1. #1
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    Der Wolf in mir!

    Der Wolf in mir!

    Der Wolf in mir ist alt geworden,
    auf alten Pfaden hängen an den Rinden die Fetzen der Vergangenheit.
    Vorbei das Jagen durch blühende Steppe,
    vorbei das Kämpfen mit gleichstarken Rivalen.
    Einsam auf nackten Felsen den Mond an heulen
    In Klageliedern, die Keiner versteht!
    Ja, ja wir werden und wurden aus unseren Revieren gedrängt.
    Auf der Suche nach eisfreien Zonen.
    Auf der Suche nach Gefährten, die keine Wunden einem schlagen.
    Das Fell ist dünn geworden.
    Kälte dringt durch,
    träumen vom Feuer,
    Wärme suchen,
    mit zusammengerolltem Körper,
    träumen davon,
    dass neben einem eine Wölfin liegt,
    die die Klagelieder versteht.
    Die im Gleichklang neben hertrottet,
    ab und zu stehen bleibt, Nähe spüren lässt,
    gemeinsam die Lieder der fallenden Herbstblätter mit anhört.
    Ja das wünscht sich so ein alter Wolf.
    Und ab und an,
    laufe ich mit einer roten Zipfelmütze durch die Steppen und summe einen Steppenblues.

  2. #2
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    Hallo Driffter und willkommen hier im Forum.
    Mit dem alten Wolf zeichnest du ein eindrückliches Bild. Ich las interessiert bis zum Ende und konnte ihn mir gut vorstellen.

    Rein optisch sieht der Text eher nicht wie ein Gedicht aus, sondern wie ein Prosatext mit vielen Zeilenumbrüchen. Ich weiss, die Grenzen sind fliessend, dennoch würde ich in einem Gedicht etwas mehr Struktur erwarten. Was ich unbedingt vermeiden würde, ist dieser Satzverdreher, für den es keine Reim- oder Rhythmusgründe gibt:
    "Auf der Suche nach Gefährten, die keine Wunden einem schlagen." --> "Auf der Suche nach Gefährten, die einem keine Wunden schlagen."

    Und letztlich reine Geschmacksache: Für mich müsste das Gedicht mit "ja das wünscht sich so ein alter Wolf" enden. Die letzten beiden Zeilen geben dem Ganzen etwas Humoristisches, was mir so gar nicht gefehlt hätte. Da du es jedoch in dieser Rubrik postet, gehe ich davon aus, dass diese Wendung von dir sehr bewusst gesetzt wurde. LG gugol
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

  3. #3
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    Hallo Driffter,

    nach deinen Zeilen in der Vorstellungs-Rubrik habe ich so etwas wie dieses hier erwartet: Ein bildereicher Text über Lebenserfahrung, bisschen Wehmut, Erwartungen und Wünsche an das angebrochene letzte Lebensdrittel (was kommt noch? Kommt noch was? Schönes, Versöhnliches?). Was den Satzverdreher angeht, hat Gugol schon mein Statement dazu vorweggenommen.
    Was den Schluss angeht: Fehlen würde er nicht, aber da er nun schonmal da ist, finde ich ihn nicht übel.. Nein, im Gegenteil: Nach einigen wehmütigen Zeilen hat diese humoristische Einlage für mich etwas Tröstliches. Ich würde allerdings aus "Steppenblues" "Blues" machen, um zweimal Steppen zu vermeiden.

    Meine Lieblingsstelle: "auf alten Pfaden hängen an den Rinden die Fetzen der Vergangenheit".

    LG Richmodis
    "Frauen haben auch ihr Gutes"
    Loriot

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