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Thema: Marrakesch

  1. #1
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    Marrakesch

    .


    Du hast meinen Namen ausgesprochen
    dich mit deinem Bass an ihm gerieben
    als wäre es mein nackter Bauch
    meine Wangen
    leicht errötet

    Ich schreibe in der U-Bahn
    diesem Loch wo mir Beton
    um die Ohren fetzt
    über die Augen Neonlicht
    bis mir schwindelig wird und
    mein Herz schlägt
    hier immer zu langsam


    An der roten Linie beginnt der Fluch
    Treten Sie zurück der Zug
    fährt ein!
    Treten Sie zurück der Zug
    fährt ab!
    Wer soll wissen was tun?


    Wieder höre ich meinen aufgerauten Namen
    albaa!?
    wie auf feines Büttenpapier
    die Feder vorsichtig ins Tintenfass getaucht abgestreift
    klangvoll hingekratzt
    Der Klang ist mehr Wunder als ich
    mehr als du
    Ich liebe dich

    Als wir die Rolltreppe hinunterfuhren
    legte sich gerade Nachtdunst über die blassen Stadtsterne
    und die Mondsichel die auf dem Dachfirst lag -
    die Beine gespreizt
    Wir lachten
    alles war voll Wunder

    Unsere Schritte hallten
    An der Wand (steht immer noch) Fick mich!
    in eckenlosen verschlungenen Buchstaben
    schwarz auf gelben Untergrund
    eine Art Sonne wohl
    Komm!

    Deine Wohnung weit draußen
    Lichtreflexe von der Straße an den Wänden
    über Schuhe stolpern und über knarrende
    Böden küssen und auf eine Matratze fallen
    zerwühltes Bettzeug keine Musik
    kein Nespresso morgen
    noch keine Perfektion Bitte
    fick mich! halt mich! so dass ich
    nicht fragmentarisch
    fühle So geht es
    mich an

    Dein Begehren wächst mir entgegen


    Marrakesch staubige Hitze
    sich windende Schlangen und eine Flöte
    sie rasseln mit den Schwänzen
    (Oder ist es doch deine Stimme?)
    an ihrem Gift will ich eingehen
    trotz der gezogenen Giftzähne
    Marrakesch?



    wie ein scheues Tier zuckt dein Glied
    in meiner Hand und drängt weiter
    dringt tief in meine Wärme ein
    wie ein Obdachloser in die U-Bahn-Station

    und dann füllst du mich aus
    wir bewegen uns kaum
    es trägt uns
    die Lust trägt uns
    wie ein Luftkissenboot auf stürmischer See
    das Raumschiff Enterprise
    auf der Suche nach unbekannten Welten
    dem Ende der Lust entgegen

    Wie fremd du mir warst
    ein bloßes Glaubensbekenntnis

    albaa






    .
    Geändert von albaa (07.02.2018 um 08:50 Uhr)

  2. #2
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    das, albaa, kann man getrost als lyrik bezeichnen
    denn da werden mondsicheln und ubahnschmierereien
    voll integriert in ein sein, das nicht paradox, sondern
    kontingent ist. stärke durch schwäche, kunst durch
    verzicht auf kunstfertigkeit.
    ja, wie fremd mir das ist, echt.
    aber ich zieh den hut davor.
    kaspar praetorius
    p.s. tippfehler bei dachfrist (wenn das absicht war, dann raus damit)
    und möglicherweise raus mit "kontingenz", denn der text ist auch so umfassend, bzw. füllt dich wahrscheinlich auch so aus.
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
    Sie quatschen im Cybertalk
    über Cybersex.

    (StadtHaiku)

  3. #3
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    Lieber kaspar,

    Vielen Dank fürs Lesen (vor allem auch wegen der Überlänge des Textes!)
    Und das freut mich natürlich ganz besonders!: "das, albaa, kann man getrost als lyrik bezeichnen"

    Die Korrekturvorschläge habe ich umgesetzt.

    Lieben Gruß
    albaa

  4. #4
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    Liebe albaa,

    dieses Gedicht gefällt mir ausnehmend gut.
    Wie es Dir gelungen ist, den Satz ich liebe dich, fast schon ein Tabubruch in einem Liebesgedicht, in einen Rahmen aus Trost- und Ratlosigkeit, aus sinnlichen und erotischen Bildern und aus nachdenklichen Erinnerungen zu setzen und dabei zugleich das unbegreiflich Schöne der Liebe zu transportieren!
    Alle Achtung

    Okotadia

  5. #5
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    Liebe albaa,

    Kaspars und Okotadias Lob kann ich nur zustimmen, das hier finde ich ebenso erotisch wie lyrisch, zudem eine runde Erzählung. Im Einzelnen (und ich habe mehr von meinen kritischen Anmerkungen notiert als von meiner Begeisterung):

    Du hast meinen Namen ausgesprochen
    fängt ja geradezu biblisch an. Und dann endet Dein Text auch noch mit dem Wort Glaubensbekenntnis. Schön die sinnliche Einführung der Stimme, die ja dann eine zentrale Rolle spielen wird.
    dich mit deinem Bass an ihm gerieben
    als wäre es mein nackter Bauch
    meine Wangen
    leicht errötet

    Fällt etwas aus der Melodie raus. Aber immerhin, so bleibt offen, hast du meine Wangen leicht errötet oder sind sie leicht errötet

    Ich schreibe in der U-Bahn
    also im Nachhinein?
    diesem Loch wo mir Beton
    um die Ohren fetzt
    über die Augen Neonlicht
    bis mir schwindelig wird und

    Schöne Strophe, aber das und sticht heraus
    mein Herz schlägt
    hier immer zu langsam


    An der roten Linie beginnt der Fluch
    Welche rote Linie?
    Treten Sie zurück der Zug
    fährt ein!
    Treten Sie zurück der Zug
    fährt ab!
    Wer soll wissen was tun?

    Sagt doch die Ansage.


    Wieder höre ich meinen aufgerauten Namen
    albaa!?
    wie auf feines Büttenpapier
    die Feder vorsichtig ins Tintenfass getaucht abgestreift
    klangvoll hingekratzt
    Der Klang ist mehr Wunder als ich
    mehr als du
    Ich liebe dich

    Sehr schön. Zu dem Satz ich liebe dich hat ja schon Okotadia was gesagt.

    Als wir die Rolltreppe hinunterfuhren
    Da habt ihr ja nicht viele davon gesehen. Nun gut.
    legte sich gerade Nachtdunst über die blassen Stadtsterne
    Sterne genügt
    und die Mondsichel die auf dem Dachfirst lag -
    mit gespreizten Beinen
    Wir lachten
    alles war voll Wunder.

    Ja, das Wunderbare kommt rüber.


    Unsere Schritte hallten
    An der Wand (steht immer noch) Fick mich!
    in eckenlosen verschlungenen Buchstaben
    toll
    schwarz auf gelben Untergrund
    eine Art Sonne wohl

    wunderbare Idee, guter Anschluss
    Komm!

    Deine Wohnung weit draußen
    Lichtreflexe von der Straße an den Wänden
    über Schuhe stolpern und über knarrende
    Böden küssen und auf eine Matratze fallen
    zerwühltes Bettzeug keine Musik
    kein Nespresso morgen
    noch keine Perfektion Bitte
    fick mich! halt mich! so dass ich
    nicht fragmentarisch
    fühle So geht es
    mich an


    Dein Begehren wächst mir entgegen

    Alles klasse, aber wieso Marrakesch? Und dann auch noch im Titel? Wegen des Tiers in der Strophe drauf?

    Marrakesch staubige Hitze
    sich windende Schlangen und eine Flöte
    sie rasseln mit den Schwänzen
    (Oder ist es doch deine Stimme?)
    an ihrem Gift will ich eingehen
    trotz der gezogenen Giftzähne
    Marrakesch?


    wie ein scheues Tier zuckt dein Glied
    in meiner Hand und drängt weiter
    dringt tief in meine Wärme ein
    wie ein Obdachloser in die U-Bahn-Station


    Na ja. Aber der Obdachlose rettet dann die etwas konventionelle Strophe.

    und dann füllst du mich aus
    wir bewegen uns kaum
    es trägt uns
    die Lust trägt uns
    wie ein Luftkissenboot auf stürmischer See
    das Raumschiff Enterprise
    auf der Suche nach unbekannten Welten
    dem Ende der Lust entgegen

    Das finde ich kitschig und Luftkissenboot und das Raumschiff Enterprise fallen aus der Bildsprache raus.

    Dafür aber der souveräne (traurige) Abgang:


    Wie fremd du mir warst
    ein bloßes Glaubensbekenntnis

    Chapeau!

    Michael
    Geändert von Michael Domas (03.02.2018 um 02:07 Uhr)

  6. #6
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    ein fluch ist eine art zauberspruch, der auf distanz wirkt, er wird gerne wiederholt und er tritt gerne in kraft, wenn eine bestimmte linie überschritten wird. solche linien findet man auch auf bahnsteigen. auch rote? ich weiss nicht, aber manchmal kann auch weiss rot sein.
    raumschiff enterprise ist ein code für das alter und die lebensumstände der protagonisten
    rolltreppen sind auszeiten auf dem weg in den untergrund oder allgemein reiseteile, welche man nicht selbst bewältigt
    marrakesch ist eine traumdestination wie auch erinnerung für einen teil unserer gesellschaft, der sich mit wärme in ubahntunneln auskennt
    stadtsterne sind die sterne der stadt und nicht sterne weit weg
    und die verwischte grenze zwischen handeln und erleiden ist ein thema des textes, nicht ein mangel
    und in einer aufzählung trennt ein "und" die teile der aufzählung. fehlte es, wäre es keine aufzählung mehr.
    so sähe ich das
    kaspar
    p.s. über die definition von kitsch zu diskutieren, wäre auch hier eine interessante aufgabe. welches ist kitschiger: das hier oder "wir sind"?

  7. #7
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    Liebe albaa,
    schon dreimal geadelt von Caspar, Okotadia und Michael - was soll ich da noch mit meinem Lorbeerkranz in zittrigen Fingern?
    Ich bin begeistert, bin hin und weg und voll des Lobes.
    Liebe Grüße,
    Festival

  8. #8
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    Du beschreibst es ja selber immer wieder zwischendrin. Vorsichtig hingekratzt trifft es für mich. Aber Schritte hören und Namen hallen anstatt umgedreht. Wenn du im Wahrnehmungsbereich einfach zwischen den Formen des Erlebens hin und herwechselst, hättest du wenigstens in der Reflexion etwas verknüpfen können was aus der Ubahn und dem Penner etwas macht das nicht gerade die Erotik von hin und her huschenden Ratten hat, so dass man nicht jede Zeile fragmentarisch fühlt. Text und Emotion wären gern eins gewesen haben sich aber in der Wechselwirkung dahin begeben wo es sich bedingt was Ursache und Wirkung ist. Aber sowas hat sich ja in der Art etabliert.
    Der Roman: "Verballistik"
    Die Gedichte: "Auf dem Silbertablett"

  9. #9
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    Hallo Ihr Lieben!

    Herzlichen Dank! Ich freue mich sehr!

    Was soll ich da noch sagen?

    @Okotadia: Ja, da geb ich dir recht, es spießte sich tatsächlich an dieser Stelle, aber plötzlich war es ganz selbstverständlich.

    @Michael: Den Erklärungen von kaspar kann ich eigentlich nichts hinzufügen. Vielleicht noch zu Enterprise und Luftkissenboot ergänzend: das sind zusätzlich auch noch so Rettungs- bzw. Fluchtmetaphern ein bisschen augenzwinkernd, weil das sind ja Erinnerungen; und so fremd (bzw. befremdlich) im Text wie Marrakesch.

    Warum der Titel "Marrakesch" lautet, hätte ich nicht besser beschreiben können als kaspar es getan hat.

    @kaspar: Ich bin sehr beeindruckt (ja fast gerührt), wie du diesen Text aufgelöst hast.

    @festival: Danke ich werde ihn aufbehalten und einmal im Jahr abstauben und tragen.

    @terrorist: Text und Emotion wären gern eins gewesen haben sich aber in der Wechselwirkung dahin begeben wo es sich bedingt was Ursache und Wirkung ist. Ich bin nicht sicher, ob ich irgendetwas von deinem Beitrag verstehe, aber ich habe das Gefühl, du spricht hier von meinen Protagonisten. Und das ist ja ein großartige Forumulierung: die Erotik von hin und her huschenden Ratten!

    Herzlichen Dank für euer Eintauchen in diesen Text und das Wohlwollen.

    Lieben Gruß
    albaa

  10. #10
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    Liebe Albaa,

    verstehe ich das richtig? LI schreibt dieses Gedicht in der U-Bahn, und die kursiven Abschnitte geben die Gedanken wieder, die nicht geschrieben werden? Mir gefällt Dein Text auch sehr gut. Was mich stört, ist nur eine Kleinigkeit:

    meine Wangen
    leicht errötet


    Ich verstehe schon, wenn "errötet" Dir hier besser gefällt als "gerötet", denke aber, dass nur Menschen erröten. Für mich hört sich das falsch an. Ich glaube auch, dass ich noch einige Adjektive streichen würde, wenn es mein Gedicht wäre, weiß aber auch, dass andere das meist anders sehen. Ich bin da wohl recht empfindlich.

    Ich hab es jedenfalls gerne und sicher nicht zum letzten Mal gelesen.

    LG Claudi
    com zeit - com .com

  11. #11
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    Liebe albaa,

    obwohl Du mit der Arbeit an Deinem Gedicht nach Kaspars Zustimmungen abgeschlossen hast, will ich doch noch auf seine Kritik an meiner Kritik antworten. Nicht nur, weil mir an dem Gedicht gelegen ist, denn es ist außerordentlich, sondern auch, weil sich für mich eine Frage stellt, die mich immer mal wieder beschäftigt: Rechtfertigen sich Textteile durch ihre Interpretation? Können Stellen, die aus dem Bildprogramm oder aus dem Narrativ eines Gedichtes herausfallen, durch das, was man sich alles dazu denken kann, doch noch integriert werden?

    Zum Beispiel, weil „raumschiff enterprise ein code für das alter und die lebensumstände der protagonisten ist“ (#6)? Und „zusätzlich auch noch so Rettungs- bzw. Fluchtmetapher“ (#9)?
    Und die Marrakesch-Strophe ist dann nicht nur „eine traumdestination“, sondern „auch erinnerung für einen teil unserer gesellschaft, der sich mit wärme in ubahntunneln auskennt“. Ist damit der Bezug zum Thema U-Bahn hergestellt?
    Und weil „ein fluch eine art zauberspruch ist , der auf distanz wirkt“, kann die weisse Linie auf Bahnsteigen dann „aber manchmal auch rot sein“? Hat der Leser solche kontrafaktischen Umfärbungen nötig, um den Sinn zu begreifen? Und das von einer Dichterin, die so wunderbare Bilder findet wie das von „diesem Loch wo mir Beton / um die Ohren fetzt“. Oder das von der „Mondsichel die auf dem Dachfirst lag - / mit gespreizten Beinen“. Oder die Strophe von dem Büttenpapier, in der der Klang des „aufgerauten [!] Namens“ beschrieben wird. Verstehst Du, albaa, den Unterschied, den ich meine? Ich hänge ja der Theorie an, dass in einem Kunstwerk alles seine Notwendigkeit haben (und nicht kontingent) sein soll.

    Du selbst sprichst von der „Überlänge des Textes“. Ich könnte mir vorstellen, dass er durch Konzentration noch gewönne.

    Herzlich

    Michael

    Doch noch, lieber Kaspar, ein Retourn auf Deine Bemerkung zur Kitsch-Frage: Sollte mein „wir sind“ kitschiger sein als das hier, hätte ich nichts dagegen.

  12. #12
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    ja. lieber michael domas, ich zumindest glaube zu verstehen, was du meinst.
    ich denke sogar, dass die von dir beschriebene kunstauffassung nicht als falsch bezeichnet werden darf. ich denke, dass mehrere auffassungen nebeneinander bestehen können. aber wie der eine gerne etwas salz oder pfeffer am ragout hat, mag der andere etwas marrakesch oder ubahn im salat. oder anders: drapieren kann auch mit undrapierten inhalten geschehen.
    angenehm überrascht von unserer übereinstimmung betreffend kitsch
    grüsst
    kaspar praetorius
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    (StadtHaiku)

  13. #13
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    wow, albaa,

    ich kann mich nur okotadia anschließen. mehr bring ich grad nicht raus.

    bewundernde grüße
    lilisarah
    ich glaub, mit meinem kater
    muss ich mal zum psychiater
    ich glaub, der hat nen knall
    sieht mäuse - überall

  14. #14
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    Liebe albaa, lieber Kaspar,

    das Thema „Marrakesch“ mit all dem rasselschwänzigem Viehzeug ist ja nur eingeblendet, frei assoziiert, draufgepappt. Die „U-Bahn“ jedoch ist Erzählebene.

    Und zeigt z.B. in S6 ein gutes Beispiel für das, was ich meine:
    Unsere Schritte hallten
    An der Wand (steht immer noch) Fick mich!
    in eckenlosen verschlungenen Buchstaben
    schwarz auf gelben Untergrund
    eine Art Sonne wohl
    Komm!


    Wie hier die Themen „Geräusch“ und „Sex“ (dominante Themen des Textes) aber auch „Sonne“ und „eckenlose Verschlingung“ aus der Umgebung erwachsen, statt von irgendwoher importiert werden zu müssen, das ist genial. Es wird etwas ganz Reales beschrieben, das aus sich selbst heraus große symbolische Kraft besitzt.

    So könnte das ganze Gedicht sein

    Michael
    Geändert von Michael Domas (05.02.2018 um 18:25 Uhr)

  15. #15
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    lieber michael domas
    eine u-bahn ist ein komplexes system mit kontingenz. ihr symbolwert besteht nicht nur aus "fick-mich"-graffitis. es gibt da auch metallstreben, welche eben gerade nicht da sind. da kann schon mal die ganze vergangenheit darüber einstürzen.
    gedichte müssen nach meinem verständnis nicht katalogisier- und archivierbar sein.
    sie dürfen, meinetwegen, aber sie müssen nicht.
    lassen wir uns die betonfetzen um die ohren fliegen, anstatt alles in schachteln zu verstauen.
    kaspar praetorius
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    (StadtHaiku)

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