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  1. #31
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    Ok. deshalb fragte ich ja. Befreundete Lehrer erzählen mir, dass sie in ihren Schulen einer völlig neuen Gewalt durch Schüler gegenüberstehen. Gewalt der Schüler unter einander. Gewalt gegen Lehrer. In manchen Klassen ist der Anteil neuer ausländischer Schüler extrem hoch. Und der Krankenstand der Lehrer ebenfalls. Die mir das erzählten, haben, mal vergröbert gesagt, eher eine linksliberale Weltsicht. Die Situation wächst ihnen momentan über den Kopf. Es gibt zahlreiche Schreiben an übergeordnete Institutionen, deren Antworten bis jetzt nicht das ersehnte Licht am Ende des Tunnels bringen. Eher den Krankenstand erhöhen.

    Das alles paßt nicht in mein Weltbild, Stimmt mich sehr traurig. Aber wenn ich derartige, glaubenswürdige Erfahrungsberichte schweigend übergehen würden, käme ich mir vor wie ein Journalist der "Aktuellen Kamera". Schweigen im Sinne der gemeinsamen Sache. Es brachte nix. - Verstehst du mich jetzt besser?
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  2. #32
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    Hallo Artname.
    über die Zunahme von Gewalt an den Schulen gab es schon Mitte der siebziger Jahre viee Klagen. Was bis in die fünfziger Jahre allein den Lehrer vorbehalten war - regelrechte Prügelorgien der Lehrer, die auch noch von vielen Eltern unterstützt wurden ("hauen Sie dem Bengel ordentlich was um die Ohren"), wird heute von den Schülern weiter betrieben. Mit Gewalt glauben die Streithammel heute, Probleme lösen zu können. Wenn ich mir diverse Videospiele und -filme anschaue - da wird ihnen gezeigt, wie es geht. Die armen Lehrer und Lehrerinnen: Erstens haben sie sich den Beruf selbst gewählt, sechs, sieben, wenn es hoch kommt, acht Semester - und schon geht es ans Geldverdienen. Tun sich gar zwei zusammen, bringen sie gemeinsam ein hübsches Sümmchen nach Hause. Während meiner Schulzeit (nee, keine Bange - nicht alles war früher besser) hat einer unserer Lehrer einmal für eine Woche wegen Krankheit gefehlt (burnout gab es nicht). Der Ersatzlehrer war ausgerechnet ein Herr Otto - eines der Mörder von Ernst Thälmann in Buchenwald. Bei ihm herrschte Zucht und Ordnung, die beiden Webfehler - die Mittäterschaft an der Ermordung Thälmanns und die Tatsache, dass er von der Mädchenschule an unsere strafversetzt war - haben ihn nicht geschadet.
    Will sagen: Zu allen Zeiten gab es Probleme an den Schulen und wenn Du die Bemerkungen Aristoteles zur Jugend (vor paar Tausend Jahren) liest, gab es auch damals (fast dieselben) Probleme. Ich habe 5 Enkel (Grundschule, Hauptschule, Gymnasium, Berufsschule - alles vertreten) und die machen ihr Ding. Es gibt offenbar zwei Seiten einer Medaille. Glaub nicht, ich sei auf einem Auge blind. Natürlich ist es schwieriger eine Klasse, die einen hohen Ausländeranteil hat, zu unterrichten als der Unterricht in einer homogenen Klasse. Aber da liegt nicht die Ursache für mehr Gewalttaten. Die Hilflosigkeit der Lehrer spricht für sich. Vielleicht haben sie den falschen Beruf ergriffen? Du denkst jetzt wahrscheinlich, ich rede wie ein Blinder von der Farbe. Nee, ich habe selbst Lehramt studiert, hatte Schulklassen mit 50% Ausländeranteil und nur eine Schülerin verloren (sie war Opfer eines Brandanschlages in Solingen, die Täter waren junge Deutsche, die Tote eine von sieben gut integrierten Türken), was ich nicht hatte, waren Autoritätsprobleme oder Gewalt innerhalb der Schüler.
    Natürlich verstehe ich Dich, auch wenn mir Dein Weltbild nicht bekannt ist. Aber ich bin es gewohnt, genauer hinzusehen und zu differenzieren.
    Ich zähle Dir "freihändig" mehrere Dutzend Ausländer/innen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis auf, die Gewalt genauso verabscheuen wie ich, die fleißig sind und ein anständiges leben, oft sogar ein vorbildliches, führen.
    Keine Bange - wir gehen nicht untert.
    Gruß,
    Festival
    Geändert von Festival (15.02.2018 um 18:24 Uhr)

  3. #33
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    Festival, danke für deine ausführliche Antwort! Ich weiß das zu schätzen.

    Trotzdem bitte ich dich, mal folgendes zu googeln: Gewalt in Berliner Schulen. Am besten auf die beiden letzten Jahre beschränkt. Ich hab das gerade getan und die Berichte meiner Freunde bestätigt gesehen. Lies in seriösen Quellen und sag, ob diese Berichte den eigenen Erfahrungen gleichen. Ich glaube es irgendwie nicht.

    Und anschließend können wir weiter reden. Ok?
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  4. #34
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    Bei fast allen Kriegen geht es um Einfluss und Macht mit welcher die Reichen die Armen ausbeuten (bestehlen). Oft werden Machthaber von Ländern bestochen, bedroht oder ausgetauscht, meist mit dem Ziel ein Land zu verschulden (abhängig zu machen). Wenn es nicht klappt, wird ein Vorwand für Gewalt (Krieg) erstellt.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #35
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    Re: Einwanderungsgesetze

    Da kann ich Hans Plonka nur beipflichten. Doch zu meinem Gedicht:
    Mein Gedicht möchte darauf hingewiesen haben, dass mit Einwanderungsgesetzen auch für Einwanderer eine Rechtssicherheit geschaffen wird, die ihnen von vornherein (auch) signalisiert, was das Einwanderungsland und/oder der Einwanderungskontinent von ihnen erwarten will/soll/kann.
    LG H. H. Karg
    Geändert von Dr. Karg (15.02.2018 um 10:47 Uhr) Grund: Textergänzung

  6. #36
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    Dr. Karg,
    gehörst Du zur Gilde der Traumtänzer? Diejenigen, die ein bestimmtes Einwanderungsgesetz fordern, wollen nicht für die potentiellen Einwanderer Rechtssicherheit schaffen, sondern skandieren glatzköpfig und in Springerstiefeln: Teutschland den Teutschen - Ausländer raus!
    Dein Feigenblatt kannst Du Dir sparen.
    Festival
    Geändert von Festival (18.02.2018 um 15:14 Uhr)

  7. #37
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    Festival,
    es geht doch hier nicht um ein Feigenblatt oder um Rechtsextremismus.
    Schau doch mal Staaten an, die Einwanderungsgesetze haben und vergleiche deren Erfahrungen mit unseren.
    LG H. H. Karg

  8. #38
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    Zitat Zitat von Artname Beitrag anzeigen
    Trotzdem bitte ich dich, mal folgendes zu googeln: Gewalt in Berliner Schulen. Am besten auf die beiden letzten Jahre beschränkt.
    Nimm die Sportvereine dazu und die Aussagen von Polizisten. Die Gewalt von heute ist den 60er und 70er Jahren nicht mehr vergleichbar. Sie beruht auf einer zunehmenden Rücksichtslosigkeit, Missachtung von Autorität sowie auf einer immer tiefer liegenden Hemmschwelle und einer Selbstüberhöhung. Gerade heute habe ich wieder einen Zeitungskommentar gelesen, in dem ein Polizist zitiert wurde, die Gewalt gehe am meisten "von jungen Männern aus, oft mit Migrationshintergrund". In manchen Ländern sind die Jungs alle Prinzen.

    Die Leute schweigen nicht mehr, die Medien auch nicht. Mit ist in letzter Zeit aufgefallen, dass bei Delikten neuerdings die Nationalität der Täter angegeben wird. Sollte sich wirklich etwas ändern in dieser Maulkorb-Republik?

  9. #39
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    Zitat Zitat von Fifthdimension Beitrag anzeigen
    ... Mit ist in letzter Zeit aufgefallen, dass bei Delikten neuerdings die Nationalität der Täter angegeben wird. Sollte sich wirklich etwas ändern in dieser Maulkorb-Republik?
    es gibt keine "maulkorbrepublik" - es gab eine selbstverpflichtung des presserats, die nationalität bei straftätern nicht zu benennen, weil ein verbrecher erstmal ein verbrecher ist und weil man den fremdenhaß nicht anheizen wollte: gute absicht, schuß ins knie. dadurch entstand das gerücht. und gegen das gerücht hilft eben nur die wahrheit und sonst nichts. daraus zu schließen, es gäbe maulkörbe, ist genauso bullshit wie diese selbstverpflichtung es war - die ist zum glück endlich aufgehoben, gibt es also nicht mehr. woraus man erkennen kann, daß man besser erst was sagt, wenn man was weiß.
    Keine Signatur ist auch eine. Die andere wurde gelöscht.

  10. #40
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    Hallo Fifthdimension,
    da bin ich aber froh, dass Du die 60er und siebziger Jahre so gut kennst! Noch nie etwas von den über 30 Morden und der Schleyer-Entführung gehört?
    "Maulkorbrepublik"? Ein jeder rede nur von dem, was er versteht! Das Recht auf freie Meinungsäußerung garantiert das Grundgesetz. Nenn mir einen Fall, in dem die Maulkorbrepublik jemanden eingesperrt und zu jahrelanger Zuchthausstrafe verurteilt hat. Ja, es gab auf deutschen Boden eine Maulkorbrepublik und ein Deutsches Reich, in dem es Maulkörbe gab. Die buchstabieren sich aber anders als "BRD" (Bundesrepublik), nämlich "Großdeutsches Reich" mit den Nazis in der Führung und DDR (mit Leuten in der Spitze, die sich Sozialisten oder Kommunisten nannten).
    Komm mir nicht mit dem Argument, ich sei auf einem Auge blind. Unser System hat Schwächen und Personen in den Führungsetagen der Politik,
    die wir selbst gewählt oder durch Wahlenthaltung in den Sattel gehoben haben. Ja, es gibt eine nicht zu tolerierende Zunahme von Gewalt und oft wird der Justiz zuviel Laschheit unterstellt. Hast Du Dir mal die Zusammensetzung eines Gerichts angeschaut? Ich meine jetzt nicht die Pillepallefälle, die vor einem Einzelrichter landen, sondern die, wo neben dem Richter auch noch zwei Schöffen sitzen, die bei der Urteilsfindung das gleiche Stimmrecht wie der Richter haben?
    Und noch einmal ja - es gibt junge Männer mit Migrationshintergrund, die durch ihre Erziehung und Einstellung gegen Gesetze verstoßen. Wieviele davon waren Mitglieder der Mörderbande, deren übriggebliebene Beate Tschäpe heute noch inhaftiert ist und auf ihr Urteil wartet?
    Also - lass mal die Kirche im Dorf und schau mal in die Kriminalstatistik.
    Festival

  11. #41
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    Liebe Dichterfreunde,
    es gibt ja Länder, die mit Einwanderungsgesetzen positive Erfahrungen sammeln konnten. Dazu zählen beispielsweise Australien und Kanada.
    Beste Grüße all meinen Verächtern!
    HHK

  12. #42
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    Zitat Zitat von Festival Beitrag anzeigen
    Hallo Fifthdimension,
    da bin ich aber froh, dass Du die 60er und siebziger Jahre so gut kennst! Noch nie etwas von den über 30 Morden und der Schleyer-Entführung gehört?
    Genauer lesen, Festival! Ich habe nicht behauptet, dass es in der damaligen Zeit keine Gewalt gab, sondern dass es eine andere Art von Gewalt war als heute. Ich spreche nämlich nicht von Gruppen mit politischen Zielen, sondern von den alltäglichen Ruppigkeiten, Rücksichlosigkeiten, gewaltsamen Übergriffen, dem Ausnützen alter Menschen, die sich nicht mehr wehren können, usw., wie es heutzutage im Alltag immer mehr um sich greift. Die Polizisten, die zunehmend darüber klagen, denken sich das nicht aus. Man könnte auch noch das Wegsehen der Leute nennen, wenn jemand auf der Straße zusammenbricht, denn so etwas tun offensichtlich nur Besoffene. Statt von Gewalt könnte ich auch von einer sozialen Verrohung sprechen.

    Und was den Rechtsstaat angeht, mag es nicht so rigiros bei uns zugehen wie in der Ex-DDR. Aber Recht gesprochen wird trotzdem nicht immer, und wenn doch, dann im Strafrecht oft mit unverständlichen Strafmaßen, die an der Gerechtigkeit zweifeln lassen.

    Mit "Maulkorb-Republik" meine ich das zunehmende Ausmerzen (au weia, das ist ja ein böses Nazi-Wort, das man nicht verwenden darf!) von Wörtern aus dem allgemeinen Sprachgebrauch. Wehe man traut sich, sie zu benutzen, schon bekommt man die Nazi-Keule auf die Rübe.

    Das ist realer Alltag in Deutschland.

  13. #43
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    Hallo Fifthdimension,
    es gab also in den 60er und siebziger Jahren eine "andere" Gewalt.
    Nun ist es ja shwierig mit solchen diffusen Begriffen etwas anzufangen. Was für den einen Gewalt ist, ist für den anderen vielleicht Nötigung.
    Also müssen wir uns schon verständigen, welche Art von Gewalt Du meinst.
    Fangen wir mit den großen Verbrechen an:
    Morde in den 70er Jahren und, sagen wir in den Jahren zwischen 2000 und 2010 (unter Berücksichtigung, dass verfügbare Statistiken "nur" die Bundesrepublik betreffen, die Morde ab 2010 die ehemalige DDR mit einschließen)
    Totschlag
    Raub
    Brandstiftung /schwere, worauf bis zu zehn Jahren Freiheitsentzug stehen)
    Steuerbetrug ab 1 Million aufwärts
    Diebstahl ab 100.000 € aufwärts
    Schwere Körperverletzung
    Das sollte genügen, um Vergleichsdaten zu beschaffen.

    Woher weißt Du, dass im Strafrecht nicht "immer" Recht gesprochen wird? Mit "gefühlten" Unrechtsurteilen kommen wir nicht weiter.

    Zur "Maulkorb-Republik" wird Deutschland also, wenn Begriffe aus der Zeit des Nationalsozialismus "ausgemerzt" werden? Richtig ist, dass es Begriffe aus dieser Zeit gibt, die gewissermaßen mit einem Tabu belegt werden. Möchtest Du, dass die Soldaten mit dem Horst-Wessel-Lied auf den Lippen durch die Stadt marschieren? Möchtest Du, dass von den Nazis missbrauchte Begriffe, Bezeichnungen wieder salonfähig werden? Läuft es Dir nicht kalt den Rücken herunter, wenn von "Sonderbehandlung" oder "Endlösung" die Rede ist. Wahrlich: Die Wörter können nichts dafür und wenn ich meinen Kindern eine Sonderbehandlung zukommen lasse, denkt man nicht gleich an die ungeheuren Verbrechen, die dann zur Endlösung geführt haben oder führen sollten.
    Die Sprache ändert sich und die Begriffe aus der Nazi-Mottenkiste verschwinden auch so, es sei denn, man steckt bis zu den Oberschenkeln in Blut und Boden, hält die Treue zum Führer als der Ehre höchste Auszeichnung und möchte "weiter marschieren, bis alles in Scherben fällt".
    Das alles hat nichts mit Maulkorb, sondern mit geschichtlichem Bewusstsein und Anstand zu tun.
    Gruß,
    Festival

  14. #44
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    Hallo zusammen,

    kommt bitte zum Gedicht zurück oder verlagert eure Gespräche ins Wohnzimmer. Danke!
    Wenn ihr wünscht, dass Teile des Gespräches ins Wohnzimmer verschoben werden sollen, dann bitte ich um eine Mitteilung, ab wo dies der Fall sein soll, per PN! an mich, damit ich dies vornehmen kann.

    Gruß
    Nachteule
    -Moderator-

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