Thema: Unsichtbar

  1. #1
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    Unsichtbar

    Unsichtbar

    Rundherum ist's totenstill,
    niemand hört das Leiden.
    Ganz tief drin da tobt der Kampf,
    nichts kann ihn entscheiden.

    Wohin soll die Reise geh'n,
    gibt es eine Reise?
    Dunkle Wolken machen Angst
    auf nicht greifbare Weise.

    Zu früh gefreut, doch nicht gelacht
    wird endlich alles gut?
    Die Hoffnung färbt sich wieder schwarz,
    Unerreichbar scheint der Mut.

    Lass es bitte nicht so sein,
    bitte nicht für immer.
    Die leere Hülle sitzt allein
    in ihrem kleinen Zimmer.

  2. #2
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    Hi WhyNot, jedes Wort macht Sinn, dein Gedicht ist echt duester, danke, ich zweifle, ob's andere spueren koennen. Buerger verstehen wohl nicht, was du z.B. mit S2Z2 zum Ausdruck bringst oder mit S2Z4, eben Ungewissheit, auch weshalb/wofuer hier Mut gebraucht wird. Ich kann aufgrund von S123 jedoch den Hilfeschrei, die Verzweiflung hoeren und mein Herz poppt. LG, L.
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

  3. #3
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    Auch "Bürgern" steht ab und zu die Welt still, weil innen drin - und eben nur dort, weshalb keiner ausserhalb nur eine Ahnung vom Ausmass des Leidens hat - ein Kampf tobt, der alles aus den Fugen zu heben scheint. Jeder Lichtstrahl verschwindet sogleich hinter der nächsten dunklen Wolke, an eine Weiterreise ist nicht zu denken und schon gar nicht auf ein Ziel hin. Gibt es dann überhaupt so was wie ein Ziel? Da bräuchte es Mut für einen Schritt ins Ungewisse, aber der fehlt dann genau in solchen Ausnahmesituationen ganz besonders.

    WhyNot, die in deinem Gedicht beschriebene Not kommt auch bei einer 0815-Bürgerin wie mir an, denn du schaffst es, sie so allgemein darzustellen, dass es nicht die Not und Verzweiflung eines spezifischen lyrischen Ichs ist, sondern eben auch meine, die von L.A.F. Strässler und allen Menschen dieser Welt sein kann. Das ist Dichtkunst und deswegen ein gelungener Einstand hier. Sei willkommen! gugol
    Geändert von Gugol (15.01.2018 um 11:32 Uhr)
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

  4. #4
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    Hallo LAF Strässler, Hallo Gugol,

    vielen Dank euch beiden für das jeweilige Feedback. Es tut gut zu wissen, dass es Menschen gibt, welche meine Zeilen so deuten wie ihr.

    Besonders toll war:

    "...und mein Herz poppt"
    "...ein gelungener Einstand hier."

    Tausend Dank!!!

  5. #5
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    Hallo WhyNot,

    wenn auch etwas spät: ich möchte gern auch noch etwas zu deinem Gedicht sagen.

    Ich las es direkt nach dem Posten, wollte was dazu schreiben. dann kam das Vorhaben immer wieder abhanden. Aber, und das ist der Grund, warum ich es jetzt nochmal heraushole: Es war im Hinterkopf und drängte sich ab und zu nach vorne. Wenn man anderen ins Gesicht schaut z. B., oder wenn ein Kollege "plötzlich" psychisch erkrankt. Man fragt sich, wie es hinter der Stirn aussieht, oder, warum man vorher nichts bemerkt hat. Oder wird durch deinen Text an eigene innere Kämpfe erinnert. Die Fähigkeit, diesen Zustand so gekonnt zu beschreiben, ist nicht jedem gegeben. Daher: lob lob!.

    LG
    Richmodis
    "Frauen haben auch ihr Gutes"
    Loriot

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