1. #1
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    Seidenschleier

    Seidenschleier

    Gespiegelt wurden sie in einem zerfallenen Fenster.
    Kalte, selten erblickte Tränen die man nur im Licht sah,
    fremd diesmal - viel dunkler, und finster.
    Wie qualvoll dunkel es doch war.

    Seit jenem Tag befüllt der Nebel die wiederkehrende Leere,
    in Form eines roten Seidenschleiers der Vernunft.
    Doch geflohen ist das Rote schon, in Richtung leichter Schwere.
    Sehnlichst wartet man bis heute auf seine Ankunft.
    Das unendliche Warten führt höflich lächelnd in die Irre
    Tief dort die Verwirrung pendelnd an der Schnur,
    Klarheit ist ein Ozean, das Leben eine Dürre
    Das Schicksal nicht formbar wie eine simple Skulptur.

    Einen treulosen Grund zum Frohsinn hat bislang die Reue,
    die ihre falsche Freundin schon früh hat mitgebracht.
    Es ist die bittere Verzweiflung, zugleich keine scheue.
    Zu sehen sind beide stets Tango tanzend in der Nacht.

    Vereinzelt trifft man auf helfende Arme im Schatten,
    deren Häute sanfter sind als jeder rote Seidenschleier.
    Gesegnet sind die, die sie schon vorher hatten,
    diese mit wundervollen Augen versehenden Befreier.
    Sie festzuhalten macht vorerst keinen Sinn.
    Man wünscht es wäre nicht so,
    man selbst geheilt und nicht derart roh,
    und die Seele glitte mit dem Wind dahin

    Das Gewissen müsse dann für nichts mehr büßen,
    endlich wäre helle Hoffnung ihm bedenklich nah.
    Man freut sich schon darauf sie weinend zu begrüßen,
    ihr zu erzählen wie qualvoll dunkel es doch vorher war.

  2. #2
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    Hallo Nunostalgia,
    gefällt mir,
    ich fände nur den reim auf reue/scheue besser an der stelle in das bedauern/ trauern verwandeln
    (kommt meiner meinung nach häufiger vor, selten bereuen wir, öfter bedauern wir was wir nicht umgesetzt haben, und nachts träume ich nie in erinnerung an gewesenes, nur von utopischen zukünftigen)

    ist nur ein mini-einwand von mir; prinzipiell sollte jeder autor alles erstmal so lassen

    lg vom GE-wicht
    das denken ist zwar allen menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart. -curt goetz-

  3. #3
    hebo&hibo Guest
    Zitat Zitat von Nunostalgia Beitrag anzeigen
    Seidenschleier

    Gespiegelt wurden sie in einem zerfallenen Fenster.
    Kalte, selten erblickte Tränen die man nur im Licht sah,
    fremd diesmal - viel dunkler, und finster.
    Wie qualvoll dunkel es doch war.

    Seit jenem Tag befüllt der Nebel die wiederkehrende Leere,
    in Form eines roten Seidenschleiers der Vernunft.
    Doch geflohen ist das Rote schon, in Richtung leichter Schwere.
    Sehnlichst wartet man bis heute auf seine Ankunft.
    Das unendliche Warten führt höflich lächelnd in die Irre
    Tief dort die Verwirrung pendelnd an der Schnur,
    Klarheit ist ein Ozean, das Leben eine Dürre
    Das Schicksal nicht formbar wie eine simple Skulptur.

    Einen treulosen Grund zum Frohsinn hat bislang die Reue,
    die ihre falsche Freundin schon früh hat mitgebracht.
    Es ist die bittere Verzweiflung, zugleich keine scheue.
    Zu sehen sind beide stets Tango tanzend in der Nacht.

    Vereinzelt trifft man auf helfende Arme im Schatten,
    deren Häute sanfter sind als jeder rote Seidenschleier.
    Gesegnet sind die, die sie schon vorher hatten,
    diese mit wundervollen Augen versehenden Befreier.
    Sie festzuhalten macht vorerst keinen Sinn.
    Man wünscht es wäre nicht so,
    man selbst geheilt und nicht derart roh,
    und die Seele glitte mit dem Wind dahin

    Das Gewissen müsse dann für nichts mehr büßen,
    endlich wäre helle Hoffnung ihm bedenklich nah.
    Man freut sich schon darauf sie weinend zu begrüßen,
    ihr zu erzählen wie qualvoll dunkel es doch vorher war.
    Das Gedicht zeigt einige ganz wunderbare, großArtige Stellen, auf die ich gern näher eingehen würde, wenn du möchtest.
    Zunächst habe ich eine Frage:
    Warum ordnest du der Vernunft die Farbe Rot zu? Meinst du damit die Befreiung durch eine Revolution?
    Mir geht es natürlich nicht darum, dass du mir dein Gedicht erklärst ... als Symbol steht Rot jedoch für Liebe, Leidenschaft, Gewalt und eben nicht für Vernunft.

    Gespannte Grüße
    h&h

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