1. #1
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    Expertenrat gebraucht

    Ich habe das folgende Gedicht aus dem Spielefaden "Könnt ihr das" mal hierher ausgelagert, weil ich bei einer Stelle Mithilfe brauche (ich gehe mal davon aus, dass in so einem Fall ein Doppelpost geduldet wird?):


    Ein Heuler reckt die Nase in den Wind,
    ist hungrig, kann nicht schlafen, möchte saugen,
    Die Hoffnung weicht aus großen schwarzen Augen,
    die Mutter ruft vergeblich nach dem Kind.

    Das Steuer reißen? Steht am Ende Glück?
    Zu groß ist die Entfernung zwischen beiden.
    Geburt und Tod und Lieben, Leben, Leiden
    in Städten, Tälern, Bergen und im Schlick.

    Der Wind, jetzt zügellos, wird stetig schlimmer.
    die Wellen kochen hoch, es tobt das Meer.
    Den Suchenden wird Kopf und Körper schwer.
    Die Mutter schnaubt, das Kind schläft ein für immer.


    In der zweiten Strophe will die gekennzeichnete Zeile so gar nicht zum Rest der Strophe passen. Kann mir aber nicht erklären, warum. Liegt es an Zäsuren, Betonungen? Ich betone die betreffende Zeile xXxXxXxXxX. Ist das falsch? Für Ratschläge dankbar. Auch gerne, was den übrigen Text angeht, falls was auffällt, aber da klingen die Verse für mich rund.

    LG
    Richmodis
    Geändert von Richmodis (04.01.2018 um 14:10 Uhr)
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    Loriot

  2. #2
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    Hi Richy,

    da ist aber was Schönes auf der Spielwiese entstanden! Da ist Deine Vorgehensweise goldrichtig! Das Arbeitszimmer ist ja zum Arbeiten da. Doppeltes Einstellen ist nur in den Gedichterubriken verboten. Auch das Wohnzimmer hat nichts mit den fertigen Veröffenlichungen zu tun. Wenn das Gedicht also einstellfertig ist, brauchst Du es nicht aus dem Spielfaden zu löschen.

    Stimmt, der markierte Vers will sprachlich nicht so ganz da reinpassen. Metrisch gibt es aber nichts daran zu meckern, und auch die Zäsur stört mich nicht. Es liegt wohl daran, dass "das Steuer reißen" hier seltsam klingt, weil weit und breit kein Handelnder auszumachen ist, der das Steuer (welches?) herumreißen (wie es eigentlich heißen müsste) könnte. Ich würde das Steuer rauswerfen, nochmal brainstormen und etwas ganz anderes für diese Stelle suchen.

    Hinter "Wind" in V9 fehlt ein Komma. V1 und V4 sind sechshebig. Das stört mich nicht, es wäre aber zu überlegen, ob das Adjektiv "klein" beim Heuler nicht überflüssig ist. Vielleicht könnte es in V1 nur "der Kleine" heißen, V4 entsprechend verkürzt werden und die Aufklärung könnte dann V5 bringen? Vielleicht hast Du aber auch eine viel bessere Idee. Ich drück die Daumen!

    LG Claudi
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  3. #3
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    hallo richmodis
    man könnte versucht sein, das als das flammende werk einer tierschützerin zu lesen. dann wäre es am logischsten, die ganze zweite strophe rauszuwerfen, weil sie stilistisch verknorzt ist.
    schaut man aber genau hin, geht es hier um die mutter-kind-beziehung. deshalb sollte der sprung von der tierischen auf die emotionale ebene deutlicher und konsequenter gemacht werden. das wäre die eine möglichkeit.
    oder es sollte konsequenter im robbenbild bleiben. das wäre die andere möglichkeit.
    zu tränen rührende tiergeschichte oder fabel? beides hat seine berechtigung, um eigene emotionalität in worte zu kleiden. das problem hier ist, dass stilistisch beide bedient werden, und das verwirrt.
    erste und unabdingbare änderung: das komma nach wind.
    als zweites muss nicht unbedingt das steuer weichen, aber die (einander) suchenden sollten in wind und wellen deutlicher erkennbar sein. robbe oder mesch? das ist die frage. nur metapher oder wechsel der ebene vom eismeer ins innenleben? (wo durchaus die eine oder andere eisscholle treiben mag, aber dann bitte nicht wieder zurück ins eismeer).
    kaspar

  4. #4
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    Hallo Claudi und Kaspar,

    Den Kommafehler habe ich korrigiert und aus V1 und V4 fünfhebige gemacht, so dass diese sich besser ins Gesamte einfügen.

    Was das Verknorzte/den Inhalt und den Wechsel zwischen Tierwelt und Menschwelt angeht, läuft es wohl darauf hinaus, dass ich das Steuer herumreißen, sprich hier: vielleicht auch rausschmeißen muss. Das Korsett der fünf vorgegebenen Worte im Spielefaden ist wohl doch zu eng in diesem Fall. Der Wechsel zwischen Tierwelt und Innenwelt war aber grundsätzlich schon so gewollt.

    Ich werde es aber überarbeiten und ggf. als neues, eigenes Gedicht entweder nochmal hier oder gesondert einstellen.

    Vorab aber schon mal lieben Dank!
    LG
    Geändert von Richmodis (04.01.2018 um 14:28 Uhr)
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    Loriot

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