1. #1
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    Aus Vorlagen inspirierte Gedichte

    Bin Schweizer, jung geblieben und schreibe seit Kurzem „sinnfreie“ Gedichte.

    Regel für diesen Faden:

    Ich schreibe hier Gedichte, die aus Vorlagen inspiriert wurden. Die Vorlagen werden zitiert oder verlinkt.

    Als Vorlagen dienen mir Texte bzw. Gedichte, die zufällig ausgewählt werden.

    Kleine Auswahl von Gedichtsammlungen mit Zufallsgeneratoren:

    Zufallsgedicht oder Gedicht des Tages:

    Fremdverlinkung entfernt

    Die Vorlagen dienen nur zur Inspiration. Insbesondere soll es nicht als Kritik an den Originalwerken aufgefasst werden. Da Zufallsgeneratoren auch Werke von berühmten Dichter oder religiösen Grössen auswählen...

    Wie erwähnt schreibe ich sinnfreie Gedichte. Da geht es mir mehr um die Technik, um Wortspiele und weniger um inhaltlichen Anspruch. Schreibe darum auch nur hier in diesem Faden im Bereich „Minimallyrik“.

    Konstruktive Kritik ist willkommen. Vor allem zu Grammatik, Satzzeichen, Rhythmus, Versmass, Wortwahl usw. Weniger zum Inhalt an sich. In der Schweiz wird ß nicht verwendet, bitte da um Nachsicht.

    Beteiligung gemäss der erwähnten Regel ist willkommen.



    Zwei Beispiele:

    Textvorlage:

    Nur wer über die Gabe verfügt,
    sich klein machen zu können,
    wird zu wahrer Größe gelangen.

    Verfasser unbekannt

    Da habe ich mich nur vom Wort „Gabe“ inspirieren lassen:

    Gaben

    Gaben
    sind wie Raben,
    die sich an Kadavern laben.
    Derweil die Gäule traben
    vor einem alten Wagen.
    Nie nach den Zielen fragen
    und immer dieselben Zügel tragen.
    So steht's in alten Sagen.
    Lese ich mit Unbehagen.
    Wann wirst du mal was Neues wagen?
    Und dich nicht mehr so abplagen?
    Vielleicht geht's dir schon morgen an den Kragen!
    Musst dich dann aber nicht beklagen!
    Sondern dich wie ein Mann betragen.
    Der sich bewährt in allen Lagen.
    Achte mehr auf deinen Magen!
    Mehr will ich dazu nun nicht mehr sagen!
    Muss Mäuse verjagen, die an meinen Zehen nagen.


    Als Vorlage dient ein Gedicht von Martin Luther (Du erhöhst uns, wenn du uns erniedrigst):

    Fremdverlinkung entfernt

    Bitte folgendes Gedicht nicht als Blasphemie auffassen. Es geht mir nur um die Technik und nicht um inhaltlichen Bezug.

    Du bist ein toller Esel

    Du bist ein lieber, toller Esel,
    du bist so wunderbar störrisch.

    Du erhöhst uns,
    wenn du einen Luftsprung machst.
    Wirfst uns dann einfach ab
    und dabei tierisch lachst.

    Du wirfst uns in den Himmel,
    bevor du uns zu Boden stösst,
    du schenkst uns einen Flug,
    der uns gar grässlich Furcht einflösst.

    Dein Iaaahh tröstet uns,
    wenn du uns liegen lässt,
    du machst gar fröhlich weiter
    und knabberst am Geäst.

    Du machst uns stöhnen,
    wenn wir die Blessuren reiben.
    Wir nun dem Zorne frönen
    und einfach liegen bleiben.

    Du machst uns weise,
    wenn du uns zu Narren machst,
    du schenkst uns eine Reise,
    wenn du deine Kraft entfachst.

    Du machst uns zu Eseln,
    wenn du uns reiten lässt.
    Geändert von Nachteule (17.12.2017 um 21:16 Uhr) Grund: Fremdverlinkungen entfernt

  2. #2
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    Tschou Felsenau und willkommen auf gedichte.com. Ich denke, aufgrund deines Nicks weiss ich in etwa, wo du wohnst.
    so viel ich weiss, darfst du hier keine fremden Sachen verlinken, wird also etwas schwierig mit deinem Vorhaben. Aber das wird dir Nachteule, der weise Moderator dieses Forums, sicher bald erklären und dir allenfalls Alternativen aufzeigen. Da bin ich also mal gespannt auf deine Arbeiten, "minimal" finde ich jedenfalls das zweite Beispiel schon mal nicht. E liebe Gruess, gugol

  3. #3
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    Danke Gugol für den netten Empfang! Sehe gerade, dass du auch in der Schweiz wohnst...

    Ohne Verlinkung wird es tatsächlich schwierig. Ich möchte mich ja nicht mit fremden Federn schmücken.

    Auch wenn die Gedichte bzw. Texte nur als Vorlagen dienen.
    Manchmal zwar nicht mehr erkennbar wie beim ersten Beispiel. Beim zweiten Beispiel aber noch sehr nahe, zumindest was die Struktur betrifft.

    Dann werde ich mal die Meinung von Nachteule abwarten.

    Sicherlich könnte ich diejenigen Gedichte hier schreiben, deren Vorlagen nicht mehr erkennbar sind und es bei einem Hinweis belassen.

    Denke aber, dass es Mitglieder gibt, die sich für die Vorlage interessieren.

    au en liebe Gruess, Felsenau

  4. #4
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    Also, nach dim Mundartgruess z schliesse bisch ke Bärner Felsenauer und ja genau, ig bi ou us däm Mini-Ländli ohni Huttli-S (ß); es het da no paar anderi.
    Du chasch ja di Vorlagegedicht eifach zitiere, ohni e Link z setze. Wär's interessiert, cha d Agabe anere Suechmaschine füettere und findet ou, was er/sie brucht.
    Eigentlech ghört ja dä ganz Fade id Rubrik "Vorstellung", wüu do giengs drum, öpis zu de Gedicht z kommentiere. Aber es si ja nume Bispiel.
    E liebe Gruess, gugol

  5. #5
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    Hallo zusammen,

    in der Tag sind Fremdverlinkungen bei uns nicht erlaubt, weswegen ich die dort oben gelöscht habe.
    Die Lösung ist aber denkbar einfach: Nutze doch einfach unsere Archiv Klassischer Gedichte, das du in der Kopfzeile unter "alte Meister" findest. Dort gibt es auch eine Funktion für Zufallsgedichte und es bietet mit Stand heute 21:22 ziemlich genau 17.000 Gedichten genügend Auswahl. (Übrigens mit 364 "Dichtern" (inklusive "Verfasser unbekannt", darum in Anführungszeichen) mehr als eine deiner Seiten laut eigener Aussage an Gedichten bietet. ) Außerdem ist bei unserem Archiv gewährleistet, dass die Bearbeitung keine Urheberrechtsproblematik auslöst, da in dort nur Gedichten von Dichtern enthalten sind, die länger als 70 Jahre tot sind. Sonst kann ist es, je nach tiefe der Bearbeitung urheberrechtlich nicht erlaubt. Und da das Archiv zum Forum gehört und die selbe URL teilt, ist dort auch die Verlinkung erlaubt. Ansonsten genügt es bei den Meisten alten Dichtern auch, den Namen des Dichters und Titel des Gedichts zu nennen. Das findet man meist auch so.

    @Verbalcarpaccio darunter
    Das Schweizer Urheberrecht ist hier sehr ähnlich. Lediglich Texte, deren Urheber beim Wechsel von 50 auf 70 Jahre um die Jahrtausendwende bereits abgelaufen war, gelten die alten 50 Jahre. Allerdings beruft sich das Forum laut Grundregeln eindeutig für alle nicht geregelten Dinge auf deutsche Gesetze und verlangt die Einhaltung der 70 Jahre Regel.

    Gruß
    Nachteule
    -Moderator-
    Geändert von Nachteule (17.12.2017 um 21:38 Uhr) Grund: Verbalcarpaccio

  6. #6
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    Zitat Zitat von Gugol
    Du chasch ja di Vorlagegedicht eifach zitiere, ohni e Link z setze. Wär's interessiert, cha d Agabe anere Suechmaschine füettere und findet ou, was er/sie brucht.
    Hallo Felsenau, du kannst die Vorlage unter Angabe des Autors auch komplett zitieren, wenn er mindestens 70 Jahre nicht mehr lebt, wovon wir z. B. bei Luther ausgehen dürfen (wenn wir vom gleichen Luther sprechen) - jedenfalls nach deutschem Urheberrecht. Ob das Schweizer Recht abweicht, kann ich nicht sagen.

    lg VC
    Das System sagt, ich will das, aber ich will das nicht.
    Peter Arbeitsloser

  7. #7
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    @Gugol, @Verbalcarpaccio, danke für die Ratschläge!
    Hallo Nachteule, Tschuldigung, dass ich schon im ersten Beitrag die Forenregeln verletzt habe!

    Aber in der Tat wird es so für mich etwas schwierig, weil ich auch aktuelle Werke einbeziehe. Und ich benutze nicht nur Gedichte, sondern auch Texte als Vorlage.

    Gerade bei Texten sind halt auch aktuelle darunter.

    Als Beispiel mag das nächste Gedicht dienen. Da benutze ich neben einer Gedichtvorlage auch eine Textvorlage. Der Autor des Textes ist unbekannt, darum ist die Verlinkung auch kein Problem. Das Gedicht stammt von einem Forumsmitglied und kann intern verlinkt werden.

    Ich werde einfach nur noch diejenigen Gedichte hier schreiben, die mit den Forenregeln konform gehen.

    PS @Gugol, habe zwar ein paar Jahre in der Stadt Bern gewohnt, bin aber kein Berner wie du an meiner Mundart richtig herausgefunden hast.



    Vorlagen:

    Textvorlage

    "Betriebsschädling" - das Wort zuckt wie eine Peitschenschnur durch das Büro. Die Kollegen am Arbeitsplatz verziehen keine Miene. Hier und dort zieht jemand die Mundwinkel herunter, ein anderer Kollege duckt sich. Betretenes Schweigen. Betriebsrat Heinz K. - ihm galt dieses Schimpfwort - presst die Lippen aufeinander, schweigt, sucht fieberhaft nach einer Antwort. Doch der Kopf ist wie leergefegt. Statt dessen Schock, Bestürzung, Wut. Das eh schon gespannte Verhältnis zwischen ihm als Betriebsrat und der Firmenleitung ist jetzt endgültig den Bach runter.
    Szenen wie diese sind zwar nicht immer an der Tagesordnung, aber sie sind auch keine Ausnahme. Der Arbeitskampf ist härter geworden. Die Arbeit mehr, der Druck grösser, das Klima schärfer. Meinungsverschiedenheiten, Streit, auch Kampf gehören zum Leben. Entscheidend ist, wie man sie anpackt. Ob aus gegensätzlichen Meinungen auch ein Gegeneinander von Menschen wird, oder ob Fairness und Kreativität die Diskussion bestimmen.

    "Die wichtigste Ressource, die der Mensch hat", so schreibt der Papst, "Die wichtigste Ressource ist neben der Erde der Mensch selbst." Diese Ressource Mensch gilt es deshalb zu pflegen und weiterzuentwickeln. Sonst enden Betriebe nicht wegen vermeintlicher Betriebsschädlinge, sondern wegen Unmenschlichkeit.

    Verfasser unbekannt

    Gedichtvorlage

    (hier aus dem Forum, der Verfasser Domi möge es mir nachsehen, wobei er letztmals im 2011 aktiv war...)

    https://www.gedichte.com/showthread....st-du-nicht-!-!

    Tagesordnung

    Ich warte so sehnsüchtig,
    dass der Papst mal was sagt
    und mit der Peitschenschnur
    unsere Firmenleitung verjagt.

    Ich will was sagen, jede Stunde,
    doch der Kopf ist wie leergefegt,
    betretenes Schweigen in aller Munde,
    alle sind so aufgeregt.

    Ich will was sehen, ich will was hören,
    und sehe Schock, Bestürzung und Wut.
    Und der Betriebsrat tut nur stören,
    das kann er nämlich besonders gut.

    Ich will den Arbeitskampf beenden,
    doch Streit, auch Kampf gehören zum Leben...
    Will denn niemand sich zum Höheren wenden
    und Fairness und Kreativität 'ne Chance geben?

    Ich sage längst, es muss was geschehen,
    sind denn hier alle blind!?
    Ist es denn so schwer zu verstehen,
    dass Menschen keine Ressourcen sind?!

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