1. #1
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    Seifenblasenkind

    Seifenblasenkind



    Verflogen die Hitze der Sommergefechte
    das Süße ist leise doch schmerzlich gegangen.
    Mit ihnen auch alle die schlaflosen Nächte.
    Ich habe die steilsten Gebirge bezwungen
    von lichtscheuen Tälern das Schweigen verzehrt.
    Der Fron war meist spärlich und legt keine Schatten
    und Schrammen fungierten als Filter des Weges.
    Doch meine Fiktionen sie bauten die Wälle.



    So kochend die Fieber, so kalt das Erwachen.
    Zerschunden die Seele im Spiele der Launen.
    Geflüchtet ins stille doch plaudernde Grün.
    Das Flüstern der raunenden Wälder getrunken.
    Konzerte der feurigen Donner gelauscht.
    In Sonnenreflexen aus Pfützen gewaschen.
    Und Beeren genossen, mal Rot und mal Blau.
    Gelehrt von dem Leben, vom Geben der Welt.



    Die Wege sie zeichneten Spuren ins Herz
    sie hielten den Sommer hinein bis zum Herbst.
    Nun sind sie versandet mit ihnen das Mehr.
    Das Meer nach Verlangen nach Glaube und Sinn.
    Doch Alles ist zeitlos und geht wie das Jahr
    kommt wieder im Frühling so frisch und so bunt.
    Das Leben wird schneller wird lauter und fliegt
    besiegt unsre Schwermut, gibt Hoffnung gibt Sicht.
    ...
    ..
    .

    der Gedankenspringer

  2. #2
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    hallo horst,

    dein wettbewerbsbeitrag hat mir sehr gut gefallen. schon der titel ist ansprechend; mit einem seifenblasenkind verbinde ich ein fröhlich spielendes kind, das auf einer sommerwiese den bunten seifenblasen hinterherjagt, in jeder schillernden blase magie und phantasie sehen kann. gleichzeitig platzen seifenblasen sehr leicht, stehen also einerseits für etwas wunderschönes und andererseits für schnell vergängliches. und so sehe ich in deinem gedicht dann auch ein leben beschrieben, in dem das LI erkennen muss, dass viele seiner seifenblasen im laufe der zeit geplatzt sind, es aber trotzdem noch wie ein kind deren zauber erliegt und ihnen weiter hinterherjagt oder zumindest diese jagd vermisst.

    in der ersten strophe gibt es einen endreim *gefechte - nächte*. irgendwie habe ich dann im folgetext weitere reime erwartet, die aber nicht kommen. eventuell könntest du pro weiterer strophe so ein endreimpaar einbringen, das muss aber auch nicht unbedingt sein, es wirkt auch so.

    in der zweiten strophe müsste es imho *Konzerten* heißen?

    die bilder im einzelnen bzw. die einzelnen verse sind phantasievoll, poetisch und manchmal überraschend formuliert. ein wenig erschlagen fühlte ich mich beim lesen von der fülle der unterschiedlichen bilder, die sich für mein empfinden manchmal nur an-, aber nicht so ganz ineinander fügen wollen. in deinem gedicht gehts über berg und tal, durch wälder, meere, sonne und gewitter und durch die jahreszeiten, werden beeren genascht und gleichzeitig resümees gezogen über vergebliche lebensmühen - aber naja, so ein leben/ eine kindheit ist natürlich auch bunt und vielfältig. ��

    insgesamt ein tolles gedicht, das mit seinem gelungenen positiven abschluss zum -immerwiedereintauchen- verführt.

    liebe grüße
    lilisarah

    it all seems so stupid
    it makes me want to give up
    but why should I give up
    when it all seems so stupid

    (depeche mode)

  3. #3
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    @lilisarah



    Grüße.

    Naja, das Seifenblasenkind ist der Mensch, der sich an kleinen Dingen schon erfreuen kann, das brauch kein Kind zu sein. Und deshalb sind die Seifenblasen, diese bunten Blasen, die im Sonnenlicht in allen Varianten leuchten, auch nur eine Metapher für alle kleinen Dinge dieser Welt.
    Und wie alle kleinen schönen Dinge sind sie meist von kurzer „Lebensdauer“ (Ich meinte damit das Aufnehmen das momentane spüren)

    Ja der Text wurde nicht mit Reimen versehen, Vorkommende sind zufällig.

    Konzerte, Konzerten ? ich bin überfragt, das weiß nur??


    Dein Zitat:

    fühlte ich mich beim lesen von der fülle der unterschiedlichen bilder, die sich für mein empfinden manchmal nur an-, aber nicht so ganz ineinander fügen wollen. in deinem gedicht gehts über berg und tal, durch wälder, meere, sonne und gewitter und durch die jahreszeiten, werden beeren genascht und gleichzeitig resümees gezogen über vergebliche lebensmühen - aber naja, so ein leben/ eine kindheit ist natürlich auch bunt und vielfältig. ��



    Schön, somit ist mein Beiname: “der Gedankenspringer“ vollends aufgeblüht. Was willst du mehr. Das ganze Gedicht ist eine Seifenblase, frag mal in paar Monaten danach.

    Ja ich habe es mit Metaphern abgefüllt, ich wollt es so. Hell hoch jauchzend zum Tode betrübt. Möglich, auch eine Philosophie.
    Return:

    Danke fürs beschnarschen,
    bis späteer.
    der Gedankenspringer

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