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Thema: amaretto

  1. #16
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    "je suis xy!"
    ggfs."erotisiert"
    grüsst
    w27

  2. #17
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    Hallo h&h und wilma,

    Ich weiß jetzt gar nicht, was ich sagen soll. Vielleicht liest du meine Einträge #7 und #10 noch einmal, falls du Zeit und Lust hast, h&h, und dann fangen wir von vorne an. und wilma, ich weiß jetzt nicht, ob du dich über mich lustig machst - ich finde es im Moment nicht sehr witzig und habe eher Gefühl, alles Erklären ist für Nichts - na ja, vielleicht ist das auch nur die richtige Spiegelung meines Textes im verzerrten Spiegelkabinett der sogenannten realen Welt (?)

    Nix für ungut, aber ...
    immerhin vielen Dank fürs Wahrnehmen.

    LG
    albaa
    Geändert von albaa (17.08.2017 um 20:15 Uhr)

  3. #18
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    ich habe nie behauptet, ich fände an deinem text etwas "witzig". die reihe der kommentare, die du damit ausgelöst hast, fand ich allerdings von anfang an zum schiessen, was ich dann auch getan habe (wer dahinter allerdings schusswaffen und krieg vermutet, geht vollkommen fehl). ist denn eine debatte darüber, ob ein schwanz spreche oder nicht, etwa nicht lustig? ist das bemühen, ein "ggfs. erotisierendes" gedicht zu schreiben, etwa nicht lustig?
    du wolltest hier keine komik, das liest sich aus deinem text deutlich. die komik haben deine verbesserer eingebracht. und was habe ich getan? ich habe einfach über diese komik gelacht. dass das jemand schaden könnte, finde ich schon sehr schräg...
    gute nacht
    mit 0815
    w27
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  4. #19
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    Ihr Genitalredner,

    so literarisch ungewöhnlich ist ein sprechender Schwanz nun auch wieder nicht, s. Moravias "Ich und Er". Auch in Thomas Brusigs "Helden wie wir" lässt sich vielleicht diese Erzählfigur finden, ich bin mir aber nicht sicher.

    Meine Schwierigkeiten mit Deinem Gedicht, liebe albaa, wie ich sie aufgezählt habe, lassen sich in der "amaretto"-Stelle zusammenfassen. Ich hätte nicht gewagt, sie als Fellatio zu deuten, denn diese schmeckt eben, auch wenn das von manchen Lyrizisten immer wieder behauptet wird, einfach nicht süß. "amaretto", auch wenn das natürlich von der Assoziation zu Celans "Mandorla" inspiriert ist, finde ich (1:1-Leser) ebenso unpassend, wie ich es etwa "Eierlikör" fände.

    Hehehibos Streichung von "Schwanz" tut dem Gedicht, finde ich, sehr gut, auch wenn ich, der ich ja gerne explizit bin, HBHBs Apodiktik "Erotik liegt nun einmal in der Andeutung" heftig widerspreche. Vielleicht überlegst Du Dir's noch mal, albaa

    Michael
    Geändert von Michael Domas (18.08.2017 um 03:12 Uhr)
    .................................................................................................... ...............................................
    poetry trifft Poesie, der Slammer Christofer mit f als mein Gast "Zum Goldenen Bock", Köln, Mi., 11.7.18, 19.30 Uhr

  5. #20
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    Zitat Zitat von Albaa Beitrag anzeigen
    amaretto

    dein schwanz ist ein findling im ödland
    er steht dir für nichts
    für das nichts
    bis zur eichel im treibsand
    meine augen verkleben
    und die ohren die tauben
    gurren und es öffnen sich lippen
    amaretto zu nippen
    blau
    dort im ödland
    liegt die liebe in wehen und gebiert
    das begehren und die lust ist gebot
    an den gräbern im ödland
    dein schwanz steht und schweigt
    ist nichts außer groß
    ins nichts dringt sein stoß
    macht mich selig wie tot
    Hallo ihr Lieben!

    Ich bin ganz verwirrt, fassen wir also nochmals zusammen:

    h&h meinen es könnte ggfs. erotisierend sein, wenn es sowas wie einen Brustansatz gäbe, von dem ich schriebe, geht auch ein Schwanzansatz?

    Michael meint:
    Hehehibos Streichung von "Schwanz" tut dem Gedicht, finde ich, sehr gut, auch wenn ich, der ich ja gerne explizit bin, HBHBs Apodiktik "Erotik liegt nun einmal in der Andeutung" heftig widerspreche.
    Er widerspricht also grundsätzlich der Brustansatz-Theorie, welche Ansicht ich grundsätzlich teile.


    wilma findet das "ggfs. erotisierend" zum Zerkugeln - zurecht,

    nur albaa reagiert spontan "not amused", weil sie hier nie vor hatte ein erotisierendes Gedicht zu schreiben. Dann hätte ich gleich so ein hübsches, unverfängliches Erotikgedicht schreiben können, wie Liara es ja oben mit "nur du", Beitrag #6, umgedichtet hat. Aber jetzt hat sich albaa schon beruhigt und hat in Ruhe nachgedacht und ist bereit über ihren Text ernsthaft nachzudenken.

    Michael meint also weiters, die Samenflüssigkeit schmecke nicht nach Eierlikör und schon gar nicht nach amaretto - Celans "Mandorla"-Assoziation hin oder her. Das stimmt zweifellos. Und er findet auch, der Schwanz gehöre eliminiert - dabei gefiel albaa in diesem Gedicht gerade diese unschöne, umgangssprachliche, ja fast brutale Ansprache des Findlings. Aber gut:

    Schwanz weg und Eierlikör pardon amaretto weg:

    kein amaretto

    ein findling im ödland
    er steht dir für nichts
    für das nichts
    bis zum kopf im treibsand
    meine augen verkleben
    und die ohren die tauben
    gurren und lippen zucken
    wenn sie bitteren samen schlucken/spucken (?)

    blau
    dort im ödland
    liegt die liebe in wehen und gebiert
    das begehren und die lust ist gebot
    an den gräbern im ödland
    ragt er und schweigt
    ist nichts außer groß
    ins nichts dringt sein stoß
    macht mich selig wie tot

    Ich danke sehr für eure Geduld mit mir und eure Anregungen, aber wie man sieht, lässt sich da nicht wirklich was retten. Ich werde Eure Kritik bedenken, sollte ich wieder einmal ein Gedicht für diese Rubrik schreiben, damit es dann hoffentlich besser gelingt.

    LG
    albaa
    Geändert von albaa (18.08.2017 um 16:13 Uhr)

  6. #21
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    es war
    von allem anfang an klar,
    dass in deinem schwanzansatz
    für mehr dinge für platz
    gesorgt ist
    als nur für erotisch

    oder es war zumindest klar, dass hier der begriff erotik je nach schwanzbesitzer ganz verschieden besetzt ist.

    teilweise hat es sich ja dann nicht nur darum gedreht, ob ein schwanz sprechen kann/darf oder ob erotik teil eines ganzen sei und deshalb auch nicht-erotisierende texte umfassen könne.
    es hat ein bisschen geduld gebraucht, bis du das auch sehen konntest. konntest du denn?

    immer noch im zweifel
    0815
    Geändert von kaspar praetorius (18.08.2017 um 16:40 Uhr)

  7. #22
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    ... erotik teil eines ganzen sei und deshalb auch nicht-erotisierende texte umfassen könne.
    wilma, darf ich nur kurz anworten, ohne auf deine Fragen nach meiner Einsichtsfähigkeit einzugehen: Genau darum geht es mir!

    LG
    albaa
    Geändert von albaa (18.08.2017 um 16:49 Uhr)

  8. #23
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    da ist was dran, da klingt was an, damit kann man was bauen
    nur die lippen schlucken nicht, nicht wahr

    und die ohren wie tauben
    gurren schnurrt die kehle
    schlucke schmucke
    lippen zucken

    ER steht hinter allem, ER zeigt sich in allem, ER mischt sich gerne in jedes Dessert, ER fragt nicht nach Geschmack
    Hauptsache süss: der LikoER

  9. #24
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    Zitat Zitat von albaa
    amaretto

    dein schwanz ist ein findling im ödland
    er steht dir für nichts
    für das nichts
    bis zur eichel im treibsand
    meine augen verkleben
    und die ohren die tauben
    gurren und es öffnen sich lippen
    amaretto zu nippen
    blau
    dort im ödland
    liegt die liebe in wehen und gebiert
    das begehren und die lust ist gebot
    an den gräbern im ödland
    dein schwanz steht und schweigt
    ist nichts außer groß
    ins nichts dringt sein stoß
    macht mich selig wie tot



    Lieber kaspar,

    Ich bin irgendwie überfordert. Oben die ursprüngliche Version, aber beziehst dich auf meine Version aus oben #6?

    Zitat Zitat von albaa
    Michael meint also weiters, die Samenflüssigkeit schmecke nicht nach Eierlikör und schon gar nicht nach amaretto - Celans "Mandorla"-Assoziation hin oder her. Das stimmt zweifellos. Und er findet auch, der Schwanz gehöre eliminiert - dabei gefiel albaa in diesem Gedicht gerade diese unschöne, umgangssprachliche, ja fast brutale Ansprache des Findlings. Aber gut:

    Schwanz weg und Eierlikör pardon amaretto weg:

    kein amaretto

    dein findling im ödland
    er steht dir für nichts
    für das nichts
    bis zum kopf im treibsand
    meine augen verkleben
    und die ohren die tauben
    gurren und lippen zucken
    wenn sie bitteren samen schlucken/spucken (?)
    blau
    dort im ödland
    liegt die liebe in wehen und gebiert
    das begehren und die lust ist gebot
    an den gräbern im ödland
    ragt er und schweigt
    ist nichts außer groß
    ins nichts dringt sein stoß
    macht mich selig wie tot


    Eigentlich muss es demnach "spucken" heißen, oder? Aber deins ist auch nett.

    LG
    albaa
    Geändert von albaa (13.11.2017 um 12:44 Uhr)

  10. #25
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    Hi, es ist mein Wille, mit Offenheit fuer Klarheit zu sorgen. Schwaenze sprechen, sie haben ein Eigenleben. Und Vulven, wenn zum Sprechen gebracht, kann man sehr deutlich hoeren. LG, Lorenz
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

  11. #26
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    oh, entschuldige bitte,
    ich klickte aus lauter neugier ein wenig rum und fand deine fassung in nummer 20, worauf ich mich jetzt bezog, weil ich nicht mehr wusste und nicht sah, dass es inzwischen weiter gegangen war.
    spucken kann natürlich passen
    gruss
    kaspar

  12. #27
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    Lieber kaspar,

    Ja, richtig es geht um die Version #20 und nicht um #6; im Beitrag #6 steht die Überarbeitung von Liara mit dem Titel "nur du".

    Das Ganze ist mir, nachdem ich versucht hatte in Beitrag #10 zu erklären, worum es mir ging (was natürlich nichts an dem seltsamen Text ändert), als Reaktion auf die verschiedene Kommentare irgendwie ins Satirische entglitten und meine Überarbeitung #20 - man möge mir verzeihen bitte - ist einfach nur noch ironisch gemeint (wie deine "Bearbeitung" oben auch, vermute ich?).

    Lieber Lorenz,

    Danke fürs Lesen und deine sachverständigen Eintrag . Findest du den Text auch so daneben?

    LG
    albaa

  13. #28
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    du kannst das gut und gern ironisch gemeint haben, aus der geschichte der kommentare irgendwie verständlich.
    das ändert aber nichts daran, dass diese "ironische" version der ersten fassung ganz schön konkurrenz macht, was lyrische verdichtung betrifft.
    kaspar

  14. #29
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    hi albaa,

    mir gefällt das originale Gedicht. Es beschreibt mir ein melancholisches Wesen, welches im Sex höchstens ein kurzes Aufblühen von Leben empfindet, und dann wieder stirbt. Entseelt. Die Details empfinde ich eher etwas unappetitlich, da mir der Akt fast einer Leichenschändung zu gleichen scheint, auch wenn das LI wohl eher nur kurz aus einem komatösen Zustand erwacht. - Aber ich lese aus dem Gedicht einen Vergleich, den ich interessant find: das Leben gleicht einem Ödland voller Gräbern, AN denen es geboten ist, Lust auszuleben. Die Liebe selbst gebärt die Liebe der Scheintoten, damit sie leben können - für die kurze Zeit außerhalb der Gräber...

    In der Diskussion fand dieser Gedanke keinen Widerhall. Natürlich könnte das bedeuten, dass meine Auffassung von dem Text irrwitzig ist. Von mir aus. Ich lese, was ich lese. Und mit einem Schmunzeln lese ich auch, dass statt dessen der arme Schwanz ne Menge Dresche bekam. Also ich würde meinen ja auch bedauern, sollte er sich nur recken, um Komapartnerinnen ein kurzes Erwachen zu ermöglichen. Aber wer weiß. -

    Albaa, ich hab gerade wenig Zeit noch Lust, Celans "Mandorla" zu suchen und zu interpretieen. Vielleicht ergibt es sich noch. Aber ich wollte dir nur signalisieren, dass ich einen philosophischen Hintergrund in deinem Text sehe... und wenn ich dich richtig verstehe.... deine hm....Traurigkeit (?) ... auch teile. Unvergessen bleibt mir, was ein Kollege (während einer Aftershowparty) rief: "Wenn ich sehe, wie ich nach dem Orgasmus innerhalb einer Sekunde apathisch werde, könnte ich mich nur noch vor mir ekeln".

    Natürlich kann mit dem Text auch nur ein Mann gemeint sein, der sich vergeblich bemüht, seine Sexpartnerin heiß zu machen. Von mir aus. Ich lese, was ich lese.
    Geändert von Artname (15.11.2017 um 15:44 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  15. #30
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    Hi Albaa, ich verstehe es so: Muss Liebe mit Sex verbunden sein, damit sie richtig/vollkommen oder was auch immer ist? So verstanden, spuere ich hier sehr viel Sehnsucht und Zweifel. Ich denke, dein Gedicht wuerde eine Prise mehr Klarheit vertragen. Gern gelesen, spannend, ueberhaupt nicht daneben Albaa. Dein Lorenz
    ausgezogen
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    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

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