Es begann, als ich den Mann, den ich glaubte zu lieben, neben meiner Freundin sah liegen, sich liebend, schweißtriefend.

Wer war sie, wer war er, die Menschen die mir schienen so nah, und ja, ganz klar, ich wusste nicht wer ich war.
Jeder, alles hier war mir fremd, er in seinem feinen Hemd, ich in Jeans und Unterhemd, dazu ungekämmt.

Mein verwirrtes Ich findet sich im Zug wieder, ich lasse mich nieder, mir sitzt ein Mann gegenüber, ist er Schauspieler? Er ist mir bekannt doch ich erkenne ihn nicht wieder, also lächle ich einfach bieder. Mein Kopf wohl verwirrt von dem Gerenne, mein Gesicht gequollen von meinem Geflenne, als ich ihn dann doch erkenne.

Nun fällt es mir wie Schuppen von den Augen,nein, ich wage es kaum zu glauben, doch er ist es, das ist ganz klar, meine Jugendliebe Balthasar, mit mittlerweile licht´gem Haar, und er erkennt mich endlich auch. Und ich stammle ihn bloß an im Atemhauch: weshalb, woher und wohin er will.

„Ach“, sagt er, „ich will bloß reisen, speisen in Kreisen von Weisen und wohnen in den Palästen von reichen Scheichen, die bleichen Leichen alter Ägypter sehen, Kultur verstehen.

Ich bin erfüllt von der wohlenden Vertrautheit in seiner Stimme, ich merke wie ich in der Vergangenheit schwimme, und wenn ich mich recht entsinne ist das die schönste Reise der Welt.

Seufzend denk´ ich in mich hinein, ich will mit ihm an fremden Orten verweilen, mit diesem Mann will ich mein Leben teilen, gemeinsam Steine aus Speckstein feil´n, ja, mit ihm will ich zusammen sein.

Jerusalem war unser Ziel, darauf folgten Rom und Kiel, und ein kleines Gedankenspiel, das und beiden sehr gefiel:

Zusammen wollen wir durch´s Leben spazieren, unsere Freude und Liebe doublieren, mit Haustieren und ´ner Menge Dosenbieren, die wir zum Frühstück mit Papier servieren, auf dem wir unser Leben skizzieren.

Denn jede Reise hat ein Ziel, egal ob Traumziel, Hörspiel, Schlussspiel oder Trinkspiel, was wohl eher aus dem Raster fiel.

Ich schlug meine Augen auf und wusste wer ich nicht war, und was ich nicht wollte. Und so verließ ich den Mann den ich zu lieben glaubte, stieg in einen Zug voller fremder Leute, in dem mir ein Mann gegenüber saß, der jedoch bloß seine Zeitung laß, und für einen kurzen Moment wollte ich das alles hier bereuen, aber das war keiner von diesen Alpträumen, und ein Lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus , ich blickte aus dem Fenster hinaus, und begann zu entdecken wer ich war.