1. #1
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    Ganz oder gar nicht

    Stoß hindurch, durch meine Rippen,
    Brich sie, trenne Fleisch und Knochen,
    Greif hinein in meine Brust,
    Fasse dort mein schwarzes Herz,
    Reiß dran, trenne die Gefäße.
    Löse sie von Herz und Körper,
    Weil ich ohne dich nicht länger lebe,
    Nichts bin ohne deine Wärmestöße,
    Taktschlaggebung meiner Liebe,
    Dem Verlangen dich zu spüren,
    Immer wieder da zu wissen,
    Wo du meine Seele küsst.
    Da, mein Herz, darfst du nicht fehlen,
    Da, wo du mein Leben bist.
    Geändert von MiauKuh (11.01.2018 um 17:12 Uhr)

  2. #2
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    Ja was einem alles so einfallen kann, wenn sich nichts besser fügen will, als die Worte die uns hierhin und dahin mitnehmen. Aber so wie du es mechanistisch passieren lässt sind die Gefühle die damit assoziiert werden ja längst herzunabhängig, da ja jeder Hinweis fehlt welche bessere Verbindung durch diesen Gewaltakt hergestellt wurde. Oder es ist einfach zu schwer geraten. Oder kannst du dann gewisse Herzebenen mit den Fingern besser massieren, wenn es nicht mehr in der Brust versteckt ist?
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  3. #3
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    Hey Lorenz,

    ja, es ist ein Schlachtfeld, ziemlich heftig ausgedrückt. Das Schlachtfeld der Liebe! ... Ein wenig heftig ausgedrückt hier, ja, so war halt die Empfindung.

    Hi Terrorist:

    nein, natürlich nicht, allerdings ist es auch nicht mechanistisch geschehen, sondern bluternst! Weg ist sie trotzdem, auch wenn das Herz fehlt und die Empfindung wird auch nicht besser, schwebt Sie, um die es geht, ungreifbar irgendwo.

  4. #4
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    Zitat Zitat von MiauKuh Beitrag anzeigen
    Stoß hindurch, durch meine Rippen,
    Brich sie, trenne Fleisch und Knochen,
    Greif hinein in meine Brust,
    Fasse dort mein schwarzes Herz nun,
    Reiß dran, trenne die Gefäße.

    Löse sie von Herz und Körper,
    Weil ich ohne dich nicht länger
    lebe, ohne Wärmestöße,
    Taktschlaggebung meiner Liebe.

    Dem Verlangen, dich zu spüren,
    Immer wieder da zu wissen,
    Wo du meine Seele küsst.

    Da, mein Herz, darfst du nicht fehlen,
    Da, wo du mein Leben bist.
    Hallo MiauKuh,
    gefällt mir SEHR gut, Dein Gedicht.
    Eine gelungene Mischung aus dramatischer Herzschmerzromantik und modernen Wortkreationen.
    Habe mal ein wenig den Rhythmus angepasst, weiß aber nicht, ob Dir das gefällt (nur ein Vorschlag).
    Liebe Grüße von GrunzFisch
    Georg
    Bei AMAZON + Infoverlag erhältlich:
    KAISER BARBAROSSA RIEF AUF EINMAL "HOSSA"
    Heitere Historische Heldenepen (Georg C. Peter/ Infoverlag)

  5. #5
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    Lieber Werner,

    was Strässer schreibt, stimmt natürlich: „blutige Sauerei, ein (masochistisches) Schlachtfeld, und heraushaengendes Gedaerm“. Aber doch nicht nur, am Ende wird es doch ein klassisches Liebesgedicht mit allem Drum und Dran und wird ein Himmels- aus dem „Höllenritt“, bei dem das arg malträtierte Herz nicht fehlen darf, also nicht seine Vernichtung, sondern eine Steigerung erfährt. „Mechanistisch“, wie Terrorist meint, und „herzunabhängig sind die Gefühle die damit assoziiert werden“, also nicht. Herz, Liebe und Seele sind sozusagen auf's Äußerste nackt gemacht. Wenn man es wie Terrorist sagen will: können „mit den Fingern besser massiert werden, wenn sie nicht mehr in der Brust versteckt“ sind. Nun gut, alles ein wenig heftig und kontrafaktisch, das haben aber Liebesgedichte oft an sich, Ludwig Tiek und E.T.A. Hoffmann sind auch heftig.

    Es wäre schön, wenn Du Georgs „Rhythmusanpassungen“ aufgriffest. Auch wenn Du seine Vorschläge nicht nimmt, weisen sie doch auf Holperer hin, zum Glück sind es ja wenige.

    Michael
    .................................................................................................... ...............................................................
    Am Do., 30.8., sind bei "poetry trifft Poesie" die Slammerin Anke Fuchs und die Lyrikerin Adrienne Brehmer meine Gäste, am Do., 27.9., kommt der Slammer Christofer mit f.
    Köln, Zum Goldenen Bock, 19.30 Uhr.

  6. #6
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    Lieber Michael, lieber Georg,

    ja, verdammt! Es ist ein brutales Liebesgedicht und es ist so ehrlich, wie es sich anfühlen wollte und auch war. Hier auch nur ein Wort zu ändern gliche dem herausreißen einer Feder von einem Flügel, der alle zum Fliegen braucht. Hier kann ich nichts ändern, weil ich es ausnahmsweise nicht möchte Der Rhythmus ist durchgängig korrekt, lediglich die Silbenzahlen sind verschieden, meiner Meinung nach haben sie aber genau da ihre Anzahl erhöht, als die Leidenschaft am größten war und mir fällt nicht ein es irgendwie anders zu formulieren.

    Stoß hindurch, durch meine Rippen, XxXxXxXx
    Brich sie, trenne Fleisch und Knochen, XxXxXxXx
    Greif hinein in meine Brust, XxXxXxX
    Fasse dort mein schwarzes Herz, XxXxXxX
    Reiß dran, trenne die Gefäße. XxXxXxXx
    Löse sie von Herz und Körper, XxXxXxXx
    Weil ich ohne dich nicht länger lebe, XxXxXxXxXx
    Nichts bin ohne deine Wärmestöße, XxXxXxXxXx
    Taktschlaggebung meiner Liebe, XxXxXxXx
    Dem Verlangen dich zu spüren, XxXxXxXx
    Immer wieder da zu wissen, XxXxXxXx
    Wo du meine Seele küsst. XxXxXxX
    Da, mein Herz, darfst du nicht fehlen, XxXxXxXx
    Da, wo du mein Leben bist. XxXxXxX

    Nee .. kein Rhythmusfehler, nirgends. Das ist alles okay wie es ist.
    Auch wenn es eine sonst von mir nicht immer so zu lesende Brutalität erreicht hat, so finde ich doch den Ton angemessen.

    von Michael Domas:
    "Herz, Liebe und Seele sind sozusagen auf's Äußerste nackt gemacht. Wenn man es wie Terrorist sagen will: können „mit den Fingern besser massiert werden, wenn sie nicht mehr in der Brust versteckt“ sind."

    Ja, ganz nah dran Michael, genau ... dann hat es doch geklappt, das zu erreichen wo ich mit meinem Schreibereien hinwollte, ganz nah heran ... ist es zu dicht? Ich weiß nicht, aber so fühlt es sich doch an, hin und wieder oder?
    Als würde einer einem durch die Brust greifen, das Herz herausreißen wollen, weil es sowieso verdorrt und schwarz geworden ist, ohne die Liebe des Gegenübers ...

    Aber: ich habe darüber nachgedacht Georg, über deine Anmerkungen und ob ich den Rhythmus hier geradeziehe oder nicht, aber solange mir nichts was im Takt ist einfällt, kann ich das nicht ändern, weil ich es so wirklich richtig finde. Auch wenn es heftig ist (Michael).

    Danke für eure Kommentare!

    -Werner

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