Lass fallen dich, ich will dich pflücken,
ins Glück und an die Wand dich drücken,
die Lippen dir ganz kühn befeuchten,
die Augen dir mit Glanz beleuchten,
sind sie von Lidern auch bedeckt.
Ein Lied in deinem Herzschlag steckt.

Kannst du es fühlen, kannst du es hören?
Kann es die Angst in dir betören,
im Totenbett allein zu liegen,
dich an ein Tränenmeer zu schmiegen?
Was trennt dein Ohr von seinem Klang?
Was lässt es schweigen, angst und bang?

Sind es des Stolzes schwarze Roben,
die dir den Alltag richten?
Sind es die schweren Felsenschichten,
aus Blicken zu Granit gewoben?
Was lässt die Hügel, zart und weich
dir erscheinen alpengleich?

Ich will dich von der Angst entkleiden,
mein Aug' am Liderinnern weiden,
wenn ich die Roben von dir streife,
sie um die Kleiderhaken schleife.
Hörst du, wie dein Herzschlag klingt,
wie er ein leises Liedlein singt,
wie tiefe Töne durch dich wälzen,
die Alpenlast zu Hügeln schmelzen?

Lass fallen dich, ich will dich pflücken,
ins Federkleid des Glückes drücken,
damit du wie ein Vogel schwebst,
du singst, wie du den Flug erlebst.