Thema: flatterhaft

  1. #1
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    flatterhaft

    hört es denn nie auf das pochen
    der schläfen ziehen im nacken
    ewige murmeln der bedenken

    sag es einfach meint der mund
    doch im bauch herrscht flügelndes
    rund vielleicht sollten stattdessen

    blumen sprechen rosen tragen
    die botschaft bereits in der farbe
    den hormonduft im blütenstaub

  2. #2
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    Lieber Perry,

    das flattert so über die Zeilen, da habe ich, grausam genug, einiges mit Nadeln fixiert:

    hört es denn nie auf
    das pochen der schläfen
    ziehen im nacken
    das ewige murmeln der bedenken

    sag es einfach meint der mund
    doch im bauch herrscht
    flügelndes rund
    vielleicht sollten stattdessen
    blumen sprechen

    rosen tragen die botschaft
    bereits in der farbe
    den hormonduft
    im blütenstaub

    Lieder habe ich dadurch auch den Reim „mund – rund“ und die Assonanz „stattdessen – sprechen“ an die Oberfläche gezerrt. Aber insofern ich das Gedicht durch meine Prozedur halbwegs verstanden habe, gefällt es mir, auch wenn ich glaube, es sind eher die Blätter der Rose, die duften, und nicht der Blütenstaub. (Vielleicht genügt also statt der 2 letzten Zeilen einfach ein „im duft“. „Hormon“ find ich ohnehin ein wenig explizit.)
    Bei „sag es einfach meint der mund“ rustscht mir die Betonung immer wieder auf „einfach“ statt auf „sag“.

    Die spannendste Stelle finde ich die genau in der Mitte: „flügelndes rund

    Erst zögerlich, dann gerne gelesen

    Michael
    .................................................................................................... ...............................................
    poetry trifft Poesie, der Slammer Christofer mit f als mein Gast "Zum Goldenen Bock", Köln, Mi., 11.7.18, 19.30 Uhr

  3. #3
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    Lieber Perry,

    Das ist ein interessantes Gedicht.

    Also technisch und sprachlich braucht man bei dir nichts zu sagen, ganz klar, dass hier ein Könner schreibt, wenn auch Prosagedichte (wobei ich nicht weiß, ob es da irgendwelche Regeln gibt), so scheint doch durch, dass du wohl vom metrischen Handwerk auch viel Ahnung hast. Mir gefällt wie bei dir Verse für sich und als Teil von Sätzen stehen;
    zb finde ich diese Verse für sich allein ganz fein:

    blumen sprechen rosen tragen

    doch im bauch herrscht flügelndes


    das "rund" im nächsten Vers kann ich nicht einordnen?


    Inhaltlich: Irgendwas stimmt da nicht mit dem LI, es hat Angst vor seinen Gefühlen: Also zuerst die Körperreaktion und wenn das LI nicht mehr aus weiß, dann flüchtet es in diese Blumenbilder und weicht aus, weicht der Liebe aus, dem Körperlichen aus und man fliegt als Leser ebenfalls hinaus aus aller Romantik und jeder Hoffnung in dieser Richtung und findet sich in der Botanik wieder. Das ist eigentlich ziemlich hart nach den Anfangsversen und wie muss es dem armen LI erst gehen, dass seine Gefühle nicht "auf den Boden bringt".

    Gern gelesen

    Lieben Gruß
    albaa

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