1. #1
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    im rausch der graffitis

    im rausch der graffitis
    angeregt durch eine Ausstellung von Marc Jung in Frankfurt (Oder)

    ohne hand und fuß die hauptpersonen
    verstrickt im netz von emotionen
    in bahnen bizarr und ohne schranken
    und doch gefangen in fremden gedanken
    im bombardement der informationen

    inmitten grotesker fusionen
    symbole verlorener illusionen
    und zukunftsbilder die durchs heute wanken
    in eine welt ohne hand und fuß

    und während sich meine neuronen
    vereinen mit jenen von millionen
    auch denen die eben versanken
    geflutet in angst grad ertranken
    verlieren sich in globalen dosenvisionen
    mein lied mein vers und auch mein fuß
    Geändert von Eremit (13.10.2017 um 12:18 Uhr)
    Hinweis: Lyrik im Foyer 2018 in Frankfurt (Oder)

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    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

  2. #2
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    mich schmerzt ein wenig
    dass verlieren in der einzahl steht und
    dass bei all diesen tollen fremwörtern sich die profane dose einschleicht.
    wäre
    "verlieren sich in globalvisionen"
    eine möglichkeit?
    gruss
    kaspar

  3. #3
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    Als würde es Blut sein, dass den Rausch normaler macht als das was wir gemeinhin unter dem Leben in Ausstelllungen verstehen. Aber gerade wenn es nur zum Betrachten ohne Feedbackfunktion geschaffen wird geht etwas verloren das über den Inhalt hinaus uns sonst verbunden hätte wie S2V2 auch gemeint sein hätte können.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  4. #4
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    Hallo kaspar praetorius,
    es ist immer wieder erstaunlich, welche Kunstwerke aus profanen Dingen gezaubert werden können, welche Assoziationen damit geweckt werden können. Dali griff dazu mal zur Büchse und zu Sprengstoff - Marc Jung hält der Sprühdose aus seiner Zeit als Undergroundkünstler die Treue, verbindet sie mit traditionellen Malstilen und erschafft beachtliche Kunstwerke. Seiner Ausstellung gab er übrigens das Thema "Das war die Zukunft". Was ich damit sagen will, die Profanität der Dosenvision war gewollt.
    Vielen Dank für Deinen grammatikalischen Fingerzeig. Der Fehler ist mir unterlaufen als ich die Zeile änderte.

    Zitat Zitat von Terrorist
    Aber gerade wenn es nur zum Betrachten ohne Feedbackfunktion geschaffen wird geht etwas verloren das über den Inhalt hinaus uns sonst verbunden hätte wie S2V2 auch gemeint sein hätte können.
    Worauf bezieht sich das es?

    LG
    Eremit
    Hinweis: Lyrik im Foyer 2018 in Frankfurt (Oder)

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  5. #5
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    Auf den kontextlosen Inhalt jeder Art von Kunst.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  6. #6
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    Hallo Terrorist,

    Ob ein Blutrausch normaler einzuordnen sei als die berauschende Wirkung einer Bilderausstellung, mag ich nicht beurteilen – käm wohl auf die Perspektive an. Die Bilder, die zu diesem Text führten waren alles andere als kontextlos, zumal in ihnen teilweise sehr konkrete Symbole stellvertretend für die verlorenen Illusionen eingearbeitet wurden. Diese Konkretheit habe ich gerade im Interesse einer Zeit- und Grenzenlosigkeit nicht in den Text einfließen lassen. Es gibt schließlich ein paar Unterschiede in der Antizipation eines Gedankens aus einem Bild oder aus einem lyrischen Text. In einem Bild können die Symbole einer aufgehenden Sonne oder eines glühenden Sternes durch die Art und Weise ihrer Einarbeitung in das Gesamtwerk stellvertretend für alle vergangenen Illusionen wirken. Ihre wörtlichen Benennungen in einem Text führen aber stets gnadenlos und ausschließlich auf konkrete Zeitbezüge, der Gedanke einer Gesamtheit aller erfolglosen Gesellschaftsentwürfe in der Vergangenheit wird eher verdrängt.
    Daher wählte ich für meinen Text die aus dem Bild gewonnene Interpretation des Autoren/Bildbetrachters. Dem Leser sei es unbenommen erlaubt, in seinem Kopf die o.g. konkreten Symbole aus der Vergangenheit wieder als Bilder entstehen zulassen im Kontext verlorener Illusionen, quasi als Reflexion der Reflexion. Vielleicht ist das Original in dieser Reflexion wieder erkennbar, vielleicht verwischen in ihr die Konturen, vielleicht lässt sie aber auch neue Perspektiven zu. Das ist eigentlich immer spannend, wenn sich Kunst mit Kunst verlinkt.

    LG Eremit
    Hinweis: Lyrik im Foyer 2018 in Frankfurt (Oder)

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