Thema: Endjanuar

  1. #1
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    Endjanuar


    Endjanuar

    ©Hans Hartmut Karg
    2018

    Nach Wochen trister Traurigkeit
    Läuft endlich nun der Himmel ab.
    Naja, ich glaub', es ist soweit:
    Das Jahr bringt endlich sich auf Trab.

    So hellen sich schon früh die Bänder
    Und schließen abends später zu,
    Was vage am Balkongeländer
    Einläutet dann die späte Ruh'.

    Wenn wieder blau der Himmel strahlt,
    Die Dachlawinen abgegangen,
    Spür' ich, wie Sonne Leben malt
    Und wie uns wächst das Liebverlangen.

    *

  2. #2
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    "Läuft endlich nun der Himmel ab." Da hat also jemand den Stöpsel gezogen und es beginnt zu regnen.
    "So hellen sich schon früh die Bänder / Und schließen abends später zu" Was für Bänder? Meine Bänder am Fuss hab ich mir heute zünftig überdehnt - weshalb ich überhaupt Zeit habe, hier einen Kommentar zu schreiben - und ich hoffe, dass sie bald heilen, aber früh hellen und später schliessen - und das am Balkongeländer? Was soll ich mir darunter vorstellen? Ich mag bildhafte Sprache, auch solche, die dem Leser die Interpretation nicht auf die Stirn drückt, aber hier stehe ich an. Nur die letzte Strophe ist soweit klar: Liebe, Freude, Sonnenschein... LG gugol
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

  3. #3
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    Man muss sich in ein Gedicht halt einfühlen können.
    Ohne Ambiquitätstoleranz und ohne Empathie geht es halt nicht!
    LG H. H. Karg

  4. #4
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    Ein klassisches Killerargument, auf das es nichts mehr zu sagen gibt von meiner Seite. LG gugol
    ausgezogen
    um die welt zu sehen - der versuchung zu entgehen - und sich selber zu verstehen
    lebenslinien wie mäander - führten beide zueinander - wurden voneinander
    angezogen

  5. #5
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    Zitat Zitat von Gugol Beitrag anzeigen
    Ein klassisches Killerargument, auf das es nichts mehr zu sagen gibt von meiner Seite. LG gugol
    hi Gugol, so ist das immer. bei unserem dokter ist kritik perlen vor die säue. seine kontrapunktische dichtung ist nicht von dieser welt und sakrosankt.
    weder gibt es "hellen" noch "liebverlangen". das sind reim- und metrumsgeschuldete wortverhunzungen - nicht mehr und nicht weniger - lieblos der sprache gegenüber eben. und das tut weh. lg W.
    Keine Signatur ist auch eine. Die andere wurde gelöscht.

  6. #6
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    Gugol, Walther,
    was ist denn Sprache? Ein lebendiger Organismus wie ein Körper.
    Auch in einem Körper laufen Prozesse ab, die uns nicht unbedingt
    gefallen. Und doch bereichern - oder gefährden! - sie unser Leben.
    Killerargumente sind andere, z. B.:
    WIR HABEN DAS NOCH NIE SO GEMACHT!
    DAS WERDEN WIR NIE SO MACHEN!
    WIR HABEN DAS IMMER SCHON SO GEMACHT!
    DAS HAT NOCH NIEMAND SO GEMACHT!
    Damit kann man alles erschlagen.
    Einfühlung jedoch ist ein Qualitätsmerkmal jener Persönlichkeit,
    die in der Lage ist, sich der Mühe zu unterziehen und zu fragen,
    was ein Dichter mit seinem Gedicht - auch empathisch! - aussagen will.
    LG H. H. Karg

  7. #7
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    Zitat Zitat von Dr. Karg Beitrag anzeigen
    Gugol, Walther,
    was ist denn Sprache? Ein lebendiger Organismus wie ein Körper.
    Auch in einem Körper laufen Prozesse ab, die uns nicht unbedingt
    gefallen. Und doch bereichern - oder gefährden! - sie unser Leben.
    Killerargumente sind andere, z. B.:
    WIR HABEN DAS NOCH NIE SO GEMACHT!
    DAS WERDEN WIR NIE SO MACHEN!
    WIR HABEN DAS IMMER SCHON SO GEMACHT!
    DAS HAT NOCH NIEMAND SO GEMACHT!
    Damit kann man alles erschlagen.
    Einfühlung jedoch ist ein Qualitätsmerkmal jener Persönlichkeit,
    die in der Lage ist, sich der Mühe zu unterziehen und zu fragen,
    was ein Dichter mit seinem Gedicht - auch empathisch! - aussagen will.
    LG H. H. Karg
    werter dokter,
    man kann seinen unsäglichkeiten zu novitäten erklären oder einmal bescheiden das, was man schrieb, aus der sicht derer betrachten, die kommentieren. das nennt man dann "empathie". ihre ausführungen gehen wie meist in ihren repliken ungefähr ein lichtjahr am thema vorbei.
    lg W.
    Keine Signatur ist auch eine. Die andere wurde gelöscht.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Dr. Karg
    Man muss sich in ein Gedicht halt einfühlen können.
    Ohne Ambi q guitätstoleranz und ohne Empathie geht es halt nicht!
    Das gilt aber in noch viel stärkerem Maße für den, der sich gern Dichter nennt, für seinen Umgang mit Feedbacks, die nicht seinen Erwartungen entsprechen und mit kritischen Lesern ... Wenn es Dir wurschtpiepeegal ist, wie Deine Texte auf die Mitglieder dieses Forums wirken, wenn Dich Ihre Reflexionen nullkommanichts interessieren, warum postest Du Deine Texte hierher? Bekannt wirst Du damit nicht, da hilft auch kein Verzicht auf einen Alias. Ich habe noch nie auf Lesungen erlebt, dass mir jemand sagt, das Forum zu kennen. Hier sind haupsächlich Schreiber unterwegs, die auf Feedback aus sind, auf Austausch und die meisten von Ihnen schätze ich als ausgesprochene kluge und ambiguite Kollegen ein, einschließlich diejenigen, die Du regelmäßig wie unerzogene Schüler oberlehrerhaft abwatschest. Das schließt nicht aus, dass man unterschiedliche Auffassungen hat und sich in der Sache auch mal heftig streitet und die Argumente um und in die Ohren haut. Besser kann man doch garnicht seinen Horizont erweitern (wenn man es zulässt).

    Kopfschüttelnd
    Eremit
    Hinweis: Lyrik im Foyer 2018 in Frankfurt (Oder)

    -------------------------------------------
    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

  9. #9
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    Hallo zusammen,

    und jetzt zurück zum Gedicht! Danke.

    Gruß
    Nachteule
    -Moderator-
    PS:
    Wer nach über 2.500 Gedichte immer noch nicht verstanden hat, dass er seine Zeit verschwendet, wenn er sie kommentiert, ist selbst schuld und braucht sich nicht zu beschweren, dass zu viele Gedichte des Users auftauchen, weil er sie wieder kommentiert hat. Wer immer die gleichen Dinge tut, aber ein anderes Ergebnis erwartet... Just saying.

  10. #10
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    @karg

    Moin.



    Zitat:

    „Nach Wochen trister Traurigkeit“
    --trister Traurigkeit (danke Kasper)
    A
    :
    Auf dem Januar bezogen, (siehe Titel)
    ist der stundenlange anhaltende lange Regen tagein tagaus.
    Könnte so gemeint sein, oder?

    Zitat:
    Läuft endlich nun der Himmel ab.
    A: es regnet sich ab.

    Zitat:

    So hellen sich schon früh die Bänder

    A: Ich komme hier nur auf das Morgenrot und Abendrot bzw, der immer früher beginnende Tag, die Morgendämmerung, Abenddämmerung oder?

    Zitat:

    Was vage am Balkongeländer
    Einläutet dann die späte Ruh'.

    A:
    bezogen auf die Abenddämmerung, vermutlich.


    der Rest ist offensichtlich.

    Metrik: ein Jambus

    Zitat:
    Einläutet dann die späte Ruh'.
    -Einläutet
    Xxx.
    Besser hier: “Eröffnet“

    Zusammenfassung:


    Stophe eins: Starker Regen der abflaut und aufhört.
    Strophe zwei: die Tage werden länger.

    Strophe drei:
    Wiederspruch zu Strophe eins:
    Zitat:

    „Die Dachlawinen abgegangen“

    Strophe eins: Dauerregen der abflaut
    Strophe drei: spricht von Dachlawinen.

    Fazit:
    Ich würde hier paar Stellen umändern, aber im Großen und Ganzen recht passabel.

    Und die viel gescholtene erste Strophe, :

    „Nach Wochen trister Traurigkeit
    Läuft endlich nun der Himmel ab.“

    Finde ich gut, sowie:

    „So hellen sich schon früh die Bänder
    Und schließen abends später zu,“

    Vorausgesetzt, es ist die Dämmerung.

    Oder, ?
    Daumen nach oben, und sensibler und neutraler werden bei Antworten.
    Geändert von horstgrosse2 (02.02.2018 um 16:22 Uhr)
    der Gedankenspringer

  11. #11
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    Oder Florentiner Traurigkeit? Oder Tiroler Traurigkeit? Oder Linzer Torte? Oder Wiener Schnitzel? Oder Szegediner Gulasch?
    Lieber horstgrosse2, kläre mich auf.
    Danke
    Kaspar

  12. #12
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    Zitat Zitat von kaspar praetorius Beitrag anzeigen
    Oder Florentiner Traurigkeit? Oder Tiroler Traurigkeit? Oder Linzer Torte? Oder Wiener Schnitzel? Oder Szegediner Gulasch?
    Lieber horstgrosse2, kläre mich auf.
    Danke
    Kaspar
    @kasper


    Würde dich ja gerne aufklären mein Bester aber...auf was bezogen??
    der Gedankenspringer

  13. #13
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    was meinst du mit Triester Traurigkeit? ich kenne das nicht. war noch nie in Triest.

  14. #14
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    Zitat Zitat von kaspar praetorius Beitrag anzeigen
    was meinst du mit Triester Traurigkeit? ich kenne das nicht. war noch nie in Triest.
    @Kasper


    Das ist sehr erstaunlich dass du triester Traurigkeit nicht kennst, das ist eine Steigerungsform von trister Traurigkeit,
    so wie:
    trister Traurigkeit
    triester Traurigkeit
    schwermütigste Traurigkeit
    net, gewusst?

    Aber in welchen Zusammenhang habe ich es verwendet. Kann es nirgends espern?

    Ach doch, ganz oben, danke.
    der Gedankenspringer

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