Thema: Mit Biss!

  1. #1
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    Mit Biss!

    Auf dem Tisch und auf dem Stuhle,
    auf der Box und auf dem Bett,
    auf der großen Waschmaschine,
    ja, selbst da ist es ganz nett,
    dich zu küssen, zu liebkosen,
    mit den Händen zu umschlingen,
    dich zu beißen, zu durchdringen,
    bis die Säfte aus dir fließen
    und sich mir zum Mund ergießen,
    ich sie schlucke, alle dein –
    So muss mir ein Apfel sein!

  2. #2
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    Zitat Zitat von L A F Strässler Beitrag anzeigen
    MiauKuh, das hab ich sehr gern gelesen, weil nichts daran pervers ist, da waer ich gern mit dabei. Danke, lass doch die zweitletzte Zeile weg (?), MfG, L.
    Hey, schön das es gefallen hat L. Wenn ich das Gedicht in die Kategorie Humor gepackt hätte, wäre jeglicher Witz daneben gegangen! Die zweitletzte Zeile weglassen, hm ... ich denke mal darüber nach, auf jedenfall ist das ein bedenkenswerter Vorschlag. Ursprünglich hatte ich das 'Schlucken der Säfte' als mit Abstand sehr frech drinne gelassen, nur um dann doch beim Apfel anzukommen und aus Reimschemagründen müsste es drinnen bleiben. Ich finde auch aus Gründen des Vorlesens (ich habe es gestern meiner lieben Frau vorgetragen, die empört war, bei diesem Ende) sollte es drinne bleiben, weil dann nach dieser Zeile ein große Pause kommt und es dann gänzlich anders aufgelöst wird, als vorher vermutet. Auf jeden Fall überlege ich es mir, andere Reimwendungen reinzunehmen, Waisen sind ja auch erlaubt (erlaubt ist eh alles, ich weiß) Danke für den Vorschlag!!

  3. #3
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    Hallo MiauKuh,

    gleich vorweg – ich liebe ja Gedichte, die den Leser zunächst auf die falsche Fährte locken und zum Ende mit einer überraschenden Pointe aufwarten. Das ist Dir gut gelungen.

    Was Du alles mit einem Apfel anstellst ist ja unfassbar. Küssen, liebkosen, umschlingen … Das muss wohl ein ganz besonderer Apfel gewesen sein - ich wette, ein Braeburn.

    Im Hinblick auf die Pointe geht es für meinen Geschmack ein wenig zu weit in Richtung Erotik. Nach der Aufklärung, dass es sich um einen Apfel handelt, geht man ja das Gedicht nochmal durch und liest es mit anderen Augen. Das muss dann beim zweiten Lesen m. E. auch noch alles passen. Was macht man mit einem Apfel auf der Waschmaschine? Im laufenden Betrieb drauf sitzen, sich durchschütteln lassen und dabei einen Apfel essen? Kleiner Scherz.

    Für den besseren Lesefluss würde ich den Text in Strophen gliedern und ein einheitliches Reimschema wählen.

    Darf ich mal ein bisschen herumbasteln? Dein Gedicht hat mich dazu animiert. Ich hoffe, dass Du nichts dagegen hast.

    Oh, wie ich Dich doch begehre,
    bist so süß und knackig frisch.
    Täglich möcht ich Dich vernaschen
    auf dem Rasen und am Tisch.

    Gern auch in der Hängematte,
    auf dem Stuhl und dort im Bett.
    Möchte kosten Deine Säfte.
    Überall ist’s mit Dir nett.

    Will Dich küssen und liebkosen,
    beiß in Deine Bäckchen rein,
    die schön rund und rot und lieblich,
    so kann nur mein Apfel sein.

    Liebe Grüße
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  4. #4
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    Hey Dabschi,

    erstmal: vielen Dank für deine Worte zu meinem Gedicht!

    Zitat Zitat von Dabschi Beitrag anzeigen
    Im Hinblick auf die Pointe geht es für meinen Geschmack ein wenig zu weit in Richtung Erotik. Nach der Aufklärung, dass es sich um einen Apfel handelt, geht man ja das Gedicht nochmal durch und liest es mit anderen Augen. Das muss dann beim zweiten Lesen m. E. auch noch alles passen. Was macht man mit einem Apfel auf der Waschmaschine? Im laufenden Betrieb drauf sitzen, sich durchschütteln lassen und dabei einen Apfel essen? Kleiner Scherz.
    Du hast hier vollkommen Recht, beim zweiten Mal durchlesen funktioniert es nicht, gedacht war es für das einmalige Vortragen. Ich stimme dir auch zu, dass beim zweiten Mal durchlesen die Wirkung anders ist und sich hier andere Fragen auftun, zu Recht und deine Argumente sitzen alle und ich beuge mich ihnen, möchte aber meine Variante trotzdem behalten Du hast bestimmt durchschaut, dass es vielleicht mein allererster Spaß in diese Richtung war, einfach aufgeschrieben und am Ende verdreht .. weil es ja alles passt. Da war es dann mit der tiefen Hintersinnigkeit nicht gegeben, die du mir zu hier ankreidest (Asche auf mein Haupt

    Du findest es geht zu weit Richtung Erotik? Ja! Ich muss da noch subtiler werden .. Leser sind ja kluge Leute und es direkt zu servieren ist ja pornografisch; es deutlich zu verheimlichen (was ich getan habe) ist ein bisschen .. dillettantisch und dann wohl 'nur' für den einmaligen Gebrauch und Gekicher zu verwenden (wie bei mir). Trotzdem! Meine Frau hat es baff gelassen was ich ihr da vorlese und .. dann so Ende, sie war wirklich empört (wortwörtlich, das Zitat)!

    Zitat Zitat von Dabschi Beitrag anzeigen
    Für den besseren Lesefluss würde ich den Text in Strophen gliedern und ein einheitliches Reimschema wählen.
    Darf ich mal ein bisschen herumbasteln? Dein Gedicht hat mich dazu animiert. Ich hoffe, dass Du nichts dagegen hast.

    Oh, wie ich Dich doch begehre,
    bist so süß und knackig frisch.
    Täglich möcht ich Dich vernaschen
    auf dem Rasen und am Tisch.

    Gern auch in der Hängematte,
    auf dem Stuhl und dort im Bett.
    Möchte kosten Deine Säfte.
    Überall ist’s mit Dir nett.

    Will Dich küssen und liebkosen,
    beiß in Deine Bäckchen rein,
    die schön rund und rot und lieblich,
    so kann nur mein Apfel sein.

    Liebe Grüße
    Dabschi
    Deine Variante ist weich, lieb und freundlich und bei weitem nicht so direkt wie meine Wortwahl. Wirklich: mir gefällt sie als sanfte Variante besser als meine, auch vom Verständnis fluss her. Die Sache mit dem Reimschema war dann aber doch Absicht von mir, mir sind Schemata geläufig und ich überlege mir wann ich davon abweiche und ob es trotzdem sinnvoll ist. Hier war ich der Meinung: Verwirrung stiften tut gut, darum fängt es anders an, als es wird (erst Kreuz dann paar und auch in den Silbenlängen erst kurz dann lang und am Ende wieder kurz). Das wusste ich zwar auch alles vorher nicht so genau, aber beim Schreiben und selber lesen fand ich es schön. Heb dir deine Version auf. Diese Form der Erotik ist schön sinnlich, da kann ich noch viel von lernen

    Es ist schön wenn ich dich inspiriert habe! Da fühle ich mich jetzt mal musisch, ha:P

    Edit:
    Mir fällt grade erschreckend auf: es ist ja gar keine reine Paarreimstruktur! (Liebkosen...wird nicht gereimt).
    Ich bin entblößt und schockiert. Trotzdem klang es für mich gut .. hm .. (dann gehe ich wohl doch noch mal daran).
    Geändert von MiauKuh (05.09.2017 um 21:43 Uhr)

  5. #5
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    Mutter gab sich neckisch empört. Was will man mehr?
    Wechsel vom kreuzreim zum Paarreim, mit einer swingenden "Waise"an der Schnittstelle, das ist serh passend und erhöht den Drive hin zum Fliessen und zur Pointe. Nur hat Strässler recht, wenn er die sprachlich verknotete zweitletzte Zeile streichen will. Jene hindert den Drive, ein einfaches Plumpsen in die Pointe klänge besser (auch da wieder eine "Waise", durchaus passend (und dank der männlichen Kadenz wirkend wie ein Tusch, was ja auch irgendwie passt).
    w27
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  6. #6
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    Zitat Zitat von wilma27 Beitrag anzeigen
    Mutter gab sich neckisch empört. Was will man mehr?
    Wechsel vom kreuzreim zum Paarreim, mit einer swingenden "Waise"an der Schnittstelle, das ist serh passend und erhöht den Drive hin zum Fliessen und zur Pointe. Nur hat Strässler recht, wenn er die sprachlich verknotete zweitletzte Zeile streichen will. Jene hindert den Drive, ein einfaches Plumpsen in die Pointe klänge besser (auch da wieder eine "Waise", durchaus passend (und dank der männlichen Kadenz wirkend wie ein Tusch, was ja auch irgendwie passt).
    w27
    Hey wilma27, danke auch für deine Einschätzung. Na dann ... hab ich ja jetzt eine Verbesserung ich werde sie einbauen. Eins übergezogen bekommen, am Ende, das hat doch was! Danke nochmals

    Auf dem Tisch und auf dem Stuhle,
    auf der Box und auf dem Bett,
    auf der großen Waschmaschine,
    ja, selbst da ist es ganz nett,
    dich zu küssen, zu liebkosen,
    mit den Händen zu umschlingen,
    dich zu beißen, zu durchdringen,
    bis die Säfte aus dir fließen
    und sich mir zum Mund ergießen –
    Hach! So muss ein Apfel sein.

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