Thema: Abendstimmung

  1. #1
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    Abendstimmung

    Abschiedsgezirpe verfliegt in den Lüften,
    alltagsbetrunken erdunkelt die Welt,
    abendbewölkt zieht ein Himmel voll Sommer
    rosenbeschwebt durch ein blauernes Feld.

    Lauschesanftstaunen klingt warm in die Seele,
    Mildglockentönen eröffnet ein Fest,
    Blattvolkgesänge beflüstern die Winde
    nachtflügelschwer um ein müdes Geäst.
    Geändert von Stéphane (08.09.2017 um 09:34 Uhr)

  2. #2
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    @ Stephane


    Grüße.



    abschiedsgezirpe verfliegt in den Lüften,
    XxxXx xX x x Xx
    alltagsbetrunken erdunkelt die Welt,
    XxxXx xXx x X
    abendbewölkt zieht ein Himmel voll Sommer
    XxxX x x Xx x Xx
    rosenbeschwebt durch ein blauernes Feld.
    XxxX x x Xxx X

    Lauschesanftstaunen klingt warm in die Seele,
    XxxXx x X x x Xx
    Mildglockentönen eröffnet ein Fest,
    XxxXx xXx x X
    Blattvolkgesänge beflüstern die Winde
    XxxXx xXx x Xx
    nachtflügelschwer um ein müdes Geäst.
    XxxX x x Xx xX

    Wolltest du diesen Rhythmus? Ich denke ja, ist ok. (Daktylus)
    Denn habe ich nie probiert, aber den Amphibrachys schon.
    Nur die schweren Wörter anfangs, gefallen mir nicht immer (Lauschesanftstaunen)

    Aber den Mut zum Daktylus ist belohnbar.

    Was ist ein:“blauernes Feld. ?

    Return.

    Gefällt wenn auch mit Abstrichen.
    der Gedankenspringer

  3. #3
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    Hi,
    vielen Dank für deinen Kommentar.
    Der Rhythmus war nicht vordergründig beabsichtigt, er hat sich gewissermaßen "einfach" ergeben.
    Ja, die schweren Wörter zu Beginn der Zeilen, die lagen mir manchmal auch etwas schwerer im Magen beim Lesen. Daher kann ich es sehr gut nachvollziehen, dass dir einige auch nicht gefallen. Mittlerweile hab ich mich allerdings mit ihnen arrangiert, ich weiß was sie beschreiben wollen und hoffe darauf, dass sie auf eine ähnliche Weise empfunden oder interpretiert werden und eine Stimmung beim Lesen erzeugen.
    Was das blauerne Feld betrifft, will es einen immer dunkler werdenden blauen Himmel (Abenddämmerung) beschreiben. Das blauern will auch an bleiern (schwer) erinnern, das schwer als ein Synonym für das immer dunkler werdend, es ist wohl ein Kunstwort oder Wortneuschöpfung? Auf einmal war das Wort da und es gefiel mir. Schön, dass es dir (mit Abstrichen) gefällt und danke fürs Vorbeischauen.
    Gruß von S.

  4. #4
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    Hi Stéphane,

    ich finde dein Gedicht hat einen schönen Rhytmus (Daktylus, hat ja oben schon Horst geschrieben).
    Im Gegensatz zu seiner Ansicht finde ich, dass grade diese Worte am Anfang eine Gesetzmäßigkeit in das Gedicht bringen, zusätzlich zum festen Rhytmus, und zur Reimstruktur. Soetwas brauchen solche Werke finde ich auch.
    Mir gefallen Wortneuschöpfungen, weil ich der Meinung bin davon können wir ruhig mehr haben, solange sie sich irgendwie halbwegs selber erklären und ich nicht nachfragen muss.

    Insgesamt hast du die Stimmung gut getroffen, zwar hast du in mir keine erweckt, allerdings hast du ein neues "Gesetz" in deinen Text gebracht, dass ich gesehen habe. Darin steckt für mich die Leistung deines Gedichtes und das ist was!

  5. #5
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    Hi,
    vielen Dank für deine Gedanken zum Text.
    Weil du etwas zu Wortneuschöpfungen geschrieben hast würde mich interessieren, ob du das Wort "blauernes" (weil Horst nachfragte) als halbwegs selber erklärend empfindest.
    Ein klein wenig rätselhaft bleibt mir der Gedankengang, dass die Stimmung insgesamt als gut getroffen beschrieben wird obwohl sie innerlich nicht empfunden wurde. Für mich hat Stimmung immer mit Gefühl zu tun.
    Danke fürs Vorbeischauen.
    Gruß von S.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Stéphane Beitrag anzeigen
    Hi,
    Weil du etwas zu Wortneuschöpfungen geschrieben hast würde mich interessieren, ob du das Wort "blauernes" (weil Horst nachfragte) als halbwegs selber erklärend empfindest.
    Ja, tue ich. Blauernes ist für mich verblauernd, abdunkelnd, ins blaue hineingehend, zumindest verstehe ich es so.

    Zitat Zitat von Stéphane Beitrag anzeigen
    Ein klein wenig rätselhaft bleibt mir der Gedankengang, dass die Stimmung insgesamt als gut getroffen beschrieben wird obwohl sie innerlich nicht empfunden wurde. Für mich hat Stimmung immer mit Gefühl zu tun.
    Das bleibt mir auch rätselhaft, was ich da verzapft habe. Ich probiere es noch mal auszudrücken (ich habs nicht mit dem "exakten" Ausdruck): die Leistung von dir, die aus dem Gedicht zu mir spricht, ist nicht seine Stimmung, die du beschrieben hast, sondern die schöne Gesetzmäßigkeit die du eingehalten hast. So, während ich diesen Kommentar verfasst habe, laß ich noch mal deinen Text. Ich glaube (!) zu wissen, warum ich das mit der Stimmung gesagt habe: durch deine neuen Worte hast du mich eher mit der Konstruktion des Gedichtes "getroffen", also mit der Stimmung die es erzeugt. Die neuen Worte, jedes Mal in der Zeile am Anfang zaubern nicht sofort ein Bild in den Kopf, weil ich ja erstmal überlegen muss "was" dieses Wort eigentlich bedeutet, das stockt im Kopf. Deswegen ließt es sich nicht wie ein Landschafts und Vorgangsbeschreibung, sondern wie ein Text in einer Landschaft, zu einer Zeit mit Begriffen, die auf neuartige Weise alles benennen. Ich glaube das Wort weswegen es kein Gefühl macht, aber eine Stimmung beschreibt ist: ich bin verdutzt. Ja, ich glaube das trifft es

  7. #7
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    Will ja nicht nörgelig sein, aber müsste es nicht "Mildglockentöne" heißen?
    Schöne Stimmung, sehr gern gelesen!

    LG, Cara

  8. #8
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    Hi zusammen,
    @MiauKuh, danke für dein ausführliches Erklären, jetzt habe ich es verstanden
    @Cara, stimmt, -töne könnte man auch schreiben, gemeint ist allerdings das -tönen
    Danke an euch beide fürs genaue Hinschauen und -spüren
    Gruß von S.

  9. #9
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    Da muss ich mich doch gleich korrigieren: Bei"Mildglockentöne", wie ich es vorgeschlagen hatte, müsste es ja dann auch "eröffnen ein Fest"...
    heißen.
    Ich war also auf dem Holzweg!

    LG, Cara

  10. #10
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    Hi,
    ich finde nicht das du auf dem Holzweg warst, es würde ja auch passen und ich hätte mich a ja auch verschreiben können, ist schon alles richtig
    Gruß von S.

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