Thema: Schatten

  1. #1
    Registriert seit
    Nov 2017
    Ort
    Stockholm
    Beiträge
    58

    Schatten

    Ein Schatten bin ich, abgewandt dem Licht,
    ein letzter Seufzer vor dem Sterben;
    ein nie vollendetes Gedicht,
    ein Tongefäß in tausend Scherben.

    Ein Schatten bin ich, ohne Fleisch und Blut,
    versteinert in Erinnerungen;
    verwelkter Glanz, verloschne Glut;
    Musik, für alle Zeit verklungen.

    Ein Schatten bin ich, abgewandt dem Licht,
    das Tor der Hoffnung zugeschlagen.
    Was trägt? Was bleibt? Was hat Gewicht?
    Nur Fragen, Fragen, Fragen, Fragen …

    Silesio
    Einst viele Reisen in die Weiten der Welt,
    nun häufiger auf der Reise in die Tiefen des Ich

  2. #2
    Registriert seit
    Apr 2017
    Beiträge
    104
    hallo silesio

    dein gedicht habe ich gerne gelesen. es klingt nur etwas schwermütig.
    in ihm gibt es wenig hoffnung. es beschreibt einen menschen der öfter in die dunkelheit eintaucht.
    die letzten zwei zeilen können nur wir selbst uns beantworten.

    l.g margot
    Geändert von Margot (03.12.2017 um 23:04 Uhr)

  3. #3
    Registriert seit
    Nov 2017
    Ort
    Stockholm
    Beiträge
    58
    Hallo Margot, die drei Verse habe ich in einer verzweifelten Situation geschrieben oder genauer, ein paar Tage später, als ich das das Schlimmste überstanden hatte. Als ich mitten drin sass, war ich überhaupt nicht fähig, einen Gedanken zu formulieren und zu Papier zu bringen.
    Aber wenn ich wieder schreiben kann, bedeutet das gleichzeitig zweierlei: 1) Ich krabbele wieder nach oben und 2) habe ich zugleich Mittel gefunden, was mir neue Kraft verleiht. Schreiben als Medizin
    Silesio
    Einst viele Reisen in die Weiten der Welt,
    nun häufiger auf der Reise in die Tiefen des Ich

  4. #4
    Registriert seit
    Jan 2017
    Beiträge
    476
    Hallo silesio!

    So düster wie es auf den ersten Blick aussieht, finde ich dein Gedicht gar nicht. Immerhin werden noch Fragen gestellt und - wie du ja schreibst - hast du das Schreiben als Medizin entdeckt. Also alles halb so wild

    Liest sich aber trotzdem gut!

    LG
    k

  5. #5
    Registriert seit
    Nov 2017
    Ort
    Stockholm
    Beiträge
    58
    Hallo Klaatu, du liest heraus, dass die Situation wohl gar nicht so düster war. In gewisser Weise hast du natürlich recht. Denn wer ganz, ganz unten ist, so tief. dass er nicht tiefen fallen kann, wird in dieser Situation kaum die Entschlusskraft haben, irgendetwas über seine Misere zu schreiben.
    Und er wird kaum fähig sein, Worte, geschweige sinvolle, geweige denn gar gereimte Worte zu formulieren. Dazu braucht auf leden Fall erst einmal einen zeitlichen Abstand
    So ist meine Beobachtung auf jeden Fall: Wer total hoffnungslos und verzweifelt ist, kann nicht schreiben
    Silsesio
    Einst viele Reisen in die Weiten der Welt,
    nun häufiger auf der Reise in die Tiefen des Ich

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Schatten
    Von HeadlessKnight im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 06.07.2006, 20:09
  2. Schatten Ich
    Von Ryuko im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 03.07.2006, 18:35
  3. Schatten
    Von no-hope im Forum Trauer und Düsteres
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 12.05.2006, 15:02
  4. Schatten
    Von Hans Werner im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 03.08.2004, 13:14

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden