1. #1
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    Joseph von eichendorff Abschied Betonung

    Hallo, da ich zur Zeit für die Schule das Gedicht Abschied von Joseph von Eichendorff lernen muss, wollte ich mich über die Betonung informieren. Unsere Lehrerin meint, dass wir uns selbst im Internet darüber informieren sollen, nur leider habe ich nichts anständiges gefunden. Such auf YouTube konnte ich keinen guten Vortrag des Gedichtes finden.
    Weiß vielleicht hier jemand welche Stellen ich wie genau betonen soll? Leider bin ich nicht sonderlich gut darin und möchte nichts falsches betonen.

  2. #2
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    lieber ichbinabc
    ich war drei jahrzehnte lang als lehrer tätig.
    bis ich aufhörte, galt der grundsatz: " was der lehrer vom schüler sehen oder hören will, das muss er ihm vorweg vermitteln"!
    also ist deine lehrerin die allererste adresse, an welche du deine frage richten solltest!
    verdammt noch mal, es ist ihr job, dir den weg zu zeigen, sie wird dafür gut bezahlt!
    kaspar

  3. #3
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    Zitat Zitat von kaspar praetorius Beitrag anzeigen
    lieber ichbinabc
    ich war drei jahrzehnte lang als lehrer tätig.
    bis ich aufhörte, galt der grundsatz: " was der lehrer vom schüler sehen oder hören will, das muss er ihm vorweg vermitteln"!
    also ist deine lehrerin die allererste adresse, an welche du deine frage richten solltest!
    verdammt noch mal, es ist ihr job, dir den weg zu zeigen, sie wird dafür gut bezahlt!
    kaspar
    Ja so sehe ich es eigentlich auch, jedoch ist unsere Lehrerin der Meinung, dass es zu einem guten Gedichtvortrag gehört, dass man sich Betonung, Pausen, usw. selbst aneignet.

  4. #4
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    a) eichendorff hat grösstenteils ganz normale deutsche sätze geschrieben, in denen sich die wörter entsprechend der gewöhnlichen wortbetonung oder entsprechend ihrer prominenz in der bedeutungshierarchie des satzes betonen. probleme kriegen da jene, welche meinen, sie müssten ein versmass zum klingen bringen. dass eichendorff eichendorff ist, hat auch damit zu tun, dass der grundvers immer wieder variiiert wird, aber nicht so, dass er komplett vergessen geht, weil er immer wieder in reiner oder fast reiner form auftritt.
    b) deine lehrerin irrt gewaltig. es sei denn, eure lösungsmöglichkeiten wären die grundlage für eine diskussion über das problem und nicht für eine qualifikation. aber wie ich meine kollegen kenne (und aus eigener erfahrung gesagt): am ende dürfte es so aussehen: du sprichst, sie hört und notiert, und danach kriegst du eine qualifikation (immerhin mit "begründung"). d.h. sie macht nicht ihren job. wenn ich das falsch sehe, bitte ich um verzeihung.

    edit:
    musst du das auswenidg können?
    omg! dann lerne es zuerst schön nach dem grundmetrum, im iambus badamm-badamm-badamm(-ba), und erst wenn du's auswendig kannst, fang an, an natürliche betonung zu denken. ich denke, so lernt sich dieser nicht gerade eingängige text am einfachsten.
    Geändert von kaspar praetorius (10.01.2018 um 19:16 Uhr)

  5. #5
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    Hallo ichbinabc,

    Ja so sehe ich es eigentlich auch, jedoch ist unsere Lehrerin der Meinung, dass es zu einem guten Gedichtvortrag gehört, dass man sich Betonung, Pausen, usw. selbst aneignet.
    Was gibt es besseres? Du kannst, solange du dich nicht zum Affen machst oder mitten im Satz oder gar Wort Pausen einlegst, eigentlich nichts falsch machen. Sich selbst etwas zu erarbeiten ist per se nichts falsches, solange das Ergebnis dessen nicht benotet wird, sondern lediglich als erster Arbeitsschritt zum Lernen gesehen wird.
    Lies dir doch einfach das Gedicht laut vor. Da wirst du sicherlich stellen finden, an denen du stockst. Da machst du Pausen. Wenn du irgendwo merkst, dass die Lücken zu lang werden, ließt du schneller und umgekehrt.
    Wenn du solche Sachen wie Metrum/Metrik und Pausen beim Lesen eine (unwissenschafltiche) Grundlage geben möchtest, dann kannst du dir das in den dahinter verlinkten Themen anlesen.

    Stellt sich nur noch die Fragen, welches "Abschied" von Eichendorff du bespaßen darfst. Das hier oder das hier?

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  6. #6
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    Abendlich ſchon rauſcht der Wald aus den tiefen Gründen, ---
    Droben wird der Herr nun bald - an die Sterne zünden, ---
    Wie ſo ſtille in den Schlünden, - abendlich nur rauſcht der Wald. --
    Alles geht zu ſeiner Ruh, --
    Wald und Welt verſauſen, ---
    Schauernd hört der Wandrer zu,
    Sehnt ſich recht nach Hauſe, --
    Hier in Waldes grüner Klauſe ---
    Herz, --- geh' endlich auch zur Ruh!

    Ein Stolperstein ist der Vers: An die Sterne zünden. Eichendorff meint. Die Sterne anzünden, nicht an die Sterne greifen/stubsen.

    Lieber Ichbinabc,
    dass dieses Eichendorff-Gedicht in sauberen Trochäen geschrieben ist (Xx...) muss ich Dir wohl nicht sagen. Nun ist der Takt, der vom Versfuß gegeben ist, nicht unbedingt dasselbe wie der Rhythmus, der durch dieses Eichendorff-Gedicht schwingt. Ich habe das Gedicht versucht so hinzuschreiben, wie ich es rezitieren würde (abgelesen oder auswendig ist hier nebensächlich).
    Schlimm und langweilig wäre es, wenn Du Dich sklavisch an den Takt (den Versfuß) und die Zeilenvorgabe hältst. Das führt zu dem öden Geleier, bei dem sich Eichendorff im Grab herum drehen würde.
    Also: Paarmal durchatmen - tief in den Bauch, nicht in die Brust einatmen und Mit den ersten beiden Versen mit langem Atem beginnen:

    Abendlich schon rauscht der Wald aus den tiefen Gründen (die Stimme in der Lautstärke zum Ende des Verses hin drosseln.
    Falsch wäre ganz gewiss:
    Abendlich schon rauscht der Wald --- aus den tiefen Gründen (so wird es oft vorgetragen und schon fängt das Leiern an).

    Ich hoffe, ich konnte eine Anregung geben.

    Liebe Grüße,
    Festival

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