1. #1
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    Du mein Schöner

    An den Sommer

    Du mein Schöner, du verschmitzter Lächler,
    du Wissender
    siehst uns um den Preis feilschen.
    Wir glauben an deine Versprechen, hängen an dir,
    wie die Planeten an der Sonne hängen,
    du Schürer der Hoffnung auf Fortdauer und Glück,
    du großer Liebhaber,
    du blendest so schön, du gönnerhafter Schmeichler,
    mit schmachtenden Nächten
    und reizenden Rosentagen,
    du Verschwender
    von Donner und Blitz, wer glaubt dir schon,
    wenn du drohst, Opfer forderst: Hagel und Schweißperlen,,
    Tränen am Ende. Am Ende
    reist du ab und es endet.
    Man erinnert sich
    an das Schöne; erst der Winter holt alles.
    Geändert von Albaa (03.08.2017 um 19:26 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Albaa,
    es liest sich inhaltlich so als wenn du mit sommer was schönes verknüpfst,
    ich als leser empfinde es sperrig verfasst,
    möglicherweise könnte ein umändern helfen?

    ich dachte so:
    du mein schöner
    verschmitzter lächler
    du wissender
    siehst uns um preise feilschen
    an versprechen, glauben hängen
    wie die planeten an der sonne...
    usw.

    nur als anregung von mir, die noch nie mit sommer was angenehmes verbunden hat


    lg vom GE-wicht
    Wer rückwärts sieht
    gibt sich verloren,
    wer lebt und leben will
    muss vorwärts sehen!
    -Ricarda Huch-

  3. #3
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    Zitat Zitat von Albaa Beitrag anzeigen
    An den Sommer

    Du mein Schöner, du verschmitzter Lächler,
    du Wissender
    siehst uns um den Preis feilschen.
    Wir glauben an deine Versprechen, hängen an dir,
    wie die Planeten an der Sonne hängen,
    du Schürer der Hoffnung auf Fortdauer und Glück,
    du großer Liebhaber,
    du blendest so schön, du gönnerhafter Schmeichler,
    mit schmachtenden Nächten
    und reizenden Rosentagen,
    du Verschwender
    von Donner und Blitz, wer glaubt dir schon,
    wenn du drohst, Opfer forderst: Hagel und Schweißperlen,,
    Tränen am Ende. Am Ende
    reist du ab und es endet.
    Man erinnert sich
    an das Schöne; erst der Winter holt alles.
    Guten Morgen, Albaa,

    inhaltlich gefällt mir dein Gedicht sehr, obwohl mir persönlich Frühling und Herbst angenehmer sind.
    Spontan fiel mir bei deinen Versen Don Juan ein, der große treulose Liebhaber. Deshalb gilt es zu überlegen, ob du die Sache mit dem Sommer nicht bis zum letzten Vers offenlässt, die Widmung also weglässt. Um das Gedicht aus der Sicht all der verlassenen und dennoch ergebenen Beglückten zu schreiben - so ist es ja eigentlich schon. Vielleicht noch die Adjektive ein wenig reduzieren?
    Das oder den Schönen wiederholst du einmal zu viel. 3 ist die heilige Zahl, auch in der Lyrik,

    wissen h&h

  4. #4
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    Hallo GE-wicht und h&h,

    Vielen Dank fürs Dalassen Eurer Gedanken!

    Du mein Schöner, du verschmitzter Lächler,
    du Wissender
    siehst uns um den Preis feilschen.
    Wir glauben an deine Versprechen, hängen an dir,
    wie die Planeten an der Sonne hängen,
    du Schürer der Hoffnung auf Fortdauer und Glück,
    du großer Liebhaber,
    du blendest so schön, du gönnerhafter Schmeichler,
    mit schmachtenden Nächten
    und reizenden Rosentagen,
    du Verschwender
    von Donner und Blitz, wer glaubt dir schon,
    wenn du drohst, Opfer forderst: Hagel und Schweißperlen,,
    Tränen am Ende. Am Ende
    reist du ab und es endet.
    Man erinnert sich
    an das Schöne; erst der Winter holt alles.
    Interessant, GE-wicht, dass du sagst, es klinge sperrig. Ich habe es (oft) laut gelesen und empfinde es als durchaus melodisch, oder habe ich Schweinsohren?

    Ist es die ständige Wiederholung des "du", was dich stört? Das gehört zur "Anbetung"; es soll so ähnlich klingen wie diese Wiederholungen beim Gebet, insbesondere beim Rosenkranz, die irgendwie hypnotisch wirken, vor allem wenn sie laut (und von den versammelten Gläubigen) gesprochen werden. Ist das irgendwie nachvollziehbar?

    Ich denke deine Bearbeitung, GE-wicht, würde daher den Charakter des Textes grundsätzlich verändern, ob das besser wäre (?) - ich muss noch darüber nachdenken.

    @h&h: "Schöner/schön/Schöne" sind eh nur 3 Wiederholungen.

    Zu den Adjektiven:
    Es sind gar nicht soviele - siehe oben fett - dort in der Mitte (am Höhepunkt) ist ihr massiertes Auftreten notwendig für die (ironisch/spöttische) Überzeichung, schließlich entlarvt das LI ja "den Schönen", den Sommer, der metaphorisch eigentlich nicht nur für den Sommer stehen soll.. Vielleicht entferne ich den Untertitel ja wirklich?

    Außerdem finde ich diese "zeitgeistige" Adjektivspar-Diskussion sowieso langweilig; ich darf Jan Wagner* aus seinen "Römischen Elegien", Ende der Neunte Elegie, zitieren:
    [ ... ] Längs der leeren Aleen
    Stellen die Pomeranzen ihr bitteres Leuchten ein, die
    Quellen den kühlen Strahl. Neben dem künstlichen Teich
    Schlüpfen die Schildkröten unter die Panzer, die letzte verzagte
    Wolke verschwindet und läßt endlose Bläue zurück.
    Plötzliche Windstille draußen: Die Hauben der Nonnen hängen
    silberweiß und schlaff in den August hinein.

    Nur 7 Zeilen enthalten 10 Adjektive/Adverbien!! Dagegen ist mein Adjetiveinsatz oben richtig spartanisch!


    LG
    albaa

    *) aus Jan Wagner, Die Eulenhasser in den Hallenhäusern, Hansa Berlin im Carl Hanser Verlag Münschen (2012)
    Geändert von Albaa (12.08.2017 um 13:19 Uhr)

  5. #5
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    Hallo albaa,
    auch ich lese es fast in einem Rutsch herunter und habe nur minimale Änderungsvorschläge:
    An den Sommer

    Du mein Schöner, du verschmitzter Lächler,
    du Wissender -
    um jeden Preis siehst du uns feilschen.
    Wir glauben deinen Versprechen, hängen an dir,
    wie Planeten an der Sonne;
    du Schürer der Hoffnung auf dauerndes Glück,
    du großer Liebhaber,
    du blendest so schön, du gönnerhafter Schmeichler,
    mit schmachtenden Nächten
    und reizenden Rosentagen,
    du Verschwender
    von Donner und Blitz, wer glaubt dir schon,
    wenn du uns drohend Opfer forderst: Hagel und Schweißperlen,
    Tränen zum Schluss. Am Ende
    reist du ab und alles ist vorbei.
    Man erinnert sich
    an das Schöne; erst der Winter lässt uns vergessen.

    Die Änderungsvorschläge sind ein zaghaftes Angebot.
    Die Beinahe-Hymne an den Sommer gefällt mir gut.

    Liebe Grüße,
    Festival

  6. #6
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    Du mein Schöner, du verschmitzter Lächler,
    du Wissender -
    um jeden Preis siehst du uns feilschen. - siehst uns um den Preis feilschen.
    Wir glauben deinen Versprechen, hängen an dir,
    wie Planeten an der Sonne;
    du Schürer der Hoffnung auf dauerndesGlück,[/I] - du Schürer der Hoffnung auf Fortdauer und Glück,
    du großer Liebhaber,
    du blendest so schön, du gönnerhafter Schmeichler,
    mit schmachtenden Nächten
    und reizenden Rosentagen,
    du Verschwender
    von Donner und Blitz, wer glaubt dir schon,
    wenn du uns drohend Opfer forderst: Hagel und Schweißperlen, - wenn du drohst, Opfer forderst: Hagel und Schweißperlen,,
    Tränen zum Schluss. Am Ende - Tränen am Ende. Am Ende
    reist du ab und alles ist vorbei. - reist du ab und es endet.
    Man erinnert sich
    an das Schöne; erst der Winter lässt uns vergessen. - an das Schöne; erst der Winter holt alles.
    Hallo Festival,

    Schön, dich wieder einmal unter einem Text von mir zu lesen und vielen Dank für deine Mühe mit der Überarbeitung. Das war jetzt ein bisschen mühsam deinen und meinen Text gegenüber zu stellen, also mein Originaltext ist jetzt oben blau bzw. ganz unten rot. Wie man so erkennen kann, hast du versucht das Metrum zu glätten, vor allem Hebungspralle auszumerzen, was dem Text jetzt ein paar zusätzliche Adjektive beschert hat (siehe Unterstreichung) - obwohl bereits h&h zum sparsameren Umgang damit aufgerufen hat (?).

    Ich glaube nicht, dass die vorgeschlagenen Glättungen etwas für den Text tun. Aber da lasse ich mich gerne eines besseren belehren:

    jeder Preis ist etwas anderes als der (eine) Preis.
    "Fortdauer und Glück", ist etwas ganz anderes als "dauerndes Glück"
    "drohend Opfer fordern" na ja das ginge zur Not, aber meins ist nicht nur sprachlich besser, sondern es entsteht auch eine schöne Zäsur, die das Leiern verhindert. Überall dort, wo ich Hebungspralle im Text habe, möchte ich die besondere Aufmerksamkeit des Lesers; das gleiche ist mit dem wiederholen von "Ende" beabsichtigt; vielleicht neige ich dazu, dieses Stilmittel zu häufig zu gebrauchen, also nicht hier sondern in meinen neueren Texten, aber ich mag das einfach; man muss ja jedes Gedicht für sich betrachten.

    Etwas irritiert bin ich, dass ein erfahrener Dichter wie du, den letzten Halbsatz, derart verändert, dass damit quasi der ganze Sinn, das ganze Hinführen bis zu dieser Stelle, völlig umsonst war, das ganze Gedicht über den Haufen geworfen wird. Entschuldige meine hysterische Aufregung, aber du machst für meine Gefühl aus meiner bitter-melancholischen Abrechnung eine Amnesieerkrankung - also aus einem Ristretto einen faden Filterkaffee. Sehe nur ich das so?

    Ich bin nicht böse, es klingt nur so, aber manchmal sollte man sich mit der Mühe mehr Mühe geben. Ich bin keine Anfängerin und das meine ich jetzt nicht arrogant, sondern ich will noch was lernen und wenn sich die Profis so oberflächlich mit meinen Texten auseinandersetzen, dann bin ich ehrlich ein bisschen enttäuscht.

    Lieben Gruß
    albaa
    Geändert von Albaa (13.08.2017 um 11:16 Uhr)

  7. #7
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    @Albaa


    Grüße

    Net schlecht, der Text. Und sorry, habe auch bissel geschnipselt.


    An den Sommer

    Du mein Schöner,
    du pfiffiger Lächler, du Wissender.
    Siehst uns um den Preis feilschen.
    Wir glauben an deine Versprechen,
    hängen an dir, wie die Planeten an der Sonne.
    Du Schürer der Hoffnung auf Fortdauer und Glück,

    Du großer Liebhaber,
    du blendest so schön, du gönnerhafter Schmeichler,
    mit schmachtenden Nächten
    und reizenden Rosentagen,

    du Verschwender,
    von Donner und Blitz, wer glaubt dir schon.
    Du drohst, forderst Opfer mit Hagel, Sturm und Flutwellen.
    Tränen am Ende.
    Am Ende ziehst du ab und vergehst, vorerst.
    Der Winter filtert dich,
    holt deine schönen Ein und Ausblicke zurück.
    der Gedankenspringer

  8. #8
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    Angry

    Geh Horstii!! Wollt ihr mich unbedingt ärgern!?

    Ich gebe auf, immerhin scheint der Text zu inspirieren . Ja, so ginge es vermutlich ganz brauchbar, wollte man eine Satire daraus machen (filtern **hihi***).

    LG
    albaa
    Geändert von Albaa (13.08.2017 um 12:59 Uhr)

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