Thema: Apollo, hilf!

  1. #1
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    Apollo, hilf!

    Gefeiert haben wir, gegessen und getrunken,
    es ging uns gut, und auf den Flügeln froher Lieder
    besuchten wir die Länder unsrer Fantasie -
    an deine Brust, Erato, sind wir gern gesunken.
    Ach, kommt zurück, ihr goldnen Zeiten, kehrt doch wieder,
    beschenkt uns, Musen, reich mit Charme, Verstand, Esprit!


    Was wird uns von elenden Schändern der Sprache serviert?
    Sie zählen die Silben und machtvoll erzwingen sie Reime,
    der Versfuß geht flöten, der Rhythmus gerät aus dem Leime -
    erstaunlich ists schon, was manch kränkelndes Hirn so gebiert.
    Wer wagt es, Erato, in klägliche Lumpen dich, Göttin, zu kleiden,
    mit tumbem Geschwafel so vielen die Lust am Gedicht zu verleiden?

    Spott und Hohn, Kritik, verstecktes oder lautes Lachen
    stören Dilletanten nicht - sie werden weitermachen;
    täglich tropft ihr Gift, verdirbt die beste Götterspeise.
    Gott Apoll, was tun? Wir flehn zu dir! Und er spricht weise:

    Hütet euch bei Tag und Nacht vor schlechtem Schmaus und Trank!
    Lasst sie selbst die wurmzerfressnen, faulen Früchte pflücken.
    Dauerhaft wirds keinem dieser Stümper wirklich glücken,
    Katzengold für echtes zu verkaufen - Gott sei Dank!

  2. #2
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    Und Apollo denkt noch:
    ,,Nunmehr gibt es das Gewürm der Menschen schon seit 2,8 Millionen Jahren, und er wähnt sich stets auf der kulturellen Spitze seiner Zeit, ob byzantinisch, als Krieger, als Inka, in Atlantis, babylonisch, als Mandarin, oder Raketenmann egal.
    Irgendwann, sagen wir mal nach 2,7 Millionen Jahren haben die Griechen mich, den Gott Apollo erfunden , der u.a. zuständig für die schönen Künste sein soll. Seit ein paar Minuten Menschheitsgeschichte haben einige Menschen angefangen zu kritzeln, in Katastrophen und Strophen und wähnen sich, wie gesagt immer noch stets an der Spitze. Diese Hybris ist ihnen geblieben. Der Spitzenvergleich muss ihnen jedoch verwehrt bleiben, weil die Spitze sie eh nur erblinden lassen würde. So stochern und geistern sie blind im trüben Nebel auf einem Berg von hausgemachten Problemen. Dann bleiben sie stehen, und meinen, sie wären bereits oben angelangt. Und plötzlich werde ich nach 2,799999 Millionen Jahren Menschheit auf den Plan gerufen, um im unterirdischen Jammertal, wo Hopfen und Malz längst verloren ging, um dort die Spreu der hohen Künste vom Weizen zu unterscheiden. Oh je, lieber Festival, verwählt, falsch verbunden..."
    ...So, oder so ähnlich könnte ein Apollo zum Beispiel jetzt denken. Und was sollte er dann hier machen? Den Kehraus übernehmen, die Forenleitung, den Zensor, oder den Claqueure machen? Wie du siehst, ergeben sich so nur noch mehr Fragen und keine Klärung.
    Erato humanum est
    L.G.A.

  3. #3
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    Liebe Anjulaenga,
    was soll ich sagen? Du hast Recht!
    Liebe Grüße,
    Festival

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