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  1. #16
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    liebe albaa,

    zum ersten Teil:

    obwohl sich kaspar sehr oft an Diskussionen zur Form beteiligt, hat er im Forum, so weit ich mich erinnere, mehrfach betont, dass er während des Schreibprozesses nur von Vers zu Vers agiert. Dass er von keiner festen Form ausgeht, sich seine Formen oft erst während des Schreibens intuitiv entwickeln. Von Inhalt, Lust und Laune geprägt. Für mich ist Kaspar ein vorrangig intuitiv Schreibender. Einer, der sich nur gelegentlich sehr intensiv mit seinem Handwerk beschäftigt. Einer, der nun mit wehendem weißen Haar... na, du weißt schon.

    Solche Autoren begegnen mir oft unter den Komponisten. Sie studieren eine Form, probieren sie gern bei jeder Gelegenheit, verlieren dann die Lust daran und schauen sich nach der nächsten Form um. Wenn man sie später interviewt, bringen sie 10 Formen durcheinander, weil sie gerade intensiv bei der elften sind. Gern sagen sie: "Das ist mir jetzt zu theoretisch...!" ..........

    Sie studieren die Formen, weil sie davon angeregt werden. Da sie als Schnellschreiber eine Form rasch ausbeuten, langweilen sie sich auch rasch. Deshalb üben sie zur beherrschten Form gleich auch noch die machbaren Verstöße. Danach wechseln sie endgültig zur nächsten Form.

    Sie sind keine theoretisch interessierten Form-Experten wie unsere Claudi oder der ferdi. Auch keine treue Formenliebhaber wie uns Walter, Bunnenlänner oder der VC. Sie sind switcher zwischen den Fronten. Gerade weil sie viele Formen ausprobieren, erkennen sie deren Stärken... und Grenzen.
    Irgendwo im Grunde ihres Herzens verachten sie vermutlich alle engagierten Theoretiker und Theorien. Vielleicht sogar Gott und die Welt. Beste Voraussetzung für nie ausgehenden Stoff.

    Such dir dir deinen Platz in einer solchen Denkweise. Wie ich den meinen.

    Zum Nachtrag:

    Für mich sind die metrischen Versfüße kleinste Bausteine des Rhythmus, des zeitlichen Ablaufes der Worte. Das Metronom ist nur ein Hilfsmittel des Vortrages. Es bestimmt vor allem das Vortragstempo.

    Was Gedicht vom Lied unterscheidet, ist der "Vers". Im Gedicht der kleinste Behältnis für zusammenhängende metrische Einheiten. In der Musik ist das kleinste entsprechende Element der "Takt". Ein Vers zieht sich meistens über 2-3 Takte. Deshalb macht es wohl Sinn, im Liedtext nicht von einzelnen Versen, sondern eben von "Zeilen" zu sprechen... Obwohl jeder Liedtext identisch aussieht wie ein Gedicht.

    Das mit dem "Leiern" ist lediglich eine spezielle Gefahr des Gedichtes. Das Lied hingegen kann einen "leiernden" Text wunderbar vertragen, weil Melodieführung, Arrangement der Instrumente sowie deren Soundgestaltung verbale Monotonie in musikalischen Hochgenuß verwandeln können! Das Lied bietet eine ideale Möglichkeit, unbegrenzte Metaebenen zur Textform zu kreieren. Weshalb Nulltexte wie " Barbara Ann" oder "Ma Baby Balla Balla" die Popularität jedes Gedichtes mühelos übertreffen.

    Andererseits bietet die ledendige Wirkung von Liedern den Dichter einen wunderbaren Anreiz und Anschauungsunterricht, das eigene Genre weiter zu entwickeln. Ginge man allerdings davon aus, dass nur das Wort die Musik machte, wären die besten Lyriker natürlich jedem Textdichter nach meiner Erfahrung um Längen überlegen!! - Jetzt hoffe ich ebenfalls, nicht zu betriebsblind geantwortet zu haben.

    lg
    Geändert von Artname (10.12.2017 um 18:19 Uhr)
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  2. #17
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    Gott sei Dank erreiche ich ohne Verzug die Schwelle,
    XxX xXxx // XxxX xXx
    Gott sei Dank! Ohne Verzug erreich ich die Schwelle
    XxX XxxX-xXxxXx

    nach der ersten Nebenzäsur kann man ja mal betont starten, nach der ersten bis dritten Silbe eine Möglichkeit..
    Aber ich will hier nichts verschlimmbessern..

    euer
    bunnenlänners

  3. #18
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    euer bunnenlänners
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  4. #19
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    Hallo Kaspar,
    na siehste, dich muss man antreiben damit es gut wird
    so wie es jetzt nach deiner änderung hier zu lesen ist, finde ich es gelungen.
    was noch besser ist, du bekamst jede menge zusätzliche leser und zuspruch.
    fiese kritik ist offensichtlich eine riesige hilfe

    lg vom GE-wicht
    "Ich möchte wissen, was da draussen ist." -Stephen Hawking-

  5. #20
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    hallo zusammen
    ich habe schon mal oben ein, zwei weitere änderungen vorgenommen aufgrund von einwänden albaas.
    im weiteren hatte ich aber meine liebe mühe mit albaas lesen von cäsuren.
    deshlab hier mal kurz, wie ich die cäsuren sehe (im nach albaas einwänden korrigeirten text):

    Links und rechts / und vorne und hinten / begrenzen die Kämme
    steinerner Gockel die Sicht, // ihr dunkles Auge verfolgt mich,
    drohend stehen sie / rings im Kreise, / plustern die Federn
    auf zum schwarzen, düsteren Wald, // die Nadeln pieksen.

    Würden darüber, dahinter // die Sterne, der Mond nicht lachen,
    wäre es mir, / als wanderte ich / auf Brettern der Oper,
    während die Liebenden / noch im Tode / die traurigen Weisen
    schaurigschöner Musik // den röchelnden Kehlen enträngen.

    Gott sei Dank / erreiche ich ohne Verzug / die Schwelle,
    welche die frostige Herbstnacht trennt // von der wärmenden Stube.
    Bald schon knistert im Ofen ein Feuer, // nachdem das verlassne,
    einmal geweckt, // begehrlich die glimmenden Scheiter erfasst hat.


    hallo gewicht
    freut mich, dass du den bisherigen änderungen was abgewinnen konntest. danke fürs feedback.

    hallo albaa
    die bilder sollte ich nicht erklären müssen, sonst ist der text mehr als fragwürdig.

    kaspar

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