1. #1
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    HANNIBAL der Karthager (heiteres Gedicht)

    HANNIBAL

    Über hohe Alpenpässe
    trieb bei Regen, Sturm und Nässe
    ohne Rast und ohne Lager
    Hannibal seine Karthager,

    welche Alpen überwanden
    mit bepackten Elefanten,
    die den Vorrat mussten wuchten
    über Täler, Berge, Schluchten.

    Bis sie endlich Pfade fanden
    und in Norditalien standen,
    wo die römischen Soldaten
    sich die Eindringung verbaten.

    Denn Karthager und ihr Heer
    mochten Römer nicht so sehr,
    daher zogen sie in Bälde
    gegen Hannibal zu Felde.

    Doch der Kampf, er ging verloren:
    „Hannibal vor Romes Toren“,
    gab der Volkesmund bekannt.
    Doch die Mauern hielten stand.

    Und als römische Soldaten
    schließlich Afrika betraten,
    fuhr mit Kriegern übers Meer
    er den Römern hinterher.

    Dort, nach einer kurzen Nacht,
    kam es dann zur letzten Schlacht,
    ging's um Kopf und ging's um Kragen.
    Dann war Hannibal geschlagen.

    Dies bedeutete den Sieg
    in dem zweiten Punierkrieg.
    Danach mussten alle schwören
    mit dem Kämpfen aufzuhören.

    Doch die Zukunft der Karthager
    war seit dieser Zeit recht mager.


    Eselsbrücke:
    Hannibal trat in den Anus
    Einst der Scipio Africanus.



    Anmerkung:
    Im Herbst 218 v. Chr. stand Hannibal mit knapp 30000 Soldaten völlig überraschend in Norditalien, nachdem er zuvor mit seinem Heer die Alpen überwunden hatte. Die hastig entgegengeworfenen römischen Truppen besiegte er am Trasimenischen See und in der großen Umfassungsschlacht bei Cannae. Anschließend sicherte er sich Stützpunkte in Süditalien. 211 v. Chr. marschierte der karthagische Feldherr gegen Rom („Hannibal ad Portas“), konnte aber die römischen Verteidigungslinien nicht durchbrechen. Als 205 v. Chr. Cornelius Scipio („Africanus“) seine Heimatstadt Karthago bedrohte, wurde Hannibal zurück beordert und in der Schlacht bei Zama 202 v.Chr. vernichtend geschlagen.
    Im Jahre 148 v. Chr. wurde Karthago endgültig von den Römern besiegt und die Stadt dem Erdboden gleich gemacht.
    Geändert von Georg C. Peter (13.09.2017 um 01:15 Uhr)

  2. #2
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    Neuss
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    Genial! Die Stimme ist hervorragend, die Akzentuierung einwandfrei...einer dieser Stimmen, zu denen ich mich bei einem (bis vier) Glas Wein einfach hinsetzen und mich am Werk erfreuen kann .

    Gruß!
    Was nützt es, dass du die Schlacht gewinnst, wenn du tags zuvor den Geschichtsschreiber beleidigt hast.... (W. Brudzinski)

  3. #3
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    Im dritten Nistkasten von Links.
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    Hey Georg,

    ja, sag mal, wie grandios ist das denn? Ich hab's mir jetzt paarmal hintereinder angehört. Und ich muss meinem Vorschreiber beipflichten, die Stimme ist der Hammer. Mann, sowas mcht süchtig, mehr davon, bitte!

    Liebe Grüße
    Liara
    Für verlorenes Vertrauen gibt es kein Fundbüro!
    - wenn das auge nicht sehen will, hilft auch kein licht -
    ist auch das herz blind, erkennt man die dinge nicht mehr, wie sie wirklich sind

  4. #4
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    Liebe Liara, lieber Florestan,

    vielen Dank für die positiven Bemerkungen, ich leite das Lob gerne an Thomas Rübenacker weiter!
    Er hat ja schon mehrere Gedichte von mir aufgenommen (siehe auch „Website Georg C. Peter“). Bei diesem Epos fragte er mich, wie ich es gerne hätte. Ich meinte dann zu ihm, ich hätte gerne so etwas wie die Synchronstimme von Anthony Hopkins (Hannibal Lecter/ „Das Schweigen der Lämmer)...hat er ganz gut hinbekommen, finde ich (obwohl er die Filme meist in der Originalvertonung ansieht um ihm die Synchronstimme gar nicht so präsent war...)

    Viele Grüße von Georg
    Ab September 2017 bei AMAZON erhältlich:
    KAISER BARBAROSSA RIEF AUF EINMAL "HOSSA" / Heitere Historische Heldenepen (Georg C. Peter/ Infoverlag)

  5. #5
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    Die Stimme ist klasse, wenn auch knarziger als Dr. Lecters Synrochnisator. Leider ist die Syntax sprachlich an einigen Stellen auf den Reim hin verdreht worden. Das gefällt weniger.

    lG

    Sneaker
    never sigh for a better world,
    it's already composed, played and told

  6. #6
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    Hallo Sneaker,

    vielen Dank für das knarzige Lob!
    Das mit der Syntax ist leider so ein Problem:
    In einem historischen Gedicht ist die Begrifflichkeit überwiegend festgelegt,
    die Handlung muss stark gerafft und dazu noch witzig und dynamisch sein.
    An der einen oder anderen Stelle hakt es da immer ein wenig, es schlicht nicht anders möglich.
    ich versuche es dann weitestgehend zu glätten, oder, falls das nicht möglich ist, umzuschreiben.

    Ich will's mal so sagen:
    wenn Du mir einen anderen Autor zeigst, der einen festgelegten Inhalt witzig, spannend
    UND in vollendeter Syntax vortragen kann, wäre ich für diesen Tipp echt dankbar, würde ehrfurchtsvoll meinen
    Hut ziehen und künftig anderen Hobbies frönen.

    Herzliche Grüße,
    Georg
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  7. #7
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    Hallo Georg,

    gefällt mir ausgesprochen gut, deine gereimte Geschichtsstunde - auch schon ohne Vertonung. Nachdem der Sprecher so gelobt wurde, habe ich dann auch mal reingehört. Die Rezitation tut den Versen mMn insofern gut, dass sie den Text ernsthafter wirken lässt, was vermutlich auch beim Schreiben von dir beabsichtigt war. Beim bloßen Lesen hatte ich einen eher humorigen Grundton im Kopf.

    Dennoch teile ich auch Sneakers Einwand (und finde, dass du auf diesen unnötig empfindlich reagiert hast - ich kann mich aber täuschen, wir kennen uns ja kaum). Mit den meisten kleineren "Verbiegungen" kann ich sehr gut leben (sie sind vermutlich auch für den humorigen Grundton verantwortlich, den ich fühlte), aber mit Strophe 7 habe ich größere Probleme gehabt und erst an Tippfehler gedacht (aber die Vertonung lieferte ja das gleiche). Wie kann man nun die gezwungene Inversion über mehrere Verse auflösen? Wenn es mein Text wäre, hätte ich versucht, V1 anders einzuleiten ("und", "doch", "dann" statt "als") und aus dem Nebensatz "wo es um Kopf und Kragen ging" einen Hauptsatz zu machen, um das Verb nach vorne zu bekommen. Dadurch wird aus diesem Relativsatz eine Art Aufzählung, aber das scheint mir für die Aussage unproblematisch zu sein. Das klänge dann ungefähr so:

    Dort, nach einer kurzen Nacht,
    kam es zur finalen Schlacht,
    ging's um Kopf und ging's um Kragen.
    Dann war Hannibal geschlagen.

    lg VC
    x
    xXx
    X
    x
    *Z³ - zensiertes zentriertes Zitat in unregelmäßigem Metrum


  8. #8
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    Hallo Verbalcarpaccio,

    vielen Dank für Lob, Mühe und konstruktive Kritik!

    Kurze Bemerkung zu Sneaker: Tatsächlich kann ich mit konkreten Hinweisen mehr anfangen, als mit allgemeinen Bemerkungen zur Syntax, ich muss ja schließlich wissen, was ich genau verbessern soll (erinnert mich ein wenig an die Opernkritik von Joseph II., der Mozart mitteilte, seine Entführung aus dem Serail sei zwar gelungen, hätte aber hie und da "zu viele Noten").
    Ich hatte aber versucht, dieses etwas ironisch und flapsig zu formulieren, daher auch der Smiley (grundsätzlich habe ich mich natürlich über seine Bemerkung gefreut). Falls dieses "empfindlich" geklungen hat, war es nicht beabsichtigt.

    Dein Verbesserungsvorschlag gefällt mir sehr gut, lediglich das Wort "final" mutet mir etwas modern an. Insofern würde ich V2 folgendermaßen anlegen:

    kam es dann zur letzten Schlacht,

    Freue mich auch sehr über das einleitende Lob und kann das Kompliment nur an Dich und Deine hervorragende Dichtkunst zurückgeben.
    Was die Ironie des Sprechers angeht, so wechseln meine Verse häufig zwischen Ernsthaftigkeit und Humor. Da speziell der Hannibal im Grundton etwas dramatischer angelegt war, haben wir uns in diesem Fall für etwas mehr Pathos entschieden.

    Nochmals Dank und herzliche Grüße,
    Georg
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  9. #9
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    Ich stolperte eben ueber die Tuerschwelle (und Rechtschreibung gibt’s hier auch noch!), dagegen andere schweben ueber die Alpen und geben Auserwaehlten die Inspiration fuer Aussergewoehnliches. LG, Lorenz

  10. #10
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    Hallo Georg,

    werde ich das nächste mal sein (konkreter). Aber da dus in der Rubrik "Hörbares" eingestellt hast, habe ich die Textbesprechung gelassen. Ich dachte, da geht es dir (hauptsächlich) um die Meinung zum Gesprochenen.

    welche Alpen überwanden
    mit bepackten Elefanten,
    die den Vorrat mussten wuchten
    über Täler, Berge, Schluchten.
    Das obige zum Beispiel so:

    ....
    mit bepackten Elefanten.
    Über Berge, Täler Schluchten
    mussten die den Vorrat wuchten.

    (Wobei dann noch die Frage wäre, wie man etwas "über" ein Tal wuchtet ) Da das ganze in den Alpen stattfand ginge eine Alliteration wie Bäche, Berge, Schluchten, vielleicht auch eisiger "Berge, Gletscher, Schluchten.
    Geändert von Sneaker (13.09.2017 um 13:14 Uhr)
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  11. #11
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    Lieber Lorenz,
    Türschwellen führen, trotz Stolperpotential, in ein neues Zimmer und können dadurch neue (Schwebe)- Räume eröffnen!
    Ich gehe davon aus, dass Du mit "Auserwählten" Hannibal gemeint hast , freue mich trotzdem sehr über Deine Anmerkung!
    Herzliche Grüße (Wai), Georg

    Hallo Sneaker,
    Du hast völlig recht, die Hörversion steht natürlich fest. Aber inzwischen bin ich gerne bereit, im Forum die Gedichte noch ein wenig zu glätten. Außerdem setze ich mich natürlich vermehrt damit auseinander, wenn ich konkret weiß, welche Stellen verbesserungswürdig sind.
    Deine neue Version gefällt mir sehr gut, ich hatte auch eine Ähnliche bereits durchgespielt. Ich hatte mich dann aber bewusst dafür entschieden, die "Schluchten" als stärkeres Substantiv ans Ende des Vierteilers zu stellen. Bringt einfach mehr Dynamik ins Gedicht.
    Auch Deine Anmerkung zu "wuchten" ist berechtigt. Hier diente aber der feststehende Begriff "über Berg und Tal" als Grundlage. Streng genommen müsste es wohl heißen: "an Schluchten vorbei", bzw. "durch Täler hindurch". Aber es waren ja die gesamten Alpen als "zu überwuchten" bereits im Vierzeiler erwähnt .
    Nochmals vielen Dank für die beiden Anmerkungen und herzliche Grüße,
    Georg
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