1. #1
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    Aus Fehlern lernen

    Ikaros und Ikaria
    flogen Hand in Hand zur Sonne hin,
    lebten wie im Freudentaumel,
    doch es war das Ende vom Beginn,

    denn im Himmel gibt’s Gefahren.
    Ikaros, der hatte sie erkannt
    - wenn auch unbewusst - und hatte
    sie auf seine eigne Art gebannt:

    Riss der blinden Ikaria
    einzeln ihre Schwingenfedern aus.
    Somit stürzten alle beide
    auf den Boden, aus dem Himmel raus.

    Sie, weil ohne ihre Flügel,
    er ob seiner federschweren Last.
    War dies nun das Ende? Nein, sie
    hatten sich ja niemals je gehasst.

    Beide waren schwer gezeichnet,
    sahen in dem Absturz keinen Sinn.
    Aber ein paar Wochen später
    wagten sie - ganz sacht - den Neubeginn.

    Diesmal liessen sie das Fliegen,
    hielten sich auch nicht mehr bei der Hand;
    wollten Grenzen respektieren,
    bauten nun auf Fels und nicht auf Sand.
    Geändert von Gugol (12.01.2018 um 12:02 Uhr)
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
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  2. #2
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    Hi gugol,

    ein glattes Gedicht über zwei, die nicht wussten wie und am Ende einen Neuanfang wagten. Ikaros und Ikaria

    Besonders gefallen mir diese Zeilen:
    "Sie, weil ohne ihre Flügel,
    er ob seiner federschweren Last."

    Und der Schluss:
    "Diesmal liessen sie das Fliegen,
    hielten sich auch nicht mehr bei der Hand;
    wollten Grenzen respektieren,
    bauten nun auf Fels und nicht auf Sand."

    Sie haben viel gelernt, vor allem, dass man keine Königreiche auf Sand errichtet.

    Liebe Grüße

  3. #3
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    Hey Werner, danke für's Vorbeilesen. Ich bin es nicht so gewohnt, in Versen Geschichten zu erzählen, deshalb freut es mich umso mehr, wenn es gefällt. Ikaros hat es wenigstens irgendwie gemerkt, aber Ikaria (der Name ist von der Insel geklaut, wo Ikaros nach der Originalsage von seinem Vater begraben wurde, nachdem er sich an der Sonne die Flügel verbrannt hatte) war wohl wirklich einem blinden Taumel verfallen. Dabei wäre sie auch mit einem kleinen Hüttlein auf einem Felsen glücklich gewesen.
    Geändert von Gugol (13.01.2018 um 06:57 Uhr)
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  4. #4
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    schön, witzig, knapp und klar.
    aber muss es so schwerfällig ikaria sein?
    wie wärs mit
    ikara
    oder
    ikari?
    kaspar

  5. #5
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    Hallo kaspar, von I-ka-RI-a XxXx (zumindest gehe ich davon aus, dass man das griechisch so ausspricht), brauche ich erstens die vier Silben für den Lesefluss und fand es zweitens gefällig, kein neues Wort kreieren zu müssen. Ikarina wäre ja noch naheliegend gewesen, aber allzu sehr sollte man sich mit seinen geschaffenen Kreaturen ja dann wohl doch nicht identifizieren.
    Danke für den knappen, gefälligen Kommentar. gugol
    Geändert von Gugol (12.01.2018 um 22:34 Uhr)
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  6. #6
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    naja, wenn es das gäbe, würde man das vielleicht so aussprechen.
    und du siehst dadurch einen "lesefluss" gesichert?
    also ich halte ikara für wahrscheinlicher und ikari für rhythmischer.
    aber das ist wohl ein streit um des kaisers bart.
    darum gute nacht
    kaspar

  7. #7
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    wikipedia sagt: Der verzweifelte Dädalus benannte die Insel, auf der er seinen Sohn beigesetzt hatte, zur Erinnerung an sein Kind Ikaria.
    und:
    Die griechische Insel Ikaria (griechisch Ικαρία [ikaˈria] oder Ικαριά [ikarˈja] (f. sg.)) bildet seit 2011 gleichzeitig die Gemeinde Ikaria (Δήμος Ικαρίας) und zusammen Fourni Korseon den Regionalbezirk Ikaria in der Region Nördliche Ägäis.

    Ikaros und Ikari: XxX x xXx? nö oder? Ikaros und Ikaria XxX x XxXx So oder so, es bleibt bei Ikaria, aber ist immer gut, die eigene Entscheidung nochmal überdenken zu müssen. Deshalb merci fürs Grüble. gugol
    ausgezogen
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  8. #8
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    Xx(X) x (X)xX
    klänge doch super, nicht?
    Aber leider hast du mich in Grund und Boden überzeugt mit deinen Zitaten aus dem Netz.
    Naja, man muss auch verlieren können. Sonst würde die ganze Kontingenz aus den Fugen gebracht.
    Guëd Nacht
    Kaspar

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