Thema: Stillleben

  1. #1
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    Stillleben

    Hinter mir Schneemützen.
    Vor mir ein stiller Bahnsteig:
    mein Wohnzimmer.
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  2. #2
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    Hallo, Artname,

    hm, ich komme nicht drauf! - Siehst du ein Bild in Deinem Wohnzimmer an? Aber es fühlt sich tatsächlich wie ein Stillleben an; fast ist auch das LI in dem Bild eingefroren. Finde ich gut gelungen!

    Einen lieben Gruß!
    "Für unser Denken sind wir verantwortlich, nicht aber für das, was andere über uns denken." Ernst Ferstl

  3. #3
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    ich sehe mein Wohnzimmer...

    Danke für deinen Besuch.
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

  4. #4
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    Hallo Artname,

    Dein Dreizeiler gefällt mir, jedes Wort scheint seinen berechtigten Platz im Stimmungsbild einzunehmen. Ich sehe den Moment der Ruhe, ich ahne aber auch die bevorstehende Veränderung. Der Erzähler (wenn man bei solch knappen Versen noch von Erzähler reden darf) scheint den Moment der Stille zu genießen, wenngleich das Wissen um die Funktion des Bahnsteigs die Ahnung aufkommen lässt, dass diese Ruhe nicht ewig anhält. Ich sehe das Bild eines Berufspendlers am frühen Morgen, der nach einem Marsch durch eine kalte Winterlandschaft einen Bahnsteig erreicht, der mit seiner Stille und eingetaucht in das warme Licht der Natriumlampen oder der Morgensonne ihm eine gewohnte Behaglichkeit vermittelt, die er genießt, bevor er sich vermutlich mit einem flotten Zug in ein aufgeregtes Stadtleben fahren lässt. Schön, dass dieses Bild gut als Metapher für weitere eigene Bilder dienen kann.

    LG Eremit
    Werkeverzeichnis: Die Gedichte eines Eremiten
    Neu: im rausch der graffitis, Straßenfest am Goldenen Reiter, Auf dem Olymp, traumreise

    -------------------------------------------
    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

  5. #5
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    wer spricht da? der zug!
    metaphert durchs winterland
    und pfeift auf alles

  6. #6
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    Hi Artname, verzeih mir, ich dachte an einen Penner, gern gelesen. LG, L.
    Hinter mir der Drachen
    Vor mir die teure Freundin
    Hier kommt der Zug
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

  7. #7
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    Das Wohnzimmer des Penners - wäre ich nie drauf gekommen, aber ist für mich das Einzige, was mir von all den Interpretationen die Zeilen erschliesst. Ich sehe ihn vor mir, am verlassenen Bahnhof in Leissigen am Thunersee,, hinter sich die Berner Alpen. Mit diesem Blick gern gelesen. gugol
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

  8. #8
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    Vielen Dank ihr Lieben,

    wißt ihr was mich glücklich macht? Das mein Vexierbild aufgegangen ist!!!

    Einerseits der Blick eines Menschen, für den der reale Bahnsteig vorübergehende oder permanente Heimstatt ist. Und andererseits meine Arbeitswohnung, die sofort mein permanentes unterwegs sein offenbart: die Bilder an der Wand und die permanente Unordnung, weil ich meist gleichzeitig in mehreren Projekten unterwegs bin. Gefühlt und/oder tatsächlich.

    Ich bin überzeugt, das diese Eindrücke Einige teilen können!

    lg
    Wortfüsse, wohin ich auch seh!

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