Umfrageergebnis anzeigen: Welche Gedichte gefallen dir am besten?

Teilnehmer
20. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
Multiple-Choice-Umfrage.
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  1. #1
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    Abstimmung Wettbewerb November/Dezember 2017

    Hallo zusammen,

    auch dieses Mal haben sich wieder einige schöne Gedichte zum Thema

    verloren

    , das ihr ausgewählt hattet, in unserem Postfach eingefunden. Ganze 16 Gedichte konnten wir vorfinden! Das bedeutet, dass jeder User dieses Mal 3 Stimmen zur Verfügung hat, die er in den nächsten 14 Tagen, also bis zum 15.12. 23:59, für seine bis zu 2 liebsten Gedichte verwenden darf, mit Ausnahme seines eigenen Gedichts, sollte er selbst eines eingereicht haben. Alle anderen haben die komplett freie Auswahl. Bitte vergesst nicht, dass ihr die Stimmen alle auf einmal abgeben müsst, da es anders technisch nicht möglich ist.
    Beachtet auch, dass durch die Anzahl der Gedichte leider zwei auf die zweite Seite gerutscht sind! Bitte vergesst diese bei eurer Bewertung nicht.

    Denkt daran, dass ein Wettbewerb zwar von den Gedichten lebt, aber auch nicht ohne Stimmen leben kann. Also stimmt ab, so gut und so viel ihr könnt, um einen gerechten Sieger zu ermitteln!

    Viel Spaß beim Lesen und Abstimmen!

    wünscht euch
    Eure Wettbewerbsleitung
    Geändert von WBL (01.12.2017 um 23:54 Uhr)
    Das Thema des aktuellen Wettbewerbs findest du hier, findest du hier.

    Bitte beachtet die Richtlinien der Wettbewerbe.

    Ihr findet einen Kommentar gut? Dann schlagt ihn doch einfach zur Kritik des Monats vor!

  2. #2
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    Schilfkind

    Es ist kein Schilf, türmt sich wie Stroh auf dunklem Wasser. Darauf Menschen. Licht vom Rand der Welt streut Rost auf Farben.
    Ein Untier, ein Riesenwurm, kraftvoll, mächtig. Sein goldener Körper windet sich; der Kopf spitz, der Rachen zangenförmig, aufgerissen, im Inneren giftgrün. Er ist nicht unbesiegbar, wurde Beute, gefangen, gebändigt von zwei Kämpfern. Er wurde angelockt.
    Über allem und übergroß ein feistes Kind. In seiner Faust der Köder: ein bleicher Lurch, am Schwanze baumelnd. Gekleidet wie ein Säugling, trotzdem nicht Mensch, nicht Teil der Gruppe. Es weiß um seine Macht, es herrscht, es spielt. Erbarmungslos das Lächeln; unverhohlen die Lust an Grausamkeit, die Gier.
    Sein Blick gerichtet.
    Da ist noch etwas anderes im Wasser. Etwas, das nicht auftaucht. Etwas, das gegen uns ist. Die Haltung einer Frau zeigt ihr Ensetzen. Die Haltung eines Mannes zeugt von Gewissheit.
    Ich ahne, dass wir verloren sind.
    Schwadenfein steigt Schwärze auf vom Horizont und füllt den Himmel.

    Prosagedicht nach einem Bild von Neo Rauch

  3. #3
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    Uferlos

    Gefunden und doch verloren:

    Aufwachen in weißen
    Gängen mit Neonlicht,
    in flachen Schuhen gehen
    weißgekleidete Frauen
    ohne ein Gesicht,
    ohne zu verstehen,
    begleiten sie dich.

    Du kannst nicht!-
    ja, niemandem trauen
    die Lichter gleißen
    wenn sie nach dir schauen.
    Wo ist hier noch "Ich"?
    Wo (be)-finde ich mich?

    Es gibt nichts zu fühlen
    alles ist leer
    zerbrochener Wille,
    Schwarzwellen spülen
    dich ins nirgendmehr
    der schreienden Stille...

  4. #4
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    FUNDBÜRO im ALL

    Verloren hab ich viel in diesen Zeiten
    und in den letzten, vorher, auch.
    Wo liegt's? Wo fliegt's? In welchen Breiten?
    Das warme schwarze All trägt's noch im Bauch.

    Trägt Schlüssel, Geldstücke, manch' Souvenir,
    den blauen Jeansrock, und ein Lieblingsbuch.
    Hat auch geschluckt Gedanken (sicher mehr als vier),
    Kettenanhänger und mein schönstes Tuch.

    Wo ist dies alles, wo ist dieser Tand ?
    Wo fliegt er rum, wo kam er hin?
    Ob eine Marsschulklasse meine Bücher fand?
    Schwitzt nun mit grünen Ohren über deren Sinn?

    Verloren hab ich viel in diesen Zeiten!
    Und in den letzten, vorher, auch!
    Ein Trauertuch könnt' ich darüber breiten
    über den sternbesäten Universumsbauch.

    Er schluckte allzu gierig manche Liebe,
    er fraß den Ehrgeiz, stahl den Traum.
    Frage ich ihn, ob denn Hoffnung bliebe,
    schickt er am Weltenmeer mir eine Woge Schaum.
    Das Thema des aktuellen Wettbewerbs findest du hier, findest du hier.

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  5. #5
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    Seelenheil

    Bin ich denn schon verloren,
    nur weil ich so geboren?
    Kann etwas meine Sünde sein,
    das ich nicht selbst erkoren
    hab, sondern bloß ererbt?
    Fuhr's dennoch in die Seele ein
    und hat sie schwarz gefärbt
    und wie Papier verderbt?

    War ich ungeboren
    wirklich schon verdorben,
    bin noch nicht gestorben
    ich bereits verloren?

  6. #6
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    Ohne Wert

    Die Zeit wird uns begrenzen.
    Das Ticken schmerzt im Gehör.

    Wieder ein Tag um.
    Wo ist der Sinn?
    Ablaufdatum.

    Ich schaue umher.
    Verlorene Existenzen.

  7. #7
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    Irgendwo

    In den Ohren noch das Dröhnen,
    steht mit staubbedeckten Haaren
    im Gewirr ein Mädchen – stumm -
    und blickt sich apathisch um.
    Dort, wo einmal Häuser waren,
    dringt aus Trümmern leises Stöhnen.

    Wie in Trance drückt es die Puppe,
    links das Bein ist abgerissen,
    sie ist alles, was ihm blieb,
    niemand sonst hat es mehr lieb,
    niemand sonst wird es vermissen.
    Vorwärts stürmt die Einsatztruppe.

    In den Krieg hineingeboren,
    mitten in das Kampfgeschehen,
    hat es Leid und Tod erlebt;
    und obwohl die Erde bebt,
    fängt es an, sich sacht zu drehen,
    leise summend, traumverloren.

  8. #8
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    Blind verfallen? Blinder fallen!

    Mein bisheriges ganzes Leben,
    da wollte ich es euch vergeben.
    Die Taten anderer verstehen,
    erneut an mir zugrunde gehen.

    An mir? An euch? An wem auch immer...
    Es wird doch täglich immer schlimmer.


    Die Einsamkeit erfüllt mich gänzlich.
    Die Dreisamkeit verrückt, verständlich.
    Zwei Männer folgend der Anziehung.
    Zu dritt verliebt in der Beziehung.

    Dir ganz blind folgend? Blind vor Liebe?
    Die Wahre Liebe? Wahrlich Triebe?

  9. #9
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    Doublette

    “Es gibt für mich nur dich, oh liebste Henriette!”
    Sie, hingerissen, schenkt ihm eine Muschelkette.
    Doch geht’s im Bett zur Sache, öffnet kurz vorm Schuss
    sich jedes Mal der blöde Klickverschluss.

    Am nächsten Tag mit einer andern Henriette
    verliert er diese Kette wohl in deren Bette.
    Zurück bei seiner Henriette ‘number one’,
    wirft die ihm vor: "Du bist ja ein Don Juan!"

    In ihrer Aufgebrachtheit klebt ihm Henriette
    erst eine links, dann eine rechts, und beides fette.
    Und ihm wird klar: Von seinen Alibis zieht keins
    so ohne Kette von der Nummer eins.

  10. #10
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    Seifenblasenkind

    Verflogen die Hitze der Sommergefechte
    das Süße ist leise doch schmerzlich gegangen.
    Mit ihnen auch alle die schlaflosen Nächte.
    Ich habe die steilsten Gebirge bezwungen,
    von lichtscheuen Tälern das Schweigen verzehrt.
    Der Fron war meist spärlich und legt keine Schatten
    und Schrammen fungierten als Filter des Weges.
    Doch meine Fiktionen sie bauten die Wälle.



    So kochend die Fieber, so kalt das Erwachen.
    Zerschunden die Seele im Spiele der Launen.
    Geflüchtet ins stille doch plaudernde Grün.
    Das Flüstern der raunenden Wälder getrunken.
    Konzerte der feurigen Donner gelauscht.
    In Sonnenreflexen aus Pfützen gewaschen.
    Und Beeren genossen, mal Rot und mal Blau.
    Gelehrt von dem Leben, vom Geben der Welt.



    Die Wege sie zeichneten Spuren ins Herz,
    sie hielten den Sommer hinein bis zum Herbst.
    Nun sind sie versandet mit ihnen das Mehr.
    Das Meer nach Verlangen nach Glaube und Sinn.
    Doch Alles ist zeitlos und geht wie das Jahr,
    kommt wieder im Frühling so frisch und so bunt.
    Das Leben wird schneller wird lauter und fliegt,
    besiegt unsre Schwermut, gibt Hoffnung gibt Sicht.

  11. #11
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    Wünschelholz

    Sie stützte auf zwei Hände sanft
    die süßen Hamsterwangen.
    Sie schien wie eine Zauberfee
    in Marmorstein gefangen.
    *
    Sie hatte in ein Wünschelholz
    ein „Nimm mich mit!“ geschrieben.
    Vom diesem Holzstück war ihr nur
    ein Buntspechtnest geblieben.
    *
    Die Vögel hatten ihren Wunsch
    voll Eifer ausgeschlagen.
    Sie flogen für zwei Küken nun,
    Gewürm herbeizutragen.
    *
    Doch wie das Pärchen sich begann
    sein Heim ins Holz zu bohren,
    da schien auch meine Zauberfee
    im tiefsten Glück verloren.
    *

  12. #12
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    Die weiße Feder

    Unter grellem Neonlicht nur das starre Laken
    über der silbernen Bahre.

    Ich sehe eine weiße Feder fliegen
    in heller Frühlingsluft.

    Schon flirten die Stare, so gänzlich unberührt.
    Sie sahen nicht deinen Kampf,
    den Schweiß von Stunden verrinnen.

    Hart drang der Stahl, in gelblich blasse Haut.
    Du hast auf den Erfolg vertraut,
    während ich die Berge beschwor in einsamer Angst.

    Eine weiße Feder fliegt vor der Scheibe,
    sie grüßt im Fallen ein Letztes Mal,
    während die Lichter erfrieren.

    Ich sah den Blick sich verlieren im Nichts,
    nur eine Hand retuschieren, "Es tut mit leid"!

    Nicht du hast verloren, mein Schmerz verliert
    sich in Tränen, während die Steine der Berge
    das Meer zerwühlen.

    Ich sehe die weiße Feder fliegen, sie fiel auf mein wundes Herz
    und im Schwinden schenktest du mir Frieden.

  13. #13
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    Der Flüchtling

    Licht und Richtung geh’n verloren.
    Stille splittert schrill ins Nichts.
    Kreischend folgt des Flüchtlings Schritten
    Spukgestalt und Spukgesicht.

    Stockt der Atem?
    Schmerzt der Körper?
    Hetzt das Herz?
    Er weiß es nicht.

    Innen rast die Angst und außen
    Webt sie ihre Bilderwelt.
    Geist und Gottheit sind unkenntlich.
    Wünsche tauschen ihren Wert.

    Will er lieben?
    Will er dienen?
    Lockt das Grab?
    Er weiß es nicht.

    Willig fühlt der Flüchtling Sehnen
    Nach dem Untergang der Welt,
    Denn der Sturz in Ungewisse
    Hat sein tapferes Herz versucht.

  14. #14
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    sehnsuchtsvoll

    So vieles im Leben hab ich schon verloren,
    meine Schlüssel, mein Geld, meine Unschuld dazu.
    Einmal, da verlor ich sogar meinen Bruder,
    leider fand man ihn wieder und ich verlor meine Ruh.

    Doch grad eben verlor ich, den Sinn meines Lebens,
    mein Sein, die Freude, ich verlor meine Welt,
    all jenes, was mir geblieben vom Gestern,
    alles, was wichtig und gut ist und zählt.

    Und so streife ich einsam durch Gassen und Straßen,
    kein Bild meiner Speisen und keines von mir,
    ach Handy, mein Handy, ich hab dich verloren,
    und mein Herz weinet leis‘, voller Sehnsucht nach dir.

  15. #15
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    Die Schωere des Glücks


    Es macht den Anschein, als wäre diese Welt, unweigerlich, im Ungleichgewicht,
    weil die Wiesen vom Blut getränkt sind und es nicht absehbar ist, wann sich dies zum Guten wendent.
    Doch Glück und Pech sind ebenbürtig, Antimaterie und Materie halten unaufhörlich die Waage,
    wie die Klauen des Skorpions. Schau es dir an, das Firmament – aufschlussreich und sehenswürdig.

    Verspielt die Dame, doch nicht wie ein Kind, gar nicht. Perdu meine schwarze Rose, doch nur scheinbar, wie beim Marshall-Schwindel.
    Auf dem Ozean verloren, ohne Kompass und Kost. Mein Ende? Nein! Denn meine Navigation und Kraft beruht auf den Passatwinden.
    Ich bin da für meine Besten, auch wenn sie mal nicht dankbar sind, denn sonst kann es passieren, dass ich sie verliere.
    Ich weiß nämlich, wenn ich am Boden bin, legen sie ihre Hand schützend über mich, wie ein Baldachin und dann versuche ich, dankbar zu sein.

    Ich bin Mensch, darum subjektiv, aber in meinen Augen unterlag Deep Blue Kasparov,
    denn nur wer aufrichtig ist, verdient einen Tropfen Glück und Erfolg – Masel tov!
    Erster, doch nicht gewonnen, einfach vergessen, wie Leif Eriksson – niederschmetternd?
    Nein! Denn er trug den König in sich, wie Richard Bachmann und schaffte es so auf das Siegertreppchen.

    Wenn du dich auch verloren fühlst, denk' daran, mein fremder Kumpel, mein Freund, auch mal die Perspektive zu wechseln.
    Ob ein weißer Rabe in der Eiswüste oder ein Buntspecht im Herbstwald, beides bleibt verborgen, doch nichts geht verloren.
    Die Betrachtung ändert nichts, doch sie bringt Erleichterung, doch auch mal Zweifel sind erlaubt, selbst Jesus dachte, es wäre seine einsame
    Sandspur am Strand, doch Gott hat ihn getragen, wie uns alle. Glücklich sein ist ganz einfach. Es entspricht ca. der Aufgabe UY Scuti mit einem
    Wassermolekül zu erlöschen, wir machen das schon. Ja, die Schere des Glücks stößt auf so manchen Widerstand.
    Geändert von WBL (02.12.2017 um 00:21 Uhr)

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