) Grund: Claudi
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    Am Do., 28.3., ist bei "poetry trifft Poesie" die Slammerin Elena Nern mein Gast, U20-NRW-Meisterin im Poetry-Slam 2018
    Köln, Zum Goldenen Bock, 19.30 Uhr.

  2. #2
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    Lieber Michael,

    schade, dass sich hier noch niemand gemeldet hat. Ich weiß natürlich, worum es Dir geht, und habe keine Schwierigkeiten, die Verse entsprechend zu lesen. Die Doppelreime unterstützen das Durchklingen der Nebenbetonungen sehr schön, sind aber auch die einzige Lesehilfe, die Du zur Verfügung stellst.

    In Deinem Meerschweinchengedicht (oben verlinkt) kamen die antispastischen Teile durch den auffälligen Bruch des Metrums m.E. viel deutlicher raus, und selbst da hatten sie ja nicht alle Leser erkannt. Hier, in Deinen Pfingstochsenversen, plötzlich am Versende die Bremse reinzuhauen, nachdem der Leser im gestreckten Galopp des Daktylus über die lange Verszeile gejagt wurde, stelle ich mir weit schwieriger vor, weil die Pfingstochsenwörter ja sowieso gerne daktylisch gelesen werden und im Daktylus nicht diesen deutlichen Bruch herbeiführen:

    Erfolglos suchte einst ein Meerschweinchen
    xX / xX / xX / xX / Xx

    Meerschweinchen bzw. Pfingstochsen zu lesen, wäre so unnatürlich, dass der Leser unwillkürlich ins Stocken gerät und sich (mit etwas Glück) eher auf die antispastische Lesart einlässt.

    Könnte sein, dass das nun ein reines Sprechgedicht geworden ist. Im Vortrag wirst Du es sicherlich schaffen, genügend Gewicht auf die Nebenbetonungen zu legen. Im daktylischen Teil würde ich aber unbedingt auf starke Nebenbetonungen verzichten und das "Vollochsgebox" z.B. durch "Ochsengebox(e)" oder ein anderes Wort mit leichteren Senkungssilben ersetzen.

    Mir macht auch das Lesen Spaß, besonders die reimlichen Finessen in V1/V5 haben es in sich, und ich bin sehr gespannt auf Rückmeldungen von unvoreingenommenen Lesern.

    LG Claudi
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  3. #3
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    Liebe Claudi,

    dann gehört das also jetzt auch zu den Vorlese-Gedichten, weil sich die Metrik nicht von selbst vermittelt. Aber es in die Richtung zu ändern, geht ja nicht, das wäre ein ganz neues Gedicht.
    Ich habe mir noch mal Dein „Antispastische Knallfrösche“ angesehen. Das ist zwar auch daktylisch, aber der Daktylus wird nicht über eine lange Verszeile gejagt. Und Dein „Doppelreim mit Hinkebein“ ist in Jamben gehalten, dann hebt der Antispast sich von selber raus.

    Bei "Vollochsgebox" bin ich Deinem Rat gefolgt: "Ochsengeboxe"; mein dreifaches „O“ bleibt ja im Titel erhalten.

    Danke, Claudi, für die verständlichen Erklärungen

    Michael
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