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Thema: Krambambuli

  1. #16
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    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    ja, mit dem "betüttern" habe ich mich schwer getan und ebenso wie Du befürchtet, es könne „völlig unerotisch, sogar irgendwie lächerlich“ klingen. So habe ich mich zwischen „Verse werden niemals schüttern“ und „Lyrisch werd ich dich betüttern“ nicht entschieden sondern „betüttern“ so reingesetzt, dass es sich in den zwischen Ironie und Anmache schwebenden Ton einordnet – hoffe ich. Der Gleichklang von „schüttern“ (Miaukuhs Einwand) würde dadurch auch ein wenig verdünnt

    Jetzt also:

    vielmehr dich fei're. Gut, ich werd dich auch betüttern,
    was zählt jedoch ist: Sonette werden niemals schüttern.


    Was meinst Du?

    Michael
    Hey Michael,

    ich habe mir das jetzt auch nochmal durchgelesen. Ich verstehe und teile sogar den Einwand, dass es leicht lächerlich klingen kann, allerdings war es dennoch eine Verbesserung gegenüber der vorherigen Version, die einen puren Gleichklang hatte. So, wie du es jetzt hast, mit betüttern und den Sonetten werden niemals schüttern, halte ich es für am Besten von den Varianten die du geschrieben hast. Einen sehr großen Spielraum hast du ohne hin nicht. Jetzt die gute Dame zu betüttern und die Sonette selbst niemals schüttern zu lassen, finde ich sogar etwas humorvoll. Wie, als würde das lyrische ich die Faust ballen, den starken Arm mienen und sagen "Niemals! Niemals werden sie schüttern!" ja, das hat was (also auch allgemein als Ende und hier im speziellen ohnehin). Ich finde es besser so Michael.

    Liebe Grüße,
    Werner.
    Geändert von MiauKuh (26.09.2017 um 08:02 Uhr)

  2. #17
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    Lieber Michael,

    Zwischen Ironie und Anmache? Ich weiß nicht!?
    Ich weiß immer noch nicht, was betüttern heißt. Schüttern kannte ich auch nicht. Ist das also doppeldeutig gemeint, dass Verse nicht Geschlechtsverkehr mit dem LI haben können (lt. Duden: von [heftig] schwingender, stoßender Bewegung erschüttert werden)?

    Ja, ich habe was anderes versucht, vor allem um die sonderbaren schüttern/betüttern wegzukriegen, aber auch die Bausätze "jedes Teil", und auch die sperrigen "Zwecke", aber das ist halt vermutlich nicht dein Stil (?):

    Und es entsprach. So komm zu mir und lass dich nähren
    mit Versen auf die Schönheit deines Körpers. Begehren,
    vertraue mir, wirst du, was ich an dir entdecke,

    wenn es in Hymnen fließt. Ich will dich nicht verschrecken,
    doch deine Sinnlichkeit kann Schöpferkräfte wecken:
    Drum zieh dich aus, und lass dich feiern und verehren!

    Lieben Gruß
    albaa

  3. #18
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    Liebe albaa,

    das ist ja klasse, Du hast Dein Unbehagen an den Terzetten so konkret formuliert wie möglich: mit einer Alternative, danke! Und damit auch gleich meine Entschuldigung auffliegen lassen, die Reime auf „...üttern“ ließen halt wenig Raum. Da muss man eben den Reim wechseln! Und so mach ich das dann beim Schreiben eigentlich auch, nur finde ich „...üttern“ klanglich und von der Ungewöhnlichkeit her attraktiver als „… ähren“. Nun hast Du Recht, der Duden gibt unter „schüttern“ nur das Verb an, ich meine aber natürlich das Adjektiv wie in „schütteres Haar“. So werde ich das „n“ also streichen: Sonette werden niemals schütter.

    Deine Verse, albaa, könnten von mir sein. Dann aber doch wieder nicht: „Verse auf die Schönheit deines Körpers“ ist nicht so (verhalten) frech wie „Verse über jedes Teil von dir“. „Begehren wirst du, was ich an dir entdecke“, verstehe ich nicht ganz, ich begehre doch. „Was ich dir an dir entdecke“ empfinde ich als anmaßender als „was ich an dir entdecke“, und meine letzte Strophe, tja, wie soll ich sagen, weniger schleimend als Deine, die auf „verehren“ endet – was ich ja auch notfalls tue oder doch schreibe. Außerdem gibt mir mit meine (Gratis-)Zusatzzeile 15 die Gelegenheit, nochmal auf „Sonett“ zurückzukommen.

    Die Unterschiede sind so delikat, dass ich Deine alternativen Terzette oben unters Gedicht nehme. Nicht wenigen werden sie besser gefallen als meine.

    Lieber Werner,

    umso erleichterter halte ich an meiner letzten Version fest, als Du sie halbwegs, oder doch als die „Beste von den Varianten“ bestätigt hast. Wenn Du sie „sogar etwas humorvoll“ findest, passt mir das gut in meine Absicht, eine einerseits ironisch abgefederte, andererseits deutliche Anmache zu schreiben

    Michael
    .................................................................................................... ...............................................
    poetry trifft Poesie, der Slammer Christofer mit f als mein Gast "Zum Goldenen Bock", Köln, Mi., 11.7.18, 19.30 Uhr

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