1. #1
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    Sonettflüchter

    Auch ich bin vor Sonetten stets geflohen,
    zu sehr gekünstelt muss sich meine Zunge
    dem fremden Rhythmus beugen und der Lunge
    gelingt es nicht, die lyrisch schönen, hohen

    Gesänge eines Shakespeares nachzusingen.
    Betrübnis schleicht sich ein in meine Seele,
    ach, könnte ich doch auch aus voller Kehle
    wie Nachtigallen oder eine Lerche klingen.

    Mir werden nie so nette Rilketöne,
    wie‘s andern hundertfach gelingt, entfahren
    und alles Gute, Große, wahrhaft Schöne,

    das muss Petrarca meisterhaft bewahren,
    vielleicht noch seine selbsternannten Söhne.
    Ich werde mir Sonette strikt ersparen.

  2. #2
    Sneaker Guest
    Hallo Festival,

    zwei Dinge hieven deinen Flüchtertext aus der Beliebigkeit.

    Die selbsternannten Söhne sind sehr schön, die mag ich. Außerdem klingt ein schöner Rhythmus, auch wenn du in Zeile 8 sechshebig und 13 silbig wirst. Abzüge gibt's für die "so netten" das ist nun wirklich schon ein extrem bärtig und abgenudelt.

    Ansonsten hätte ich ausgehend von Zeile eins "auch ich..." in den Terzetten eine (inhaltliche) Volte erwartet, die aber nicht kam.

    Macht nix, habs trotzdem gern glesen.

    Sneaker

  3. #3
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    Lieber Sneaker,
    ein Grund (der wahre) ist: Ich beherrsche diese Gedichtform nicht und mein kleines Ding erfüllt nur mühsam eine Annäherung. Deshalb ist Deine Kritik völlig berechtigt. Dass Du es dennoch gern gelesen hast, ist für mich schon ein großes Lob.
    Liebe Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
    Festival

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