1. #1
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    worum es geht III

    während ihr
    zu Felde zieht
    gegen die Grüne Gentechnik

    verhungern weltweit
    Kinder

  2. #2
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    Liebe Okotadia,

    wieder so ein Beitrag, den man ohne die Vorgeschichte nicht verstehen kann. Nun gut, es gibt den Hinweis „III“, aber in diesem Fall ist der Ursprung der Debatte um die verhungernden Kinder sogar gelöscht.

    Nehmen wir den Text als solchen, wirkt er wie der PR-Spruch eines Lobbyisten. Bist Du Biologin? Aber von einer gelackten PR-Agentur ist er nicht und auf eine Dichterin käme man erst recht nicht. Vielleicht verschärft ja aber gerade die Schmucklosigkeit die Provokation. Oder vermittelt Ernsthaftigkeit?

    Über meine eigene Meinung zur Grünen Gentechnik habe ich damit nichts gesagt und will die auch in einem Dichterforum gar nicht diskutieren

    Michael
    .................................................................................................... ..........................
    poetry trifft Poesie, der Slammer Christian Gottschalk als mein Gast "Zum Goldenen Bock", Köln, Do., 25.1.18, 19.30 Uhr

  3. #3
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    Lieber Michael,

    Du liegst völlig richtig. Aus formalästhetischen Gründen habe ich diesen Text nicht gepostet.
    Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass ich überhaupt kein Befürworter der Grünen Gentechnik bin.

    Das hier könnte tatsächlich aus der Feder eine Agrarchemie Konzerns stammen (so wird ja wirklich argumentiert) und ich habe es eingestellt, um an liaras ausgiebig diskutiertes Gedicht so schön bunt anzuknüpfen. Gedicht und Faden wurden gelöscht wurden, bevor ich nochmal Stellung nehmen konnte.
    Mein Text ist Provokation - da hast Du recht - aber auch ein Beispiel für Instrumentalisierung.
    Kaspar hat ja mit seinem Gedicht worum es geht auch erneut Bezug genommen. Allerdings zielt er nicht auf das ab, was ich dazu zu sagen habe, weil er zwei Dinge nebeneinander stellt, die rein gar nichts miteinander zu tun haben, also davon ausgeht, dass liaras Verknüpfung von Silvesterknallerei und hungernden Kindern völlig absurd ist.
    Das ist sie aber mMn nicht, denn das Argument, dass man mit dem verpulverten Geld viel Gutes hätte tun können, ist durchaus gerechtfertigt. Genau dies ist aber das Schlimme: Es wird eine Art Plausiblität hergestellt: Die (die anderen, zu denen das LI natürlich nicht gehört), die an Silvester herumböllern sind schuld am Tod verhungernder Kinder. Bei näheren Betrachtung wird aber jeder zugeben müssen, dass der den anderen auferlegte Verzicht die Welt kaum besser machen kann, weil er an den Ursachen nicht rüttelt. Es wäre in jeder Hinsicht ein Tropfen auf einen heißen Stein, in dessen Stövchen wir alle tagtäglich mehr oder weniger bewusst glühende Kohlen nachlegen. Festival hat zu Recht auf die Rüstungsexporte hingewiesen.
    Genauso verhält es sich mit der Grünen Gentechnik. Kurzfristig würde sie die Erträge steigern, nachhaltig wäre das nicht. Denjenigen, die so argumentieren, geht es ja auch gar nicht um den Hunger in der Welt; es geht Ihnen um Ihre Geschäfte. Und ich glaube, Liara ging es vordergründig auch gar nicht um die Kinder, sondern darum, Ihrer Wut auf die Silversterknallerei und Ihrer eigenen Hilflosigkeit gegenüber dem Leiden in der Welt Luft zu machen. Es ging darum, die Schuld einem Gegner aufzubürden, Sündenböcke zu benennen.

    Liebe liara,
    ich hoffe Du liest das.
    Es ist nicht so, dass ich Dich nicht verstehe und dass ich nicht gelegentlich auch selbst zu solchem Verhalten neigen würde. Trotzdem halte ich diese Art von Plausibilitäten für gefährlich, weil sie einer Gruppe von Menschen ein Maß an Schuld auferlegt, das unverhältnismäßig ist und zudem an den Misständen nichts ändert. Und davor sollten wir auf der Hut sein, das geht schnell über in Hetze.
    Meine Kritik hast Du als persönliche Beleidigung aufgefasst. Das ist nicht verwunderlich, denn Attribute wie selbstgefällig und geschmacklos bezieht man nicht auf einen Text, sondern auf eine Person. Sei bitte versichert: Das war aber nicht meine Absicht. Ich übte meine Kritik nicht an Deinem Lyrischen Ich oder Deiner Person, sondern an Deiner Haltung in dieser sehr speziellen Angelegenheit.

    LG Okotadia

  4. #4
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    also wer sagt, zwei dinge "haben rein gar nichts miteinander zu tun", der entfernt sich genau so vom gesamtgesellschaftlichen ansatz wie ich das tat... es gibt in diesem ansatz keine absurden zusammenhänge, alles ist kontingent.
    kaspar
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  5. #5
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    Nichts muss, alles kann? Das verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht. Kannst Du das mal an einem Beispiel erläutern?

  6. #6
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    Hey, guten Morgen,

    Die (die anderen, zu denen das LI natürlich nicht gehört), die an Silvester herumböllern sind schuld am Tod verhungernder Kinder. Bei näheren Betrachtung wird aber jeder zugeben müssen, dass der den anderen auferlegte Verzicht die Welt kaum besser machen kann, weil er an den Ursachen nicht rüttelt. Es wäre in jeder Hinsicht ein Tropfen auf einen heißen Stein, in dessen Stövchen wir alle tagtäglich mehr oder weniger bewusst glühende Kohlen nachlegen. Festival hat zu Recht auf die Rüstungsexporte hingewiesen.
    Hier werden Dinge in meinen Text interpretiert, die mit meinen Gedanken und Gedicht nichts zu tun haben. Nie und nimmer wird hier irgendjemand unterstellt, er träge Mitschuld am Hunger der Kinder dieser Welt. Dass man mit seinem Geld diesbezüglich sinnvolleres tun könnte wie es in die Luft zu schießen allerdings schon.
    Dass ein Verzicht auf Geböllere maximal ein Tropfen auf den heißen Stein sein kann, ja richtig, - aber weil ein Berg so hoch ist, fang ich gar nicht erst an ihn zu überwinden ist natürlich auch eine Möglichkeit. Und alle Misslichkeiten dieser Welt in ein winziges Gedicht zu packen?

    Und ich glaube, Liara ging es vordergründig auch gar nicht um die Kinder, sondern darum, Ihrer Wut auf die Silversterknallerei und Ihrer eigenen Hilflosigkeit gegenüber dem Leiden in der Welt Luft zu machen. Es ging darum, die Schuld einem Gegner aufzubürden, Sündenböcke zu benennen.
    Du kennst mich nicht im mindesten. Das hier ist eine reine Unterstellung und entspricht meiner Einstellung, meinen Gedanken, meinem Ansinnen nicht einmal annähernd. Es ging mir nicht darum irgendwelche Sündenböcke zu benennen. Zumindest nicht in diesem Gedicht.
    (In anderen Fällen - nicht auf das eingesparte Geld der Knallerei abgezielt, sondern auf den gefährlichen Umgang mit dem Feuerwerk und den realen Gefahren entsprechend würde ich dir Recht geben. Denn es entstehen konkrete Schäden an Mensch und Tier und Umwelt. z.B. Gerade hat mir eine Freundin erzählt, dass Feuerwerkskörper an Silvester absichtlich als Waffen zur Ängstigung von Anwohnern eingesetzt werden. usw.)
    Und wenn ich in meinem Faden nicht ausschließlich damit beschäftigt gewesen wäre, mich gegen einen Shitstorm zu wehren, sondern es wäre eine konstruktive Diskussion zustande gekommen, dann wäre dies vielleicht auch sichtbar geworden.

    Es ist nicht so, dass ich Dich nicht verstehe und dass ich nicht gelegentlich auch selbst zu solchem Verhalten neigen würde. Trotzdem halte ich diese Art von Plausibilitäten für gefährlich, weil sie einer Gruppe von Menschen ein Maß an Schuld auferlegt, das unverhältnismäßig ist und zudem an den Misständen nichts ändert. Und davor sollten wir auf der Hut sein, das geht schnell über in Hetze.
    Welches Verhalten denn? Mein Gedicht war eine Provokation in sich, das ist korrekt und man hätte wirklich darüber streiten können (z.B. wieso fühle man sich dadurch bevormundet und macht es das wirklich, welche Rolle spielt mein Gewissen bei der Reaktion auf einen solchen Text.) . Aber, noch einmal, ihr diskutiert nicht über den Inhalt, sondern über meine Einstellung und mich als Person des Autors. Und das zum Teil auf eine Art und Weise, das entbehrt jedem Respekt und Achtung.

    Meine Kritik hast Du als persönliche Beleidigung aufgefasst. Das ist nicht verwunderlich, denn Attribute wie selbstgefällig und geschmacklos bezieht man nicht auf einen Text, sondern auf eine Person. Sei bitte versichert: Das war aber nicht meine Absicht. Ich übte meine Kritik nicht an Deinem Lyrischen Ich oder Deiner Person, sondern an Deiner Haltung in dieser sehr speziellen Angelegenheit.
    Meine Haltung in einer Angelegenheit bin ich und nicht irgendetwas losgelöstes. Dieses "das darfst du jetzt aber nicht persönlich nehmen", mit dem verbale übergriffige Einlassungen oft begleitet werden sind allerhand. Das trifft mich persönlich, entspricht weder mir, noch meiner Einstellung, noch meiner Idee.

    Mein gesamter Faden war auf einer Ebene, auf der ich nicht weiterdiskutieren möchte. Und weder ist meine Wahrheit die einzig richtige noch eure. Vielleicht hätte man sich dieser aber auf weniger persönlicher Ebene ein wenig annähern können.

    Im Moment fühle ich mich dazu allerdings nicht in der Lage.

    Liebe Grüße
    Liara

    Nachtrag:
    Die (die anderen, zu denen das LI natürlich nicht gehört),
    Hier wird dem LI indirekt unterstellt, dass es sich über andere stellt. Es böllert nicht, das ist richtig. Aber es hält sich dehalb nicht für was Besseres. Alle LI's dieser Welt haben ihre eigenen persönlichen Fehler und Problemfelder.
    Geändert von Liara (13.01.2018 um 05:50 Uhr)
    Für verlorenes Vertrauen gibt es kein Fundbüro!
    - wenn das auge nicht sehen will, hilft auch kein licht -
    ist auch das herz blind, erkennt man die dinge nicht mehr, wie sie wirklich sind

  7. #7
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    Na dann, lassen wir es halt dabei.
    Du hast nichts falsch gemacht.
    Deine Kritiker sind entweder unverständig oder böswillig.
    Bayer/Monsanto und Co wollen uns nur auf eine temporäre Koinzidenz aufmerksam machen. Wer daraus eine kausale konstruiert, ist selbst schuld und dass in einem Gedicht der Sinn zwischen den Zeilen entsteht, ist ein moderner Aberglaube.

    LG
    Okotadia

  8. #8
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    ich gehe jetzt aus dem haus
    gehe ich jetzt aus dem haus?
    gehst du aus dem haus?
    du gehst aus dem haus.
    wir gehen aus dem haus.
    einer ist nicht mehr im haus.
    zwei sind nicht mehr im haus.
    ich denke wir zwei.
    ich denke nicht mehr.
    ich denke haus.
    ich bin noch im haus.
    du bist noch im haus.
    du bist nicht mehr im haus.
    du denkst nie haus.
    du denkst wohnung.
    deine wohnung und mein haus.
    absurd!
    absurd?
    ich gehe zum meer.
    es gibt kein meer.
    ich stehe am meer.
    ich werfe einen stein ins meer.
    der stein verschwindet.
    ich sehe, wie der stein rollt.
    der stein rollt im meer.
    der stein liegt am ufer von tasmanien.
    absurd!
    absurd?
    ich höre eine grille.
    in einer marsmissionssonde zirpt eine grille.
    ich höre die grille in der sonde.
    absurd!
    absurd?
    hi!
    wo bist du?
    im zug nach basel.
    wie willst du das wissen?
    ich fahre.
    wir alle fahren.
    ich fahre aus dem meer.
    absurd!
    absurd?

  9. #9
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    Ach ja lieber kaspar,

    Wahrheiten gibt es viele und alle sind Kuscheltiere.
    Die Wirklichkeit steht für sich: emotionalisierende fake news sind das Gebot der Stunde und wer es wagt nachzudenken und das auch noch zum Ausdruck bringt, macht sich unbeliebt.
    Absurd? Absurd!

  10. #10
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    donald trump denkt nicht nach, das tun andere für ihn. hätte ich so viel geld, würde ich das unbeliebt werden ebenfalls outsourcen. oder das nachdenken. wenn alles möglich ist, ist nichts absurd - hab ich falsch gedacht? auch das ist möglich.
    kaspar

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