Dünnschneedecke

©Hans Hartmut Karg
2017

Erstmals hat es geschneit im Jahr,
Hat es in dieser kalten Nacht
Zum Winter hin so wunderbar
Den Schnee gebracht mit Macht.

Alles ist weiß, so hell und klar,
Dunkles ist überlistet
Mit einem Tuch, das sonderbar
Das Sein bei uns nun fristet.

Der Schmutz ist endlich zugedeckt,
Die vielen Autos fahren leiser,
Wenn Flocke sich auf Flocke legt –
Und Raser werden weiser!

Man rutscht nun langsamer, als üblich,
Obwohl der Schnee nicht liegen bleibt.
Für jenen ist das nicht betrüblich,
Der sich der Raserei verschreibt.

Ist dann der weiße Traum verschwunden,
Weil noch zu warm die späten Tage,
Zieht mancher wieder laut die Runden
Und wird für Nachbaren zur Plage.

Die warten auf den neuen Schnee,
Schließen die Fenster und die Türen,
Sagen dem Ruhewunsch adé –
Leben so mit Alltagsallüren.

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