1. #1
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    Shoah (Rassendenken)

    Ein Lied von dem Fehlen der Freiheit,
    vom Hassresultat einer Bleizeit.
    Die vielen Gesichter
    erhellt heut kein Richter
    und auch kein verspätetes Beileid.

    Es gab niemals Worte, die zeigen:
    Wie sinnlos und kalt war dies' Leiden?
    Was denkt ein Berg Leichen
    zu kleinlauten Beichten?
    Begrabt alle Worte im Schweigen!

    So hilflos im Wahnsinn gefangen,
    zu dem sie mit Stolz und froh sangen.
    Auch heut' noch erschreck' ich:
    Sprecht, was ein Versteck ist
    Der Mensch für sein dunkles Verlangen?

    Und oft stell' ich fest: In den Gassen
    hat manche der Hass nicht verlassen.
    Ich blas' in die Backen,
    ich spür' es im Nacken
    und kann diesen Zeitgeist nicht fassen.
    „Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick.“
    - Dostojewski

  2. #2
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    Im Kontakt mit Klesmermusik und jiddischen Liedern konnte ich etwas nachempfinden, wie sehr dieses Volk Leid mit Hoffnung und Niedertracht mit Stolz quittiert. Ich finde, auch das Gedicht zeigt das eindrücklich. Mir gefällt denn auch diese Zeile mit dem Hebungsprall (S3Z2) besonders gut. LG gugol
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

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