Der Lustmolch

©Hans Hartmut Karg
2018

Erfasst von seiner Lust am Leben
Wird nur sein Horizont Begierde.
Wo ist sein Anstand denn geblieben,
Der ihn einstmals zur Achtung führte?

Für ihn gibt es nur seinen Trieb,
Denn er fühlt sich als Übergott,
Hat Allmachtsphantasien lieb,
Ist mächtig und ist polyglott.

So werden Menschen ihm zur Beute,
Ein Gott muss sich doch nichts beweisen.
Ständig lebt er im Hier und Heute,
Muss um die eigene Beute kreisen.

Alles wird ihm zum Objekt,
Zu Gegenstand und Instrument.
Und wo er selbst im Rasen steckt,
Heizt er an, dass es mächtig brennt.

Die Hierarchien helfen tarnen,
Verschleiern dieses ganze Elend,
Verhindern so das frühe Warnen,
Wo dieser Trieb nur Aßen kennt.

Denn wo der Mensch zum Tier mutiert,
Weil grenzenlos er Gierlust lebt,
Hat er sich armselig entführt,
Weil er nicht sublimierend strebt.

*