Thema: Guad Nåcht!

  1. #1
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    Guad Nåcht!

    draußn blitzts und donnerts
    d’Nåcht schleicht auf leisse Soin dahea
    s’rengt, wia aus Kübln gegossn
    wenn’s so weida geht, is da Himmi leer

    koa Mensch is mea auf da Straßn
    und üwaoi gengand Liachta o
    da Wind pfeift a narrisches Liadl
    und i sitz no im Stoi aufm Stroh

    wenns zlång gehd, leg i mi nida
    und deck mi midm Rross seine Deckn zua
    zwoa Katzerl spüin im Heu fanga
    i wünsch dia aa a guade Ruah
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  2. #2
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    Hoi Liara, ja das hört sich fein an! Wer so einen Dialekt spricht, könnte glatt auch auf der anderen Seite des Bodensees mitreden.
    Das Gedicht vermittelt den Eindruck, als sei da jemand angekommen, ganz egal, wie es um ihn/sie herum aussieht.
    E liebe Gruess, Karin

  3. #3
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    Liebe Liara,

    das ist schön! Und es vorgelesen bekommen, während man mitlesen kann, ein wirklicher Genuss. Ich frage mich, ob ich den natürlichen Fall der etwas unregelmäßigen Sprachmelodie auch zu würdigen gewusst hätte, wenn ich lediglich hätte lesen können.

    Nur eine Kleinigkeit: Am Ende von S1Z4 hätte ich mir die Betonung auf dem Reimwort „leer“ gewünscht.

    Das höchste Kompliment, das man einem Gute-Nacht-Gedicht machen kann: Es wird auch bei Kindern funktionieren, denke ich

    Michael
    .................................................................................................... ...............................................................
    Am Do., 28.3., ist bei "poetry trifft Poesie" die Slammerin Elena Nern mein Gast, U20-NRW-Meisterin im Poetry-Slam 2018
    Köln, Zum Goldenen Bock, 19.30 Uhr.

  4. #4
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    Hey, nochmal, liebe Gugol,

    mitreden kann ich nun nicht, jenseits des Bodensees, aber ich verstehe euren Dialekt ein bisschen. Und ich mag ihn total gerne. Danke für deinen Kommetar und dein Gefallen.

    Lieber Michael,

    welch ein Lob, Dankeschön! Und das trotz meinem Freestyle. ich habe für mich versucht auf leer zu betonen, aber irgendwie klingt das bei mir komiosch und gekünstelt.

    Liebe Grüße euch beiden
    und ein schönes, ruhiges Wochenende
    Liara

  5. #5
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    Liebe Liara,
    wie versprochn, übasetz ick ma:

    Jute Nach
    Draußn blitztet un donnats
    die Nacht schleicht uff leisn Sohln dahin
    es rejnet wie aus Kübeln jejossen
    wenn's so weita jeet, is der Hümmel lea.

    Keen Mensch is meer uff de Straßn
    un übaall jehn Lichta an
    der Wint feift een narrischet Liedchen
    un ick sitz noch im Stall uffm Stroh.

    Wennet zu lang jeet ,leg ick ma nieda
    un deck ma mitm Ross sene Deckn zu
    zwee Katzn spieln im Heu fangn
    ick wünsch dia ooch eene jute Ruh'.

    Na ja!
    Winsch da jute Träume!

    Cara

  6. #6
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    Hallo Liara

    ich versuche als Randberlinerin (Berliner Kodderschnauze) mal die Übersetzung ins Hochdeutsche :

    Draußen blitzt und donnert es,
    die Nacht schleicht auf leisen Sohlen daher.
    Es regnet, wie aus Kübeln gegossen.
    Wenn es so weitergeht, ist der Himmel leer.

    Kein Mensch ist mehr auf der Straße
    und üwaoi gengand Liachta (irgendetwas mit Lichter …)
    Der Wind pfeift ein narrisches Lied
    und ich sitze im Stall auf dem Stroh.

    Wenn es mir reicht, leg ich mich nieder
    und deck mich mit der Pferdedecke zu.
    Zwei Katzen spielen im Heu fangen.
    Ich wünsche Dir auch eine gute Ruh‘.

    Bin gespannt auf Dein Urteil.

    Liebe Grüße
    Dabschi
    Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.
    (Dietrich Bonhoeffer)

  7. #7
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    Liebe Cara,

    was für eine coole Idee, deine zünftige Berliner Version hat wieder einen komplett anderen Flair wie in bayrischem Wohlfühlsingsang. Da kann man sich so gar nicht vorstellen, wie die Nacht so leise daherschleicht, eher kommt se angetrappst. Ich find's schön. Danke dir.

    Liebe Grüße
    Liara



    Hallo Dabschi,

    fast:

    Draußen blitzt und donnert es,
    die Nacht schleicht auf leisen Sohlen daher.
    Es regnet, wie aus Kübeln gegossen.
    Wenn es so weitergeht, ist der Himmel leer.

    Kein Mensch ist mehr auf der Straße
    und üwaoi gengand Liachta (o) (irgendetwas mit Lichter …) ----- und überall gehen die Lichter an
    Der Wind pfeift ein narrisches Lied ------ ein närrisches Liedchen
    und ich sitze im Stall auf dem Stroh. ------ und ich sitze noch .....

    Wenn es mir reicht, leg ich mich nieder ------- Wenn es zu lange geht, leg ....
    und deck mich mit der Pferdedecke zu.
    Zwei Katzen spielen im Heu fangen. -------- Zwei Kätzchen ....
    Ich wünsche Dir auch eine gute Ruh‘.


    Vielen Dank für deine Mühe. Nun dürfte es ja keine Verständnisprobleme mehr geben.

    Viele Grüße
    Liara

  8. #8
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    Liebe Liara,
    der Berliner Dialekt ist ja eigentlich ein "Jargon" (eine nachlässige Umgangssprache) und wird eher im "einfachen Milieu" gesprochen.
    Aber privat verwende ich ihn zu gerne . Ich finde die Ausdrucksweise so schön schnoddrig und lässig!

    LG, Cara
    Geändert von Cara 1963 (07.11.2017 um 18:20 Uhr)

  9. #9
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    hey cara,

    bei gelegenheit sollten wir deinen schnoddrigen berliner dialekt ebenfalls auf mp3 nehmen und mit in den anhang hochladen. es wäre bestimmt komplett interessant, wie die verschiedenen hörversionen wirken. könnte ich mir spannend vorstellen.

    liebe grüße
    liara

  10. #10
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    Hallo liebe Liara,

    je mehr es auf Weihnachten zugeht, desto besser gefällt mir Dein Gedicht!
    Sehr naturverbunden und authentisch, mit einem Hauch Melancholie,
    aber auch einer inneren, meditativen Ruhe.
    Ebenfalls sehr professionell gelesen, Kompliment!

    Liebe Grüße von Georg
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  11. #11
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    hallo georg,

    da habe ich doch glatt deinen kommentar übersehen. entschuldige bitte.

    danke für dein doppeltes lob, ganz besonders für's lesen. das sind meine allerersten versuche.

    freut mich sehr. liebe grüße
    liara

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