1. #1
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    Wintertag, blau.

    Wintertag, blau.


    Der Wintertag verkleidet sich in Blau,
    Und Vögel rufen von den Dächern: Liebe!
    Die Sonne kitzelt fast vergessne Triebe:
    Wie dieses feine Spielchen ging, genau

    Weiß das vielleicht der kleine freche Spatz,
    Der in der Hecke zarte Liedchen flötet.
    Ob seine Angebetete errötet?
    Sie ist ja auch ein wunderhübscher Fratz!

    Der Mann, der winterlich und warm gekleidet
    Den Weg ins Freie sucht, sich zu ergehen,
    Es scheint beinahe, dass er sie beneidet:

    Er bleibt versonnen still und leise stehen,
    Weil er an einer großen Leere leidet,
    So manifest, man kann sie sogar sehen.
    Geändert von Walther (03.02.2018 um 20:04 Uhr)
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  2. #2
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    moin moin Walther,

    fröhlich und beschwingt waren die Bilder, als ich mit dem Lesen begann, der helle, sonnige Wintertag unter einem blauen Himmel.

    Doch nach dem ersten Terzett schwand das Gefühl der frischen Freiheit. Vielleicht fehlt mir die lyrische Fantasie um den Sinn der letzten Zeile im zweiten Terzett zu erfahren.
    So manifest, man kann sie sogar sehen.
    Einen fragenden Gruß aus dem Land zwischen den Meeren

    Curd
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  3. #3
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    Hi Curd,

    danke fürs reinlesen. ersetze "manifest" durch "deutlich", trifft es zwar nicht ganz, weist aber in die richtige richtung.

    lg W.
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  4. #4
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    moin moin Walter,

    Er bleibt versonnen ......Weil er an einer großen Leere leidet,......... man kann sie sogar sehen.
    Mich irritiert, dass der Protagonist versonnen stehen bleibt, also diesen bestimmten Ausdruck im Gesicht erkennen lässt.

    Doch dann die große Leere, die man sogar sehen kann, würde für mich einen neuen Ausdruck darstellen, leere, teilnahmslose Augen.

    Das passt für mich nicht zusammen

    LG
    CB
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  5. #5
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    Lieber curd,

    daß jemand an einer leere leider, dazu muß man nicht in seine augen sehen. der ganze körper spricht.

    lg W.
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  6. #6
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    moin moin Walther,

    wenn ich aus dem Hause trete, den blauen Himmel schaue und mir dabei die Sonne angenehm warm ins Gesicht scheint, bleibe ich versonnen stehen und träume vom kommenden Frühling

    Einen verträumten Gruß

    CB
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  7. #7
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    lb Curd,

    so ist das mit texten: es gibt immer jemanden, der eine stelle findet, die keinen anderen stört. und als autor muß man damit leben

    lg W.

    versonnen stammt von versinnen, nicht von sonne. du darfst dir sinnierend denken, sein äquivalent.
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  8. #8
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    Zitat Zitat von Walther Beitrag anzeigen
    versonnen stammt von versinnen, nicht von sonne. du darfst dir sinnierend denken, sein äquivalent.
    Ach, lieber Walther,
    danke, dass ich das noch erklärt bekommen habe

    Ich glaube fest daran, dass du als Autor damit leben kannst, dass ich eigene Gedanken zu deinem Werk habe.

    Trotzdem, nochmals, die letzte Strophe erzeugt ein anderes Bild in mir, als du es für dich beschreibst.

    Aber so soll es doch auch sein, oder?

    Jeder Leser hat eigene Erfahrungen und die Inspirationen sind beim Lesen daher unterschiedlich.

    LG
    CB
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  9. #9
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    lieber walther,

    dein versonnenes, zunehmend melancholisches gedicht hat mir sehr gefallen.

    wie locker und leicht anfangs noch die erinnerung an die geliebte und mit bewusstwerdens des verlustes die stimmung umschlägt - von strophe zu strophe.
    wie er selbst das verlorene in seiner eigenen verlorenheit zeigt, die auch wohl so schnell nicht weichen wird.

    gerne gelesen und nachgefühlt, deinem sonett.

    liebe grüße
    liara
    Für verlorenes Vertrauen gibt es kein Fundbüro!
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    ist auch das herz blind, erkennt man die dinge nicht mehr, wie sie wirklich sind

  10. #10
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    Zitat Zitat von Curd Belesos Beitrag anzeigen
    Ach, lieber Walther,
    danke, dass ich das noch erklärt bekommen habe

    Ich glaube fest daran, dass du als Autor damit leben kannst, dass ich eigene Gedanken zu deinem Werk habe.

    Trotzdem, nochmals, die letzte Strophe erzeugt ein anderes Bild in mir, als du es für dich beschreibst.

    Aber so soll es doch auch sein, oder?

    Jeder Leser hat eigene Erfahrungen und die Inspirationen sind beim Lesen daher unterschiedlich.

    LG
    CB
    gedichte,
    lg Curd,
    werden immer erst im leser "fertiggeschrieben". so muß das sein. daher wird ein text immer unterschiedlich und beim erneut lesen wieder anders verstanden. das ist die freude daran.
    ich finde deinen einwand übrigens sehr wichtig. man kann an der klarheit seiner sprache immer arbeiten und sollte das auch. da ist jede nuance bedeutsam, die man berichtet bekommt!
    lg W.



    Zitat Zitat von Liara Beitrag anzeigen
    lieber walther,

    dein versonnenes, zunehmend melancholisches gedicht hat mir sehr gefallen.

    wie locker und leicht anfangs noch die erinnerung an die geliebte und mit bewusstwerdens des verlustes die stimmung umschlägt - von strophe zu strophe.
    wie er selbst das verlorene in seiner eigenen verlorenheit zeigt, die auch wohl so schnell nicht weichen wird.

    gerne gelesen und nachgefühlt, deinem sonett.

    liebe grüße
    liara
    hi Liara,
    danke für deine empfindsame kommentierung. der text hatte eine dramaturgische idee. es ist schön, sie hier reflektiert zu sehen,
    lg W.
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