Ich irre hinweg auf sich gabelnden Wegen
Die vor mir liegen, Hinter mir
Die mich umkreisen wie ein Wachhund
Stets auf der Lauer

Mit mir führe ich den einen Teil von dir
Den Zentimeter, die Einheit
Den Maßstab um dich zu fassen
Irgendwie in mir - Immer noch
Insaße, Verflossener
Geliebter?
Liebender?

Ich denke zurück
Fasse die kalte Hand
Die sich nach meiner sehnt
Ersuche sie zu dir zu führen
An unser Feuer
Um sie dort zu wärmen

Und wenn sich meine
Augen mit Tränen füllen
Rücken wir zusammen
Stück für Stück
Schultern an Schulter
Im Wettlauf mit der Zeit

Bis ich begreife
Dass unser Feuer
Nicht mehr Teil
Deines Lebens ist
Und ich nur noch
müde lächeln kann
Über das einst geteilte Herz

Ein knochiges Skelett liegt
jetzt in meinem Armen
Ich streiche sorgsam
Über seines Hauptes Haar
Gleich schwelge ich im goldenen Flackern
seiner trüben Augen
In denen sich verwirrt hat
Was zwischen uns mal war

Die Memoiren des heroischen Mannes,
der für mich mehr als
Vater, Bruder, Hirte war
Der mich umhütete zu schweren Zeiten
Sein Friede selbst ward mir
von Tag zu Tag zu Wirklichkeiten

Auch wenn der Winter
heute Einzug hält in uns'ren Garten
Auch wenn er unsere Landschaft deckt
mit silber'n Samt
Auch wenn kristall'ner Frost an Tür und Fenster klopft,
bereit das Leben in den Stillstand einzuleiten
In meinem Herzen brennt ein Feuer unbeirrt

Und ach! So groß scheint mir mein Herz
Es passt die ganze Welt hinein!



Für alle, die beim Sterben begleiteten und ihre Liebsten verloren.