Unruhe

©Hans Hartmut Karg
2017

Das Herz mag leider nicht mehr ruhen,
Die Störungen sind jetzt präsent.
Das Wandern steht in keinen Schuhen,
Weil Alter nur Hauslaufen kennt.

Es lösen sich nun Zeiten ab,
In denen Ruh' unruhgeführt.
Aus mancher Krone fällt ein Stab,
Der nur noch Fatums Ende spürt:

Nicht mehr geborgen, treibgespült,
Unstet den Tag zur Hektik leitend,
Nicht klärend, was da aufgewühlt
Und Urängste, sich wild ausbreitend.

Wehr' nicht ab, was mit Dir geschieht!
Unruhe ist auch Teil des Lebens!
Wer flüchtend und wehrend sie mied,
Erwartet Ruhe nur vergebens.

Lass' Unruhe an Dich heran,
Ist sie nicht Spur der Seelenlust?
Mit dieser treibt der Geist sodann
Dich hin, wo Du kannst – doch nicht musst!

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